Samstag, 11. April 2026

Zielfernrohr Steiner M7Xi (3-20x50)

 

Das Steiner M7Xi ist ein Zielfernrohr, dass über alle Merkmale verfügt, die für einen praxisorientierten oder auch taktischen Einsatz im Scharfschützenwesen erforderlich sind. Wir montieren das ZF zu Testzwecken auf die Tikka T3 TAC in .308 Win und beschreiben Grobjustierung und Einschießen

Von Arne Mühlenkamp

Steiner M7Xi hat die Dimension 3-20x50 sowie
eine Mil-Klickverstellung im Uhrzeigersinn


Das Aufsetzen und das Einschießen eines Zielfernrohrs darf für den geschulten, verantwortungsvollen Gewehrschützen keine Schwarze Magie sein, für die er „seinen renommierten Büchsenmacher“ beauftragen muss. Die notwendigen Handgriffe dafür sind weder zahlreich noch kompliziert. Und wenn man der richtigen Methode folgt, dauert der gesamte Prozess inklusive Einschießen keine halbe Stunde.

Die mittige Kerbe auf der SPUHR-Montage dient
als Hilfsmittel, das ZF unverkantet auszurichten



Montage
Beim Aufsetzen des ZF sind zwei wichtige Dinge parallel zu beachten: Der Einbau muss unverkantet erfolgen und der korrekte Augenabstand muss gewährleistet sein.
Der ZF-Montagen Hersteller SPUHR bietet für den Einbau das Hilfsmittel einer mittig gefrästen Nut. Wird diese Nut zur Markierung am Höhenverstellturm des ZF ausgerichtet, sitzt das ZF mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit unverkantet in der Montage. Zusätzlich liefert SPUHR zu jeder Montage den sog. Leveling Kit. Mit etwas Übung hilft dieser Nivellier-Kit ebenfalls, den geraden Sitz des ZF herzustellen.
Der richtige Augenabstand wird erreicht, wenn der Schütze das Gewehr mit geschlossenen Augen in Anschlag bringt, eine stabile Kopfposition herstellt und nach Öffnen der Augen ein parallaxefreies Absehen vor sich hat. Gelingt das nicht, muss die Position des ZF angepasst werden. (Für diese Aufgabe sollte der Schütze mit dem Aspekt „stabile Kopfposition“ vertraut sein.)
Das Aufsetzen des ZF endet, indem die Montageringe mit dem Drehmoment nach Herstellerangabe angezogen werden. Ein funktionierender Drehmomentschlüssel ist hierfür unentbehrlich.

Das Offset bezeichnet den Abstand zwischen Laufseele und
Objektiv (Hier: 46 Millimeter). Die Messung sollte mit
Sorgfalt erfolgen. ZF-Aufbauten mit mehr als sechzig Millimeter
Offset sind für das Scharfschützenwesen ungeeignet


Offset bestimmen
Im Folgeschritt wird die Visierlinienhöhe des ZF über der Laufseele bestimmt (das sog. Offset). Gemessen wird dabei von der Mitte des Objektivs bis zur Mitte des Laufs. Hilfsmittel können hierbei wiederum sein: Eine mittige Markierung an der Montage und die Höhe bzw. die Positionierung des Schlagbolzens. Der Messwert des Offset wird wichtig für die Einschießmethode auf 25 Meter. Die Messung sollte deshalb mit Sorgfalt durchgeführt werden.

Grobjustierung 8 Meter: Durchgang 1) hatte aufgrund der
20 MOA Vorneigung einen erheblichen Tiefschuss.
Der Höhenturm wurde grob um fünfzig Klick korrigiert.
In Durchgang zwei wurde noch einmal um zwanzig Höhenklick
sowie um 15 Seitenklick korrigiert.
Das rote Kreuz steht für den erwarteten Treffpunkt
(Tiefschuss von einem Offset).
Geschossen wurde stehend freihändig


Grobjustierung 8 Meter
Nachdem das ZF montiert wurde, empfiehlt sich eine Grobjustierung. Je nach Herkunft oder Hersteller des ZF oder nach Vorhandensein einer Vorneigung auf Waffe oder ZF-Montage, ist nicht mit Sicherheit gewährleistet, dass beim Einschießen selbst auf 25 Meter die ersten Schüsse auch auswertbar auf der Scheibe sind.
Zur Grobjustierung markiert sich der Schütze einen groben Haltepunkt und gibt aus einer Entfernung von etwa acht Meter zwei Schüsse ab. Erwartungsgemäß sollte der Treffpunkt aus dieser Distanz ein Tiefschuss in Höhe des Offset sein. Ist das nicht so, sollte das ZF vor dem Einschießen grobjustiert werden.

