Freitag, 16. Oktober 2026

Oberland Arms: OA-15 XM177 (5,56x45 mm)

 

Oberland Arms bietet in einer Kleinserie eine Retro-Variante des ikonenhaften XM177E1 an, die äußerlich kaum Unterschiede zum Original aufweist. Wir haben ein OA-15 XM177 angeschafft und führen es in einen weiteren Langzeittest. Bei den ersten Trainingssitzungen bestach die Oldschool-OA durch ihr geringes Gewicht und den Flair des Ungewöhnlichen




Die Geschichte eines kurzen M16 Sturmgewehrs nahm seinen Anfang Mitte der 1960er Jahre und es sollten knapp 25 Jahre vergehen, bis daraus die Waffe entstanden war, die wir heute als modernes „M4“ kennen. Einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung hin zum M4 hatte wieder einmal das U.S. Marine Corps. Die U.S. Marines waren schon Mitte der 1980er Jahre maßgeblich an der Modifikation des M16A1 beteiligt. Woraus schließlich das M16A2 hervorging.

Die Weiterentwicklung M16A2 wurde vor allem durch
Vorschläge aus dem U.S. Marine Corps beeinflusst


Das M4
Wodurch sich das M4 von seinen Vorgängervarianten unterschied, waren Picatinny-Rails, die als Schnittstelle zum Anbau anderer Visiereinrichtungen, Zielhilfen oder diverser Vordergriffe dienen konnten. Die Option, etwas zusätzlich an sein Gewehr zu basteln, wird heutzutage gemeinhin als Vorteil verstanden. Egal, ob das Anbauteil gebraucht wird oder ob es sinnvoll ist oder nicht. Der Platz ist vorhanden, also muss da etwas hingeschraubt werden. So, wie der Fuchsschwanz am Manta.
Die meisten Anwender unterschätzen dabei ihre gegebenen Fähigkeiten, auch ohne zusätzliche Anbauteile einen präziser Treffer anbringen zu können.

Der fest verbaute Tragegriff deutet auf die A1-Baureihe hin.
Die integrierte Visiereinrichtung ist nur in der Seitenkorrektur
verstellbar. An originalen A1-Upper Receivern gibt es allerdings
keinen „Brass Deflector“ (Hülsenabweiser). Die Kombination von
fester Tragegriff und Hülsenabweiser war nur üblich bei einer
Export-Variante, die bei Colt unter der Modell-Nr. 733 lief


Der Purist
Hält man das OA-15 XM177 in den Händen, fällt zuerst auf, dass es nicht eine Picatinny Schiene gibt. Auf den zweiten Blick werden dann auch kleine Unterschiede zum Ur-Vater der MACV-SOG Einheiten im Vietnam der 1960er deutlich.

Das originale XM177E1 hatte am Lower Receiver nur eine
Verstärkungsrippe parallel unter dem Hülsenauswurf verlaufend.
Die Verstärkungsrippen um den Magazinauslöser herum waren erst
mit dem Upgrade zur A2-Version in den 1980er Jahren serienmäßig



Upper Receiver
Das Obergehäuse besitzt die typische A1-Visiereinrichtung, die nicht abnehmbar ist und in die auch keine Möglichkeit der Höhenverstellung integriert ist. Die Waffe verfügt über den „Forward Assist“, dürfte aber keinen „Brass Deflector“ haben. Derartige Upper Receiver gab es lediglich beim Model 733 als Export-Variante. Die Suche nach einer Original-Schließhilfe mit einem tropfenförmigen anstatt einem runden Knopf kann zu einer Aufgabe für den geneigten Sammler werden.

Verdeutlicht den Unterschied: Links im Bild das Black Label M4
mit dem sog. Flat-Top Receiver. Die Visiereinrichtung ist abnehmbar
und besitzt die typische Rändelschraube zur Höhenkorrektur, wie sie
von den U.S. Marines in den 1980er Jahren gefordert wurde, um auch
Ziele außerhalb des durchgehenden Visierbereichs bekämpfen zu können.
Rechts das A1-Visier eines XM16, bzw. M16A1 bzw. XM177


A1 / A2 / A3?
Upper Receiver lassen sich anhand der Baureihen A1 bzw. A2 oder A3 relativ leicht klassifizieren. A1 bedeutet fest mit dem Obergehäuse verbunden. Die Visiereinrichtung besitzt keine Rändelschraube zur Höhenkorrektur.
A2: Die Visiereinrichtung ist immer noch fest mit dem Obergehäuse verbunden. Allerdings ist hier die Möglichkeit der Höhenkorrektur vorhanden. Diese Stellschraube wird aber keineswegs zum Einjustieren der Waffe genutzt. Es war vielmehr eine Forderung der U.S. Marines, um auch Ziele außerhalb des durchgehenden Visierbereichs von dreihundert Metern bekämpfen zu können.
Diese sog. A2-Visiereinrichtung war eines der wesentlichen Merkmale des Upgrade vom M16A1 zum M16A2.
A3: In der Modellreihe A3 spricht man auch vom Flat-Top Receiver. Die Visiereinrichtung / Tragegriff ist abnehmbar. Was wiederum zu einem typischen Merkmal der M4-Sturmgewehre werden sollte. Auf dem Obergehäuse befindet sich eine Picatinny-Schiene, die jede Art von Visiereinrichtung aufnehmen kann.

Nur Modelle mit dem Zusatz E1 hatten überhaupt
einen „Forward Assist“ (Schließhilfe) und
dieser war tropfenförmig

Runde Schließhilfen kamen ebenfalls
erst mit dem Upgrade zum M16A2


Lower Receiver
Die ersten XM177 hatten nur eine Verstärkungsrippe am Lower Receiver parallel unter dem Hülsenauswurf verlaufend. Diese Untergehäuse waren typisch für die ersten Produktionschargen des XM16 und wurden auch als „Slabside Mag Well“ bezeichnet. Die Verstärkungsrippen um den Magazinauslöser herum, wie sie das OA-15 XM177 aufweist, waren erst bei späteren Produktionslosen bzw. letztlich mit dem Upgrade zur A2-Version in den 1980er Jahren serienmäßig.

