Donnerstag, 14. Juni 2018

Urlaubslektüre: Vertraute Feinde von Ian Krüger


Vertraute Feinde
von Ian Krüger

Taschenbuch: 404 Seiten
Verlag: Scheyring Verlag (Mai 2018)
ISBN-13: 978-3944977935
Preis: 14,99 Euro



Ian Krüger bereichert das Genre des deutschsprachigen Thrillers mit einer Erzählweise auf dem Niveau von Jack Higgins und Frederick Forsyth. Nach seinem Erstlingswerk „Alleingang“ strickt der Autor in „Vertraute Feinde“ einen weiteren Plot zum Thema islamistischer Terrorismus. Der Protagonist, Jan Steiger, ehemaliger Kampfschwimmer aus Eckernförde und jetzt Zeitverwender beim BND, versucht beim Tauchurlaub auf den Amerikanischen Jungferninseln etwas Abstand vom tristen Arbeitsalltag in der Bundeshauptstadt zu gewinnen. Letztlich wird er unfreiwillig Zeuge eines gut geplanten Kommandounternehmens. Die Handschrift der Angreifer erkennt Steiger sofort: Es muss sich um Angehörige einer militärischen Spezialeinheit handeln. Wer dabei Gut und Böse ist, bleibt für Steiger vorerst undurchsichtig.
Der Autor Ian Krüger setzt auch in „Vertraute Feinde“ wieder auf das Instrument, mehrere Erzählstränge und verschiedene Zeitebenen zusammenlaufen zu lassen. Damit gelingt es ihm, die einzelnen Kapitel kurz zu halten aber trotzdem eine verwobene und komplexe Geschichte zu erzählen sowie den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht zu erhalten.
Die Rekrutierung von kampferprobten privaten Sicherheitsleuten und die Gegenmaßnahmen der Geheimdienste werden mit einer hohen Detailtreue geschildert. Der Autor kann hierbei auf seine eigene Ausbildung und Berufserfahrung zurückgreifen. Auch bei Beschreibungen von Handwaffen oder technischem Gerät ist die Kompetenz des Autors deutlich zu erkennen.
„Deutschland braucht wieder einen Helden.“, meint Krüger im Privatgespräch. Mit dem Ex-Kampfschwimmer Jan Steiger hat er so eine Figur geschaffen. Dem Vernehmen nach ist schon ein Dritter Teil geplant. (hh)


Dienstag, 12. Juni 2018

Zielfernrohr GECO Black 1-8x24i


Der relativ junge Anbieter German Precision Optics zeigte auf der IWA 2018 einige interessante Zielfernrohr Neuheiten. Auf dem deutschen Markt werden die Zielfernrohre über GECO vertrieben. In einer ersten Produktvorstellung bespricht „Waffenkultur“ das GECO Black 1-8x24i




Von Arne Mühlenkamp

Die Zielfernrohre von German Precision Optics zogen schon während der IWA das allgemeine Interesse auf sich. Sie verfügen über alle notwendigen Qualitätsmerkmale, die ein modernes ZF haben sollte, wie z.B. mil-Klickmaß, eine clockwise-Verstellung oder Parallaxenausgleich bis 25 Meter. Die Preispolitik von GPO sorgte derweil für eine weitere positive Überraschung. Ein Long Range ZF der Dimension 6-24x50 ist für 999 Euro Endkundenpreis zu haben. Das in diesem Beitrag beschriebene taktische ZF 1-8x24i für 1.899 Euro.

