Dienstag, 10. März 2026

Oberland Arms: OA SHARP Sight II

 

Das Leuchtpunktvisier OA SHARP Sight bewährt sich drei Jahren im Alltagsgebrauch sehr ordentlich. Im Februar 2026 brachte Oberland Arms die Nachfolgeversion SHARP Sight II auf den Markt. In der Generation II ist das LPV noch einmal deutlich kleiner und leichter. Wir beginnen einen Langzeittest



SHARP Sight (1. Version)
Die Kaufentscheidung zugunsten des OA SHARP Sight vor drei Jahren hatte gute Gründe:
Das OA SHARP verfügt über ein sehr brillantes Absehen ohne die manchmal auftretenden „Ausfranzungen“.
Die sog. Shake & Awake Elektronik arbeitet vom Nutzer unbemerkt. Nach zwei Minuten Inaktivität schaltet sich das Absehen automatisch aus und wird nach einer Bewegung ohne Zeitverzögerung sofort wieder in Betrieb genommen. Im Praxistest passierte dieses automatische Wiedereinschalten auch bei der kleinsten Bewegung und im wahrsten Sinne ad hoc.
Die schlüssige Konzeptidee der Kompaktbauweise, die dennoch das Vorhandensein einer Klappkimme unter dem 3-fach Magnifier ermöglicht, ist ein weiteres Kaufargument.
Darüber hinaus vollzog sich der Langzeittest bisher ohne Defekte. Nicht zuletzt ist der Endkundenpreis von 399 Euro natürlich auch ein entscheidendes Kaufkriterium.

Im direkten Vergleich ist das SHARP II
noch einmal deutlich kleiner und wiegt
lediglich 64 Gramm


SHARP Sight II
Die Anschaffung des Nachfolgemodells ist da nur ein konsequenter Schritt.
Was zuerst auffällt, ist die Preisstabilität. Auch das SHARP II ist zum Ladenpreis von 399 Euro erhältlich.
Im direkten Vergleich ist das SHARP II noch einmal deutlich kleiner. Es besitzt allerdings ein relativ großes Fenster, dass die Erfassung des Leuchtabsehens einfach werden lässt. Das Absehen hat immer noch die selbe Brillanz, wie im SHARP 1. Version.
Das Absehen ist immer noch wechselbar zwischen: einem 2-MOA-Punkt einem Kreis und einem Kreis mit Punkt.

Oberland Arms empfiehlt ein
Anziehmoment von 2,5 Newtonmeter


Robustheit
Das LPV ist stoßfest und wasserdicht nach IP67. Die CR2032-Batterie hat nach Herstellerangabe eine Lebensdauer von 25.000 Stunden.

Kompatibilität
Wurde bereits ein OA SHARP Magnifier angeschafft, ist der in Verbindung mit der SHARP II Version weiterhin als Vergrößerungsvorsatz nutzbar.
Wichtige Information: Das SHARP II besitzt einen ACRO-Footprint und kann somit auf allen Aimpoint-kompatiblen Bodenplatten montiert werden.

Wurde bereits ein OA SHARP Magnifier angeschafft,
ist der in Verbindung mit der SHARP II Version
weiterhin als Vergrößerungsvorsatz nutzbar

Montage in drei Bauhöhen sind lieferbar:
Links „tactical high“,
Mitte „regular“ (Co-Witness AR-15),
Rechts „flat“ für Flinten


Montagen-Vielfalt
Oberland Arms bietet für die Nutzung des SHARP II auf einer Langwaffe derzeit Montagen mit drei verschiedenen Bauhöhen in drei verschiedenen Farben. Die gängigste Montage dürfte die mittlere Bauhöhe mit der Verkaufsbezeichnung „regular“ werden. Damit wird bei einem AR-15 der sog. Co-Witness mit der offenen Kimme-Korn-Visierung erzeugt.
Die Montagehöhe „flat“ hingegen bietet sich für die Verbauung auf Flinten oder Repetiergewehren an. 
Bauhöhe „tactical high“ ist etwas für Leute, die nicht wissen, was sie tun. Davon gibt es anscheinend immer mehr und Oberland befriedigt die Nachfrage.



Besonderheiten
Das Gewicht von lediglich 64 Gramm ist in diesem Marktsegment eine Besonderheit. Außerdem sind im Lieferumfang zwei sog. Opferlinsen und ein Wabenfilter enthalten.