Der längenverstellbare Schubschaft ist original CAR-15 und kennt
nur zwei Positionen: Ganz rein oder ganz raus. Die Ursprungsidee
der CAR-15 Modelle war, die Waffenlänge maximal zu verkürzen.
Und nicht, wie heute üblich, über einen 6-Positionen Schubschaft,
die Waffe an die Körperkonfiguration des Schützen anpassen zu können


Schubschaft
Der Schubschaft am Oberland XM177 dürfte, ebenso wie das Griffstück, ein Originalbauteil sein. Der Schaft rastet nur in zwei Positionen ein: Ganz ausgezogen oder ganz eingeschoben. M4-typische Zwischenrastungen gibt es nicht.

An der Universalhalterung UH-1C (C für Coyote)
ist bei der Testwaffe ein längenverstellbarer
2-Punkt-Riemen von Blue Force Gear angebracht


Kornträger
Der Kornträger verfügt über ein Bajonett-Lug. Gemäß Colt Nomenklatur hatten die Kornträger erst ab dem Export Modell 723 serienmäßig eine Bajonettaufnahme. Zeitgenössische Fotos zeigen jedoch auch hier Ausnahmen; ähnlich wie im Fall der Verstärkungslippen am Magazinschacht.

Der elf Zentimeter lange „Moderator“ sollte mit der Einführung
in den 1960er Jahren vor allem den extrem lauten Mündungsknall
der kurzen 10“-Läufe reduzieren. Er wurde zu einem offensichtlichen
Erkennungsmerkmal aller XM177. Bei der OA-15 Kleinserie ist er
fest mit dem Lauf verbaut


Kurzer Lauf
Das CAR-15 war der erste Versuch, das Stoner Gassystem mit einem zehn Zoll kurzen Lauf zu betreiben. Glaubt man zeitgenössischer Literatur, reduzierte sich die Anfangsgeschwindigkeit des Projektils um mindestens zehn Prozent. Unverbranntes Treibladungspulver erzeugte signifikantes Mündungsfeuer. Ein weiterer Nebeneffekt war, dass unverbranntes Pulver über die Gasabnahme ins Gasrohr gedrückt wurde, sich dort festsetzte und zu Funktionsstörungen führte. Begünstigt wurde dieser Effekt in der Vietnamkriegsära durch Munition mit korrosiven Treibladungspulver und durch klimatische Bedingungen, die allen Schusswaffe zusetzte.
Infolgedessen kam es zu der landläufigen Meinung, M16 Gewehre seien per se unzuverlässig in der Funktion und 10“-Läufe seien zu kurz für die Funktionssicherheit des Stoner Systems.

Auf dem Schießstand
Das OA-15 XM177 absolvierte bisher zwei störungsfreie Trainingssitzungen mit über einhundert Schuss gesamt. Im direkten Vergleich zu einem sog. Rifle-length Gassystem, spürt der Anwender die schnellere Rücklaufgeschwindigkeit des Verschlusses aufgrund des kurzen Gassystems der zehn Zoll Variante.
Die Lochkimme kann M16-typisch geklappt werden. Mit Einführung der A2-Visiereinrichtung konnte zwischen zwei unterschiedlich großen Diopter-Löchern gewählt werden. Die große Diopter-Öffnung wurde für den Nahbereich von Null bis zweihundert Meter genutzt. Die kleine Diopter-Öffnung für Ziele jenseits der zweihundert Meter.
Bei der A1-Visierung, wie sie das XM177 besitzt, waren beide Diopter-Löcher noch gleich groß. Das hintere Diopter-Loch allerding sitzt etwas höher, hebt damit die Treffpunktlage etwas an könnte daher für weitere Schüsse genutzt werden.

Peep: Lochkimme und A2-Korn reichen völlig aus, um einen
präzisen Treffer bis zweihundert anbringen zu können.
Heutzutage unterschätzen Anwender grundsätzlich ihre
gegebenen Fähigkeit dazu, auch weil diese Fähigkeiten
nie trainiert werden



Was ich nicht habe, brauche ich auch nicht
Der Schütze hat gar keine andere Wahl, als sich mit der offenen Visierung von Lochkimme und M16-Korn anzufreunden. 
Die Visiereinrichtung kann nicht getauscht werden. Um dennoch einen hohen Präzisionsanspruch zu erreichen, gewinnen schießtechnische Elemente, wie ein wiederholgenauer Anschlag und vor allem eine reproduzierbare Kopfposition große Bedeutung. So gesehen gerät ein XM177 zu einem großartigen Trainingsgerät. Wer mit einem Oldschool XM177 trifft, trifft auch mit jedem anderen Gewehr.
Die Standardübung des 2-Promille-Drill (Zehn Meter, zehn Schuss, stehend freihändig) konnte fehlerfrei absolviert werden.
Bei der Rifleman-Übung über fünfundzwanzig Meter scheiterte der Schütze am altersschwachen Auge.
Die Fabriklaborierung der GECO Target 63 Grain verließ den 10,5 Zoll Lauf mit durchschnittlich 795 Metern pro Sekunde.
Außerdem ist die Waffe mit ihren 2,8 Kilogramm ein Leichtgewicht, dass einen ganzen Tag lang am Trageriemen führen lässt. Und nicht zuletzt hat die XM177 natürlich den Retro-Charme, für den man mitunter gern mal etwas mehr Geld investiert.

