Freitag, 11. April 2014

K-ISOM Spezial I / 2014: Moderne Handwaffen der Bundeswehr



Seit 25. März ist die Spezialausgabe I / 2014 der K-ISOM erhältlich. Sören Sünkler und sein Autorenteam widmen sich auf 98 Seiten den Handwaffen der Bundeswehr.
Die Zeiten Mitte der 1990er-Jahre, in denen der durchschnittliche (luftbewegliche) Infanterist drei Waffen (P1, G3 und MG3) kennen und beherrschen musste, sind vorbei. Das K-ISOM Spezial verdeutlicht sehr schön, den Waffen- und Munitions-Mix der Bundeswehr von heute.

Die Erläuterungen beginnen chronologisch im Jahr 1955 und erfassen dabei die P1, kommen im weiteren Verlauf zum futuristischen G11 aus den 1970er-Jahren und lassen auch die neuste Entwicklung, das MG5, nicht aus.
Die Autoren schreiben auch zum Handwaffenkonzept der Bundeswehr und über die Einsatzerfahrung, welche auf dem Balkan, in Afrika und am Hindukusch gesammelt worden ist.

Reichlich bebildert und mit einigen Tabellen bietet das Spezial I / 2014 eine sehr gute und informative Zusammenfassung.



Inhalt
02 Intro: Si vis pacem, para bellum!
04 Bundeswehr ab 1955: Mut zur Lücke.
08 Liste der Handfeuerwaffen: Von der P1 über das G11 zum MG5.
11 HK G11: Seiner Zeit voraus.
12 Das Handfeuerwaffenkonzept: Vom Kalten Krieg bis nach Afghanistan.
18 Einsatzerfahrungen der Bundeswehr: Vom Balkan über Afrika bis an den Hindukusch.
22 Pistolen: Die „Signalistin“ P2A1, die „Spanner“ HK P7, die „Universale“ HK P8 USP, die „Elektrische“ HK P11, die „Leise“ HK P12 SD, die „Neue“ HK P30.
30 Maschinenpistolen: HK MP5 und Varianten sowie HK MP7A1 PDW.
36 Langwaffen: HK G3, HK G27, HK G36.
46 Scharfschützen: HK G36 ZF, HK G3 ZF, HK G3 DMR, AI G22/23, AI G24 .50 cal, AI G25 SD, BFM G82 .50 cal, HK G28 DMR.
60 Flinten: HK 512, Remington 870, Mossberg.
62 Leichte, mittlere und schwere Maschinengewehre: (LM)G36, (LM)G8, MG4, MG3, KWS, MG5, FN M2HB-CQB, FN M3M.
77 Granatwerfer: HK AG40A2, HK69, HK GraMaWa, Milkor.
80 Panzerabwehr: MILAN, TOW, Panzerfaust 3, Wirkmittel (RGW) 90.
84 Fliegerabwehr: Fliegerfaust STINGER & STRELA.
85 Systeme: Infanterist der Zukunft IdZ ES „Gladius“.
88 Wer schneller schießt und besser trifft, gewinnt den Feuerkampf: Das neue Schießkonzept.
92 Wirkung geht vor Deckung: Die Munition von 4,6 mm bis 40 mm.
93 Messer und Kampfmittel: Eickhorn KM2000, Tools, Handgranaten, Reizspray, Panzerfaust/Leuchtbüchse 84 „Carl Gustav“
94 Fremdwaffen: Ost/NATO, Projekte, HK G26, Schmeisser, FAMAS, NVA.
95 Vergleichssysteme: SIG 55X (Schweiz) und Steyr AUG (Österreich).
96 Danksagung, Impressum, Quellen





Donnerstag, 10. April 2014

Red Dot vs. Iron Sights



Es ist eine Diskussion, die immer mal wieder aufkommt: Die Vorteilhaftigkeit von Rotpunktvisieren gegenüber der herkömmlichen mechanischen Visierung; auch Offene Visierung oder Iron Sights genannt. Welche Rolle spielen die beiden Visiervarianten für die Entwicklung des Schützen und seiner Fertigkeiten?


Zu diesem Thema gibt es zahlreiche Studien. Eine stammt aus dem Jahre 2011 und heißt „Comparative Pistol Project“.



In diesem Projekt wurde vergleichsweise die Effektivität von traditionellen offenen Visiereinrichtungen (Kimme und Korn) zu Rotpunktvisieren (in diesem Fall das RMR von Trijicon) untersucht. Insgesamt 27 Probanten nahmen an der Studie teil. 13 von ihnen nutzten Iron Sights und 14 nutzten die Trijicon Optik. Geschossen wurden vier unterschiedliche Parcoursähnliche Übungen. Im Resultat waren die Teilnehmer mit einer Leuchtpunktoptik signifikant besser.

Übung 1
Die erste Schießübung bestand darin, auf eine Entfernung von 15 Yards einen Einzelschuss ohne Zeitbegrenzung anzubringen. Insgesamt mussten von jedem Teilnehmer 10 Schuss abgegeben werden.

Übung 2
Aus einer Entfernung von 5 Yards waren aus einer Bereitschaftshaltung (center chest retention hold) 2 Schüsse abzugeben. Das Ganze insgesamt 10-mal.

Übung 3
Identisch zu Übung 2; allerdings aus einer Entfernung von 10 Yards.

Übung 4
Aus einer Entfernung von 10 Yards waren 2 Ziele zu beschießen; jeweils mit einem Schuss. Die Ziele standen dabei 6 Fuß (1,83 m) auseinander. Insgesamt mussten 6 Durchgänge absolviert werden.

Auswertung in der Studie
Die Auswertung, welche in der Studie vorgenommen wurde, zeigt folgendes Bild:
Bei Übung 1, dem präzisen Einzelschuss erreichte die Iron-Sight-Gruppe 75% der möglichen Treffer. Die Red-Dot-Gruppe erreichte 98% an Treffern. Was in der Studie als „statistisch signifikant“ bewertet wird.
Bei allen anderen Übung, welche alle gegen die Zeit aus einer Bereitschaftsposition heraus geschossen werden mussten, betrug der prozentuale Unterschied zwischen den beiden Gruppen 95 zu 99% bzw. 81 zu 96% und 83 zu 96%. Nach dem Urteil der Durchführenden waren diese Unterschiede „statistisch nicht signifikant“.