Beim SHARP II lässt sich ein Wabenaufsatz
vorschalten. Dieser wird, wie auch die Opferlinse,
einfach aufgeschoben


Mehr dazu in „Die Waffenkultur“ Nr. 87 ab 30. März 2026

Service
Oberland Arms 


Freitag, 6. März 2026

Akademie 0/500®: Zusatztermine 2026

 

 

Am Freitag, 10. April findet in Bocholt ein zusätzlicher Pistole 1 (Halbtag) Kurs statt. Wir beginnen morgens um 8 Uhr und enden um 11 Uhr.
Pistole 1


Am selben Wochenende ist ebenfalls in Bocholt ein zusätzlicher Theorieblock für die Ausbilderschulung angesetzt. (Freitag, 10. April bis Sonntag, 12. April)
Ausbilderschulung


Am Samstag, 2. Mai ist in Tschechien ein weiterer Kurs Flinte 1 angesetzt. 
Dieser Tag könnte aber auch als Möglichkeit für ein Privattraining / Kleingruppentraining im individuellem Programm genutzt werden.

Terminliste & Anmeldung
https://0-500.org/page/Termine 


Mittwoch, 25. Februar 2026

Helikon-Tex®: Das Warden Winter Shirt

 

Mit dem Wetter zu diskutieren ist sinnlos. Regen ist nass, Wind ist kalt. Wer draußen unterwegs ist, muss Wetterzustände ertragen können. Dabei immer hilfreich ist natürlich geeignete Oberbekleidung. In Teil 3 zur Helikon Herbst-Winter-Kollektion beleuchten wir mit dem Warden Winter Shirt eine weitere Wärmeschichten, die sich sowohl darüber als auch darunter tragen lässt

Das Helikon Warden Winter Shirt als Außenschicht
in Farbgebung Slate Crimson Plaid. Ebenfalls
im Bild der Chest Pack Numbat von Helikon

Bei kälteren Außentemperaturen kann eine Bekleidungsaußenschicht zur wärmenden Zwischenschicht werden. Das ist nicht neu. Helikon-Tex bietet aber mit ihrer Herbst-Winter-Kollektion neue Oberteile an, die eine Detailbetrachtung verdienen. Das Warden Winter Shirt ist weit mehr, als ein x-beliebiges Low-Budget Holzfällerhemd.

Warden Winter Shirt
Was man innovativ selbst aus einem schnöden Holzfällerhemd noch rausholen kann, zeigt Helikon-Tex mit dem Warden Shirt. Anderenorts gehen „Flanellhemden“ schon mal für sagenhaft günstige dreißig Euro über den Ladentisch. Dann sind sie aber eben auch nur sagenhaft günstige Flanellhemden.
Weshalb das Helikon Warden-Hemd in der Preisregion über einhundert Euro anzutreffen ist, erkennt man beim Tragen sehr schnell. Erstklassig verarbeitet und mit einer Idee dem Nutzer gegenüber.



Schichtenidee
Gemäß der Idee Zwischenschicht ist gleich Außenschicht, besitzt das Warden-Shirt ausreichend Taschen, um alle „Immer-dabei-Utensilien“ verstauen zu können. Frontseitig sind das zwei Schub- und zwei Brusttaschen plus eine Napoleontasche, die ihren praktischen Nutzen immer dann zeigt, wenn sie ein Smartphone zugriffsbereit aufnimmt. Innenseitig sind zwei Mesh-Fächer mit Zipper-Verschluss integriert. Gern genutzt für das Verstauen von Handschuhen.
Der Schulterbereich ist mit einem abriebfesten Polyester-Material versehen. Das Innenfutter besitzt eine Grammatur von 60 Gramm pro Quadratmeter. Und entspricht damit exakt den beliebten leichten Isolationsjacken. Ist dem Träger das nicht genug Isolation, wird das Warden Shirt zur Zwischenschicht, indem bspw. eine Yukon oder Level-7 Winterjacke darüber gezogen wird.

Hätte Napoleon ein Smartphone gehabt, hätte er es
in seine Napoleontasche gesteckt. Auch das Warden
hat innenseitig die Mesh-Fächer, bspw. für Handschuhe


Druckknöpfe
Das Warden Shirt wird über Druckknöpfe verschlossen; nicht per Reißverschluss. Die Ärmelenden lassen sich per Klett enger stellen.

Farbvarianten
Es sind drei Farbvarianten Moorland Plaid (Erdfarben-kariert), Forrest Blue (hellblau) und Crimson Rot wie oben. 

Die beiden Farbvarianten
Forrest Blue (hellblau)

und  Moorland Plaid
(Erdfarben-kariert)


Fazit
Das Warden Winter Shirt und die Patriot PRO sind zwei innovative, erstklassig verarbeitete Isolationsjacken. Tragbar sowohl als Außenhaut oder auch als Zwischenschicht für mehr Wärmerückhalt..