German Precision Optics
Die Namen hinter der 2015 gegründeten Firma German Precision Optics sind indessen keine unbekannten. Richard Schmidt war viele Jahre lang Geschäftsführer der Carl Zeiss Sport Optics GmbH. Stephan Kern verantwortete den Militär- und Law Enforcement-Vertrieb bei Schmidt & Bender und anschließend den Geschäftsbereich Sport Optics und Behörde bei Meopta.
Um den hohen Qualitätsanspruch an die eigenen Produkte zu gewährleisten, finden Entwicklung und Qualitätsmanagement bei GPO in Deutschland statt. Die Unternehmensstruktur ist auf eine konsequente Reduzierung der Overheadkosten ausgerichtet. Dieses effiziente Geschäftsmodell macht letztlich das hervorragende Preis-Leistungsverhältnis möglich. In die Produkte fließen auch gut 25 Jahre Markterfahrung in der optischen Industrie ein sowie Erfahrungen mit Anwendern aus dem Behördensektor weltweit. Bei GPO ist man darauf fokussiert, dem Kunden bedarfsgerecht das anzubieten, was er zur Erfüllung seines Auftrages braucht. Neben Zielfernrohren liefert German Precision Optics auch Ferngläser, Wärmebildgeräte und Opto-Elektronische Geräte.

Die Türme arbeiten clockwise (cw) und in mil (1cm/100m). Die sog. „locking turrets“ müssen vorm Verstellen leicht angehoben werden


Grundaufbau
Das GECO Black 1-8x24i ist vom Grundaufbau her ein Short-Dot ähnliches ZF. Als Urvater dieser Zielfernrohrkategorie gilt das Schmidt & Bender 1,5-6x20 PM II. Short Dots dienen typischerweise zur Überbrückung des infanteristischen Halbkilometers; bieten darüber hinaus aber die Option einer einfachen Vergrößerung mit Rotpunkt für Schüsse in Nahdistanz. Seit der Ersteinführung dieser Modelle hat sich der Zoom-Bereich erheblich vergrößert. Waren in der Anfangszeit gerade einmal 4-fache Zoom-Faktoten aber kaum reale 1-fach Vergrößerungen ohne Verzerrungen machbar, erreichen die ZF heute durchweg 8-fache Zoom-Faktoren. Im 1-fachen Vergrößerungsbereich steht dem Anwender ein verzerrungsfreies Visierbild zur Verfügung.

Verwendungszweck
Ein typischer Verwendungszweck ist der Einsatz beim Sniping 4. Generation (S4G). Einmal montiert und eingeschossen, wird am ZF weder die variable Vergrößerung verändert, noch Korrekturen an den Verstelltürmen vorgenommen. Der Schütze arbeitet im Distanzbereich von Null bis 600 Meter nur mit einer Haltepunktanpassung und einer permanenten 4-fachen Vergrößerung. Die Haltepunktanpassung richtet sich lediglich nach den beiden Entfernungen „nah“ und „weit“ sowie einer Seitenkorrektur je nach Windstärke von „schwach“ oder „stark“. Auf Korrektureinstellungen am Zielfernrohr wird bei dieser Methode aus Zeitgründen grundsätzlich verzichtet.
Aufgrund des beachtlichen Höhenverstellweges von 291 mil erfüllt das GECO Black eine Doppelfunktion bis in den Long-Range Bereich hinein. Es kann problemlos die Einsatzreichweite des Kalibers .308 Win. von 800 Metern überbrücken. Theoretisch benötigt die .308 Win. für einen 800-m-Schuss 88 bis 95 Höhenklicks. Das GECO bietet hier genügend Spielraum. Die 8-fache Vergrößerung erlaubt ebenfalls eine Zielidentifikation bis mindestens 800 Meter.



Türme und Klickmaß
Höhen- und Seitenturm arbeiten im Uhrzeigersinn, also nach dem cw-Prinzip (clockwise). Die Verstellung besitzt ein mil-Klickmaß (1 cm/100 m). Wegen des 34-mm-Mittelrohrs konnte German Precision Optics einen Verstellweg von 291 Klicks für die Höhe als auch die Seite realisieren. Eine Umdrehung liefert 100 mil.
Im obligatorischen Boxtest konnte das GECO Black die Herstellerangabe von 1cm/100m absolut verifizieren.
Die Türme sind blockiert und müssen vorm Verstellen aus der Arretierung herausgezogen werden.