Erste und zweite Gruppe beim Einschießen:
Nach Gruppe 1) wurde die Höhe um 24 und Seite um 16 korrigiert.
Der schwarze Punkt im weißen Quadrat bezeichnet den zu
erreichenden Treffpunkt von ½ Offset Tiefschuss (23 Millimeter)

Mit der dritten Schussgruppe ist die Waffe eingeschossen.
Es wurden jeweils Gruppen á drei Schuss abgegeben


Einschießen 25 Meter
Die 25-m-Einchießmethode ist eine zuverlässige Methode, mit der jedes Gewehr innerhalb von zehn Minuten und mit maximal zehn Schuss eingeschossen werden kann. Es lassen sich damit alle Einschießkonzepte umsetzen. Bei Long-Range-Gewehren bzw. im Scharfschützenwesen allgemein, ist das Einschießkonzept des Fleckschusses auf einhundert Meter weit verbreitet. Gleichwohl gibt es kaliberabhängige Ausnahmen, bei denen das Gewehr auf dreihundert Meter Fleck angeschossen werden kann.
Um auf der 25-m-Distanz einen 100-m-Fleckschuss zu erreichen, halbiert der Schütze sein Offset und erzeugt einen Tiefschuss von ½-Offset. Die Einschießprozedur erfolgt jeweils in Schussgruppen zu drei Schuss.
Nach jeder Gruppe findet eine Auswertung mit Messen und Verstellen am ZF statt. Es hat sich als sehr sinnvoll erwiesen, diese Daten auf der Scheibe zu notieren. Kommt es zu Fehlern, wird dadurch die Fehlersuche vereinfacht.
Nach zehn Minuten und mit maximal zehn Schuss ist das ZF-Gewehr eingeschossen.
Zum Abschluss des Einschießens werden die Verstelltürme am ZF gemäß Herstellerangabe genullt.

Boxtest ohne Auffälligkeiten: Das Steiner M7Xi besitzt
das vom Hersteller angegebene Klickmaß von 0,1 mRAD
(ein Zentimeter auf einhundert Meter) und erwartungsgemäß
auch die Wiederholgenauigkeit im Verstellweg


Das Steiner M7Xi im Boxtest
Der Boxtest ist eine Standardübung, mit der das vom Hersteller angegebene Klickmaß sowie die Verstellrichtung und die Wiederholgenauigkeit im Verstellweg überprüft werden können. (Vergl. „Waffenkultur“ Nr. 85)
Das Steiner M7Xi absolvierte den Boxtest ohne Auffälligkeiten. Zwei Schussgruppen sind schützenbedingt gerade noch auswertbar, verfälschen das Endergebnis aber nicht.
Das Steiner M7Xi besitzt das vom Hersteller angegebene Klickmaß von 0,1 mRAD (ein Zentimeter auf einhundert Meter) und erwartungsgemäß auch die Wiederholgenauigkeit im Verstellweg.

Das Glas
Das Steiner M7Xi gehört zum Marktsegment der modernen Long Range Gläser. Es erfüllt alle Anforderungen, die in diesem Bereich gestellt werden. In der Produktbezeichnung steht die Zahl 7 offensichtlich für den Zoom-Faktor und das „i“ für die insgesamt elf Beleuchtungsstufen (6 Nacht und 5 Tag); gespeist über eine CR2032 Zelle. Das Objektiv hat einen fünfzig Millimeter Durchmesser. (Es gibt eine zweite Ausführung mit einem 56-mm-Objektiv und identischem Produktname.)

Das Absehen G2B ist MilDot-ähnlich

Im Absehen MSR2 sind Zusatzinformationen enthalten


Mittelrohr und Absehen
Das Mittelrohr hat 34 Millimeter Durchmesser und kommt mit 270 Höhenklicks. Eine Umdrehung am Höhenturm liefert 150 Höhenklicks.
Das Absehen liegt in der ersten Bildebene. Es sind zwei Absehen zur Auswahl: Das sog. G2B ist ein klassisches MilDot-Absehen. Das MSR2 basiert auch auf MIL, besitzt jedoch Zusatzinformationen, die zum Entfernungsschätzen dienlich sein können, sowie ein zweites Fadenkreuz zehn MIL tief unter dem Hauptkreuz.
Der kleinste Parallaxenausgleich liegt bei einer Entfernung von fünfzig Meter. Das Steiner ist druckwasserdicht bis zwanzig Meter, stoßfest bis neunhundert G und besitzt eine Stickstofffüllung.