Ergebnis
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Trijicon RMR Rotpunktoptik effektiver ist, als Kimme und Korn der offenen Visierung.


Interpretation
Die Studie lässt Spielraum für Interpretationen: Der einzige als signifikant zu bewertende Unterschied in der Trefferleistung ist beim präzisen Einzelschuss ohne Zeitbegrenzung zu sehen. Die Ursache könnte hier sein, dass keinem der Teilnehmer der Umgang mit Kimme und Korn schon jemals richtig erklärt worden ist. Somit kann nicht zwingend behauptet werden, die Gruppe mit Red Dot Visier wäre besser. Sie ist nur weniger schlecht als die Kimme-und-Korn-Gruppe. Bei dieser Gruppe wiederum offenbaren sich die Ausbildungsmängel schonungslos. Während die Red-Dot-Gruppe Ausbildungsmängel durch die Verwendung besserer Ausrüstung kaschieren kann.

Leider endet die Studie an dem Punkt, wo es interessant wird.
In einem zweiten Teil hätte untersucht werden können, wie sich die Trefferergebnisse ändern, wenn beide Probantengruppen mit dem gleichen Material ausgestattet wären.

Fall a): Beide Gruppen schießen ohne Red Dot
In die Praxis übertragen hieße das, es steht kein optoelektronisches Zielhilfsmittel zur Verfügung.
Vermutlich wäre hier zu beobachten gewesen, dass die Gruppe, welche im Teil 1 mit Iron Sights schoss im Teil 2 signifikant bessere Ergebnisse erzielt hätte, als die Gruppe, die aus Teil 1 heraus an das Schießen mit einem Rotpunkt Zielhilfsmittel gewöhnt war.

Fall b): Beide Gruppen schießen mit Red Dot
Vermutlich wäre hier das Ergebnis gewesen, dass ebenfalls die Iron-Sight-Gruppe aus Teil 1 die besseren Ergebnisse gehabt hätte, weil sie aus Teil 1 heraus einen höheren Trainingseffekt durch das Nutzen der Offenen Visiereinrichtung mit in den Teil 2 hätte nehmen können.

Fazit
Leuchtpunktoptiken schließen keine Fähigkeitslücken. Sie kaschieren nur Ausbildungsmängel bis zu einem gewissen Grad. Eine Grundausbildung im Nutzen von Iron Sights / Kimme & Korn hingegen ist für die Entwicklung von Schießfertigkeiten von hoher Bedeutung. Nicht nur im Hinblick darauf, dass Leuchtpunktzielgeräte nicht immer zur Verfügung stehen bzw. deren Technik auch ausfallen kann.


Mittwoch, 2. April 2014

Leseempfehlungen (5)



Feindkontakt - Gefechtsberichte aus Afghanistan
von Sascha Brinkmann, Joachim Hoppe, Wolfgang Schröder

Broschiert: 226 Seiten, 14 Abbildungen
Format: 21,5 x 14 cm
Verlag: E.S. Mittler & Sohn; 2. Auflage, 2014
ISBN-13: 978-3813209549
Preis: 19,95 Euro





In diesen Tagen jährt sich das Karfreitagsgefecht zum vierten Mal. Am 2. April 2010 erreichen die Kampfhandlungen zwischen den Fallschirmjägern der Bundeswehr und den Aufständischen im Raum Kunduz einen neuen Höhepunkt. Im 15 km westlich von Kunduz gelegenen Isa Khel fallen drei Kameraden, vier weitere werden schwer verwundet und müssen fortan zum Teil mit schweren körperlichen Einschränkungen leben. Die Kämpfe am Karfreitag 2010 gelten als die schwersten und verlustreichsten, welche die deutsche Armee seit Ende des 2. Weltkriegs zu führen hatte.

In „Feindkontakt“ schildern insgesamt zwölf Autoren ihre Erlebnisse im fernen Afghanistan des Jahres 2010. Ausgangspunkt der Erzählungen ist dabei der Karfreitag, der vielen von uns schmerzlich in Erinnerung bleibt.

Im ersten Teil des Buches kommen Angehörige der Kampftruppe zu Wort. Der Leser erhält einen sehr detaillierten Eindruck, von dem was im Gefecht wirklich geschah. Die Schreibweise ist bemerkenswert offen und eindringlich; aber ohne Effekthascherei.
Der zweite Teil des Buchs stellt die Lage aus einer anderen Perspektive dar. Militärische Analysten und Planer erweitern den Kontext auf das nachrichtendienstliche Element der Kampfführung. Die Taktiken des Gegners werden erläutert, aber auch die eigene Vorgehensweise. Interessant ist hierbei im Besonderen die Tatsache, dass ab November 2010 jede Kampfkompanie der Bundeswehr mit einem Nachrichtenoffizier verstärkt wurde. So konnten Informationen unmittelbar erhoben werden. Was zu einer deutlichen Verbesserung des Lagebildes beitrug. Ein Taktik übrigens, die schon vor mehr als 25 Jahren von den Südafrikanern im Buschkrieg in Angola angewandt worden war und die unter dem Name „Koevoet“ in die Geschichte eingegangen ist.

„Feindkontakt“ ist eine informative und spannende aber auch teilweise eine bedrückende Lektüre. Unsere Afghanistan-Veteranen können stolz sein, auf das was sie geleistet haben. Und wir sollten uns fragen, ob wir unseren Soldaten immer den Respekt entgegenbringen, den sie verdient haben.