Das Griffstück ist ein Originalteil der M16A1 Baureihe.
Der runde Vorderschaft hat einen geringeren Durchmesser
als die M4-Schäfte, wie sie bspw. an den Black Label Gewehren
von Oberland verbaut wurden


Technische Daten
Waffe: OA-15 XM177
Hersteller: Oberland Arms
Kaliber: .223 Remington (5,56x45 mm)
Länge: 74 bis 82 Zentimeter
Gewicht ohne Patronen: 2,8 Kilogramm
Lauflänge: 10,5“ (27 Zentimeter)
Visierlänge: 37 Zentimeter
Magazinkapazität: alle gängigen AR-15 Magazine
Preis: 3.100 Euro

Mehr dazu in Waffenkultur Nr. 90


Dienstag, 13. Oktober 2026

Glock 20 Gen. 5 (10mm Auto): 1.000 Schuss später

 

Die 10mm Auto Glock 20 Gen. 5 hat die eintausend Schuss Grenze erreicht. Für die Trainingssitzung im Oktober 2026 erhielt sie, zumindest vorübergehend, zwei Modifikationen: Einen New York Trigger und schwarzes Klebeband vor der LPV-Linse

Maßstabsgerecht verkleinerte Silhouetten-Scheiben repräsentieren auf
fünf Meter eine Mannscheibe, die 30 Meter / 40 Meter oder 50 Meter
entfernt ist. Der Schütze hat innerhalb von zwei Sekunden
aus Bereitschaftsposition einen Treffer anzubringen


Die einfachsten Wahrheiten sind immer noch die Besten: Fünfzehn Patronen mit achthundert Joule das Stück. Eine terminalballistische Wirkung, die vom Beschussmedium Melone nur kleine Fetzen übrig lässt. Eine Griffstückgröße mit Abmessungen, die (Ja, zugegebenermaßen) eine Mindesthandgröße und im Schuss eine stabile Grifftechnik erfordern, aber immer noch zum täglichen und verdeckten Führen geeignet sind.
Das Ganze koaliert mit der für Glock Pistolen üblichen Zuverlässigkeit sowie der überragenden Präzision des Glock Marksman Barrels der Generation 5. Es spricht a priori also sehr wenig gegen die Nutzung der 10mm Auto Glock 20.

In der 10mm Auto Glock 20 wurde die Abzugsfeder (1)
durch einen New York Trigger (2) ersetzt. Damit 
ändert sich die Abzugscharakteristik bei etwa
drei Kilogramm Abzugswiderstand


Trainingsintensität: New York Trigger
Die Trainingsintensität zu steigern war der Grund, einen New York Trigger in die Glock 20 einzubauen. Das höhere Abzugsgewicht des New York Trigger soll beim Schützen eine zusätzliche Lernkurve in Motorik und Abzugskontrolle erzeugen. Diese Herangehensweise ist grundsätzlich erprobt. Beherrscht man eine Waffe mit schweren Abzug, beherrscht man auch alles andere.

Der schnelle Erstschusstreffer
Geübt wurde der schnelle Erstschusstreffer aus Bereitschaftsposition innerhalb von zwei Sekunden.
Genutzt wurde ein Zielmedium mit maßstabsgerecht verkleinerten Mannscheiben, die aus fünf Meter Entfernung den Distanzen dreißig, vierzig und fünfzig Meter entsprechen.
Von fünfzehn abgegebenen Schüssen waren zwei aufgrund von Abzugsfehlern nicht im Ziel. Der Anteil von Trockendurchgängen lag bei dieser Übung beim Ratio von etwa 5:1. Es wurde bei fünfzehn Schuss also mehr als siebzig Mal trocken abgeschlagen. Der Trainingseffekt dieser halben Stunde Trainingszeit war extrem hoch.

Die Linse des LPV wurde abgeklebt


Modifikation des LPV
Die Linse des Leuchtpunktvisiers wurde mit schwarzen Tape überklebt. Die Idee hinter dieser Maßnahme: Das rechte Auge sieht den „Leuchtpunkt“, das linke Auge sieht das Ziel, das Gehirn setzt beide Bilder zu einer Gesamtkomposition zusammen. Vorausgesetzt es ist eingeschaltet. Zugegebenermaßen funktionierte das nicht bei jedem Schuss.
Sarkastisch könnte man auch sagen, dass die Qualität der Linse des derzeit benutzten LPV in Sachen Lichtdurchlässigkeit und Brillanz so schlecht ist, dass der schwarze Klebestreifen gar nicht auffällt. Schlechter gemacht hat das Klebeband den Schützen jedenfalls nicht.
Von Leucht-„Punkt“ kann ebenfalls keine Rede sein. Was der Schütze wahrnimmt, erinnert bestenfalls an ein neongrün farbiges Wollknäuel, was seit mehreren Jahren das Lieblingsspielzeug mehrerer Hauskatzen ist.

Die Idee: Das rechte Auge sieht den „Leuchtpunkt“,
das linke Auge sieht das Ziel, das Gehirn setzt
beide Bilder zu einer Gesamtkomposition zusammen


Technische Daten
Modell
: Glock 20
Hersteller: Glock Ges.m.b.H., Österreich
Waffenart: Selbstladepistole
Kaliber: 10 mm Auto (10x25 Millimeter)
L x B x H: 193 x 33 x 139 mm
Lauflänge: 117 mm
Visierlinie: 175 mm
Abzugssystem: Glock Safe Action®
Abzugsgewicht: etwa 3 Kilogramm (New York Trigger)
Gewicht: 808 Gramm (mit Magazin, leer)
Mit Magazin, gefüllt: 1.150 Gramm
Magazinkapazität: 15


Erstvorstellung

350 Schuss später

Beschussversuch Melone

750 Schuss später

1.000 Schuss später



Samstag, 10. Oktober 2026

Akademie 0/500®: Neue Termine 2027

 

Die Termine bis September 2027 sind veröffentlicht:
https://0-500.org/page/Termine 



Die Liste wird in den kommenden Wochen noch ergänzt.
Einzeltermine für SL-Gewehr oder ZF1000-Vorbereitung sind tageweise auch kurzfristig möglich. Für Einzel- oder 2er-Gruppentraining bitte per eMail anfragen.


