Freitag, 12. Juni 2026

Standardübung (35): SMTP-2026

 

Der SMTP-2026 ist eine Standardübung für das Schießen mit Revolver und Pistole. Die Übung erfordert zehn Schuss und findet im Nahbereich von zehn bis drei Meter statt. Für jede Teilübung besteht ein Zeitlimit von drei Sekunden. Für jede Zeitübertretung gibt es zehn Strafpunkte


Ursprung
Die Übung entstammt dem Lehrprogramm der Schweizer Ausbildungseinrichtung SMTP (Société Militaire de Tir au Pistolet). Die jeweilige Zeitbegrenzung von drei Sekunden und der Anspruch immer die Zehn der 10er-Ringscheibe (Durchmesser 83 Millimeter) treffen zu müssen, machen den SMTP-2026 zu einer anspruchsvollen Fortgeschrittenenübung.

Ablauf
Der SMTP-2026 besteht aus fünf Teilübungen. Begonnen wird auf einer Entfernung von zehn Metern aus einer Bereitschaftsposition heraus. Diese Bereitschaftshaltung ist gemäß SMTP als „Kontaktposition“ definiert, was einem Low-Ready Anschlag entspricht. Der Schütze gibt zwei Schüsse ab, wofür ihm drei Sekunden Zeit bleiben.
Für Teilübung 2) verkürzt sich die Distanz auf sieben Meter. Ausgangsposition ist mit Waffe im Holster. Auf das Startsignal zieht der Schütze die Waffe und gibt zwei Schuss innerhalb von drei Sekunden ab.
Mit Teilübung 3) steigert sich der Anspruch. Die Distanz beträgt immer noch sieben Meter. Der Schütze steht in Bereitschaftsposition, hält die Waffe aber einhändig. Auf das Startsignal hat er zwei Schüsse ebenfalls einhändig abzugeben. (Wiederrum drei Sekunden Zeit)
Bei Teilübung 4) verkürzt sich die Entfernung auf fünf Meter. Der Schütze muss aus Bereitschaftsposition einhändig links einen Schuss abgeben (Drei Sekunden Zeit)
Bei Teilübung 5) beträgt die Entfernung zum Ziel noch drei Meter. Der Schütze muss aus dem Holster heraus innerhalb von drei Sekunden drei Schüsse abgeben.

Elemente
Der SMTP-2026 enthält typische Elemente des Pistole- (und Revolver-) Schießens, wie beispielsweise die schnelle Schussabgabe aus einer Bereitschaftsposition heraus sowie aus dem Holster, jeweils beidhändig und einhändig ausgeführt. Eine besondere Herausforderung dürfte Teilübung 4) mit einem Schuss schwache Seite aus fünf Meter Entfernung sein.

Auswertung
Die maximale Punktezahl beträgt 100. Jede Zeitüberschreitung schlägt mit zehn Strafpunkten zu Buche. Darüber hinaus werden die Ringe abgezogen, bei denen der Schütze nicht die Zehn der Ringscheibe getroffen hat. Die Klassifizierung ist:
95 Punkte und mehr: Ausgezeichnet
90 Punkte und mehr: Sehr gut
80 Punkte und mehr: Gut
70 Punkte und mehr: Befriedigend

Zielmedium
Das Zielmedium ist eine 10er-Ring Scheibe. Vorzugsweise die offizielle NRA B8 Zielscheibe, die auch für viele andere Standardübungen verwendet werden kann. Der schwarze Spiegel hat einen Gesamtdurchmesser von etwa 14 Zentimetern entspricht. Die Zehn hat etwa 83 Millimeter Durchmesser.

Fehler
Wie bei allen anderen Standardübungen auch, können Fehler typischerweise in zwei Bereichen auftreten: ein Nichttreffen oder eine Zeitüberschreitung. Können Grundfertigkeiten nicht unter Zeitdruck transportiert werden, sollte man in der Schießausbildung mindestens einen Schritt zurück gehen. Insbesondere das fehlerfreie Abkrümmen in einer knappen Vorgabezeit kann mit sinnvollem Trockentraining perfektioniert werden.