Ritter im Heiligen Land: Kreuzfahrerstätten in Israel
von Hans Wolfram Kessler und Konrad Kessler


Gebundene Ausgabe: 168 Seiten, 160 farbige Abbildungen
Format: 21 x 23 cm
Verlag: Philipp von Zabern; 1. Auflage, April 2013
ISBN: 978-3805345521
Preis: 24,99 Euro



 

Die Kreuzzüge prägen bis heute das Verhältnis von Orient und Okzident. Das Erbe der christlichen Heerscharen, die in das Heilige Land strömten, um es den Händen der muslimischen Eroberer zu entreißen, wurde in Israel aber für lange Zeit wenig beachtet. Dabei finden sich zwischen Jordan und Mittelmeer bis heute faszinierende und beeindruckende bauliche Zeugnisse der zweihundertjährigen Präsenz der Kreuzfahrer. Viele Kirchen werden noch immer genutzt, Burgen und ganze Stadtanlagen sind inzwischen als Nationalparks erschlossen.
Obwohl sich zahlreiche Publikationen mit der Kreuzzugsgeschichte befassen, fand sich bisher kaum eine Veröffentlichung, die die verbliebenen Reste dieser Zeit im Heiligen Land für den geschichtlich interessierten Laien beschreibt. In ihrem Buch widmen sich Hans Wolfram und Konrad Kessler unter dem Titel „Kreuzfahrerstätten“ eben diesem Thema.
Das Buch beginnt mit einem historischer Abriss, der kompakt die komplizierte Situation erläutert, die den europäischen Rittern Anlass gibt zur Pilgerschaft in Waffen aufzubrechen. Ebenso prägnant schildern die Autoren die komplexen Entwicklungen in den 200 Jahren der Kreuzfahrerherrschaft im Königreich Jerusalem.

Im Hauptteil werden - reich mit Fotografien illustriert - die wichtigsten Stadtfestungen, Feudal- und Ordensburgen beschrieben, die heute noch in Israel zu finden sind. Darüber hinaus führen die Autoren den Leser an Plätze, wie Mühlen und Wehrhöfe, die für die Wirtschaft des Kreuzfahrerstaates ebenso Bedeutung hatten wie Hospitäler und Begräbnisstätten. Anschaulich wird dargestellt, wie Wirtschaft, Handel und Landwirtschaft im Kreuzfahrerreich funktionierten und welche Konflikte auch unter den verschiedenen Gruppierungen und Nationen auftraten. Praktisch hilfreich wird dem Israelreisenden erläutert, woran Kreuzritterbauten zu erkennen sind.
Diese Publikation sei jedem ans Herz gelegt, der sich für die Kreuzzugsgeschichte und Burgen begeistert. Kombiniert mit gelungenen Fotos gelingt es den Autoren informativ und interessant ein spannendes Thema darzustellen und zu einer Reise zu den bekannten und unbekannteren Kreuzfahrerstätten Israel einzuladen.


Sonntag, 30. März 2014

Die Waffenkultur – Ausgabe 15 (März/April 2014)




Ausgabe 15 (März/April 2014)



Die März/April Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Accuracy is King: Schießkurs Carbine 1 mit Larry Vickers
When life goes wrong: Street Combatives Techniken
RPM: Robust Pistol Manipulation mit Paul Gomez
Messereport IWA 2014: Was uns auffiel
Fürs kleine Schwarze: Die Glock 42 in .380 Auto
Licht ins Dunkel: Tritium Visiere in Deutschland
Hieb & Stich: Der Titan Sepp von Oberland Arms
Paladin: Ein Plattenträger von SERT
Standardübungen (9): Grid of Fire
The Return of Rigby: Jagdwaffen aus London
20 min Minimalprogramm (5): Die Bocholt Routine
Das Kalenderblatt: Der mythische Kolonialheld Paul von Lettow-Vorbeck
Buchvorstellung: Feindkontakt - Gefechtsberichte aus Afghanistan von Sascha Brinkmann und Bitzkrieg-Legende – Der Westfeldzug 1940 von Karl-Heinz Frieser





Mittwoch, 26. März 2014

Glock 42 in .380 Auto



Seit Anfang 2014 hat der österreichische Gebrauchswaffenhersteller die erste echte Taschenpistole im Programm: Die Glock 42 im Kaliber 9 mm Kurz.


Das Kaliber .380 Auto ist im Produktionsprogramm von Glock nicht neu. Es existieren bereits zwei Modelle. Die Glock 25 ist seit fast zehn Jahren auf dem Markt und entspricht mit ihrem Compact-Rahmen einer Glock 19. Die Glock 28 ist die Subcompact-Ausführung. Beide haben zweireihige Magazine. Konzipiert wurden diese .380-Modelle für Länder, in denen es Privatpersonen versagt bleibt, Handfeuerwaffen in militärischen Kalibern zu besitzen.
Die Patrone an sich ist über 100 Jahre alt und unter vielen Bezeichnungen bekannt. Neben 9 mm Kurz und .380 Auto wird sie auch noch gelistet als .380 ACP, 9 mm Browning short oder 9x17. Bis in die 1970er-Jahre hinein stand die Patrone im Dienst von Militär und insbesondere bei der Polizei. Legendär sind die frühen Spannabzugpistolen Walther PP und PPK eingerichtet für 9 mm Kurz. Seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die 9x17 zunehmend aus dem Bereich der behördlichen Dienstwaffen verdrängt und durch die stärkere 9x19 abgelöst. Im Segment der Kleinpistolen und Back-Up Waffen hielt sie aber ihren Status und gilt als leistungsstärkste Variante. Für gewöhnlich liegen die Geschossgewichte einer .380 Auto bei 90 gr. oder 95 gr., was zu einer Anfangsgeschwindigkeit von bis zu 300 m/s und einer Mündungsenergie von 280 J führen kann.