Aufgrund von Serverproblemen:
Bei Anmeldung bitte zusätzlich eine eMail schreiben an 0-500@gmx.net 


Freitag, 9. Oktober 2026

M8: Next Generation Squad Weapon (NGSW)

 

Ab Dezember 2026 werden erste US-Einheiten in Fort Bragg offiziell mit dem neuen Sturmgewehr M8 (6,8x51mm) ausgestattet. Das M8, welches bisher als Versuchsversion XM-8 bezeichnet wurde, ist eine Weiterentwicklung des XM-7 und basiert auf der SIG Sauer MCX Spear

Die weiterentwickelte M8-Version hat einen 11"-Lauf
Die Schließhilfe (Forward Assist) wurde weggelassen



Als vor etwa drei Jahren die ersten Testreihen im Rahmen des NGSW-Projekts (Next Generation Squad Weapon) begannen, wurden sehr schnell Verbesserungsvorschläge der Soldaten laut: „Zu lang, zu schwer…“. Das neue Sturmgewehr, welches das (seit über dreißig Jahren in Verwendung befindliche) M4 ablösen soll, war über ein Kilogramm schwerer, als die einsatzerprobte Colt-Variante im Kaliber 5,56x45mm.

Ebenso ist der Schaft nicht mehr zur rechten Seite klappbar,
er kann nur als Schubschaft verwendet werden



SIG Sauer reagierte und das XM-7 durchlief auf dem Weg zum M8 mehrere Verschlankungsiterationen ( 😊 ).
Der Lauf wurde von 13 Zoll auf elf Zoll verkürzt. Der Handschutz folgerichtig ebenso.
Das Obergehäuse wurde überarbeitet und leichter gemacht. Das M8 besitzt augenscheinlich keine Schließhilfe (Forward Assist) mehr.
Am Hinterschaft konnte ebenfalls etwas Gewicht reduziert werden, indem der Klappmechanismus entfernt wurde. Der Schaft ist beim M8 nur noch ein Schubschaft, wie vom M4 her bekannt.
Das M8 wird somit auch als Carbine-Variante des XM-7 bezeichnet. Es ist jetzt etwa neun Zentimeter kürzer und ein halbes Kilogramm leichter, als das XM-7. Und bewegt sich damit im Bereich des M4.

Die Vorgängertestversion XM-7 hatte einen
13"-Lauf und war deutlich schwerer



.277 Fury (6,8x51mm)
Einen neuen Weg beschreitet das U.S. Militär auch bei der Munition. Die neue Patrone 6,8x51mm, die am Zivilmarkt mit etwa vier U.S.-Dollar pro Schuss als .277 Fury verkauft werden soll, besitzt eine sog. Hybrid-Hülse. Der Hülsenkörper besteht weiterhin aus Messing, der Hülsenboden allerdings ist aus Stahl gefertigt. Diese Konstruktion erlaubt höhere Gasdrücke. Gemäß Herstellerangabe sind mit der Hybrid-Hülse 80.000 psi möglich, anstatt der 60.000 psi einer normalen Messinghülse.
Höhere Gasdrücke ermöglichen eine höhere Anfangsgeschwindigkeit und damit einhergehend auch mehr Geschossenergie ab der Mündung.

Hybrid-Hülse: Der Hülsenkörper besteht weiterhin aus
Messing, der Hülsenboden allerdings ist aus Stahl



6,8x51mm Ballistik
Genaue Messwerte zur Ballistik der 6,8x51mm-Patrone liegen noch nicht vor. Aber gemäß der Verlautbarungen in diversen Fachmedien produziert die 6,8x51mm fast doppelt so viel Mündungsenergie, wie die 5,56x45mm.
Im direkten Vergleich zur beliebten Long-Range-Patrone 6.5 Creedmoor kommt die 6,8x51mm immerhin noch mit gut zwanzig Prozent mehr Mündungsenergie aus dem Lauf.

Gemäß Herstellerangabe sind mit der Hybrid-Hülse 80.000 psi
möglich, mit einer normalen Messinghülse 60.000 psi



25-Schuss-Magazin
Für das XM-7 / M8 existierten bisher nur 20-Schuss-Magazine. Für die Soldaten, die bisher 30-Schuss-Magazine mit ihrem M4 gewohnt waren, war das ein Rückschritt in die Vietnamkriegs-Ära. Die derzeitige Standardbeladung beim M4 (Kaliber 5,56x45mm) sind sechs Reservemagazine, was sich zu einer Munitionsmenge von insgesamt 210 Schuss pro Soldat hochrechnet. „Mit den 20-Schuss-Magazinen reduziert sich die Gesamtmenge um siebzig Patronen. Was für einen Soldaten im Gefecht von großer Bedeutung ist.“, so Vertreter des U.S. Marine Corps.
SIG Sauer reagierte auch hier: Und wird 25-Schuss-Magazine für die 6,8x51mm-Patrone herstellen.



Mittwoch, 7. Oktober 2026

Buchempfehlung: Messerschmieden

 

Zwei Publikationen aus dem Wieland Verlag, Bad Aibling, befassen sich mit dem Thema „Messerschmieden“ auf Grundlagenniveau. Die beiden Bücher können als Einstieg in ein faszinierendes und zugleich kreatives Hobby sein. Nicht zuletzt auch inspiriert durch die omnipräsente Serie „Forged in Fire“ des History Channel


Schmieden für Einsteiger
von Daniel Johnson

Softcover: 192 Seiten, 370 Abbildungen
Verlag: Wieland Verlag (2024)
Format: 21 x 26 Zentimeter
ISBN: 978-3948264260
Preis: 29,90 Euro
Direktbestellung 



Das Schmieden ist eine archaische Kunst, die heute ein faszinierendes und kreatives Hobby sein kann. Aus einem Stück Stahl mit dem Schmiedehammer einen ästhetischen oder praktischen Gegenstand zu formen, ist immer wieder ein Erlebnis. Dieses Buch erklärt alles Wichtige zu Materialien, Ausrüstung, Werkzeugen und Schmiedetechniken.

Übersichtliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen führen durch die Herstellung von sieben Objekten, von einem einfachen Metallstempel bis hin zu Werkzeugen wie einer Flachzange und einem Gebrauchsmesser mit geschnitztem Ledergriff. So wird jeder Einsteiger in das Thema eingeführt und kann erste Projekte in Angriff nehmen, auch ganz ohne Vorkenntnisse und handwerkliche Erfahrungen.