Mehr dazu in „Die Waffenkultur“ Nr. 86



Montag, 23. Februar 2026

Helikon-Tex®: Patriot PRO Fleece

 

Mit dem Wetter zu diskutieren ist sinnlos. Regen ist nass, Wind ist kalt. Wer draußen unterwegs ist, muss Wetterzustände ertragen können. Dabei immer hilfreich ist natürlich geeignete Oberbekleidung. In Teil 2 zur Helikon Herbst-Winter-Kollektion beleuchten wir mit der Patriot PRO eine Wärmeschichten, die sich sowohl darüber als auch darunter tragen lässt

Die Außenseite der Patriot PRO
erinnert an eine Softshell
(Foto: Helikon-Tex)

Bei kälteren Außentemperaturen kann eine Bekleidungsaußenschicht zur wärmenden Zwischenschicht werden. Das ist nicht neu. Helikon-Tex bietet aber mit ihrer Herbst-Winter-Kollektion neue Oberteile an, die eine Detailbetrachtung verdienen. Die Fleecejacke Patriot PRO ist leichter, wärmer und robuster als das Vorgängermodell.

Das Material ist extrem elastisch und
macht jede Bewegung mit (Foto: Helikon-Tex)

Patriot PRO Fleece
STORMFLEECE™ ist das Stichwort und das Material, aus dem die Patriot PRO besteht. Stormfleece kombiniert die Vorteile aus zwei Welten: Nämlich, die einer klassischen Fleecejacke mit denen einer Softshell-Jacke. Innenseitig findet der Nutzer eine weiche Grid-Fleece-Schicht, die im Vergleich zur dicke der Fleece-Schicht sehr viel Wärmerückhalt aufbaut. Außenseitig ist das Gewebe Softshell-ähnlich glatt, was die windabweisende Wirkung erhöht. Ein Effekt, der nicht nur marketingmäßig dahergeredet wird, sondern auch real spürbar ist. Außerdem erhöht sich aufgrund der Außenschicht auch die Abriebfestigkeit und Robustheit des Kleidungsteils.

Shadow Grey ist neben Schwarz und Coyote ein weiterer
Farbton. Die innenseitigen Fächer aus Mesh haben
reichlich Stauraum (Foto: Helikon-Tex)


Schnitt
Die Patriot PRO ist körperbetont-athletisch geschnitten. Das Stormfleece-Material bringt außergewöhnliche Stretch-Eigenschaften mit sich, wodurch die Jacke in der Bewegungsfreiheit nicht einschränkt. Die Ärmel sind lang genug, um auch langgliedrigen Personen genügend Material „an die Hand“ zu geben.
Ein Detail, das auch schon bei der Yukon Winterjacke aufgefallen ist: Die Reißverschlüsse wurden weiterentwickelt. Die Zipper sind leichtgängig und hakeln nicht. Was auch daran liegen mag, das Helikon bewusst auf das „Qualitätsmerkmal“ von „wasser- und winddichten“ Reißverschlüssen verzichtet.

Taschen und Farben
Derer hat die Patriot PRO fünf. Eine Napoleontasche, zwei Schubtaschen vorn und zwei Mesh-Fächer innen. An beiden Ärmeln befinden sich Laser-Cut Flauschklett. Die Jacke ist in den vier typischen Farben Schwarz, Coyote, Grau und Taiga-Grün erhältlich. Der Ladenpreis liegt bei 119 Euro. Und wenn man schon fünf Fleecejacken im Schrank hat? Dann sollt die Patriot PRO Fleecejacke Nummer sechs werden.

Mehr dazu in „Die Waffenkultur“ Nr. 86

 

 

Dienstag, 10. Februar 2026

Standardübung (34): Minnesota-Drill

 

Der Minnesota-Drill ist eine Kurzwaffen-Übung und fokussiert auf einhändiges Schießen unmittelbar nach dem Ziehvorgang. Gleichzeitig beinhaltet der Drill eine leichte Seitwärtsbewegung des Schützen sowie eine Zeitbegrenzung. Der Ursprung der Übung ist unklar


Ursprung
Der Ursprung der Übung ist unklar. Da aber einhändiges Ziehen und Schießen mit Pistole bzw. Revolver eine weit verbreitete Grundübung ist und in zahlreichen Ausbildungskonzepten als Standard behandelt wird, ist nicht ausgeschlossen, dass der Minnesota-Drill anderenorts in ähnlicher Ausführung unter anderem Name angewandt wird.