Gleichheiten und Unterschiede
Die Bedienelemente der Glock 42 unterscheiden sich äußerlich nicht von denen anderer Glock Pistolen. Sie hat den Magazinauslöser der Gen. 4, ebenfalls wechselbar zum Linkshandbetrieb. Der Schlittenfanghebel hat die gewohnte Position, Größe und Funktion. Der Abzug ist ein Glock Safe-Action mit seiner typischen Charakteristik, der bei gemessenen 4 kg bricht. Das Zerlegeprozedere ist identisch, ebenso die Tandemschließfeder der Gen. 4.
Die Waffe besitzt nur den Trigger Pin (Bauteil #28). Auf den Locking Block Pin (#34) wurde verzichtet. Beim Zerlegen zeigen sich erste Unterschiede. Um den Schlittenfanghebel entnehmen zu können, muss zuerst der Verschlussblock (#22) entfernt werden. Der Schlittenfanghebel ist nicht kompatibel zu anderen Glockmodellen.



Abzug
Die Glock 42 hat keine Abzugsfeder, sondern eine New-York-Trigger ähnliche Lösung. Was die Erklärung für den straffen Abzug liefert. Hat man in seiner Schießausbildung gelernt, beim Abkrümmen einen korrekten Bewegungsablauf auszuführen, stellen jedoch weder Abzugsgewicht noch Abzugscharakteristik eine Herausforderung dar. Trigger mechanism housing  (#23) und Connector (#24) sind ebenfalls nicht kompatibel zu anderen Modellen.



Einsatzzweck
Das Griffstück besitzt die gleiche RTF-Haptik, wie andere Gen. 4 Glockpistolen auch. Die Waffe lässt sich im einhändigen Anschlag mit normal großen Händen noch gut bedienen. Auch eine stabile beidhändige Grifftechnik ist machbar. Obgleich beidhändiges Schießen dem Einsatzzweck einer Taschenpistole nicht ganz entspricht. Taschenpistolen sind nicht dafür gedacht, Feuergefechte zu führen. Sie stellen eine Option dar, in einer Konfrontation die Feuerüberlegenheit zu gewinnen. Was in diesem Fall wohl heißt, dass der Gegner unbewaffnet und/oder überrascht ist. In allen anderen Einsatzgebieten wird die Glock 42, wie jede andere Taschenpistole auch, den Kürzen ziehen. Zur sportlichen Verwendung taugt sie nicht aufgrund der kurzen Visierlinie. Auf der Jagd bringt sie zu wenig Energie ins Ziel und als Alternative für das Training mit einer Gebrauchswaffe sind die Munitionskosten im Kaliber .380 Auto zu hoch. Bleibt also nur das (sehr) verdeckte Führen. Wofür sich ein Minimalholster empfiehlt. Der Slime-Line Abzugsbügel hat statt den 16 mm Breite einer Glock 17 nur 12 mm. Das sollte beim Kauf bzw. der Anfertigung eines Minimalholsters aus Kydex beachtet werden.



Fazit
Im Gegensatz zu lediglich „klein geschrumpften“ Taschenpistolen besitzt die Glock 42 eine gute Ergonomie. Die Waffe schießt sich sehr angenehm. Wozu auch die niedrige Laufachse ihren Beitrag leistet.

Technische Daten
Modell: Glock 42
Hersteller: Glock Österreich
Kaliber: .380 Auto
L x B x H: 14 cm x 2,2 cm x 10 cm
Lauflänge: 68 mm
Visierlinie: 125 mm
Abzugsgewicht: ca. 4 kg
Gewicht: 390 g
Magazinkapazität: 6+1

Mehr dazu in Waffenkultur Ausgabe 15 ab 30. März 2014



Montag, 24. März 2014

SIG 516 Langzeittest – Woche 105 bis 116



Die 516 diente ein weiteres Mal als Leihwaffe auf unseren Gewehrkursen. Sie war ausgestattet mit dem Aimpoint PRO. Verschossen wurde Munition des Fabrikats GECO Target 63 gr. Die Behandlung mit FireClean zeigte Vorteile. Ebenso wie der VCAS-Trageriemen.


Gesamtschusszahl: 7.900 + 540 = 8.440

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Die SIG 516 lief etwa 700 Schuss ohne Zwischenreinigung nachdem die Waffe mit FireClean behandelt wurde. FireClean wurde anstatt eines herkömmlichen Waffenöls aufgetragen. Laut Herstellerangabe bleibt die Schmierung auch dann noch bestehen, wenn kein Schmierfilm mehr zu sehen ist. Außerdem soll sich Pulverschmauch leichter von den Metallteilen entfernen lassen. Das Resultat, welches sich nach 700 Schuss zeigte war überraschend. Das Gasventil ließ sich problem- und reibungslos aus der Waffe entnehmen. Normalerweise sorgen Pulverschmauchablagerungen bei Reinigungsintervallen größer als 500 Schuss dafür, dass beim Entnehmen etwas mehr Kraft und manchmal sogar Werkzeug benutzt werden muss. Der Pulverschmauch konnte mit einem Tuch darüber hinaus schnell abgewischt werden. Da die Waffe unter sonst gleichen Bedingungen eingesetzt wurde, kann dieses Ergebnis durchaus dem neuen Schmiermittel FireClean zugeschrieben werden. Wie überwiegend im Langzeittest wurde Munition des Fabrikates GECO Target 63 gr. benutzt.




Die Längenverstellung am Zwei-Punkt-Trageriemen VCAS von Larry Vickers zeigte einen Vorteil gegenüber vergleichbaren Produkten: Zum Verlängern als auch zum Verkürzen des Riemens muss nur eine Schnalle betätigt werden. Nicht zwei, von denen eine zum Öffnen und eine zum Verkürzen des Riemens dient. Eine Vereinfachung, die der Philosophie von Einfachheit und Minimalismus gerecht wird.




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Samstag, 15. März 2014

IWA 2014: Was uns auffiel



Die Branche präsentierte sich auf der 41. IWA und Outdoor Classics stark und selbstbewusst. Das Wohlbefinden sowohl von Branche als auch Messe zeigte sich in einer neuen Hallenaufteilung mit größerer Ausstellungsfläche mit über 1.300 Ausstellern und fast 40.000 Besuchern aus aller Welt. Es gab Messeneuheiten, Innovationen und Trends.