Der Autor Daniel Johnson ist ein Kunstschmied, der in Süd-Norfolk, Großbritannien, ansässig ist. Er bietet regelmäßig Schmiedekurse anbietet.



Hobby Messermachen
von Wolfgang Peter-Michel

Softcover: 176 Seiten, 450 Abbildungen
Verlag: Wieland Verlag (2024)
Format: 16 x 23 Zentimeter
ISBN: 978-3948264277
Preis: 19,90 Euro
Direktbestellung   



Viele Messer-Enthusiasten tragen sich mit dem Gedanken, einen Eigen- oder Umbau zu probieren, schrecken jedoch immer wieder vor einem ersten Versuch zurück. Dabei erfordern einfache und anfängertaugliche Projekte keine hohen Investitionen in Werkstattausstattung oder Material. Und mit ein paar praxistauglichen Tipps ist alles auch gar nicht so schwer.
Dieses Buch will den Einstieg ins Messermachen erleichtern:
Mit einfachen Projekten, die nur wenige Werkzeuge oder Maschinen erfordern, führt es Anfänger an das schöne Hobby heran. Denn auch ohne Schmiedeesse, Bandschleifer oder Fräsmaschine lassen sich interessante und schöne Messer bauen, die ein ganzes Leben lang erfreuen können.

Das Buch richtet sich an Einsteiger und beschreibt in elf einfachen Projekten pfiffige Arbeits-techniken, den Eigenbau von nützlichen Hilfsmitteln und wie man auch als Laie tolle Messer bauen kann. Dazu verwenden wir Fertigklingen oder Messerbausätze, denen wir kreativ einen individuellen Touch verleihen. Frei nach dem Motto: „Einfach mal machen!"


Montag, 5. Oktober 2026

Langzeittest: Black Label M4 – Nr. 176

 

Wiedermontage LPV, Oktober 2026

Gesamtschusszahl: 20.230 + 20 = 20.250
Davon mit SD: 860
Neuer Lauf bei: 13.400
Neuer Abzug bei: 16.900

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0




Der letzte Ausritt des Black Label M4 ist schon einige Zeit her. Die Waffe wurde beim letzten Mal mit Kimme-Korn Visierung geschossen. In Vorbereitung auf einen Fortgeschrittenkurs, wobei das M4 als Leihwaffe dienen soll, wurde das OA Sharp Sight wieder aufgesetzt und eine Haltepunktüberprüfung durchgeführt.



Ohne Haltepunktverlagerung
Eine Neujustierung der Waffe war nicht erforderlich. Wird eine eingeschossene Optik beim Wiederaufsetzen wiederholgenau montiert, ist eine Haltepunktverlagerung ausgeschlossen.
Das erfordert allerdings eine methodische Herangehensweise bei der Erstmontage der Optik.
Der Picatinny-Slot, in den die Optik gesetzt wird, sollte gekennzeichnet sein. Somit kann bei der Wiedermontage der identische Slot genutzt werden.
Die Anschlagsrichtung im Slot sollte immer nach vorn sein. Und letztlich sollte die Montage immer mit demselben Anzugsmoment befestigt werden.



Eine ausführliche Beschreibung dieser Methode kann im Beitrag „Wiederholgenaue Montage einer Optik“ von 2021 nachgelesen werden.

Zur Haltepunktüberprüfung wurde die 25-m-Methode genutzt. Sowie ein Kontrolldurchgang auf fünfzig Meter, ob wirklich ein 50-m-Fleckschuss vorliegt.



Neue Munition & Anfangsgeschwindigkeit
Erstmalig wurde das Black Label M4 mit der (relativ) neuen SWISS P (ID-1) 3,6 Gramm (55 gr.) betrieben.
Die Patrone erzeugt aus dem 14,5“-Lauf des M4 eine durchschnittliche Anfangsgeschwindigkeit von 900 Meter pro Sekunde. Mit einer Standardabweichung von elf Meter pro Sekunde bei 14 erfassten Schüssen. Geringste Vo: 871 Meter pro Sekunde. Schnellste Vo: 916 Meter pro Sekunde.
Das entspricht etwa 1.450 Joule Mündungsenergie.






Mittwoch, 30. September 2026

Die Waffenkultur – Ausgabe 90 (September/Oktober 2026)

 

Ausgabe 90 (September/Oktober 2026)


Die September/Oktober Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Kleine Modellkunde: Das CAR-15 (5,56x45)
Oldschool: Das OA-15 XM177 (5,56x45)
Maß aller Dinge: 150-Meter-Treffer
Hit Fast & Hard: Schnelle Erstschusstreffer
Helikon-Tex: All Round Tactical Gloves
Rohrreiniger: Copper-Pipe-Cleaner
Kalenderblatt: 30 Jahre KSK
Buchempfehlung: Hobby Messermachen von Wolfgang Peter-Michael
Buchempfehlung: Schmieden für Einsteiger von Daniel Johnson

http://waffenkultur.com 

Donnerstag, 10. September 2026

Buchempfehlung: Right Wing Revolution (Charlie Kirk)

 

Right Wing Revolution: How to Beat the Woke and Save the West
von Charlie Kirk

Hardcover: 336 Seiten
Verlag: Winning Team Publishing (2024)
Format: 16 x 23 Zentimeter
ISBN: 978-1735503790
Preis: etwa 34 Euro
Direktbestellung



Der US-amerikanische konservative Polit-Aktivist Charlie Kirk gehört, wie könnte es anders sein, zum engeren Kreis um US-Präsident Donald Trump. In seinem Buch „How to beat the Woke“ beschreibt er alle wissenswerten Fakten zur Modeerscheinung „Wokeness“.
Wo liegen die Wurzeln? Wie und warum funktioniert diese Ideologie? Wer sind die Nutznießer? Im Dritten und Vierten Teil des Buches erläutert Charlie Kirk, wie man „Wokeness“ begegnen kann und was man dabei zu erwarten hat.

