Samstag, 16. April 2011

Die neue GECO .223 Remington

Der bekannte Munitionshersteller GECO bringt zwei neue Fabrikate im Kaliber .223 Remington auf den Markt. Das erste Testschießen mit der 55 gr. und der 63 gr. Laborierung zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der Schützen. Besonders die 63 gr. Ladung wird ein hohes Marktpotential haben.


In den vergangenen Jahren kam es aufgrund der vielen kriegerischen Konflikte weltweit immer wieder zu Lieferengpässen mit Munition im Kaliber .223 Remington. Hersteller besonders in den USA produzierten permanent an ihren Kapazitätsgrenzen, um der massiven militärischen Nachfrage gerecht zu werden. Das Nachsehen hatten die Endverbraucher.

Die Frustschübe dürften mit Markteinführung der neuen GECO .223 Remington jedoch der Vergangenheit angehören. Es wird aus dem Hause GECO zwei neue Laborierungen geben. Beide sind mit Vollmantelgeschossen bestückt und wiegen 3,6 g (55 gr.) bzw. 4,1 g (63 gr.).
Ausgeliefert werden beide Laborierungen in Packungen zu 50 Stück. Die Patronen kommen praktischerweise wie bei Militärfertigungen auf Ladestreifen zu zehn Stück.






Die 63 gr. Variante
Die 63 gr. Ladung entspricht vom Geschossgewicht her exakt der Schweizer Militärpatrone GP 90. Die GP 90 ist als rasante und präzise Patrone bekannt, mit der auch reproduzierbare Treffer über eine Distanz von bis zu 600 Metern machbar sind. (Sniping 4. Generation) Eingeführt bei der Schweizer Armee wurde diese Patrone Ende der 1980er Jahre im Zuge der Umrüstung vom Sturmgewehr 57 auf das Sturmgewehr 90. Die Schweizer gingen damals einen eigenen Weg und konstruierten eine Patrone, deren Geschossgewicht etwas über dem der damals in der NATO genutzten M 193 und SS 109 lag.
Das Geschoss der neuen GECO .223 Remington besitzt nach Herstellerangaben einen ballistischen Koeffizient von 0.330 und dürfte damit ballistisch so nah an der Schweizer Militärpatrone liegen, wie keine andere Zivilfertigung.

Die 55 gr. Variante
Die zweite Ausführung besitzt ein 3,6 g Vollmantelgeschoss. Die Anfangsgeschwindigkeit liegt geringfügig über der des 4,1 g Geschosses. Ab einer Entfernung von 200 Metern verliert das leichtere Geschoss mit dem ballistischen Koeffizienten 0.260 jedoch deutlich mehr an Geschwindigkeit und damit auch an Energie. Nach 300 Metern besitzt das 55 gr. Geschoss noch 45% Restenergie. Beim 63 gr. Geschoss sind es 52%.
Die für das jagdliche Schießen relevante GEE (Günstige Einschießentfernung) wird mit 198 Meter angegeben. Bei der 4,1 g Laborierung liegt die GEE etwas kürzer bei 192 Meter.






Dralllängen
Beide Munitionsfabrikate lassen sich problemlos mit Dralllängen von 10:1 bis 7:1 verschießen. Gemeinhin gilt die Daumenregel, dass schwerere Geschosse zur besseren Stabilisierung kürzere Dralllängen bevorzugen. Diese Daumenregel ist aber keine lineare Funktion. Soll heißen, nicht jede schrittweise Erhöhung des Geschossgewichts muss zu einer gleichzeitigen Reduktion der Dralllänge führen. Vielmehr legt diese Daumenregel die kritische Masse eines Projektils bei 69 gr. und höher fest. Diese relativ schweren Geschosse sind von ihrer Bauform her auch länger. Sie werden somit aus kurzen Dralllängen von 7:1 heraus besser stabilisiert.

Das Projektil der GECO 63 gr. Ladung wird allerdings auch mit einer zehner Dralllänge sehr gut harmonieren, wie die militärische Kombination von Sturmgewehr 90 und ebenso schweren Geschossen beweist.


Der durchgehende Visierbereich
Mit der Einschießmethode des durchgehenden Visierbereichs ergibt sich für die 63 gr. Ladung eine Scheitelhöhe von etwa 17 cm bei 160 Metern und ein zweiter Schnittpunkt mit der Visierlinie bei etwa 280 Metern. Der durchgehende Visierbereich endet bei etwa 330 Metern.
Für die 55 gr. Ladung ergibt sich nur eine unwesentlich andere Flugbahn.
Unterstellt wird dabei die Verwendung eines AR-15 mit einem Standard-Offset von 63 mm und einer Lauflänge von 42 cm. Die Einschießentfernung liegt bei 25 Meter.





Nach Herstellerangaben wird weder in Treibladung noch im Zündhütchen korrosives Pulver verwendet.
Auf dem 100-m-Schießstand waren ohne weiteres Streukreise im Sub-MOA-Bereich möglich. Mit etwas mehr Anstrengung gelangen auch Streukreise von 20 mm und besser.
Geschossen wurde aufgelegt vom Sandsack mit einer XR-15 von Sabre Defense und einer T43 Match von MKE.
Zu beziehen ist die Munition über den Fachhandel.

1 Kommentar:

  1. Ich bin immer wieder erstaunt, wie genau Du die Fragen erfasst, über die ich wochenlang rumgegrübelt und geforscht habe. Die 55er ist aus dem "deutschen SIG 550 mit 10er Drall" auf 100 Meter aber besser - hieß wohl vorher DAG 55, wie ich diese Woche probierte. Ein Test auf 300 Meter zwischen beiden Sorten steht noch aus. Viele Grüße, Dieter

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.