Ablauf
Die Entfernung zum Ziel beträgt drei Meter. Das Zielmedium ist eine 10er-Ring Scheibe oder optional der obere Bereich einer CSAT-Scheibe.
Der Schütze startet stehend zum Ziel ausgerichtet; Waffe geholstert. Nach Startsignal und dem Ziehvorgang gibt er einhändig zwei Schuss ab. Er vollzieht eine leichte Seitwärtsbewegung von einem Schritt und gibt den dritten Schuss ab. Das Zeitlimit beträgt vier Sekunden. Die Vorgabe ist, alle Schüsse innerhalb der Trefferzone (schwarzen Spiegel) zu halten. Zu erweiterten Übungszwecken kann die Übungen dreimal hintereinander durchgeführt werden.

Elemente
Der Minnesota-Drill erfordert den schnellen ersten Schuss einhändig ausgeführt. Gefolgt von Folgeschuss Nummer zwei und drei. Ein wichtiges schießtechnisches Element wird somit das schnelle „In-Anschlag-Gehen“ einhändig. Um ausreichend Stabilität zu erlangen, ist es wichtig, dass der Schütze den Schussarm in die volle Streckung bringt. Ein zusätzliches Verriegeln des Schultergelenks kann dabei die Stabilität erhöhen. Die Bewegung „Strecken und Verriegeln“ sollte regelmäßig in die Ausbildung integriert werden.
Die Seitwärtsbewegung zwischen Schuss zwei und drei ist weniger ein schießtechnisches Element, als vielmehr ein Taktisches. Sich selbst aus der Feuerlinie herauszubewegen oder der Eigenbewegung des Gegners auszuweichen, ist grundsätzlich sinnvoll.
Nicht zuletzt ist das Umsetzen der Grundfertigkeiten Kornfokus und Abzugskontrolle wesentlich.

Zielmedium
Das Zielmedium ist eine 10er-Ring Scheibe. Vorzugsweise die offizielle NRA B8 Zielscheibe, die auch für viele andere Standardübungen verwendet werden kann. Der schwarze Spiegel hat einen Durchmesser von 5,54 Zoll, was etwa 14 Zentimetern entspricht.
Jedes andere, vergleichbare Zielmedium, mit einem etwa fünfzehn Zentimeter großen Durchmesser erfüllt ebenso den Zweck

Fehler
Wie bei allen anderen Standardübungen auch, können Fehler typischerweise in zwei Bereichen auftreten: ein Nichttreffen oder Zeitüberschreitung. Auch beim einhändigen Schießen muss der Abzug betätigt werden, ohne dabei die Waffe zu bewegen. Ein Abzugsfehler zeigt sich gravierender, wenn die Unterstützung durch die zweite Hand und eine stabile beidhändige Grifftechnik fehlt. Der gestreckte Arm und die verriegelte Schulter können hier das stabile, schießtechnische Vehikel sein und dem Transport der Grundfertigkeiten förderlich sein.

Schusszahl & Zeitansatz
Der Munitionsverbrauch pro Durchgang liegt bei lediglich drei Schuss; bzw. drei mal drei Schuss, wenn der Minnesota-Drill als Dreierpack durchgeführt wird. Der Zeitansatz für einen Durchlauf inklusive Auswertung ist minimal. Werden drei Durchgänge in Folge absolviert, sollte mit einer Minute Gesamtzeit kalkuliert werden.

Service
Übung gehört zum Portfolio des Robust Pistol Management (RPM)

Termine
https://0-500.de/page/Termine 



Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 86


Samstag, 7. Februar 2026

Glock 43X FBT (9x19)

 

Die Geschichte der Glock 43 reicht bis ins Jahr 2014 zurück, als der österreichische Pistolenhersteller seine erste echte Taschenpistole auf den Markt brachte. Damals als .380-Auto-Variante unter der Nummer Glock 42. Wie die Entwicklung verlief und was nach zwölf Jahren aus einer Glock 43 werden kann, zeigt dieser Artikel



Im Glock-Universum entspricht das Modell Glock 43X einer Subcompact-Ausführung mit einreihigem 10-Schuss-Magazin im Kaliber 9mm Luger.
Als vor zwölf Jahren (in 2014) die erste wirkliche subkompakte Glock auf den Markt kam, trug die Waffe die Modellbezeichnung Glock 42 und war eingerichtet für das Kaliber .380 Auto. Glock hatte damit eine echte Taschenpistole auf den Markt gebracht. Die eigentliche Besonderheit der Glock 42 war aber die Tatsache, dass sie die erste Vertreterin, der erst im Jahr 2017 herausgebrachten Generation 5 des österreichischen Pistolenherstellers war. Die Glock 42 hatte schon im Jahr 2014 den Gen.5-typischen Abzug und ihr fehlten die Merkmale des sog. „1st Pin“ sowie die Fingerrillen am Griffstück.