Schusszahl & Zeitansatz
Der Munitionsverbrauch pro Durchgang liegt bei zehn Schuss. Der Zeitansatz für einen Durchlauf inklusive Auswertung ist minimal und sollte fünf bis zehn Minuten nicht überschreiten.

Steigerungsmöglichkeit
Eine Steigerungsmöglichkeit ist nicht vorgesehen. Aber in einer Abwandlung, insbesondere beim Schießen auf Mannscheiben, kann die Trefferfläche auf „Kopfgröße“ erweitert werden. Was die Übung etwas leichter werden lässt.

Service
Der SMTP-2026 gehört zum Kursprogramm des dreitägigen Moduls Robust Pistole Management, das im Juli und im August in St. Pölten (Niederösterreich) durchgeführt wird.

Termine
https://0-500.de/page/Termine 

 Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 88




Dienstag, 9. Juni 2026

Buchempfehlung: Der Kult (Gunnar Kaiser)

 

Der Kult: Über die Viralität des Bösen
von Gunnar Kaiser

Softcover: 360 Seiten
Verlag: Rubikon (2022)
Format: 14 x 20 Zentimeter
ISBN: 978-3967890280
Preis: antiquarisch
Direktbestellung


Am neunten Juni wäre der Schriftsteller und Philosoph Gunnar Kaiser fünfzig Jahre alt geworden. Im Oktober 2023 verstarb er an einem Krebsleiden.


Für die einen war er ein Philosoph auf Abwegen, Rechtspopulist und Verschwörungstheoretiker, für die anderen ein großer Denker, Aufklärer und Freiheitskämpfer. Als kritischer Chronist der Coronapolitik stellte Kaiser schon früh die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Mit umfangreichen Publikationen, Interviews und Videobeiträgen avancierte er zum Star der freien Medien. Im Zuge seiner eigenen Erkrankung warf er überdies die Frage auf, ob und inwieweit ein freiheitsliebendes Individuum in einer zunehmend totalitär werdenden Gesellschaft gesund bleiben kann. Er legte sich selbst und seinen Lesern eine Kernfrage der Philosophie vor: Wie lassen sich persönliche Integrität und Gesundheit im Zuge einer Massenbildung bewahren?

In einem vielbeachteten 17-min-Video stellt Gunnar Kaiser zwölf Fragen an Harald Lesch (12 Fragen an Harald Lesch - Ein offener Brief von Gunnar Kaiser). In seiner unvergleichbar sachlichen und gleichsam ironischen Art thematisiert Gunnar Kaiser darin Thesen rund um den sogenannten Klimawandel. Das Kurzvideo ist auch heute noch, ca. sechs Jahre später, kurzweilig und sehr sehenswert.

12 Fragen an Harald Lesch - Ein offener Brief von Gunnar Kaiser


Sein Sachbuch „Der Kult. Über die Viralität des Bösen“ erreichte in der Woche nach Erscheinen Platz 2 auf der Spiegel-Bestsellerliste für Sachbücher.
Warum tun gute Menschen Böses? Weshalb werden so viele zu fügsamen Dienern des Unrechts? Und warum rebellieren sie nicht, wenn man ihnen die Freiheit nimmt? Antworten auf diese Fragen erhalten wir, wenn wir erkennen: Es geht tatsächlich ein Virus um ― ein verheerendes Virus des Geistes. Ein Virus, das die Menschen zu Anhängern eines Weltuntergangskultes macht, das sie in ängstliche Sklaven verwandelt und ihre Werte ins Lebensfeindliche verkehrt. Wie funktioniert dieser Kult und woher kommt er? Wer ist sein Gott, wer sind seine Priester? Nur wenn wir die Wirkweise dieses Kultes verstehen und uns philosophisch gegen ihn immunisieren, können wir uns ein Leben bewahren, für das es sich zu leben lohnt. Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage „Wie konnte all das bloß geschehen?“ nimmt Gunnar Kaiser seine Leser mit auf eine philosophische Reise ins Dickicht der Kultideologie, ins Innerste einer vergifteten Gesellschaft. 





