Das „CAR-15“ war der erste Versuch einer kurzen „Commando“-Version des M16. Durch die Verwendung bei US-amerikanischen Spezialeinheiten im Vietnamkrieg ab 1966 erreichte es schnell ikonenhaften Status
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| Oberland Arms bietet in einer Kleinserie eine Retro-Variante des XM177E1 an, die äußerlich kaum Unterschiede zum Original aufweist |
Was wir heute als „M4“ kennen, nahm seine Anfänge Mitte der 1960er Jahre als „CAR-15“.
1965 wurde die U.S. Army in Vietnam ziemlich abrupt mit einem neuen Gewehr ausgestattet, welches das bis dato verwendete M-14 (7,62x51 mm) ersetzen sollte.
Die US-Bodentruppen im Vietnamkrieg erhielten das XM16E1 (eXperiMental Rifle Number 16, Modification 1). Schon im Jahr 1965 wurden einhunderttausend Stück ausgeliefert. Im Folgejahr nochmals einhunderttausend Stück. Die Waffe sollte als „M16“ Militärgeschichte schreiben und die Ursprungsvariante für nahezu zahllose Versionen bis zum heutigen Tag werden.
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| Das CAR-15 Survival Rifle (Colt Nomenklatur Nr. 608) war einer der beiden ersten Versuche, die zum XM177 führen sollten (Beachte: Kein Forward Assist) |
Model 603
In der Colt Nomenklatur ist die XM16E1 als Model 603 verzeichnet. Typische Merkmale sind der trapezförmige Vorderschaft, ein relativ dünner 20“-Lauf, der Tragegriff mit integrierter Visiereinrichtung (ohne Möglichkeit der Höhenverstellung!) und der sog. „Forward Assist“ an der rechten Gehäuseseite, die Schließhilfe, welche die Waffe letztlich als Modifikation „E1“ charakterisiert.
Fußnote der Geschichte: Zeitgleich lieferte Colt M16-Gewehre an die U.S. Air Force, die keinen Forward Assist besaßen und folgerichtig auch nur als XM16 bezeichnet wurden, ohne den Zusatz E1. In der Colt Nomenklatur ist diese Air Force Version als Model 602 gelistet.
Going „Commando“
Die Idee, das Standard-Sturmgewehr in der Länge zu verkürzen, folgte schon 1965 auf den Fuß. Colt kürzte den Lauf auf 10 Zoll und gab der Waffe einen Teleskop-Schubschaft. Anfangs versuchte Colt diese Kurzversion als „Survival Rifle“ für Militärflugzeugbestzungen zu verkaufen. Die Nachfrage blieb aus. Das Produktionsvolumen wird auf insgesamt zehn Stück geschätzt.
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| XM177E1 |
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| XM177E1: Typisch ist auch der Tragegriff mit Visiereinrichtung nicht abnehmbar und ohne Möglichkeit der Höhenkorrektur. Diese Merkmale kamen erst mit der Modellvariante M16A2 gegen Ende der 1980er Jahre |
CAR-15
1966 stellte Colt das CAR-15 Weapon System vor. Mehrere Varianten wurden als „CAR-15 Commando Colt Submachine Gun“ insbesondere an Spezialeinheiten in Vietnam zum Feldtest ausgegeben. Der etwas sperrige Arbeitsbegriff führte schnell dazu, dass der Landser alles, was kürzer als ein M16 war, als „CAR-15“ bezeichnete. Bis heute hält sich diese Bezeichnung umgangssprachlich und ist keineswegs falsch.
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| Ab 1966 wurde vor allem die LRRP-Verbände des MACV-SOG in Vietnam mit dem XM177E1 ausgestattet |
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| Zwei MACV-SOG Angehörige mit dem XM177E2 (längerer Lauf) |
XM177E1 (Model 609)
Im Feldversuch stellte sich rasch heraus, dass der kurze 10“-Lauf extrem viel Mündungsknall und Mündungsfeuer erzeugte. Die Colt Ingenieure reagierten mit der Entwicklung des sog. „Moderator“. Diese 11 Zentimeter lange Mündungsbremse ist bis heute das markante Merkmal des XM177 und erfüllt mehrere Aufgaben: Er reduziert das Mündungsfeuer auf ein Normalmaß, wie es auch aus einem 18“- oder 20“-Lauf entsteht. Er reduziert den Mündungsknall ebenfalls auf Normalmaß und er verlängert den Lauf etwas, was zu einer störungsfreien Funktion beiträgt.
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| Uniformen in Tiger Stripe waren ein typisches Bekleidungsstück der MACV-SOG LRRP |
Mit der Bezeichnung XM177 (eXperiMental Rifle Number 177) wollte man die Waffe von der XM16 / M16 / M16A1 Linie entkoppeln. Konsequenterweise steht auch hier das „E1“ für den Forward Assist. An die U.S. Air Force lieferte Colt wiederum XM177 ohne Schließhilfe.
Das XM177E1 besitzt einen 10“-Lauf. Bei dieser Version reicht der Moderator bis unmittelbar an den A1-Kornträger heran.
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| 11,5“-Lauf und keine Schließhilfe: Bei dieser Waffe handelt es sich um ein GAU-5/A/A, wie es an die U.S. Air Force ausgegeben wurde (Colt Model 649) |
XM177E2 (Model 639)
Im Jahr 1967 brachte Colt eine Modifikation mit einem leicht verlängerten Lauf auf den Markt. Der 11,5“-Lauf ermöglichte die Montage eines Granatwerfers und machte die Waffe insbesondere bei Feuerstößen etwas zuverlässiger. Erkennungsmerkmal dieser Variante ist der Moderator, der nicht bis an den Kornträger heranreicht. Die U.S. Army bestellte über fünfhundert Stück für Angehörige der MACV-SOG (Military Assistance Command, Vietnam – Studies and Observations Group).
Die Air Force Ausführung besitzt wiederum keine Schließhilfe und ist als Model 649 gelistet. In Dienst gestellt wurde diese Waffe bei der Air Force mit der Bezeichnung GAU-5/A/A.
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| Direkter Größenvergleich: XM177, M16 mit einem XM-148 Granatwerfer sowie M16 |
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| Erst mit der Einführung des M16A2 erhielt die Schließhilfe einen runden Knopf. Bei allen XM16A1 und CAR-15 Modellen war sie tropfenförmig |
XM4
Es sollten noch etwa zwanzig Jahre vergehen, bis Colt eine M4 Variante anbot, wie wir sie heute in unseren Händen halten. Die Welt der Sturmgewehre hatte zu diesem Zeitpunkt schon die Weiterentwicklung des M16A1 hin zum M16A2 gesehen. Mit dem M16A2 kam auch der sog. A2-Receiver, der eine integrierte Höhenverstellung für weite Schüsse jenseits des durchgehenden Visierbereichs von dreihundert Meter hatte und in einer weiteren Variante, dem sog. A3-Flat-Top Receiver, mündete. Hier war der Visiertragegriff abnehmbar und konnte durch alternative (Leuchtpunkt-) Visiereinrichtungen ersetzt werden.
Die ersten M4 wurden Ende der 1980er Jahre vom U.S. Marine Corps bestellt und hatten einen 14,5“-Lauf mit dem typischen „Cut“, der die Montage des M203 Granatwerfers ermöglichte.
Mehr zum Thema in Waffenkultur Nr. 90 ab 30. September 2026











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