Absehen
Das GECO Black 1-8x24i besitzt ein Horse-Shoe Absehen in 1. BE. Für Käufer außerhalb Deutschlands ist das ZF unter Bezeichnung GPOTAC 8x 1-8x24i lieferbar. Das Absehen heißt dann HS(i).
Auf 100 Meter Entfernung und bei der maximalen Vergrößerung von 8-fach, bildet der offene Hufeisenkreis eine Größe von 20 cm ab. Die Öffnung an der Basis des Kreises entspricht genau der Hälfte; also zehn Zentimeter. Das Fadenkreuz entspricht in der horizontalen Ausdehnung genau 100 cm. Von Absehenmitte bis zum unteren Rand ebenfalls 100 cm. Da sich das Absehen in der 1. BE befindet, gelten diese Maße ausschließlich bei einer Vergrößerung von 8-fach.
Der Hufeisenkreis mit seinem inneren Punkt kann stufenlos beleuchtet werden. Nach drei Stunden schaltet sich die Beleuchtung automatisch ab. Sinkt die Batteriekapazität unter 15%, wird dies dem Anwender angezeigt. Das ZF benötigt eine CR2032.



Linsenvergütung
Der hohe Qualitätsanspruch bei GPO zeigt sich bspw. auch in der Linsenvergütung. Die Zielfernrohre besitzen das so genannte GPObright™ Lens Coating. Die Lichttransmission als auch der Kontrast werden dabei erhöht. Eine nicht beschichtete Glasoberfläche reflektiert bis zu 5% der Lichtstrahlen. Die GPObright-Beschichtung erlaubt hingegen eine Lichttransmission von bis zu 92%.

Einschießen und Nullen
Montiert wurde das 1-8x24 versuchsweise auf der Langzeittestwaffe Black Label M4. Herstellerseitig wird keine bestimmte Einschießdistanz vorgegeben. Der Anwender hat somit die Wahl aus mehreren Einschießkonzepten. Zum einen ist es möglich, das Glas auf 100 Meter Fleck einzuschießen und die Haltepunktkorrektur über Drehen am Höhen- und Seitenturm vorzunehmen. Des Weiteren steht dem Anwender das 200/50 Konzept zur Wahl oder das 300/25 oder S4G. Für unsere Produktvorstellung fiel die Wahl auf 200/50. Hierbei wird die Waffe auf 50 Meter angeschossen, was zu einem zweiten Schnittpunkt bei etwa 180 Meter führt. Auf 300 Meter entsteht ein Tiefschuss von etwa 35 cm. Eine Benutzung der Höhenverstellung ist bei diesem Einschießkonzept eher nicht vorgesehen.

Für die Montage auf einem AR-15 ist eine gekröpfte Montage empfehlenswert (bspw. SPUHR SP-4016). Eine normale Blockmontage erzeugt nicht den notwendigen Augenabstand. Selbst dann nicht, wenn sie vorgeschoben (und unfachmännisch) montiert wird (Foto)


Fazit
Mit 1.899 Euro rangiert das GECO Black an der Grenze zwischen mittlerer und oberer Preisklasse. Der Anwender erhält ein hochwertiges und robustes ZF mit einer möglichen Doppelfunktion für weite Distanzen bis gut 1.000 Meter, sollte das die Situation erfordern. Die Ausstattung entspricht allen Anforderungen an ein modernes ZF. Es ist lichtstark, hat ein brillantes Absehen, das beleuchtet werden kann, es arbeitet clockwise und im mil-System.