Fazit
In diesem praxisnahen Test erwies sich das Steiner M7Xi als Qualitätsprodukt, das dem Anwender die Arbeit erleichtert. Der testweise Einsatz im Langdistanzbereich erfolgt im Laufe des Jahres.



Dienstag, 7. April 2026

Scharfschützenwesen: Die Corioliskraft

 

Taucht man in die, nicht wirklich komplexen, Tiefen des Scharfschützenwesens ein, wird man eher früher als später mit dem Begriff der „Corioliskraft“ konfrontiert. Dass es diesen Effekt gibt, ist unstrittig. Aber welche praktische Relevanz hat er für einen realen Langdistanz-Treffer?

„Wanderer am Weltenrand“ (unbekannter Künstler, um 1880):
Wie kam er dahin? Wurde er von der Corioliskraft dorthin geschubst?


Was Corioliskraft ist
Mathematisch erstmals hergeleitet wurde sie im Jahr 1775 vom französischen Mathematiker Pierre-Simon Laplace. Benannt ist der Corioliseffekt nach dem ebenfalls französischer Physiker Gaspard-Gustave de Coriolis, der ihn sechzig Jahre später ausführlich beschrieb.
Der Corioliseffekt ist keine Kraft im physikalischen Sinn, sondern eine Folge der Trägheit eines Körpers in einem rotierenden System. (Auch als Scheinkraft bezeichnet.)
Ein Corioliseffekt tritt immer genau dann in Erscheinung, wenn ein Körper sich in einem rotierenden Bezugssystem bewegt und wenn diese Bewegung nicht parallel zur Rotationsachse bzw. zum Vektor der Winkelgeschwindigkeit verläuft.
Die Eigenbewegung des Körpers ist dabei die Abgrenzung zur Zentrifugalkraft und zur Azimutalbeschleunigung nach Euler, die auch auf ruhende Körper wirken. Corioliskraft wird zuweilen fälschlicherweise mit Zentrifugalkraft verwechselt oder gleichgesetzt.
Erwiesenermaßen tritt auf der Erde die Corioliskraft in Erscheinung. Ihre Stärke hängt von der geographischen Breite ab. Auf Höhe des Äquators tendiert sie gegen Null. In Richtung der Polkappen nimmt sie an Stärke zu.
Sie hat maßgeblichen Einfluss auf großräumige Strömungsphänomene. In der Meteorologie bewirkt sie Drehrichtungen von Windfeldern um Hoch- und Tiefdruckgebiete und die Ausbildung globaler Windsysteme wie Passatwinde und Jetstream.
In der Ozeanographie beeinflusst die Corioliskraft maßgeblich die Meeresströmungen.

Der französischen Mathematiker
Pierre-Simon Laplace (1749 bis 1827)

Welcher Einfluss unterstellt wird
Gewappnet mit derart viel Halbwissen unterstellen Coriolisscheinkraftanhänger in Bezug auf das Longe Range Schießen jetzt Folgendes: Aufgrund der Erdrotation bewege sich die Erdoberfläche unter dem fliegenden (also dem sich in der Luft befindlichem) Projektil fort.
Beziehe man die Erdrotation also nicht mit in die Berechnung der Anfangselemente für den Schuss mit ein, würde sich die Erde (inklusive dem auf der Erdoberfläche befindlichem Ziel) während der Geschossflugzeit weiterdrehen und ein Fehlschuss sei unvermeidbar.
Natürlich müsse man für die Berechnung den korrekten Breitengrad des eigenen Standortes kennen sowie den korrekten Breitengrad des Ziels, um daraus die korrekte Winkelgeschwindigkeit der Erdrotation errechnen zu können. Mit der korrekten Geschossflugzeit bis ins Ziel ließe sich jetzt relativ schnell berechnen, wie viel Erdrotation kompensiert werden müsse, um das Ziel erfolgreich zu treffen.