Unterm Strich kommt der Autor zu dem Schluss, dass „Wokeness“ eine Seuche ist, die Gesellschaften zerstört. Die nicht eint, sondern spaltet. Die nicht nach Versöhnung sucht, sondern durch permanente, künstlich erzeugte Konfrontation Zwietracht säht, unter Bevölkerungsgruppen, die schon seit jeher friedlich koexistiert haben.
Minderheiten werden dazu missbraucht, eine moralische Hierarchie zu erzeugen, die ausschließlich gefühlsbasiert ist. „Wokeness“ ist egoistisch, nachtragend und übergriffig und bedarf einer permanenten, gegenseitigen Kontrolle durch die Mitmacher selbst.

Eine weitere Erkenntnis des Autors: Wokeness-People sind wegen ihrer Grundlabilität naturgemäß weder mental noch physisch starke Menschen. Sie suchen zwar gern und oft die Konfrontation, möchten dabei aber am liebsten keinen Widerstand. Wird ihnen Widerstand entgegengebracht, brechen sie weg. Einhergehend mit Beschimpfungen zum Rassist, Sexist oder Faschist. Die knapp 300 Seiten sind überaus lesenswert.

Diese Rezension erschien erstmalig in Waffenkultur Nr. 80 vom 30. Januar 2025. Der Autor Charlie Kirk fiel am 10. September 2025 einem Attentat zum Opfer.


Dienstag, 1. September 2026

Robust Pistol Management® 2026

 

RPM Nr. 36 und Nr. 37 sind in den Büchern. Seit dem ersten RPM-Kurs im Jahr 2014 durchliefen etwa eintausend Teilnehmer das Pistole-Fortgeschrittenenmodul bei Akademie 0/500®. Die Kurse im Juli und August 2026 standen unter dem Motto: Spaß haben, Sommer genießen – Minnesota-Drill schießen



Das 3-tägige Kursmodul RPM (Robust Pistol Management®) ist für Teilnehmer konzipiert, die Grundlagenkurse erfolgreich absolviert haben und ihre Fähigkeiten im Detail verbessern wollen. Neben dem Leben mit einer geladenen Waffe in einer 360-Grad-Umgebung geht es auch um die Fähigkeit, seine eigene Waffe permanent in Feuerbereitschaft halten zu können. Insbesondere, wenn der Übungsaufbau mental anspruchsvoll wird und der Teilnehmer seine Komfortzone verlässt.
Der präzise Einzelschuss ist die Grundlage von allem anderen und somit der dritte wesentliche Ausbildungsinhalt der RPM-Kurse.

Schneller erster Schuss
Die Schulung des schnellen ersten Schusses war ein Schwerpunkt des Juli- und des August-Kurses.
Als Schulungsinstrument wurde dabei die Methode des integrierten Trockentrainings genutzt.
Übungsziel war, aus einer Bereitschaftsposition und sechs Meter Entfernung innerhalb von 1,8 Sekunden ein Ziel von 2,5 mal 2,5 Zentimeter Kantenlänge zu treffen.
Bzw. ein identisches Ziel mit Ziehen aus dem Holster aus einer Entfernung von fünf Meter innerhalb von zwei Sekunden zu treffen.
Diese beiden Standards sind zweifelsfrei im Fortgeschrittenenbereich angesiedelt. Dementsprechend werden sie in den ersten Übungsdurchgängen von keinem Teilnehmer erfüllt. Erst nach konsequentem Üben an Tag eins und zwei stellt sich spätestens an Tag drei eine signifikante Verbesserung der Treffer bei gleichzeitigem Schnellerwerden ein.

Kein Automatismus
Eine wichtige Erfahrung aus den Trainingstagen ist, dass es für den schnellen ersten Schuss keinen Automatismus gibt. Ein präziser und schneller Erstschusstreffer ist die Konsequenz aus korrekt umgesetzten Einzelelementen. Diese (vergänglichen) Fähigkeiten müssen durch regelmäßiges Training aufrechterhalten werden. Anderenfalls verblassen sie sehr schnell wieder.

Anspruchsvolle Standards
Außerdem versuchte sich die Mannschaft an anspruchsvollen Standardübung bspw. aus dem Instructor-Programm von Paul Howe CSAT; wie dem 5/1-Failure-Drill und dem Strong/Week 2/2.
Der SMTP-2026 Drill ist eine Standardübung, die viele Grundlagen in sich vereint und die unter Zeitdruck abgerufen werden müssen.
Der Minnesota-Drill diente dabei eher als Spaßübung zur Entspannung.



Links-Rechts-Standard
Die vermeintliche schwache Seite methodisch korrekt zu schulen und zu verbessern, ist Ziel des L/R-Standard. Diese Standardübung (#27) hat weder Referenzzeit noch Mindesttreffer-Vorgabe. Es geht einzig um einen korrekten Ablauf und den hohen Schulungseffekt.



Turbolader
Wie bei allen RPM-Kursen werden die Elemente „Schießen bei Dunkelheit“, „Schießen auf Stahl“, der permanente Wechsel zwischen linker Hand und rechter Hand sowie integriertes Trockentraining als Turbolader für die Lernkurve genutzt.
Insbesondere Schützen, die in ihrem eigenen Training festgefahren sind und auf einem Trainingsplateau verharren, erhalten im Robust Pistol Management neue Trainingsimpulse.