Glock 42 im Kaliber .380 Auto

Die Glock 42 hatte schon im Jahr 2014 keinen
„1st Pin“ mehr sowie keine Fingerrillen

Der Abzug war 2014 auch schon Gen.5-typisch



Glock 43
Etwa zwei Jahre später wurde mit der Glock 43 eine 9x19 Variante der Glock 42 herausgebracht. Nachteilig bei beiden Pistolenmodellen war die verhältnismäßig geringe Magazinkapazität von lediglich sechs Patronen. Erst als Glock die „Crossover-Initiative“ startete, erhielt die Glock 43 im Juli 2019 den Zusatz “X“ und damit einhergehend ein 10-Schuss-Magazin. Die Griffstücklänge entspricht seither der, einer Glock 19, allerdings eben nur „Slim“ - also einreihig.

Glock 43X der Firma
Fine Ballistic Tools (FBT)

Die Waffe besitzt umfangreiche Modifikationen
an Griffstück und Verschluss


Glock 43X COA
Einen weiteren Entwicklungsschritt erreicht das Modell Glock 43X COA, welches seit Januar 2025 angeboten wird. Die Abkürzung COA steht dabei für Configuration Added und folgt dem Trend der Leuchtpunktvisier-vorbereiteten Pistolen. Bei dieser Kooperationsentwicklung zwischen Glock und Aimpoint handelt es sich um eine so genannte A-CUT Schnittstelle, die einzig zur Aufnahme des Aimpoint COA® Rotpunktvisier bestimmt ist.


Im Lauf sind zwei Kompensator-Bohrungen


A-CUT Besonderheit
Die Besonderheit: Das LPV wird hier nicht wie bei normalen MOS-vorbereiteten Pistolen geschraubt, sondern geklemmt.
Das Aimpoint COA® erreicht Formschluss durch die korrespondierende Fräsung im Verschluss der Glock und Kraftschluss durch das Verschrauben der Kimme.

Der Glock 43 Verschluss ist skelettiert


Unterm Strich bietet diese Konstruktion zwei gravierende Vorteile. Ein unbeabsichtigtes Lösen der Schraubverbindungen, wie es bei MOS-Schnittstellen regelmäßig vorkommt, ist ausgeschlossen. Und zweitens: Der Schütze hat einen Co-Witness, bzw. korrekt formuliert einen 1/3 Co-Witness. Er sieht im unteren Drittel seines LPV Kimme und Korn und könnte damit bei einem (unwahrscheinlichen) Ausfall des Aimpoint weiterhin präzise Treffer mittels der offenen Visierung ins Ziel bringen. Das Aimpoint COA® ist dabei nur unwesentlich breiter als die Slim-Glock.

Das Aimpoint COA® wird über eine
A-CUT Schnittstelle geklemmt…

…und über die Verschraubung der Kimme
kraftschlüssig fixiert (Foto: Aimpoint)


Aimpoint COA®
Auf den ersten Blick erinnert das COA® an das Aimpoint ACRO®; hat jedoch einige entscheidende Millimeter geringere Außenmaße und wiegt lediglich 48 Gramm. Die Rotpunktgröße beträgt 3,5 MOA. Das COA ist nicht-vergrößernd aber in drei Stufen nachtsichtkompatibel. Die Stromquelle ist eine CR2032 Zelle, welche nach Herstellerangabe 50.000 Stunden Betriebsdauer leistet.
Im Rahmen der SHOT Show 2026 verlautbarte der schwedische RedDot Pionier, dass ab sofort auch andere Pistolenhersteller ihre Waffen mit der A-CUT Technologie ausstatten können. Aimpoint habe dazu mit etwa dreißig Unternehmen Verträge unterzeichnet. Gleichzeitig betont Aimpoint, dass das COA-LPV ausschließlich für die Nutzung auf Pistolen vorgesehen ist und nicht für Gewehre oder andere Waffenarten.

Verschraubte Kimme. Das COA® ist nur
unwesentlich breiter, als die Slim-Glock

Großer Vorteil: Die A-CUT Technologie
erlaubt weiterhin das Nutzen der
Offenen Visierung (1/3 Co-Witness)


FBT & Verex Tactical
Die Firma Fine Ballistic Tools (FBT) aus Österreich hat sich spezialisiert auf Carbon-Schäfte und Titan-Schalldämpfer. Und ist mit diesem Portfolio in den letzten Jahren zu einem einflussreichen und umsatzstarken Marktteilnehmer avanciert.
Die Überarbeitung der hier vorgestellten Glock 43X erfolgte durch die Tuningsparte von FBT unter dem Markenname Verex Tactical. Verex Tactical war bis vor einigen Jahren ein eigenständiges Unternehmen, bis es durch FBT aufgekauft wurde. Die Kernkompetenzen von Verex Tactical sind:
Slide Cuts (Skelettierung), Cerakote / PVD / DLC Beschichtungen bis hin zu 24-Karat-Vergoldungen, LPV Ausfräsungen, Laser Gravuren mittels hochenergetischen Laser, der auch kreative und kunstvolle Reliefs ermöglicht sowie Griffstückbearbeitungen.
FBT hat bei Glock einen eigenen Seriennummernkreis, was durchaus ein Zeichen für die Marktpositionierung von FBT darstellt.

