Dienstag, 19. Februar 2019

Bedienkonzepte für Taschenlampen


Die Kaufentscheidung für eine Taschenlampe kann ganz verschiedenen Kriterien unterliegen. Die Einfachheit des Bedienkonzeptes sollte dabei vordergründig sein. Denn hell sind sie heutzutage alle

Der Einsatz einer Taschenlampe erfolgt typischerweise bei Dunkelheit. Was wie eine Binsenweisheit klingt, wird bei der Anschaffung einer Lampe jedoch meist nicht zu Ende gedacht. Zu kompliziert sind die Bedienkonzepte. Endkappenschalter können mit mehreren Lichtmodi vorprogrammiert sein oder die Lampe ist mit zu vielen Funktionen überfrachtet.

Endkappenschalter von SureFire gelten als einfach. Sie erzeugen meist nur Momentlicht


Robuste Techniken
Dunkelheit selbst ist dabei eines der insgesamt vier Testfelder, an denen sich die Robustheit eines Gegenstandes oder eines Ausbildungskonzeptes messen lassen muss. Neben Dunkelheit sind das des Weiteren: Kälte, Zeitdruck und der Einfluss von Angst. Sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bedienkonzept unter diesen Gesichtspunkten noch funktioniert, muss es als nicht robust genug eingestuft werden. Von einem Kauf oder der Ausbildung an diesem Konzept ist abzuraten.
Bei Kompakttaschenlampen lassen sich die Bedienkonzepte in vier Kategorien unterteilen: einfach, halbeinfach, integriert und komplex.

Seitliche Modi-Wahlknöpfe ändern den Lichtmodus auch dann, wenn sie unbeabsichtigt bedient werden. Bei manchen Modellen lässt sich die Wahlfunktion wegprogrammieren


Einfach
Einfach bedeutet, mit einem kräftigen, grobmotorischen Drücken auf den Endkappenschalter geht das Licht an. Beim Loslassen geht das Licht wieder aus. Hierbei sollte auch nur ein Lichtmodi erzeugt werden. Die Lampe verfügt so zu sagen nur über eine Momentlichtfunktion.
Derzeit gibt es nur zwei Lampenhersteller, die solche Endkappenschalter in manchen Modellen verbauen: SureFire aus USA und Nextorch. Der Nachteil von SureFire-Lampen ist, sie sind verhältnismäßig teuer und können meist nicht mit modernen 18650-Akkus betrieben werden. Die auf Dauer recht kostenintensive Beschaffung von CR123-Lithium-Batterien bleibt nicht aus. Nextorch ist eine echte Alternative und bietet bei einigen Modellen einen Endkappenschalter, der dem Konzept "einfach" entspricht.

Moderne 18650-Akkus lassen sich direkt laden. Springt die Anzeige auf blau oder grün ist der Akku voll


Halbeinfach
Halbeinfach bedeutet immer noch einfach. Allerdings macht das Bedienkonzept hier eine zusätzliche bewusste Bewegung erforderlich. Nachdem das Licht mit einem grobmotorischen Drücken eingeschaltet wurde, bleibt es auch an, wenn der Endkappenschalter wieder losgelassen wird. Zum Ausschalten muss nochmals gedrückt werden. In einer stressbeladenen Situation, wie sie bei Dunkelheit, Zeitdruck und Angst um das eigene Leben (jemand schießt auf mich) entstehen kann, führt manchmal sogar schon „halbeinfach“ zu Ressourcenknappheit im Denkapparat. Auch bei halbeinfachen Bedienkonzepten sollte immer nur ein einziger Lichtmodi verfügbar sein. Nach Möglichkeit der hellste. Die meisten Kompakttaschenlampen von Fenix erfüllen diese Anforderung ohne in das nächst höhere Komplexitätslevel abzurutschen.

Glasbrecher am Lampenkopf (wie hier bei einer Nextorch TA30) bringen einen Zusatznutzen, sollte die Situation das erforderlich machen


Integriert
Als integriert gilt ein Bedienkonzept, wenn neben einer reinen An-/Aus-Funktion zusätzlich über einen seitlichen Wahlschalter oder gar einen Drehring am Endkappenschalter verschiedene Lichtmodi voreingestellt werden können und(!) eine ungewollte Bedienung nicht ausgeschlossen werden kann. Grundsätzlich hat die Lampe das gleiche Bedienkonzept, wie bei „halbeinfach“: 1x Drücken Licht an. 1x Drücken Licht aus. Allerdings besteht bei diesen Lampen permanent die Gefahr, dass durch eine grobmotorische Handhabung der Lichtmodi ungeplant wechselt. Von „Ganz hell“ zu „Am wenigsten hell“ oder zu „Stroboskop-Effekt“ oder sonst etwas. Unter Stress dann den richtigen Lichtmodus wieder einzustellen, ist ausgeschlossen. Das Bedienkonzept „integriert“ erfordert von vornherein mehr Ausbildungsaufwand und Stressresistenz beim Anwender. Wer aber lediglich eine schöne Taschenlampe für Outdoor-Aktivitäten, wie Angeln oder Zelten sucht, macht mit diesen modernen Kompakttaschenlampen keinen Fehler. Integriert ist die Vorstufe zu komplex.

Komplex
Komplexe Bedienkonzepte erscheinen selbst bei Tageslicht betrachtet schon als fragwürdig und unsinnig. Insbesondere sind das Taschenlampen, die mit einem Mal Drücken angeschaltet werden, bei denen das Licht aber nach einem zweiten Mal Drücken nicht ausgeht, sondern lediglich in einem anderen Lichtmodus wechselt. Das bedeutet: 1x Drücken An; 2x Drücken Aus. Oder eben auch: 2x Drücken An; 1x Drücken Aus. Es gibt mindestens einen Hersteller, der solche Lampen anbietet. Lampen dieses Herstellers bestechen darüber hinaus weder durch eine angenehme Haptik, noch durch eine brauchbare Lichtausbeute.

Sonstige Merkmale
Die Akkus moderne Kompakttaschenlampen verfügen mitunter über eine Schnittstelle, die ein direktes Aufladen mit einem Ladekabel erlaubt. Zusätzliche Ladegeräte werden dadurch obsolet. Entsprechende Ladekabel hingegen werden meist ohnehin schon standardmäßig mitgeführt.
Glasbrecher am Lampenkopf, wie es bspw. eine Nextorch TA30 hat, bringen einen Zusatznutzen, sollte die Situation das erforderlich machen.





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