Der französischer Physiker
Gaspard-Gustave de Coriolis (1792 bis 1843)

Welchen Einfluss Corioliskraft wirklich hat
Fakt: Das Projektil fliegt in der Erdatmosphäre. Bewegt sich die Erdoberfläche unter der Erdatmosphäre hinweg? Die wissenschaftlich erwiesene Definition der Corioliskraft sagt: Ja, das tut sie, und zwar mit einer gewissen Trägheit im erdfesten Bezugssystem.
Nehmen wir das im Alltag wahr? Nicht unmittelbar. Mittelbar allerdings schon; durch alltägliche Windmassenbewegungen, die durch den Corioliseffekt beeinflusst werden.
Corioliskraft lässt Wind nicht entstehen, aber sie beeinflusst seine Richtung und seine Stärke.
Für den Scharfschützen bedeutet das, in den Windverhältnissen, die er in Stärke und Richtung bestimmt, ist die Corioliskraft schon immer inkludiert.
Wir reden also über einen elementaren Ausbildungsabschnitt im Scharfschützenwesen: Windlesen können. Der Kreis schließt sich.


Mehr dazu in "Die Waffenkultur" Nr. 87


Samstag, 4. April 2026

„Ihr Ausreiseantrag wurde abgelehnt.“

 

„Scheiß Stasi.“ „Scheiß DDR.“ „Unrechtsstaat.“ „Sperrt seine Bürger ein...“  Blabla…

Wenn das die ersten Gedanken sind, die Dir bei „Ausreiseantrag“ in den Kopf fahren, dann sind Deine Primärinformationsquellen vermutlich gmx-News oder die Tagesschau.


Du bist BRD’ler? Und zwischen 17 und 45 Jahre alt? Dann musst Du seit Januar nämlich selbst einen Ausreiseantrag stellen, wenn du das Land verlassen willst. Vorerst aber nur bei länger als drei Monaten Abwesenheit. Vorerst.
So steht es im neuen Wehrdienstgesetz (WDModG). Gültig seit Januar 2026. Diese Antragspflicht gilt seither permanent, also auch außerhalb des Spannungs- und Verteidigungsfalls.

Die gnädig-großzügige Aufenthaltsdauer von maximal drei Monaten ist dabei nur schmückendes Beiwerk, um die Empörung des Bundestrottels möglichst gering zu halten.
Dass ein Staat sich diesen Instruments wieder bedient und es dann auch noch „Ausreiseantrag“ nennt, ist entweder Ohnmacht, grenzlose Dummheit oder durchtriebene Boshaftigkeit. Im Falle der BRD ist eine Mischung aus allem wahrscheinlich.

Besondere Ironie
Während die BRD seit Jahren Hunderttausende ohne gültige Papiere ins Land kommen lässt, können nun ausgerechnet die eigenen Staatsbürger an der Ausreise gehindert werden. Deutsche Männer müssen um Erlaubnis bitten, ihr eigenes Land zu verlassen. Wer ohne Papiere einreist, wird hingegen versorgt, untergebracht und alimentiert.

Sanktionierung?
„Man wird doch ohnehin nicht kontrolliert…“ Tatsache: Reist Du ohne gültigen Ausreiseantrag aus, ist das ein Verstoß gegen geltendes Recht. Du begehst einen „ungesetzlichen Grenzübertritt“, welcher strafrechtlich bedroht ist. Auch, wenn es bisher noch keine definierte Sanktion gibt. Und auch, wenn – so die Verlautbarung des BMVg – die Ausreiseanträge nur pro forma zu stellen sind, da sie „grundsätzlich genehmigt würden“. Dann ist die Frage: Weshalb überhaupt dieses Gesetz? Die möglichen Antworten sollten beunruhigen.



Mittwoch, 1. April 2026

Z.I.M.B.A.B.C.E.

 


Aus einem bisher noch geheimen Papier der Regierungsparteien geht hervor, dass eine Umbenennung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) bevorsteht.

Sehr bald schon soll der Gesetzesentwurf in den Bundestag eingebracht werden.

Geplant sei eine Umbenennung von B.R.D. in Z.I.M.B.A.B.C.E.
Es wird erwartet, dass der Gesetzesentwurf parteiübergreifend einen breiten Konsens finden wird, da die zu Grunde liegenden Tatsachen nicht mehr zu leugnen seien. Man müsse der Entwicklung mit „brutalstmöglicher Akzeptanz“ Rechnung tragen.