Service

Das Horse-Shoe Absehen in der 1. BE


Technische Daten Optik
Hersteller: GECO (designed by German Precision Optics)
Modell: Black 1-8x24i Tac
Absehen: Horse-Shoe in 1. BE
Länge: 27 cm
Mittelrohr: 34 mm
Max. Höhenverstellung: 291 cm
Parallaxenausgleich: fest auf 100 m
Gewicht ohne Montage: 770 g
Augenabstand: 90 mm
Klickverstellung: 1 cm (0,1 MRAD)
Drehrichtung: cw
Batterie: CR2032
Preis (EVP): 1.899 Euro
GECO Art. Nr.: Art. Nr. 2403722

Freitag, 8. Juni 2018

Rucksack Jäger II von Savotta


Der finnische Hersteller Savotta ist bekannt für hochwertige und besonders robuste Ausrüstungsgegenstände. Waffenkultur hat den Rucksack Jäger II (Jääkäri M) im norwegischen Winter getestet


Von Christian Väth

Das Unternehmen Savotta besteht seit 1955 und beliefert seit jeher die finnischen Streitkräfte. Schwerpunkt des Produktportfolios sind robuste Textilprodukte wie Rucksäcke, Zelte und Bekleidung, aber auch spezialisierte Ausrüstung wie verschiedene Zeltöfen oder der Pulka (samischer Schneeschlitten) werden angeboten. Fast alle Produkte werden in Finnland hergestellt.

Gut zu erreichen – Deckelfach und Seiteneingriff des Jäger II (Foto: Savotta)


Rahmenbedingungen
Die Grenze zwischen Finnland und der Russischen Föderation entspricht mit 1.340 Kilometern fast der gesamten Nord-Süd-Ausdehnung des Landes. Dementsprechend herausfordernd gestaltet sich der Schutz dieser langen Linie. Bei einer Bevölkerung von nur 5,5 Millionen Einwohnern auf einer Fläche, die fast der gesamten Bundesrepublik entspricht, zählt die Nation zu den besonders dünn besiedelten Gebieten Europas. Für die Sicherung der unwegsamen Außengrenzen in Friedenszeiten ist der finnische Grenzschutz (finn. Rajavartiolaitos) verantwortlich. Trotz seiner primär polizeilichen Funktion, sind deren Einheiten militärisch organisiert und ausgebildet, bilden Wehrpflichtige aus und führen im Kriegsfall Jagdkampf-Aufträge und Langstreckenpatrouillen zu Fuß zur Aufklärung durch.

Gut zu erreichen – Deckelfach und Seiteneingriff des Jäger II (Foto: Savotta). 2: Expansion möglich – maximale Erweiterung des Deckelfaches für sperrige Zusatzausrüstung (Foto: Savotta)


Potential
Durch ihren Auftrag sind die Angehörigen der finnischen Grenzjägerkompanien, genauso wie die Jägertruppen des Heeres, auf die Zuverlässigkeit ihrer persönlichen Ausrüstung besonders angewiesen. Robustheit, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit sind zentrale Kriterien. Savotta setzt dazu, wie andere Hersteller auch, auf bewährtes 1000D Cordura und Kunststoff-Schließen von ITW. Der Jäger II wird dabei nach den Spezifikationen des finnischen Heeres hinsichtlich Flammhemmung, IR-Abstrahlung und Belastbarkeit gefertigt. Der Rucksack ist ein echtes Sturmgepäck, da er durch seine Kompaktheit auch beim Vorgehen durch dichtes Buschwerk und enge Räume getragen werden kann, zeitgleich aber Raum für Zusatzausrüstung bietet. Mit einem Volumen von 22 Litern ist er ein klassischer Tagesrucksack, der unter Verwendung eines minimalistischen Ausrüstungsansatzes ohne Probleme als Mehrtagesrucksack verwendet werden kann.

m norwegischen Skjold-Fjord - Schnee, Eis und Starkregen können dem Finnen nichts anhaben