Von Waffenkultur-Autorenteam


Trends
Der Trend zum Individualismus ist ungebrochen. Farbige Gewehre, farbige Zielfernrohre, modularer Aufbau; jedem seine individuelle Waffe. Bei der Bekleidung etabliert sich mehr und mehr das digitale Tarnmuster. Dieser Trend ist auch beim Militär erkennbar: „Digi-Camouflage“ verdrängt zunehmend das klassische Tarnmuster. Ebenfalls ein Bekleidungstrend sind Isolations- bzw. Kälteschutzjacken mit Kunstfaserfüllung. Diese Jacken sind leicht und meist eng geschnitten und können auch als Zwischenschicht unter einer Regenjacke getragen werden.
„Laser Cut Molle“ ist eine Neuheit und wird gleichzeitig einen Trend setzen. Molleschlaufen werden nicht mehr aufgenäht, sondern per Laser in das Material geschnitten, was einen deutlichen Gewichtsvorteil bringt. Helikon-Tex hatte mehrere Taschen und Rucksäcke mit Laser Cut Molle dabei.
Der aus USA übergeschwappte Trend im Segment der Taschenpistolen wird sich im deutschsprachigen Raum aufgrund der Gesetzeslage erwartungsgemäß nicht durchsetzen können. Dennoch waren einige interessante Subkompaktpistolen zu sehen, wie bspw. die Glock 42 in .380 Auto, die Remington R51 oder Modelle von Ruger und Beretta.
Eine Neuigkeit ist, dass Einfuhr, Lagerung und Verkauf von Tritium-Visieren in der Bundesrepublik künftig wieder möglich sein wird. Der Schweizer Hersteller mb-microtec hat für seine trigalight®-Produkte eine Genehmigung erwirkt. Diese gilt auch für Armbanduhren mit Tritiumeinlagen im Ziffernblatt.
Mehr darüber in Ausgabe 15 ab dem 30. März unter http://waffenkultur.com/ 



Langwaffen

Tikka T3 CTR
Eine echte Messeneuheit kam von Tikka. Die T3 Tactical ist im Kaliber .308 Win. ab sofort mit einem 10-schüssigen Metallmagazin lieferbar. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine „drop-in“ Lösung. Die Änderungen betreffen den Kunststoffschaft und auch das Systemgehäuse. Tikka wird diese Teile nicht einzeln verkaufen, sondern nur als Komplettwaffe unter der Bezeichnung T3 CTR. Der Schaft der CTR verfügt noch nicht über die verstellbare Schaftbacke. Was sich aber im Laufe der Serienproduktion noch ändern kann. Dass die Tikka T3 Tactical in .308 in der Lage ist, Treffer auf 1.000 m zu erzeugen, haben bisher zwei Testwaffen in Waffenkultur-Tests bewiesen. Mit dem serienmäßigen 10-Schuss-Magazin erfährt die T3 eine Gebrauchswertsteigerung.



OA-15 SSP & OA-10 DMR
Oberland Arms hatte die Vorserie des pistongetriebenen OA-15 dabei. Es handelt sich dabei um ein Kurzhubgaskolbensystem mit zwei Verstellpositionen für Normalbetrieb und Betrieb unter starker Verschmutzung.
Die OA-10 im Kaliber .308 Win. wird ab sofort auch für Privatkunden in der Farbe dark earth brown erhältlich sein. Die aktuelle Lieferzeit eines OA-10 beträgt etwa vier Monate.



Unique Alpine TPG-3
Der in Bayern ansässige Hersteller von Scharfschützengewehren hatte das TPG-3 im Gepäck. Seit jeher werden bei Unique Alpine Mehrkaliberwaffen gefertigt, die ein Umrüsten zwischen .308 Winchester und .300 Win Mag erlauben. Das Taktische Präzisionsgewehr TPG-3 integriert zusätzlich noch die starke .338 Lapua Magnum. Das Konzept und die Detaillösungen zeugen von viel Anwendererfahrung. Ein Kaliber- und Laufwechsel bspw. lässt sich in einer Minute durchführen. Konstruiert wurde das TPG-3 unter den Gesichtspunkten von maximaler Robustheit bei geringem Gewicht. Den Ursprung hat das TPG-3 in einer Ausschreibung der US SOCOM zur Beschaffung eines neuen Scharfschützengewehrs. Die Waffe ist auf dem Zivilmarkt verfügbar und natürlich auch als Behördenversion.

(Foto: Paul El-Tawil)


Dynamic Arms Research
Die sächsische Waffenschmiede aus Lichtentanne bei Zwickau präsentierte ein Präzisionsgewehr auf AR-15-Basis im Kaliber 6,5 Grendel. Die Waffe besitzt einen 28“ Super Bull Barrel. Die Gehäuseteile sind in der Farbe Foliage Cerakote-beschichtet. Bei DAR wird jede Waffe nach Kundenwunsch gefertigt. Kaliber, Lauflänge und –profil, Anbauteile und Sonderwünsche sind individuell konfigurierbar.
Darüber hinaus bietet DAR sämtliche Kleinteile wie Federn- und Stiftsätze aus deutscher Fertigung an. Der Anwender wird dadurch ein Stück weit unabhängiger vom US-Markt. Der Vertrieb erfolgt sowohl an Händler als auch Privatkunden.
Das DAR-10 war bis zum Messebeginn aufgrund von Zuliefererproblemen nicht rechtzeitig fertig geworden.




SIG Sport 553
Erst die gute Nachricht: SAN Swiss Arms beabsichtigt, das Modell 553 Sport auf dem deutschen Markt anzubieten. Ein entsprechender BKA-Feststellungsbescheid soll laut Aussage am Messestand bereits vorliegen. Jetzt die schlechte Nachricht: Der Produzent des Schweizer Sturmgewehrs befindet sich in großen finanziellen Schwierigkeiten. SAN Swiss Arms hat Ende Januar die Hälfte seiner 33 Angestellten gekündigt. Weil die Herstellungskosten in der Schweiz im internationalen Vergleich deutlich höher sind und der Absatz an Gewehren rückläufig ist, sah sich die Firma zu den drastischen Sparmaßnahmen gezwungen. Wie der Schweizer Presse zu entnehmen war, sieht der Präsident des schweizerischen Büchsenmacher- und Wafffenhändlerverbands, Daniel Wyss, das zivile Schießwesen mit dem Gewehr 90 gefährdet. Die Schweizer Armee hingegen sieht auf Anfrage der Schweizer Medien für sich keine Gefahr, falls SAN Swiss Arms ihre Servicedienste nicht mehr anbieten kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Produktion eines der funktionssichersten und schönsten Sturmgewehre weitergeht – auch im Hinblick auf Erhaltung der Vielfalt des vom AR-15 dominierten Sturmgewehrmarktes.


