Dienstag, 13. Oktober 2026

Glock 20 Gen. 5 (10mm Auto): 1.000 Schuss später

 

Die 10mm Auto Glock 20 Gen. 5 hat die eintausend Schuss Grenze erreicht. Für die Trainingssitzung im Oktober 2026 erhielt sie, zumindest vorübergehend, zwei Modifikationen: Einen New York Trigger und schwarzes Klebeband vor der LPV-Linse

Maßstabsgerecht verkleinerte Silhouetten-Scheiben repräsentieren auf
fünf Meter eine Mannscheibe, die 30 Meter / 40 Meter oder 50 Meter
entfernt ist. Der Schütze hat innerhalb von zwei Sekunden
aus Bereitschaftsposition einen Treffer anzubringen


Die einfachsten Wahrheiten sind immer noch die Besten: Fünfzehn Patronen mit achthundert Joule das Stück. Eine terminalballistische Wirkung, die vom Beschussmedium Melone nur kleine Fetzen übrig lässt. Eine Griffstückgröße mit Abmessungen, die (Ja, zugegebenermaßen) eine Mindesthandgröße und im Schuss eine stabile Grifftechnik erfordern, aber immer noch zum täglichen und verdeckten Führen geeignet sind.
Das Ganze koaliert mit der für Glock Pistolen üblichen Zuverlässigkeit sowie der überragenden Präzision des Glock Marksman Barrels der Generation 5. Es spricht a priori also sehr wenig gegen die Nutzung der 10mm Auto Glock 20.

In der 10mm Auto Glock 20 wurde die Abzugsfeder (1)
durch einen New York Trigger (2) ersetzt. Damit 
ändert sich die Abzugscharakteristik bei etwa
drei Kilogramm Abzugswiderstand


Trainingsintensität: New York Trigger
Die Trainingsintensität zu steigern war der Grund, einen New York Trigger in die Glock 20 einzubauen. Das höhere Abzugsgewicht des New York Trigger soll beim Schützen eine zusätzliche Lernkurve in Motorik und Abzugskontrolle erzeugen. Diese Herangehensweise ist grundsätzlich erprobt. Beherrscht man eine Waffe mit schweren Abzug, beherrscht man auch alles andere.

Der schnelle Erstschusstreffer
Geübt wurde der schnelle Erstschusstreffer aus Bereitschaftsposition innerhalb von zwei Sekunden.
Genutzt wurde ein Zielmedium mit maßstabsgerecht verkleinerten Mannscheiben, die aus fünf Meter Entfernung den Distanzen dreißig, vierzig und fünfzig Meter entsprechen.
Von fünfzehn abgegebenen Schüssen waren zwei aufgrund von Abzugsfehlern nicht im Ziel. Der Anteil von Trockendurchgängen lag bei dieser Übung beim Ratio von etwa 5:1. Es wurde bei fünfzehn Schuss also mehr als siebzig Mal trocken abgeschlagen. Der Trainingseffekt dieser halben Stunde Trainingszeit war extrem hoch.

Die Linse des LPV wurde abgeklebt


Modifikation des LPV
Die Linse des Leuchtpunktvisiers wurde mit schwarzen Tape überklebt. Die Idee hinter dieser Maßnahme: Das rechte Auge sieht den „Leuchtpunkt“, das linke Auge sieht das Ziel, das Gehirn setzt beide Bilder zu einer Gesamtkomposition zusammen. Vorausgesetzt es ist eingeschaltet. Zugegebenermaßen funktionierte das nicht bei jedem Schuss.
Sarkastisch könnte man auch sagen, dass die Qualität der Linse des derzeit benutzten LPV in Sachen Lichtdurchlässigkeit und Brillanz so schlecht ist, dass der schwarze Klebestreifen gar nicht auffällt. Schlechter gemacht hat das Klebeband den Schützen jedenfalls nicht.
Von Leucht-„Punkt“ kann ebenfalls keine Rede sein. Was der Schütze wahrnimmt, erinnert bestenfalls an ein neongrün farbiges Wollknäuel, was seit mehreren Jahren das Lieblingsspielzeug mehrerer Hauskatzen ist.