Samstag, 6. Juni 2026

Ruger Precision Rifle in 300PRC (#10)

 

1.050 Meter mit Signaturverzerrer

Gesamtschusszahl: 400 + 60 = 460
Davon mit SD: 90


Den Hitzeüberzug mittels Fangschnur an der Waffe zu sichern,
ist eine gute Idee, wenn man das Cover nicht ständig
vor der Feuerline oder im Gelände suchen will


Der erste Auftritt der Ruger Precision Rifle mit Signaturverzerrer auf Langdistanzen. Die Waffe lieferte an zwei Tagen jeweils Erstschusstreffer über 590 Meter und 700 Meter. Störende Einflüsse des Schalldämpfers waren nicht zu beobachten


Wie hoch sind die Unterschiede der Anfangsgeschwindigkeiten zwischen „Schalldämpfer kalt“ und „Schalldämpfer warm“?, ist eine Frage, die in den nächsten Trainingssitzungen untersucht werden soll.
Hat der SD im Allgemeinen negative Einflüsse auf die Präzision?, ist eine weitere Frage.

Präzision?
Die Ruger war auch mit SD mehrfach in der Lage reproduzierbare Treffer auf allen Entfernungsbereichen anzubringen. Sie lieferte an zwei Tagen jeweils Erstschusstreffer über 590 Meter und 700 Meter. Sowie Mehrfachtreffer auf 940 Meter und 1.050 Meter.
Für den 1.050 Meter Treffer waren bei zwanzig Grad Lufttemperatur und 870 HPa Luftdruck +80 Höhenklicks erforderlich. Ein gut kalkulierbarer Seitenwind mit drei Meter pro Sekunde aus 3 Uhr erforderte eine Seitenkorrektur mit Seite +10

Anfangsgeschwindigkeit (kalt / warm)
Coldbore Shot mit SD: Hornady 225gr, ELD-Match (Hornady Nr. #82162):
847 m/s
849 m/s
848 m/s
850 m/s
853 m/s
Durchschnitt: 848 m/s (identisch zu Coldbore Shot ohne SD vom Test im Dezember 2025)

Anfangsgeschwindigkeit mit SD bei warm geschossener Waffe:
860 m/s
867 m/s
860 m/s
864 m/s
866 m/s
Durchschnitt: 864 m/s

Eine Vo-Differenz von 16 Meter pro Sekunde zwischen „kalt“ und „warm“ produziert auf 1.050 Meter eine (rechnerische) Höhenablage von etwa vierzig Zentimeter. Diese müsste (wiederum rein rechnerisch) mit vier Höhenklicks korrigiert werden.
Am Beispiel-Schuss über 1.050 Meter bedeutet das für die Anfangselemente eine Höhenkorrektur von +84 (statt +80).
Oder: Der Schütze verlagert seinen Haltepunkt auf einer 75 Zentimeter hohen Scheibe auf 12 Uhr und korrigiert auf diese Weise die vierzig Zentimeter Tiefschuss für den Systemzustand „Waffe und SD kalt“.

Plan C
Bei dieser Entfernung zum Ziel empfiehlt sich außerdem das Korrekturverfahren „Plan C“: Der Schütze gibt zwei Schüsse in schneller Folge ab, bevor der Beobachter die erste Schusskorrektur gibt. 

Fester Sitz & Mirage
Bei Signaturverzerrern mit Kupplungstyp Schraubgewinde, ist ein häufiger auftretendes Problem, dass sich der SD nach wenigen Schüssen von selbst lockert. Das wiederum zieht unkalkulierbare Treffpunktverlagerungen nach sich. Der INCA HOT 50Ti von FBT hingegen blieb während der gesamten Zeit fest auf dem Mündungsgewinde verschraubt.
Störende Einflüsse auf den Zielvorgang wegen der deutlichen Hitzeentwicklung (Mirage) durch den SD waren kaum zu beobachten. Das dringend notwendige Hitzecover leistet gute Arbeit. Empfehlenswert ist, den Hitzeüberzug mittels Fangschnur an der Waffe zu sichern.