Glock 43X FBT
Die Überarbeitung und Skelettierung des 43X-Verschlusses ist auf den Bildern ansehnlich zu erkennen. Der Lauf verfügt über zwei Kompensator-Bohrungen, die im Verschluss korrespondieren.
Im Verex-online-Konfigurator sind über zwanzig Varianten der Griffstückbearbeitung aufrufbar. Der Kunde kann hier individuell Laser-Stippling, Undercut-Modifikationen und Daumenauflagen wählen.

Fazit
Die Slim Glock 43X kann eine echte Alternative sein, wenn es um das verdeckte Führen geht. Aber auch für den Jäger, der als Fangschusswaffe keine ausgewachsene Gebrauchs- oder Dienstpistole mit zweireihigem Magazin mit sich rumschleppen will. Für beide Anwendungen sollte die Magazinkapazität von zehn Patronen ausreichend sein. Will man etwas individuell Exklusives oder eine Standard-Glock aufgrund persönlicher Erfahrung (und Kompetenz) in Details optimieren, empfiehlt sich ein Blick auf die FBT-Verex Seite.

Service
Bezug in Deutschland über die Firma schreiterer.com 
https://www.verex-tactical.com

Erstvorstellung Glock 42 in 2014



Freitag, 30. Januar 2026

Die Waffenkultur – Ausgabe 86 (Januar/Februar 2026)

 

Ausgabe 86 (Januar/Februar 2026)


Die Januar/Februar Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Slim & exklusiv: Glock 43X FBT
SHOT 2026: Barrett MRAD® Covert 
SHOT 2026: Ruger 
SHOT 2026: Mossberg 
SHOT 2026: Takedown Lever Action
Standardübung (34): Der Minnesota-Drill
Ausbildung & Taktik: Pistole 1 (halbtags)
Helikon-Tex: Patriot PRO und Winter Warden Shirt
Kalenderblatt: 35 Jahre Bravo Two Zero
Buchvorstellungen: Bravo Two Zero

http://waffenkultur.com 

Donnerstag, 29. Januar 2026

SHOT Show 2026: Takedown Lever Action

 

Ein nicht zu übersehender SHOT-Show-Trend waren (neben Schalldämpfern) auch sog. Take-Down Gewehre. Langwaffen, die sich durch Zerlegen in ihrer Gesamtlänge halbieren lassen. Dieser Beitrag stellt zwei Lever Action Gewehre vor: Die Savage Revel DLX und die Big Horn Armory Model 89

(Foto: Big Horn Armory)


Von Arne Mühlenkamp, Fotos: Hertseller


Es gibt Waffenarten, die werden immer ihre Käuferschicht behalten. Im US-amerikanischen Kulturkreis dürften das neben der Pistole Modell 1911 vor allem die Unterhebelrepetierer, also Lever Action Gewehre sein. Bahnbrechende Innovationen erwartet der typische Kundenkreis dabei eher nicht. Dennoch versucht die Branche durch Extras zusätzliche Kaufanreize zu schaffen. Sei es eine „Tactical Lever Gun“ à la Chris Costa oder eine allgemein höherer Verarbeitungsqualität.
Mindestens zwei Hersteller, nämlich Big Horn Armory aus Wyoming und Savage bieten zerlegbare Modelle an.

Im Kaliber .500 S&W Magnum könnte der 3-Kammer-Kompensator
ein sinnvolles Extra sein (Foto: Big Horn Armory)


Idee & Nutzen
Die Idee ist bei allen Take-Down Gewehren identisch: Man versucht die Gesamtlänge der Waffe signifikant zu reduzieren, indem der Lauf vom Rest (meist Schaft und Systemkasten) getrennt wird. Das Packmaß reduziert sich unter Umständen auf die Hälfte.
Der daraus entstehende Nutzen ist in Bezug auf eine Lever Gun zumindest fraglich. Darf man in den USA eine Lever Gun besitzen, darf man sie in den allermeisten Fällen vermutlich auch mit sich herumtragen. Und vermutlich passiert das wiederrum (in den allermeisten Fällen) in den dünn besiedelten Regionen des Westens oder Mittleren Westens, wo kaum jemand ohne seine Lever Gun außer Haus geht. Weshalb also daheim eine Lever Gun zerlegen und verpacken, sie in die Wildnis tragen, um sie dort wieder auszupacken und zusammenzusetzen? 