Ausstattung
Durch verstellbare Zugbänder am Deckelfach kann das Volumen ebenso erhöht werden, wie über die Anbringung von Zusatztaschen an den PALS-Schlaufen. Großvolumige Ausrüstung wie ein Schlafsack kann an den sehr zweckmäßig gestalteten Bodenschlaufen sicher verzurrt werden. Kleine Außentaschen nehmen Getränke und Gegenstände auf, die schnell verfügbar sein müssen. Das Hauptfach ist wasserdicht und wird durch eine Schneeschürze geschützt. Das Testexemplar wurde standardmäßig vor der ersten Nutzung mit einer herkömmlichen Sprühimprägnierung behandelt und blieb auch bei heftigem Starkregen innen trocken. Besonders praktisch: Das Hauptfach ist in seiner vollen Breite seitlich über Reißverschlüsse erreichbar. Dem Nutzer wird dadurch ermöglicht bei Verwendung eines eigenen Packstandards wesentlich schneller an Ausrüstung heranzukommen und dabei die Ordnung im Rucksack aufrechtzuerhalten. Außerdem ist der Rucksack für die Aufnahme eines Trinksystems mit entsprechender Schlauchführung vorbereitet. Die Außenmaße ohne Erweiterungen betragen 52 x 25 x 17 Zentimeter.

Sehr hoher Tragekomfort, eine robuste Außenhülle und ein durchdachtes Packkonzept - der Savotta Jäger II


Tragekomfort
Durch ein Rückengestell und angenehme Brust- und Beckengurte ist der Tragekomfort auch jenseits der zwölf Kilogramm sehr gut. Breite gepolsterte Schultergurte zögern die Ermüdung der Schultern weit hinaus. Die Gewichtverteilung vom Rücken auf das Becken ist sehr effektiv gestaltet und beugt Rückenschmerzen vor. Mitgeliefert wird auch ein Rückenkissen, das den unteren Rücken polstert und wunde Stellen durch Scheuern vermeidet. Die überwiegende Zeit wurde diese Polsterung entfernt und nicht genutzt. Korrekte Gurteinstellungen und sinnvolle Packverteilung vorausgesetzt, ist der Anwender eines Jäger II sehr beweglich. Die flache, breite Form der Schultergurte ermöglicht auch bei geschultertem Rucksack einen vernünftigen Gewehranschlag – abgesehen vom unvermeidlichen Verlust der Schultertasche wohlgemerkt.
Der Rucksack ist in den Farben Oliv, Schwarz und im finnischen Tarnmuster M05 (30 Euro Aufpreis) erhältlich. Bezug: Savotta hat eine eigene Deutschland-Vertretung etabliert, ansonsten ist der Jäger II und andere Produkte des Herstellers im gut sortierten Einzelhandel erhältlich.

Fazit
Für 200 Euro erhält man mit dem Modell Jäger II einen sehr vielseitigen und durchdachten Rucksack. Andere beliebte und ebenfalls sehr zuverlässige Modelle wie der Berghaus Munro kosten zwar nur etwa die Hälfte, bleiben jedoch hinsichtlich der Flexibilität weit zurück. Savotta gibt das Vertrauen in seine Rucksäcke in Form einer uneingeschränkten Garantie von mindestens 5 Jahren an die Kunden weiter (Größere Modelle auch 10 Jahre). Der modifizierte Grenzjägerrucksack ist ein hervorragender Rucksack für alle Anwendungen.



Dienstag, 5. Juni 2018

Schadstofffreie Alternative für 9x19


Munition von RUAG bzw. dem deutschen Pendant GECO gehört qualitativ zur Spitzengruppe dessen, was man sich als Endanwender kaufen kann. In einer Serie stellen wir jeweils zwei Laborierungen des gleichen Kalibers gegenüber. Den Anfang machen zwei Patronen des beliebten Kalibers 9x19