Bisher unbestätigten Deutungen zufolge soll Z.I.M.B.A.B.C.E. eine Abkürzung sein für:
Zero
Intelligent
Minds
Because
All
Brainy
Citizen
Escaped

Ähnlichkeiten politischer, wirtschaftlicher oder demographischer Natur mit dem prosperierenden afrikanischen Staat Zimbabwe seien rein zufällig.


Weitere Umbenennungen folgen:
Die CDU sieht vor, sich umzubenennen in: „U“
„Christlich“ und „Demokratisch“ seien nicht mehr zeitgemäß, so verlautet es aus Parteikreisen der Zeitgeistbesoffenen.

Die SPD wittert einen unlauteren Wahlkampfvorteil der „U“ und plant ebenfalls eine Umbenennung in „P“.
„Sozial“ oder „Demokratisch“ seien wir schon lange nicht mehr und „Deutschland“ ist sowieso Scheiße, heißt es aus der Parteizentrale.
Allerdings hat die Partei Die Partei gegen die Abkürzung „P“, was ja nur noch für „Partei“ stehen könne, Rechtsmittel angekündigt. „Es kann nur eine „Partei“ geben und das ist Die Partei, so Die Partei.



Sonntag, 29. März 2026

Die Waffenkultur – Ausgabe 87 (März/April 2026)


Ausgabe 87 (März/April 2026)


Die März/April Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Scharfschützenwesen: 100 Tage Longe Range Ausbildung
Corioliskraft: Alles nur Stuss?
Zielfernrohr: Steiner M7Xi (3-20x50)
ZF1000: Vorbereitungskurs
LPV Optik: SHARP Sight II (Oberland Arms)
Top Predator: 3 Jahre Glock 20
Spezifische Universalität: TT Magazintasche MP7
Kalenderblatt: 40 Jahre Miami FBI Shootout

http://waffenkultur.com 

Dienstag, 24. März 2026

Langzeittest: OA-15 M5 (Nr. 15)

 

Erstmontage LPV Sharp II

Gesamtschusszahl: 1.700 + 200 = 1.900
Davon mit SD: 150

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0



Das Oberland Arms OA-15 M5 ist mit Frühjahr 2026 seit fünf Jahren in Nutzung. Erwartungsgemäß ist die jährliche Schussbelastung wegen des eher sporadischen Einsatzes auf Gewehrkursen gering. Überwiegend wird nach wie vor das Black Label M4 genutzt.



Auf der letzten Trainingssitzung im März wurde ein neues LPV montiert: Das Sharp II, ebenfalls von Oberland Arms. Die Waffe absolvierte damit insgesamt zweihundert Schuss.



Der obligatorische Rifleman wurde trotz Dreifach-Vergrößerung des Magnifier nicht komplett fehlerfrei geschossen.


Archiv 
Nr. 00 (Erstvorstellung)
Nr. 01 (Einschießen Offene Visierung)
Nr. 02 (Erster Gewehrkurs)
Nr. 03 (Gewehrkurs CCO mit ELCAN)
Nr. 04 (Rifleman mit ELCAN)
Nr. 05 (Das Präzisionswunder)
Nr. 06 (Neue Teile)
Nr. 07 (ZF-Montage)
Nr. 08 (660 Meter)
Nr. 09 (AK-Kurs)
Nr. 10 (660 Meter mit Signaturverzerrer)
Nr. 11 (Rifleman fehlerfrei)
Nr. 12 (2 Tage Regen)
Nr. 13 (Natural Point of Aim)
Nr. 14 (Iron Sights und Kopfposition)
Nr. 15 (Erstmontage LPV Sharp II)


Samstag, 21. März 2026

Akademie 0/500®: Einsatzdistanzen Flinte

 

„Kenne Deine Einsatzdistanzen mit der Flinte!“, ist eine wichtige Erkenntnis, wenn es um die Grundausbildung zur praktischen Anwendung des Werkzeugs Flinte geht



Diese Einsatzdistanzen sind bei der Verwendung von Buck Shot und Slugs grundsätzlich verschieden. Darüber hinaus gibt es noch Unterschiede zwischen den einzelnen Laborierungen und Flintentypen. Die Variantenbreite ist also erheblich und macht regelmäßiges Testen erforderlich, bis die geeignete Einsatzmunition gefunden ist.

Auf dem Grundkurs „Flinte 1“ von Akademie 0/500® sind diese Testreihen fester Bestandteil im Lehrprogramm. Alle Teilnehmer durchlaufen die Wirkungszonenmethode und den 50-m-Präzisionstest.