Das Zerlege-Prinzip geht auf ein Patent von
John Moses Browning zurück
(Foto: Big Horn Armory)


Big Horn Armory
Big Horn Armory, ansässig in Wyoming, versteht sich nicht nur als Hersteller von qualitativ hochwertig verarbeiteten Gewehren, sondern hat auch den Anspruch, das jeweils leistungsstärkste Kaliber in der Waffe zu verwenden. „GO BIG OR GO HOME!“, ist der Firmenslogan.

(Foto: Big Horn Armory)


Model 89
Im Big Horn Armory Model 89 wird das leistungsstarke Kaliber .500 S&W Magnum (12,7 x 41mmSR) verbaut. Ursprünglich als Revolverpatronen konstruiert, erreicht das 300-gr-Geschoss aus einem 16“-Gewehrlauf deutlich über viertausend Joule Mündungsenergie. Es ist sogar eine Hornady-Laborierung mit einem 500-gr-XTP-Projektil erhältlich.
Zwei weitere Kaliberoptionen wären die 500 Linebaugh (13 x 35mmR) und die 475 Linebaugh.
In der Grundausführung kostet die Waffe 2.999 US-Dollar. Mit frei wählbaren Material-, Verarbeitungs- und Lauflängen-Optionen ist es problemlos möglich, den Kaufpreis um weitere eintausend Dollar zu erhöhen.

(Foto: Big Horn Armory)


Model 89 Take Down
Das Model 89 Take Down beginnt preislich bei 3.799 US-Dollar. Nach Herstellerangaben geht das Zerlege-Prinzip auf das John Moses Browining Patent Nr. 781765 aus dem Jahre 1905 zurück.
Die Waffe ist in den Lauflängen 16“ und 18“ lieferbar. In Anbetracht der über viertausend Joule Mündungsenergie könnte der 3-Kammer-Kompensator ein sinnvolles Extra sein.

Die Savage Revel DLX lässt sich Schalldämpfer
und Optiken nachrüsten (Foto: Hersteller)


Savage Revel DLX
Am anderen Ende des Spektrums rangiert die Savage Revel DLX. Und zwar sowohl preislich aber vor allem kalibermäßig. Die Revel DLX ist eingerichtet für die beliebten Kleinkalibergruppen .22lfB (Magazinkapazität zwölf Patronen) sowie .22 WMR und .17 HMR (Magazinkapazität jeweils neun Patronen). Die Lauflänge beträgt in allen Kalibervarianten 18“. Der empfohlene Verkaufspreis liegt zwischen 630 und 660 US-Dollar.

Das Zerlege-Prinzip erinnert in gewisser Weise
erinnert das an einen AR-15 typischen Zerlegevorgang
(Foto: Hersteller)


Zerlegen der Revel
Das Zerlege-Prinzip unterscheidet sich vom John Moses Browning Patent und dem, was Big Horn Armory umsetzt. Das Kleinkalibergewehr wird zerlegt, indem Obergehäuse vom Untergehäuse getrennt wird, nachdem zwei Haltebolzen entfernt wurden. In gewisser Weise erinnert das an einen AR-15 typischen Zerlegevorgang. 

Nach dem Zerlegen verbleibt eine Einzelbauteillänge
von 47 bzw. 55 Zentimetern (Foto: Hersteller)


Ausstattung
Die Revel DLX kommt mit einem Wallnuss-Schaft und besitzt eine offene Kimme-Korn-Visierung. Das Mündungsgewinde 1/2"x28 könnte einen Schalldämpfer aufnehmen.
Der Systemkasten ist für die Aufnahme einer Picatinnyschiene vorbereitet, auf die Zielfernrohr oder LPV montiert werden können.

Länge und Gewicht
Die Gesamtlänge der Revel liegt bei etwa 93 Zentimeter. Nach dem Zerlegen verbleibt eine Einzelbauteillänge von 47 bzw. 55 Zentimetern. Das Gewicht beträgt ohne Anbauteile, wie Schalldämpfer oder Optik etwa 2,8 Kilogramm.

Verfügbarkeit
Da die Savage Revel DLX keine Neuheit der SHOT 2026 ist, ist sie mittlerweile auch im deutschen Handel verfügbar. Der Verkaufspreis liegt bei etwa 800 Euro.


Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 86 ab 30. Januar

Mittwoch, 28. Januar 2026

SHOT Show 2026: Mossberg 590RM Chisel

 

Nach dem Vorjahreserfolg der Mossberg 590RM Mag-Fed bringt der US-amerikanische Flintenhersteller eine Sondervariante auf den Markt: Die 590RM Chisel. Die Waffe dürfte aufgrund ihrer Außenwirkung ein absolutes Highlight der SHOT 2026 darstellen. Zumindest für Freunde der Kategorie „Kaliber 12“

Mossberg 590RM Chisel mit 11.5”-Lauf
und 10-Schuss-Kastenmagazin

Alle Fotos: Mossberg

Im letzten Jahr präsentierte der legendäre US-amerikanische Flintengigant Mossberg eine gründlich überarbeitete Modellreihe von Magazin-unterstützten Repetierflinten mit der Bezeichnung „RM“. Wobei das „R“ für „Rotary Safety Selector“ steht und das „M“ für „magazine-fed“.
Die 590RM-Serie besitzt eine mit dem Daumen zu bedienende Flügelsicherung, wie sie von AR-15 Gewehren her bekannt ist. Die AR-15 ähnliche Sicherung führt in logischer Konsequenz zu einem AR-15 Griffstück an der Waffe sowie zu einem M4-Schiebeschaft und einer Picatinny-Schiene auf dem Systemgehäuse, welcher zur Aufnahme von AR-typischen Visiereinrichtungen geeignet ist. 

Das Magazin rastet im „Kalaschnikow-Style“ ein


„Der Meisel“
Zur diesjährigen SHOT präsentiert Mossberg eine modifizierte und gekürzte Variante der 590RM mit der Bezeichnung „Chisel“. Augenscheinlich ist vor allem der kurze Lauf mit lediglich 11,5“, welcher übrigens für das Mossberg Accu-Choke System vorbereitet ist. Ab Werk kommt die Chisel mit einem Zylinder-Choke. Der Lauf verfügt des Weiteren über ein Perlkorn.
Wegen der geringen Lauflänge besitzt der Repetierschaft einen kleinen Handstopp.
Der Systemkasten ist neben der standardmäßigen Picatinnyschiene zusätzlich noch mit einer direkten Schnittstelle für ein Leuchtpunktvisier (LPV) ausgestattet.

Der Schaft ist nach links abklappbar und
reduziert die Waffenlänge auf etwa 50 Zentimeter


Klappschaft
Neu ist auch das Schaftsystem. Der Schaft ist weiterhin längenverstellbar, lässt sich aber zur linken Waffenseite anklappen. Wodurch sich die Gesamtlänge der 590RM Chisel von 77 Zentimeter auf etwa 50 Zentimeter reduziert. Die Mossberg kann auch mit angeklappten Schaft abgefeuert werden.
Das Gewicht ungeladen liegt bei etwa 3,4 Kilogramm.

Das Magazin nimmt nur Ladungen
des Kalibers 12/70 auf


Nur 12/70
Aus den Magazin-unterstützten Repetierflinten können nur Ladungen des Kalibers 12/70 verschossen werden. Der Verschuss von längeren Kartuschen (12/76 etc.) ist nicht möglich. Ob die Nutzung kürzerer Schrotkartuschen (12/60 oder 12/65 etc.) störungsfrei möglich ist, ist nicht bekannt.
Die Magazinkapazität der zweireihigen Magazine beträgt standardmäßig zehn Patronen. Dem Vernehmen nach bereitet Mossberg derzeit aber auch 20-Patronen-Magazine vor.



Class 3
Die 590RM Chisel ist in den USA als „Class 3 Firearm“ eingestuft. Das heißt, sie ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung zu bekommen. der Verkaufspreis liegt bei stolzen 1.435 US-Dollar

990 SPX MagPul mit 5+1 Röhrenmagazin


990 SPX MagPul
Auch die im letzten Jahr präsentierte Selbstladeflinten-Serie 940 Pro Tactical erhielt ein Update. Die Weiterentwicklung 990 SPX MagPul wird ausgeliefert mit MagPul Anbauteilen. In der Class-3-Version verkürzt sich die Lauflänge auf 37 Zentimeter und damit die Gesamtlänge auf 84 Zentimeter. Das Röhrenmagazin fasst noch 5+1 Kartuschen im Kaliber 12/76. (2 Patronen weniger, als in der Normalausführung)
Die 990 SPX ist LPV-vorbereitet. Die Standardschnittstelle ist ein Shield RMSc Footprint. Im Lieferumfang enthalten sind Adapterplatten für RMR®, Docter™, and Leupold® Footprints. Ab Werk besitzt die 990 eine Metall-Ghost-Ring Visierung. Schaft und Handschutz haben mehrere M-Lok und QD-Schnittstellen zur Anbringung von Trageriemen oder Anbauteilen. Der Vorderschaft kommt mit einem integrierten Hitzeschild. Der Verkaufspreis liegt bei 1.300 US-Dollar.


Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 86 ab 30. Januar