Kurzwaffen

Glock
Mit dem Modell G42 stellte Glock seine bislang kleinste Pistole vor. Die einreihige Waffe besitzt eine Feuerkraft von 6+1 Schuss und verschießt das Kaliber .380 Auto (9 mm kurz). Beim ersten in die Hand nehmen erstaunt das geringe Gewicht von lediglich 390 g. Das entspricht gegenüber einer G26 einer Einsparung von circa 30 %. Beide Glock Pistolen sind gleich hoch, in der Länge unterbietet die G42 die G26 um knapp 1 cm. Am deutlichsten fällt der Unterschied in der Breite auf: 23 mm gegenüber 30 mm. Somit hat der österreichische Hersteller endlich eine reinrassige Taschenpistole im Programm.
Neben der viel beachteten Glock 42 stellte Glock eine neue Version der Glock Training Pistol vor. Um die Zuverlässigkeit bei Verwendung verschiedenster Sorten von FX- oder ähnlicher Trainingsmunition zu erhöhen, wurden große Teile des Schlittens durch Kunststoffeinsätze ersetzt. Durch das so reduzierte Gewicht des Schlittens kann die ganze Bandbreite an Trainingsmunition mit einer geringeren Zahl auftretender Störungen betrieben werden. Die Glock Training Pistol ist nur für Behörden erhältlich.



Taurus 85 View
Der kompromisslos auf das verdeckte Führen ausgelegte Taurus 85 View ist derzeit der kleinste und leichteste Revolver auf dem Markt. Die geschrumpfte Version des Standardmodells 85 besitzt eine 5-schüssige Trommel, die ebenso wie die Laufhülse aus Titan besteht. Sein Name „View“ leitet sich von der Schlossplatte aus Lexan ab, die eine freie Sicht auf das Innenleben des Mechanismus gestattet. Der DAO-Minirevolver im Kaliber .38 Spezial hat eine Gesamtlänge von 12,7 cm und wiegt voll geladen lediglich 431 g. Die Verteidigungswaffe ist für den Einsatz mit +P-Munition freigegeben. Die auf der IWA gezeigte Version „Pink“ soll weibliche Schützen ansprechen.



SIG Sauer P320
Auf der SHOT Show vorgestellt und vermutlich ab dem IV. Quartal 2014 im deutschsprachigen Raum im Handel verfügbar: Die P320, die erste „striker-fired“ Pistole von SIG Sauer. Aufgrund des Griffstücks besteht äußerlich eine große Ähnlichkeit zur P250. Die Griffstücke sind individuell an die Handgröße anpassbar. Sowohl in der Full-Size Ausführung als auch in der Carry-Ausführung stehen jeweils drei Griffstückumfänge zur Verfügung: Small mit 140 mm, Medium mit 145 mm, Large mit 150 mm Umfang. Das Griffstück ist kein wesentliches Waffenteil und kann daher frei erworben werden. Die Waffe ist komplett auf Linkshandbedienung umrüstbar. Der Abzugsmechanismus ist als „drop-in“-Lösung konzipiert. Die Abzugscharakteristik ist angenehm und erinnert an vergleichbare „striker-fired“ oder „safe-action“ Lösungen. Die P320 wird in den kalibern 9mm Luger, .357SIG sowie .40S&W angeboten werden. Die Magazinkapazität variiert je nach Kaliber und Rahmengröße zwischen 17 und 13 Patronen.




Optik

BROWE BCO und BSO
Brian K. Browe, ehemals Entwicklungsleiter bei Trijicon hat nach seinem Weggang von dort die ACOG Optik weiterentwickelt. Das Resultat heißt BCO – Browe Combat Optik. Im Gegensatz zum ACOG wird die Helligkeit des Absehens nicht über ein Glasfaserfenster gesteuert, sondern über eine Elektronik, die sich an der Helligkeit des Ziels orientiert. Dadurch wird eine Unter- als auch Überbeleuchtung des Absehens ausgeschlossen. An der linken Gehäuseseite befindet sich außerdem ein Tastschalter mit dem sich das Absehen manuell regulieren lässt. Natürlich kann die BCO auch in Verbindung mit einem Doctor-Sight genutzt werden. Das Doctor ist dazu aber nicht fest montiert. Es kann über einen Ring flexibel zwischen 12 Uhr und 2 verschoben werden. BCO’s sind mit einer Vielzahl von Absehen verfügbar. Darunter ballistische Absehen für 5,56x45 / 7,62x39 / 7,62x51 und 300BLK. Das Absehen ist nachleuchtend.
Die Browe Sport Optic (BSO) ist als Alternative zur Browe Combat Optic (BCO) für den Sport- und Freizeitsektor gedacht. Das massive Gehäuse besteht aus 6061-T6-Aluminium, welches viele Hersteller für ihre AR-15-Upper verwenden. Die Absehenbeleuchtung erfolgt durch eine phoshoreszierende Einlage, die man mit einer Taschenlampe aufladen kann. Fünfzehn Sekunden Bestrahlung reichen für mehrere Stunden in wahlweise blau oder grün. Neben diesen beiden Unterschieden zur BCO sind die technischen Daten weitgehend identisch. Die 4x32-Optik hat 7° Sehfeld und ist wasserdicht bis 42 Meter. Sie wird in 0,5-MOA-Schritten justiert und verfügt über die gleiche Auswahl an Absehen. Einen Schönheitspreis wird die BSO sicher nicht gewinnen. Bei einem US-Preis von unter 1.000 Dollar besteht aber die Hoffnung, auch hierzulande ein weiteres preisgünstiges, sehr robustes und optisch gutes ZF zur Auswahl zu haben.