Die Idee: Das rechte Auge sieht den „Leuchtpunkt“,
das linke Auge sieht das Ziel, das Gehirn setzt
beide Bilder zu einer Gesamtkomposition zusammen


Technische Daten
Modell
: Glock 20
Hersteller: Glock Ges.m.b.H., Österreich
Waffenart: Selbstladepistole
Kaliber: 10 mm Auto (10x25 Millimeter)
L x B x H: 193 x 33 x 139 mm
Lauflänge: 117 mm
Visierlinie: 175 mm
Abzugssystem: Glock Safe Action®
Abzugsgewicht: etwa 3 Kilogramm (New York Trigger)
Gewicht: 808 Gramm (mit Magazin, leer)
Mit Magazin, gefüllt: 1.150 Gramm
Magazinkapazität: 15


Erstvorstellung

350 Schuss später

Beschussversuch Melone

750 Schuss später

1.000 Schuss später



Samstag, 10. Oktober 2026

Akademie 0/500®: Neue Termine 2027

 

Die Termine bis September 2027 sind veröffentlicht:
https://0-500.org/page/Termine 



Die Liste wird in den kommenden Wochen noch ergänzt.
Einzeltermine für SL-Gewehr oder ZF1000-Vorbereitung sind tageweise auch kurzfristig möglich. Für Einzel- oder 2er-Gruppentraining bitte per eMail anfragen.


Aufgrund von Serverproblemen:
Bei Anmeldung bitte zusätzlich eine eMail schreiben an 0-500@gmx.net 


Freitag, 9. Oktober 2026

M8: Next Generation Squad Weapon (NGSW)

 

Ab Dezember 2026 werden erste US-Einheiten in Fort Bragg offiziell mit dem neuen Sturmgewehr M8 (6,8x51mm) ausgestattet. Das M8, welches bisher als Versuchsversion XM-8 bezeichnet wurde, ist eine Weiterentwicklung des XM-7 und basiert auf der SIG Sauer MCX Spear

Die weiterentwickelte M8-Version hat einen 11"-Lauf
Die Schließhilfe (Forward Assist) wurde weggelassen



Als vor etwa drei Jahren die ersten Testreihen im Rahmen des NGSW-Projekts (Next Generation Squad Weapon) begannen, wurden sehr schnell Verbesserungsvorschläge der Soldaten laut: „Zu lang, zu schwer…“. Das neue Sturmgewehr, welches das (seit über dreißig Jahren in Verwendung befindliche) M4 ablösen soll, war über ein Kilogramm schwerer, als die einsatzerprobte Colt-Variante im Kaliber 5,56x45mm.

Ebenso ist der Schaft nicht mehr zur rechten Seite klappbar,
er kann nur als Schubschaft verwendet werden



SIG Sauer reagierte und das XM-7 durchlief auf dem Weg zum M8 mehrere Verschlankungsiterationen ( 😊 ).
Der Lauf wurde von 13 Zoll auf elf Zoll verkürzt. Der Handschutz folgerichtig ebenso.
Das Obergehäuse wurde überarbeitet und leichter gemacht. Das M8 besitzt augenscheinlich keine Schließhilfe (Forward Assist) mehr.
Am Hinterschaft konnte ebenfalls etwas Gewicht reduziert werden, indem der Klappmechanismus entfernt wurde. Der Schaft ist beim M8 nur noch ein Schubschaft, wie vom M4 her bekannt.
Das M8 wird somit auch als Carbine-Variante des XM-7 bezeichnet. Es ist jetzt etwa neun Zentimeter kürzer und ein halbes Kilogramm leichter, als das XM-7. Und bewegt sich damit im Bereich des M4.