Wirkungszonenmethode
Bei der Wirkungszonenmethode wird aus den festgelegten Entfernungen von sieben / zehn / zwölf und fünfzehn Metern jeweils ein Schuss Buck Shot (Postenschrot) abgegeben. Ermittelt wird dabei die Entfernung, ab welcher die Schrotgarbe größer wird als ein DIN A4 Blatt. Bei dieser Distanz endet der Einsatzbereich von Buck Shot. Für gewöhnlich sind das zwölf Meter. Jenseits der zwölf Meter ist die Schrotgarbe größer als DIN A4 und man spricht von Wirkungszone C.
Ab dieser Distanz ist der Munitionswechsel auf Slug (Flintenlaufgeschoss) zu empfehlen, um eine Umfeldgefährdung durch einzelne Posten, die ihr Ziel nicht mehr treffen (können) auszuschließen.

Dokumentation der Wirkungszonen


50-m-Präzisionstest

Flintenschießen und Präzisionstest sind in erster Wahrnehmung vielleicht widersprüchlich. Dennoch besitzen auch Flinten ein Präzisionspotential, das vom Anwender ausgeschöpft werden kann. Trotz Glattrohr-Technologie der Flinte und den außenballistisch wenig optimierten Slug-Projektilen, kann mit relativ wenig Übungsaufwand bis mindestens fünfzig Meter eine sehr ordentliche Gruppe erzeugt werden.
Erfahrungsgemäß hat Slug-Munition bis fünfzig Meter keinen übergroßen Geschossabfall. Präzisionsnachteile entstehen hier vor allem aufgrund einer rudimentären Visiereinrichtung auf der Flinte. Ghost-Ring Visiere sind zwar beherrschbar und in jedem Fall besser als nur ein „Perlkorn“ oder eine „Visierschiene“, Flinten mit einer Büchsenvisierung oder gar einem kleinen LPV erhöhen die Eigenpräzision aber deutlich.
Mit einer Büchsenvisierung sind Streukreise von 15 Zentimeter auf fünfzig Meter durchaus machbar.

Mit einer Büchsenvisierung sind
Streukreise von 15 Zentimeter auf
fünfzig Meter durchaus machbar

Ghost-Ring Visiere sind zwar beherrschbar.
Flinten mit Büchsenvisierung oder einem
kleinen LPV erhöhen aber die Eigenpräzision


Munition
Zwei Schlagworte sollten für die Munitionsbeschaffung bestimmend sein: „Qualitätsmunition“ und „rückstoßreduziert“. Selbst rückstoßreduzierte Ladungen bieten noch mindestens zweitausend Joule Mündungsenergie. Beschusstests zeigen, dass Flinten diese Mündungsenergie selbst aus Nahdistanz (Sieben Meter und weniger) zu einhundert Prozent an das Zielmedium abgeben. Mehr Mündungsenergie würde demnach keine Vorteile bringen, sondern u.U. eher den Nachteil einer Überpenetration.
Empfehlenswerte Ladungen sind bspw. die beiden GECO-Fabrikate Coated Competition Slug und Coated Competition Buck Shot.

Empfehlenswerte Ladungen sind bspw. die beiden
GECO-Fabrikate Coated Competition Slug und
Coated Competition Buck Shot



Weiterführende Links
Beschussversuch 12/70


Buck Shot Hornady Zombie Max 12/70


Buck Shot Federal Premium Force X2

 



Das Home Defense Paket

 



Mossberg 590A1 Retrograde

 



Kurse bei Akademie 0/500



Montag, 16. März 2026

Direct Action®: Neue Produkte in der Vanguard und Spitfire Serie

 

Der polnische Ausrüster geht ins zwölfte Jahr seines Bestehens und erweitert die Produktpalette in der „Vanguard“-Serie und rund um den Plattenträger „Spitfire“


Direct Action ist vor allem für hochwertige Bekleidung und Ausrüstungsgegenstände bekannt, die sehr gern von Spezialeinheiten beschafft wird. Darunter auch die polnische GROM.
Der größte Teil der Produktion findet tatsächlich in Polen statt

Service
https://directactiongear.com/en/ 














Dienstag, 10. März 2026

Oberland Arms: OA SHARP Sight II

 