Minox
Minox überraschte zur IWA mit zwei Meldungen: Zum einen mit dem Eintritt in die Blaser-Gruppe, zum anderen mit einer taktischen Zielfernrohrserie, bei der auch Technik des Premiumherstellers Optronika verbaut wird. Vorerst wird es drei taktische ZF geben: ZP8 1-8x24 und ZP5 3-15x50 und ZP5 5-25x56. Der angestrebte Endverbraucherpreis wird sich bei etwa 2.500 € bewegen. Das ZP5 wird mit einem Absehen erhältlich sein, womit das Schätzen von Entfernung erleichtert werden soll. Sowohl das Absehen MR2 als auch das MR5 haben die Advanced Quick Ranging Scale (AQRAS).




Ausrüstung

Climashield
Der Hersteller von Isolationsfasern für Bekleidung und Ausrüstung, Climashield, war mit einem eigenen Messestand vertreten. Climashield ist eine Polyester-Endlosfaser mit hohem Wärmerückhaltvermögen. Das Prinzip der Endlosfaser hat den Vorteil, dass Steppnähte einen weiteren Abstand haben dürfen, sich keine Fasern lösen und auch keine Fasermigration stattfinden kann. Darüber hinaus ist das Isolationsmaterial sehr robust und übersteht auch mehrere Wäschen unbeschadet. Im Gegensatz zu Produkten von Wettbewerbern lässt es sich auch nicht zerreisen. Es gibt verschiedene Ausführungen in unterschiedlichen Dicken und Grammaturen. Weit verbreitet als Füllmaterial für Jacken ist die Version „Climashield APEX“. Welches bspw. Verwendung findet bei: Helikon-Tex, The North Face, Cumulus oder Clawgear sowie den US-amerikanischen Streitkräften.




Helikon-Tex
Verfolgt man die Entwicklung der letzten Jahre des polnischen Ausrüsters Helikon-Tex zeigt sich eine deutliche Erweiterung der Produktpalette und – wenngleich Helikon-Sachen nie minderwertig waren – auch eine deutliche Qualitätssteigerung. Zur diesjährigen IWA zeigte Helikon-Tex mehrere Taschen und Rucksäcke mit dem innovativen „Laser Cut Molle“. Unter der neu gegründeten Vertriebslinie „Direct Action®“ soll insbesondere der behördliche Uniformmarkt bedient werden. Neu ist hier das Hosenmodell „Direct Action Combat Pants“, welches im Tarnmuster „Kryptek Mandrake“ zu sehen war. Nach dem Verkaufserfolg der Wetterschutzjacke „Level 7“ wird im dritten Quartal 2014 eine abgeänderte Version auf den Markt kommen, welche den Zugriff auf eine verdeckt geführte Kurzwaffe ermöglicht (Husky Winter Jacket). Ebenso erreicht derzeit die Helikon Malamute-Weste die Läden. Wie die Level 7 Jacke auch, besitzt die Weste eine Fütterung aus Climashield APEX mit einer Grammatur von 67g/m².
Die Rucksäcke der Direct Action Linie besitzen ein neuartiges Belüftungssystem; das Combat Vent System® (CVS). Die spezielle Kanalisation im Rückenpolster soll Schwitzen und Hitzestau reduzieren helfen.



Victorinox
Zu Beginn 2014 wurde die Messerlinie von Wenger in die Victorinox Kollektion integriert. Mit der Verschmelzung unter der Schweizer Traditionsmarke Victorinox verspricht man sich Synergieeffekte für den Messerstandort Schweiz. Obwohl Wenger schon seit 2005 zum Victorinox Konzern gehört, wurden die Messer bisher noch unter dem Markenname Wenger vertrieben.



LACS
LACS bietet ein Lasertrainingssystem im Stile von MILES oder AGDUS an. Die Signalgeber gibt es in zwei Varianten. Eine wird an die Stromversorgung elektrisch betriebener Airsofts angeschlossen und nutzt damit deren regulären Abzug, die andere löst in bekannter Weise als Reaktion auf Erschütterungen aus und ist für die Verwendung auf FX- oder scharfen Waffen mit Manöverpatronen gedacht. Die Sensoren sind sehr kompakt und können an MOLLE-Schlaufen angebracht werden. Ein großer Fortschritt gegenüber AGDUS und ähnlichen Systemen ist der Umstand, dass bestimmten Signalgebern bestimmte Kaliber zugeordnet werden können. Die Sensoren lassen sich ebenfalls auf bestimmte Kaliber einstellen, so dass z.B. eine leichte ballistische Weste simuliert werden kann, die gegen Kurz-, nicht aber gegen Langwaffen schützt. Eine entsprechende Auswertungssoftware zur Aufbereitung und Verwaltung von Statistiken und Trainingsfortschritten rundet das Paket ab. LACS ist sowohl für das behördliche Training als auch für den MilSim-Bereich und als Alternative zu Lasertag oder Paintball im Sportbereich nutzbar.




Der vollständige Report ab 30. März unter http://waffenkultur.com/




Sonntag, 23. Februar 2014

BROWE mit ballistischem Absehen für 7,62x51 mm



Die in Michigan, USA ansässige Firma BROWE Inc. bietet für all ihre Optiken ein neues Absehen an. Das Fadenkreuz besitzt eine ballistische Kompensation für die Patrone M118LR im Kaliber 7,62x51mm. Bezogen auf eine Anfangsgeschwindigkeit von 790 m/s und ein Geschossgewicht von 175 gr.