Termine 2027
Im Jahr 2027 sind wieder zwei Defense-Week in St. Pölten geplant. Die Termine liegen:
Mittwoch, 7. Juli 2027: Pistole 1 (Halbtag)
Donnerstag, 8. Juli 2027: Weaver Stance / Modern Technique
Freitag bis Sonntag, 9. bis 11. Juli 2027: Robust Pistol Management®

Sowie in Planung:
Mittwoch, 1. September 2027: Weaver Stance / Modern Technique
Donnerstag bis Samstag, 2. bis 4. September 2027: Robust Pistol Management®



Donnerstag, 20. August 2026

Ruger Precision Rifle in 300PRC (#13)

 

Scharfschützen-Lehrgang, August 2026

Gesamtschusszahl: 500 + 20 = 520
Davon mit SD: 130 + 20 = 150




Die Ruger 300PRC bewährte sich einmal mehr als robuste und leistungsstarke Waffe während einer Scharfschützenweiterbildung


Anfangsgeschwindigkeit
Aufgrund der kontinuierlichen und akribisch durchgeführten Vo-Messungen der jeweils ersten Schüsse, verdichtet sich seit den letzten Trainingssitzungen die Erkenntnis, dass die Dämpferbestückte Ruger keine Vo-Abweichungen mehr zwischen „kalt“ und „warm“ hat.
Die ersten drei Schüsse aus dem kalten Lauf / kalten Dämpfer haben eine Anfangsgeschwindigkeit von 859 Meter pro Sekunde im Durchschnitt.
Im Systemzustand „warm“ liegt die Anfangsgeschwindigkeit bei 858 Meter pro Sekunde im Durchschnitt.
Als der fabrikneue Dämpfer montiert war, ergaben sich zwischen „kalt“ und „warm“ mitunter Vo-Differenzen bis zu sechzehn Meter pro Sekunde. Was sich bei einem 1.000-m-Schuss in einer Höhenablage von rechnerisch vierzig Zentimeter, also vier Klick am Höhenturm, bemerkbar machen kann.
Seit Testbeginn im Spätsommer 2024 wurde nur die Hornady Laborierung ELD-Match (225gr) verwendet.



Seitenabweichung
In der Scharfschützenweiterbildung wurden an diesem Tag Ziele mit der Größe 75x45 Zentimeter sowie 35x35 Zentimeter im Entfernungsbereich von 430 bis 550 Meter beschossen. Eine (Dämpfer- bzw. Kaltschuss-bedingte) Seitenabweichung war auf dieser Distanz nicht erkennbar. Die Ruger lieferte nicht einen Fehlschuss.

300PRC
Das Kaliber 300PRC erweist sich in diesem Distanzbereich immer wieder als sehr anwenderfreundlich. Während in der Kalibergruppe .308 Win schon etwas genauer auf Wind und Geschossabfall geachtet werden muss, kompensiert die 300PRC Schützenfehler bis zu einem gewissen Grad.

Anfangsgeschwindigkeit (kalt / warm)
Coldbore Shot mit SD: Hornady 225gr, ELD-Match (Hornady Nr. #82162):
864 m/s
858 m/s
856 m/s
863 m/s
853 m/s
Durchschnitt: 859 m/s

Anfangsgeschwindigkeit mit SD bei warm geschossener Waffe:
862 m/s
856 m/s
862 m/s
857 m/s
852 m/s
Durchschnitt: 858 m/s

Zuverlässigkeit allgemein
Es gibt keine speziellen 300PRC Magazinkörper. Im Lieferumfang sind Magazine des Herstellers Accurate-Mag der Kaliber 338LM und 300WM enthalten. Beide Magazinkörper sind bis auf die Länge der Magazinlippen identisch und funktionieren im Test problemlos. Die Angabe 3.850 ist die nutzbare Patronenlänge in Zoll

Erstvorstellung
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2024/12/ruger-precision-rifle-in-300prc.html
Beschussversuch 300PRC vs. VPAM9 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2024/10/beschussversuch-300prc-vs-vpam9.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#04) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2024/12/ruger-precision-rifle-in-300prc_31.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#05) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2025/06/ruger-precision-rifle-in-300prc-05.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#06) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2025/09/ruger-precision-rifle-in-300prc-06.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#07) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2025/12/ruger-precision-rifle-in-300prc-07.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#08) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/05/ruger-precision-rifle-in-300prc-08.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#09)
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/05/ruger-precision-rifle-in-300prc-09.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#10)
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/06/ruger-precision-rifle-in-300prc-10.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#11) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/06/ruger-precision-rifle-in-300prc-11.html 
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#12)
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/07/ruger-precision-rifle-in-300prc-12.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#13)
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/08/ruger-precision-rifle-in-300prc-13.html

Donnerstag, 30. Juli 2026

Die Waffenkultur – Ausgabe 89 (Juli/August 2026)

 

Ausgabe 89 (Juli/August 2026)


Die Juli/August Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Beach-Ready mit Helikon-Tex
Trainingslehre: Mentalität und das fette Ego

http://waffenkultur.de 

Donnerstag, 23. Juli 2026

Helikon-Tex®: Wolfhound Lite

 

Die Wolfhound Jacke ist etwa seit sechs Jahren am Markt und gehört zur Outback Linie bei Helikon-Tex. Sie ist im Marksegment der leichten Kunstfaser-Isolationsjacken angesiedelt. Im Frühling 2026 brachte Helikon ein bemerkenswertes Upgrade der Wolfhound heraus: Etwas leichter gefüttert und mit überragender Haptik

Die Appretur der Wolfhound gibt dem Material wind-
und wasserabweisende Eigenschaften (Foto: Hersteller)


Von Arne Mühlenkamp

Die Jacke Arc'teryx Atom gilt seit über fünfzehn Jahren als Prototyp und Branchenprimus im hartumkämpften Marktsegment der Kunstfaser-Isolationsjacken. Die mittlerweile fragwürdige Preisgestaltung beim kanadischen Hersteller Arc'teryx führt zu einem Ladenpreis von fast dreihundert Euro. Für eine Leichtisolationsjacke ohne Regen- oder Windmembran, wohlgemerkt. Weder Fertigungsqualität noch verwendete Materialien rechtfertigen diesen übertriebenen Verkaufspreis. Die Suche nach einem Substitut wird einem leicht gemacht, wenn man sich bei Helikon-Tex umschaut.

Innovationswille
Die hohe Fertigungsqualität vor allem aber der Innovationswille hinter Helikon-Tex machen den polnischen Ausrüster schon seit vielen Jahre nicht mehr nur zu einem Low-Budget- oder Zweite-Wahl-Laden. Um ehrlich zu sein, hat Helikon so manchen etablierten Hersteller im Outdoor- und Tactical-Segment überholt. Die gestiegenen Marktanteile bei Helikon dürften diese Behauptung untermauern.