Erstvorstellung 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2024/12/ruger-precision-rifle-in-300prc.html
Beschussversuch 300PRC vs. VPAM9 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2024/10/beschussversuch-300prc-vs-vpam9.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#04) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2024/12/ruger-precision-rifle-in-300prc_31.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#05) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2025/06/ruger-precision-rifle-in-300prc-05.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#06) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2025/09/ruger-precision-rifle-in-300prc-06.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#07) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2025/12/ruger-precision-rifle-in-300prc-07.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#08) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/05/ruger-precision-rifle-in-300prc-08.html

Ruger Precision Rifle in 300PRC (#09)
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/05/ruger-precision-rifle-in-300prc-09.html

Ruger Precision Rifle in 300PRC (#10)
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/06/ruger-precision-rifle-in-300prc-10.html

 

Mittwoch, 3. Juni 2026

Buchempfehlung: 100 Survival-Skills

 

100 Survival-Skills: ...oder wie man in der Natur und im urbanen Raum überlebt
von Oliver Lang

Softcover: 176 Seiten
Verlag: Wieland Verlag (Mai 2026)
Format: 19 x 24 Zentimeter
ISBN: 978-3948264345
Preis: 19,90 Euro
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Fachautor Oliver Lang ist seit zwanzig Jahren eine feste Größe im Themengebiet Survival. Mit der Neuerscheinung „100 Survival-Skills“ aus dem Wieland Verlag, Bad Aibling hat er auch keineswegs die Absicht, irgendetwas neu zu erfinden oder besonders reißerisch darzustellen. Ganz im Gegenteil: Das Buch konzentriert sich auf einhundert fundamentale Tipps, von denen einige bekannt sind. Von anderen hat man schon einmal gehört. Und je nach Vorkenntnissen zur Materie beherrscht man den einen oder anderen Tipp sogar.

Die größte Herausforderung für einen Fachautor ist, das Thema voraussetzungsfrei zu beschreiben, ohne dabei den fachkundigen Leser zu langweilen. Dieser Spagat wird von Oliver Lang sehr ordentlich vollzogen. Wobei auch das sehr gefällige Layout des Buches unterstützt.

In seinem Vorwort rückt Oliver gleich zu Beginn einige wichtige Punkte gerade: Leben ist immer lebensgefährlich. Aber wer vorbereitet ist, verschafft sich Handlungsspielraum und wird Fortuna auf seine Seite ziehen. „Survival“ ist ein diffuser Oberbegriff, zu dem jeder andere Bilder im Kopf hat. „Survival“ in der Natur abseits von Zivilisation erfordert mitunter andere Schwerpunkte, als „Survival“ in stadtähnlichen Strukturen.
Gleichwohl, unabhängig vom Szenario bleiben die Grundlagen identisch: Der Mensch braucht Sauerstoff, Wasser, Energie und einen funktionierenden Kreislauf. Er muss seine Körpertemperatur und persönliche Hygiene aufrechterhalten und sich vor Verletzungen schützen. Und ganz wichtig: Er muss die Orientierung behalten – physisch wie mental. Um in kritischen Situationen die Ruhe zu bewahren, sind Wissen und Fähigkeiten bedeutsamer, als Ausrüstung.

Das Buch strukturiert sich in zwei Teile: Outdoor- und Urban-Survival. Jeder Teil wiederum gliedert sich in die Bereiche Vorbereiten, Ausnahmezustand und Improvisieren.
Wer glaubt, über Survival alles zu wissen, geht einfach weiter. Wer sich sicher ist, Wissens- oder Fähigkeitslücken zu haben, kauft sich das Buch und wird in der Gesamtmenge von einhundert Tipps mit Sicherheit fündig. Und vielleicht ergibt sich im Sommerurlaub mit Familie oder Freunden die Gelegenheit, den einen oder anderen Tipp mal auszuprobieren.


Mehr dazu in „Waffenkultur“ Nr. 88