Die Vorgängertestversion XM-7 hatte einen
13"-Lauf und war deutlich schwerer



.277 Fury (6,8x51mm)
Einen neuen Weg beschreitet das U.S. Militär auch bei der Munition. Die neue Patrone 6,8x51mm, die am Zivilmarkt mit etwa vier U.S.-Dollar pro Schuss als .277 Fury verkauft werden soll, besitzt eine sog. Hybrid-Hülse. Der Hülsenkörper besteht weiterhin aus Messing, der Hülsenboden allerdings ist aus Stahl gefertigt. Diese Konstruktion erlaubt höhere Gasdrücke. Gemäß Herstellerangabe sind mit der Hybrid-Hülse 80.000 psi möglich, anstatt der 60.000 psi einer normalen Messinghülse.
Höhere Gasdrücke ermöglichen eine höhere Anfangsgeschwindigkeit und damit einhergehend auch mehr Geschossenergie ab der Mündung.

Hybrid-Hülse: Der Hülsenkörper besteht weiterhin aus
Messing, der Hülsenboden allerdings ist aus Stahl



6,8x51mm Ballistik
Genaue Messwerte zur Ballistik der 6,8x51mm-Patrone liegen noch nicht vor. Aber gemäß der Verlautbarungen in diversen Fachmedien produziert die 6,8x51mm fast doppelt so viel Mündungsenergie, wie die 5,56x45mm.
Im direkten Vergleich zur beliebten Long-Range-Patrone 6.5 Creedmoor kommt die 6,8x51mm immerhin noch mit gut zwanzig Prozent mehr Mündungsenergie aus dem Lauf.

Gemäß Herstellerangabe sind mit der Hybrid-Hülse 80.000 psi
möglich, mit einer normalen Messinghülse 60.000 psi



25-Schuss-Magazin
Für das XM-7 / M8 existierten bisher nur 20-Schuss-Magazine. Für die Soldaten, die bisher 30-Schuss-Magazine mit ihrem M4 gewohnt waren, war das ein Rückschritt in die Vietnamkriegs-Ära. Die derzeitige Standardbeladung beim M4 (Kaliber 5,56x45mm) sind sechs Reservemagazine, was sich zu einer Munitionsmenge von insgesamt 210 Schuss pro Soldat hochrechnet. „Mit den 20-Schuss-Magazinen reduziert sich die Gesamtmenge um siebzig Patronen. Was für einen Soldaten im Gefecht von großer Bedeutung ist.“, so Vertreter des U.S. Marine Corps.
SIG Sauer reagierte auch hier: Und wird 25-Schuss-Magazine für die 6,8x51mm-Patrone herstellen.



Mittwoch, 7. Oktober 2026

Buchempfehlung: Messerschmieden

 

Zwei Publikationen aus dem Wieland Verlag, Bad Aibling, befassen sich mit dem Thema „Messerschmieden“ auf Grundlagenniveau. Die beiden Bücher können als Einstieg in ein faszinierendes und zugleich kreatives Hobby sein. Nicht zuletzt auch inspiriert durch die omnipräsente Serie „Forged in Fire“ des History Channel


Schmieden für Einsteiger
von Daniel Johnson

Softcover: 192 Seiten, 370 Abbildungen
Verlag: Wieland Verlag (2024)
Format: 21 x 26 Zentimeter
ISBN: 978-3948264260
Preis: 29,90 Euro
Direktbestellung 



Das Schmieden ist eine archaische Kunst, die heute ein faszinierendes und kreatives Hobby sein kann. Aus einem Stück Stahl mit dem Schmiedehammer einen ästhetischen oder praktischen Gegenstand zu formen, ist immer wieder ein Erlebnis. Dieses Buch erklärt alles Wichtige zu Materialien, Ausrüstung, Werkzeugen und Schmiedetechniken.

Übersichtliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen führen durch die Herstellung von sieben Objekten, von einem einfachen Metallstempel bis hin zu Werkzeugen wie einer Flachzange und einem Gebrauchsmesser mit geschnitztem Ledergriff. So wird jeder Einsteiger in das Thema eingeführt und kann erste Projekte in Angriff nehmen, auch ganz ohne Vorkenntnisse und handwerkliche Erfahrungen.

Der Autor Daniel Johnson ist ein Kunstschmied, der in Süd-Norfolk, Großbritannien, ansässig ist. Er bietet regelmäßig Schmiedekurse anbietet.