Die minimalistische Jacke besitzt neben zwei
Schubtaschen auch eine Napoleontasche Eigenschaften
(Foto: Hersteller)


Wolfhound Lite
Die Wolfhound Lite füllt die Lücke zwischen einer mit 67er Grammatur gefütterten Winterjacke und einer ungefütterten Softshell. Somit kann die Jacke in Mitteleuropa zu einer idealen Begleiterin bei kühlen Frühlings- oder Sommerabenden werden. Die Wolfhound Lite besitzt eine Grammatur von lediglich 40 Gramm pro Quadratmeter, wodurch sie zu einem Leichtgewicht von gerade einmal 260 Gramm wird. Außerdem besitzt die Außenhaut wind- und wasserabweisende Eigenschaften.

Optik
Die Jacke ist geschnitten, wie ein klassisches Blouson: Hüftlang und kragenlos. Die Passform ist athletisch. Die Wolfhound Jacke verfügt über drei Taschen: Zwei Schubtaschen und eine Napoleontasche. 

Die Wolfhound kann als Außenschicht getragen werden oder
auch als zusätzliche Isolationsschicht unter einer Regenjacke
(Foto: Hersteller)


Haptik
In der Textilveredlung beschreibt der Begriff „Appretur“ die Endausrüstung der Grundware, also des Stoffes, wodurch dieser letztendlich seine bestimmenden Griffeigenschaften bekommt. Die Appretur kann auf technische Merkmale abzielen, um den Stoff bspw. wasserabweisende, antistatische, flammhemmende oder antimikrobielle Eigenschaften zu verleihen. Oder auf die reine Haptik abzielen, damit sich die Ware „gut anfühlt“, was insbesondere bei Oberbekleidungsstoffen gewünscht ist.
Auch beim nicht unwesentlichen Verkaufsargument der Haptik hat Helikon mit der Wolfhound einen Wettbewerbsentscheidenden Schritt nach vorn gemacht. Oder kurz gesagt: Die Jacke fühlt sich einfach gut an…

Minimalistische Erscheinung bei überragender Haptik
(Foto: Hersteller)


Einordnung
Die Wolfhound kann entweder als Außenschicht; also normale Jacke; getragen werden oder auch als zusätzliche Isolationsschicht unter einer Regenjacke.
Sie ist in vier Farben erhältlich: Schwarz und Grau sowie Taigagrün und einem hellen Khaki Farbton. Der Verkaufspreis liegt bei etwa 95 Euro.


Sonntag, 19. Juli 2026

Ruger Precision Rifle in 300PRC (#12)

 

Coldbore Shot mit Signaturverzerrer

Gesamtschusszahl: 480 + 20 = 500
Davon mit SD: 110 + 20 = 130



Das Ziel ist, durch eine Reihe von identischen Beschussversuchen, ein Muster im Kaltschussverhalten des FBT-Dämpfers zu erkennen. Die Ruger 300PRC absolviert das identische Programm aus der vorangegangenen Sitzung noch einmal


Im direkten Vergleich zur vorhergehenden identischen Beschussanordnung ist eine Veränderung im Kaltschussverhalten des FBT-Dämpfers erkennbar. Bisher zeigte der Dämpfer beim Kaltschuss eine Seitenabweichung von drei bis fünf Klick nach rechts.
In der aktuellen Sitzung ist keine Seitenabweichung erkennbar. 
Die Schüsse eins bis zehn können als einheitlich beschrieben werden. Mit einem relativen Tiefschuss bei den Treffern sechs und sieben.
Die durchschnittliche Anfangsgeschwindigkeit lag um etwa neun Meter pro Sekunde höher als in der letzten Sitzung. Praktisch dürfte das aber nicht relevant sein. 


Anfangsgeschwindigkeit (kalt / warm)
Coldbore Shot mit SD: Hornady 225gr, ELD-Match (Hornady Nr. #82162):
867 m/s
866 m/s
854 m/s
864 m/s
865 m/s
Durchschnitt: 864 m/s (anstatt 855 m/s im vom Test im Juni 2026)

Anfangsgeschwindigkeit mit SD bei warm geschossener Waffe:
866 m/s
857 m/s
864 m/s
860 m/s
863 m/s
866 m/s
866 m/s
865 m/s
869 m/s
865 m/s
Durchschnitt: 865 m/s

Anfangsgeschwindigkeit (Min. / Max.)
Bisher wurden insgesamt siebzig Dämpfer-Schüsse Vo-dokumentiert. Die geringste Vo lag bei 847 Meter pro Sekunde. Die höchste Vo bei 869 Meter pro Sekunde.



Schützenbedingten Durchschnittstreuung
Mit einer 8-Schuss-Gruppe liefert die Ruger 300PRC mit ihrem Signaturverzerrer (warm) eine schützenbedingte Durchschnittstreuung von 0,36‰ (18 Millimeter auf 50 Meter). Was rein rechnerisch gem. Strahlensatz der Größe einer G-Scheibe „Liegender Schütze“ auf eintausend Meter entspricht.



Erstvorstellung
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2024/12/ruger-precision-rifle-in-300prc.html
Beschussversuch 300PRC vs. VPAM9 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2024/10/beschussversuch-300prc-vs-vpam9.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#04) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2024/12/ruger-precision-rifle-in-300prc_31.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#05) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2025/06/ruger-precision-rifle-in-300prc-05.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#06) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2025/09/ruger-precision-rifle-in-300prc-06.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#07) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2025/12/ruger-precision-rifle-in-300prc-07.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#08) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/05/ruger-precision-rifle-in-300prc-08.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#09)
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/05/ruger-precision-rifle-in-300prc-09.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#10)
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/06/ruger-precision-rifle-in-300prc-10.html
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#11) 
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/06/ruger-precision-rifle-in-300prc-11.html 
Ruger Precision Rifle in 300PRC (#12)
https://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2026/07/ruger-precision-rifle-in-300prc-12.html