Die Kaufentscheidung für Munition wird durch diverse Kriterien beeinflusst. Neben „billigst“, was nie ein Kriterium sein sollte, ist „hinreichende Eigenpräzision“ schon eher ein Leitbild für den Munitionskauf. Versorgungsengpässe, die das Kriterium „überhaupt verfügbar“ auf die Tagesordnung brachten, gehören aufgrund der Kapazitätserweiterungen fast aller Hersteller der Vergangenheit an. Seit einigen Jahren tritt berechtigterweise mehr und mehr der Gesundheitsaspekt in den Vordergrund. Die Komponenten patronierter Munition enthalten gesundheitsschädigende Schwermetalle, die beim Schuss freigesetzt, an die Umwelt abgegeben und letztlich durch den Schützen absorbiert werden. Das Kriterium „schadstofffrei“ sollte, zumindest für Anwender, die einer Dauerbelastung unterliegen, in den Fokus rücken.

9x19 FMJ vs. 9x19 FMJ SX
Im weitverbreiteten Kaliber 9x19 entspricht die FMJ 8,0 Gramm von RUAG der acht Gramm Vollmantel Rundkopf von GECO. Mit dieser Patrone steht dem Anwender eine zuverlässige und kostengünstige Trainings- und Einsatzmunition zur Verfügung. Das Sinoxid-Zündhütchen ist zwar bleifrei, aber nicht gänzlich schadstofffrei. Bei hohen Schusszahlen kann es zu einer zusätzlichen Blei-Emission kommen, da der Geschossboden offen ist und somit den Bleikern nicht verdeckt. Das ist unkritisch bei einer Anwendung auf offenen Schießständen oder im Freien. In Raumschießanlagen sollte insbesondere bei einem hohen Trainingsvolumen die mögliche Schadstoffemission bedacht werden.
RUAG hat hierfür eine Non-Toxic Variante der 9x19 ins Programm genommen: Die FMJ SX. Ballistisch sind beide Laborierungen identisch. Die SX besitzt allerdings ein vollständig verkapseltes Geschoss. Das heißt, der Geschossboden ist geschlossen. Eine Blei-Emission durch den Bleikern wird verhindert. Außerdem sind in der SX so genannte SINTOX®-Zündhütchen verbaut, die über keinerlei schwermetallhaltige Bestandteile mehr verfügen. Die Belastung des Schützen wird dadurch auf ein absolutes Minimum reduziert

9x19 FMJ 8,0 Gramm: Der Geschossboden ist offen. Bei hohen Schusszahlen kann es zu einer zusätzlichen Blei-Emission kommen. Bei Verwendung im Freien besteht jedoch kaum Anlass zur Sorge
 

Technische Daten 9x19 FMJ (GECO VM 8g)
Projektil: Vollmantel, 8,0 Gramm
Material: Bleikern, kupferummantelt
Zündhütchen: SINOXID (bleifrei)
Hülse: Kupfer-Zink Legierung
Gesamtgewicht: 12,3 g
term of reference: C.I.P.
Druck: max. 2.350 bar (bei 21°C)
Mündungsgeschwindigkeit: 380 m/s (200 mm Lauf)
Mündungsenergie: 575 J
Präzision: < 100 mm/50 Meter (20-Schuss-Gruppe)


9x19 FMJ SX 8,0 Gramm: Das Geschoss ist vollständig verkapselt. Der Initialsprengstoff im Zündhütchen ist frei von Schwermetallen. Eine Belastung des Schützen ist ausgeschlossen


Technische Daten 9x19 FMJ SX (GECO VM-verkapselt 8g)
Projektil: Vollmantel, 8,0 Gramm
Material: Bleikern, vollständig verkapselt
Zündhütchen: SINTOX® schadstofffrei
Hülse: Kupfer-Zink Legierung
Gesamtgewicht: 12,3 g
term of reference: C.I.P.
Druck: max. 2.350 bar (bei 21°C)
Mündungsgeschwindigkeit: 370 m/s (150 mm Lauf)
Mündungsenergie: 545 J
Präzision: < 50 mm/25 Meter (20-Schuss-Gruppe)
GECO Art. Nr. 231 8221

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