Hobby Messermachen
von Wolfgang Peter-Michel

Softcover: 176 Seiten, 450 Abbildungen
Verlag: Wieland Verlag (2024)
Format: 16 x 23 Zentimeter
ISBN: 978-3948264277
Preis: 19,90 Euro
Direktbestellung   



Viele Messer-Enthusiasten tragen sich mit dem Gedanken, einen Eigen- oder Umbau zu probieren, schrecken jedoch immer wieder vor einem ersten Versuch zurück. Dabei erfordern einfache und anfängertaugliche Projekte keine hohen Investitionen in Werkstattausstattung oder Material. Und mit ein paar praxistauglichen Tipps ist alles auch gar nicht so schwer.
Dieses Buch will den Einstieg ins Messermachen erleichtern:
Mit einfachen Projekten, die nur wenige Werkzeuge oder Maschinen erfordern, führt es Anfänger an das schöne Hobby heran. Denn auch ohne Schmiedeesse, Bandschleifer oder Fräsmaschine lassen sich interessante und schöne Messer bauen, die ein ganzes Leben lang erfreuen können.

Das Buch richtet sich an Einsteiger und beschreibt in elf einfachen Projekten pfiffige Arbeits-techniken, den Eigenbau von nützlichen Hilfsmitteln und wie man auch als Laie tolle Messer bauen kann. Dazu verwenden wir Fertigklingen oder Messerbausätze, denen wir kreativ einen individuellen Touch verleihen. Frei nach dem Motto: „Einfach mal machen!"


Montag, 5. Oktober 2026

Langzeittest: Black Label M4 – Nr. 176

 

Wiedermontage LPV, Oktober 2026

Gesamtschusszahl: 20.230 + 20 = 20.250
Davon mit SD: 860
Neuer Lauf bei: 13.400
Neuer Abzug bei: 16.900

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0




Der letzte Ausritt des Black Label M4 ist schon einige Zeit her. Die Waffe wurde beim letzten Mal mit Kimme-Korn Visierung geschossen. In Vorbereitung auf einen Fortgeschrittenkurs, wobei das M4 als Leihwaffe dienen soll, wurde das OA Sharp Sight wieder aufgesetzt und eine Haltepunktüberprüfung durchgeführt.



Ohne Haltepunktverlagerung
Eine Neujustierung der Waffe war nicht erforderlich. Wird eine eingeschossene Optik beim Wiederaufsetzen wiederholgenau montiert, ist eine Haltepunktverlagerung ausgeschlossen.
Das erfordert allerdings eine methodische Herangehensweise bei der Erstmontage der Optik.
Der Picatinny-Slot, in den die Optik gesetzt wird, sollte gekennzeichnet sein. Somit kann bei der Wiedermontage der identische Slot genutzt werden.
Die Anschlagsrichtung im Slot sollte immer nach vorn sein. Und letztlich sollte die Montage immer mit demselben Anzugsmoment befestigt werden.



Eine ausführliche Beschreibung dieser Methode kann im Beitrag „Wiederholgenaue Montage einer Optik“ von 2021 nachgelesen werden.

Zur Haltepunktüberprüfung wurde die 25-m-Methode genutzt. Sowie ein Kontrolldurchgang auf fünfzig Meter, ob wirklich ein 50-m-Fleckschuss vorliegt.



Neue Munition & Anfangsgeschwindigkeit
Erstmalig wurde das Black Label M4 mit der (relativ) neuen SWISS P (ID-1) 3,6 Gramm (55 gr.) betrieben.
Die Patrone erzeugt aus dem 14,5“-Lauf des M4 eine durchschnittliche Anfangsgeschwindigkeit von 900 Meter pro Sekunde. Mit einer Standardabweichung von elf Meter pro Sekunde bei 14 erfassten Schüssen. Geringste Vo: 871 Meter pro Sekunde. Schnellste Vo: 916 Meter pro Sekunde.
Das entspricht etwa 1.450 Joule Mündungsenergie.