Die Waffe wird dafür auf 100 m Fleck angeschossen. Distanzstriche gibt es für 300 m, 400 m, 500 m, 600 m, 700 m, 800 m und 900 m. Wobei nur die Entfernung bei 400 / 600 und 800 m bezeichnet sind. Die Breite des Distanzstriches entspricht der jeweiligen Zielbreite eines etwa 50 cm breiten Ziels.
Die horizontale Linie des Absehens entspricht insgesamt 40 mil mit einer Skalierung von 5 und 10 mil.




Service


Donnerstag, 30. Januar 2014

Die Waffenkultur – Ausgabe 14 (Januar/Februar 2014)




Ausgabe 14 (Januar/Februar 2014)

Mit unserem Leitartikel in der Januarausgabe setzen wir die lose Serie über internationale Schießschulen fort. Pat McNamara folgt mit seiner Ausbildung einem sehr stringenten methodisch-didaktischen Ansatz.
Es geht dabei um mehr als nur das Treffen eines Ziels; als das rein Ergebnisorientierte Absolvieren einer Übung oder eines Drills, wie es die Grundlage für den Schießsport bildet.

Es geht auch und vor allem um das Leben mit einer Waffe, die Akzeptanz von Sicherheitsregeln und das Erlernen von Bewegungsabläufen und einer Waffenhandhabung, welche immer funktionieren. Nicht nur auf einer gemütlich beheizten Raumschießanlage, sondern auch draußen bei widrigen Witterungsverhältnissen, bei Dunkelheit und unter dem intensiven Einfluss von Stress.

Versuchsballon
Mit dieser Ausgabe werden wir erstmalig einen Artikel im englischen Originalwortlaut veröffentlichen. Larry Vickers, US-amerikanischer Schießausbilder und wandelndes Handwaffenlexikon schreibt über die Entstehungsgeschichte des Schmidt & Bender Short Dot.

Das Jahr 2014 begann wieder einmal mit Riesenschritten. Die SHOT Show in Las Vegas ist abgehakt und in den Büchern. Die Branche bereitet sich auf die nächste große Veranstaltung vor: Die IWA in Nürnberg, die in fünf Wochen ihre Tore öffnet. Wir hoffen, einige von Euch dort zu sehen.


Die Januar/Februar Ausgabe hat folgenden Inhalt:

T.A.P.S.: Tactical Application of Practical Shooting
AR-15 in Kompaktausführung: Ein Versuch
Jetzt auch in .308: DAR-10
„Know your conditions!“: Messgeräte von Kestrel
Blick zurück: Die Geschichte des Schmidt & Bender Short Dot
Ist weniger mehr?: RACKminus von Blue Force Gear
Standardübungen (8): Typewriter
Reisebegleiter: 3-Tages Rucksack Penumbra von SERT
Smartes Cover: Staubschutz für Aimpoint Micro
Messebericht: SHOT Show 2014
Durchgefallen: Nuclei Hoody von Arc’teryx
Buchvorstellung: Ritter im Heiligen Land von Hans Wolfram Kessler und Konrad Kessler / Meditations on Violence von Rory Miller







Dienstag, 28. Januar 2014

VISIER Special Nr. 71: Scharfschützen II



Seit Mitte Dezember 2013 etwa ist das VISIER Special 71 zum Thema „Scharfschützen“ erhältlich. Der Autor Dr. Jan-Phillipp Weisswange, unter anderem bekannt durch sein Buch Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen derBundeswehr“ gilt als Experte im Bereich Handwaffen.

Mit der Ausgabe „Scharfschützen II“ legt er ein Update zur aktuellen materiellen aber auch taktischen Entwicklung vor. Der Schwerpunkt liegt dabei ganz klar im militärischen Bereich des Scharfschützenwesens. Hat es doch hier wegen der andauernden Konflikte in den letzten zehn bis zwölf Jahren offensichtliche Veränderungen gegeben.

Der Markt für Scharfschützenwaffen ist außerordentlich dynamisch und innovativ. Es findet schon seit Langem eine Wechselwirkung zwischen zivilem und militärischem Waffenbau statt. Wie in keinem anderen Bereich der Waffentechnik verschwimmen die Grenzen zwischen Militär und Privat. Was über viele Jahre hinweg erfolgreich im zivilen Umfeld genutzt wurde, hielt Einzug beim Militär. Der durch Rüstungsbestrebungen entstandene Technologieschub befruchtet wiederum den zivilen Waffenmarkt.



Das Heft gliedert sich sinnvoll in Kapitel zu Repetiergewehren, Selbstladegewehren, Anti-Material-Rifles, Spezialwaffen, Optik & Optronik, Munition & Ballistik, Ausrüstung sowie Auswahl & Fortbildung. Der Text wird durch viele aktuelle Fotos untermauert.

Weisswange gibt dringend notwendige Begriffserklärungen zu den Unterschieden zwischen „Sniper / Scharfschütze“, „ZF-Schütze“ und „Präzisionsschütze“. Richtigerweise sieht er die Einsatzschussweite einer 7,62x51 bei 800 m und einer 5,56x45 bei 600m. Eine Selbstlimitierung im Distanzbereich hilft dem Soldat im Einsatz nicht weiter. Seine Ausbildung muss ihm gewährleisten, das Potential seines Kalibers voll auszuschöpfen.

In einer Übersicht werden die zehn weitesten Treffer durch Scharfschützen dargestellt. Alle erfolgten im militärischen Kontext. Interessant hierbei ist, dass zwei aus diesen zehn noch aus dem 19. Jh. bzw. 20. Jh. datieren. Die übrigen acht aus dem 21. Jh. seit 2002. Das verdeutlicht einerseits den wissenschaftlich/technischen Fortschritt, der im Bereich Material / Ausrüstung erzielt werden konnte. Andererseits zeigt diese Statistik auch, dass sehr weite Treffer von 1.406 m und 2.286 m auch ohne dieses moderne Material möglich waren und sind. Ausbildung, Erfahrung und Talent spielen eine ebenso große Rolle, wie die Ausrüstung.

Das VISIER Special geht sehr in die Breite und weniger in die Tiefe. Das ist bei diesem weit gefächerten Themengebiet aber auch weder das Ziel der Autoren noch der Anspruch der Publikationsreiche als solche.