Das Leuchtpunktvisier OA SHARP Sight bewährt sich drei Jahren im Alltagsgebrauch sehr ordentlich. Im Februar 2026 brachte Oberland Arms die Nachfolgeversion SHARP Sight II auf den Markt. In der Generation II ist das LPV noch einmal deutlich kleiner und leichter. Wir beginnen einen Langzeittest



SHARP Sight (1. Version)
Die Kaufentscheidung zugunsten des OA SHARP Sight vor drei Jahren hatte gute Gründe:
Das OA SHARP verfügt über ein sehr brillantes Absehen ohne die manchmal auftretenden „Ausfranzungen“.
Die sog. Shake & Awake Elektronik arbeitet vom Nutzer unbemerkt. Nach zwei Minuten Inaktivität schaltet sich das Absehen automatisch aus und wird nach einer Bewegung ohne Zeitverzögerung sofort wieder in Betrieb genommen. Im Praxistest passierte dieses automatische Wiedereinschalten auch bei der kleinsten Bewegung und im wahrsten Sinne ad hoc.
Die schlüssige Konzeptidee der Kompaktbauweise, die dennoch das Vorhandensein einer Klappkimme unter dem 3-fach Magnifier ermöglicht, ist ein weiteres Kaufargument.
Darüber hinaus vollzog sich der Langzeittest bisher ohne Defekte. Nicht zuletzt ist der Endkundenpreis von 399 Euro natürlich auch ein entscheidendes Kaufkriterium.

Im direkten Vergleich ist das SHARP II
noch einmal deutlich kleiner und wiegt
lediglich 64 Gramm


SHARP Sight II
Die Anschaffung des Nachfolgemodells ist da nur ein konsequenter Schritt.
Was zuerst auffällt, ist die Preisstabilität. Auch das SHARP II ist zum Ladenpreis von 399 Euro erhältlich.
Im direkten Vergleich ist das SHARP II noch einmal deutlich kleiner. Es besitzt allerdings ein relativ großes Fenster, dass die Erfassung des Leuchtabsehens einfach werden lässt. Das Absehen hat immer noch die selbe Brillanz, wie im SHARP 1. Version.
Das Absehen ist immer noch wechselbar zwischen: einem 2-MOA-Punkt einem Kreis und einem Kreis mit Punkt.

Oberland Arms empfiehlt ein
Anziehmoment von 2,5 Newtonmeter


Robustheit
Das LPV ist stoßfest und wasserdicht nach IP67. Die CR2032-Batterie hat nach Herstellerangabe eine Lebensdauer von 25.000 Stunden.

Kompatibilität
Wurde bereits ein OA SHARP Magnifier angeschafft, ist der in Verbindung mit der SHARP II Version weiterhin als Vergrößerungsvorsatz nutzbar.
Wichtige Information: Das SHARP II besitzt einen ACRO-Footprint und kann somit auf allen Aimpoint-kompatiblen Bodenplatten montiert werden.

Wurde bereits ein OA SHARP Magnifier angeschafft,
ist der in Verbindung mit der SHARP II Version
weiterhin als Vergrößerungsvorsatz nutzbar

Montage in drei Bauhöhen sind lieferbar:
Links „tactical high“,
Mitte „regular“ (Co-Witness AR-15),
Rechts „flat“ für Flinten


Montagen-Vielfalt
Oberland Arms bietet für die Nutzung des SHARP II auf einer Langwaffe derzeit Montagen mit drei verschiedenen Bauhöhen in drei verschiedenen Farben. Die gängigste Montage dürfte die mittlere Bauhöhe mit der Verkaufsbezeichnung „regular“ werden. Damit wird bei einem AR-15 der sog. Co-Witness mit der offenen Kimme-Korn-Visierung erzeugt.
Die Montagehöhe „flat“ hingegen bietet sich für die Verbauung auf Flinten oder Repetiergewehren an. 
Bauhöhe „tactical high“ ist etwas für Leute, die nicht wissen, was sie tun. Davon gibt es anscheinend immer mehr und Oberland befriedigt die Nachfrage.



Besonderheiten
Das Gewicht von lediglich 64 Gramm ist in diesem Marktsegment eine Besonderheit. Außerdem sind im Lieferumfang zwei sog. Opferlinsen und ein Wabenfilter enthalten.

Beim SHARP II lässt sich ein Wabenaufsatz
vorschalten. Dieser wird, wie auch die Opferlinse,
einfach aufgeschoben


Mehr dazu in „Die Waffenkultur“ Nr. 87 ab 30. März 2026

Service
Oberland Arms