Sonntag, 15. Januar 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 02

Die SIG 516 hatte ihren ersten Auftritt auf dem Schießstand. Die Waffe wurde eingeschossen und absolvierte zwei Standardübungen aus dem Programm von Kyle Lamb. Und erlebte ihre erste Störung.


Gesamtschusszahl: 240

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 1

Verschleißteile: keine



Einschießen
Beim ersten Ausflug auf den Schießstand wurde die SIG 516 nur mit offener Visierung geschossen. Die werksseitig mitgelieferte Klappvisierung A.R.M.S. #71 aus Polymerkunststoff wurde gegen ein Aluminium Flip-Up Korn von Samson (Bezugsquelle: Oberland Arms) ausgetauscht. Beim Einschießen von AR-15 Systemen wird die Höhenanpassung grundsätzlich am Korn vorgenommen. Ein Klick im Uhrzeigersinn, also eine Viertel Drehung am Korn, verlagert den Treffpunkt auf 100 Meter um 8,3 mm nach oben.

Als Kimme wird eine MaTech Lochkimme mit einer Haltepunktanpassung bis zu 600 Meter verwendet. Die MaTech besitzt eine Seitenrastung von ½ MOA; das heißt 15 mm auf 100 Meter. Eine Rechtsdrehung bewirkt hier eine Treffpunktverschiebung nach rechts.
Folgt man der Gebrauchsanweisung, muss der Hebel zur Höhenjustierung auf dem Strich zwischen der 300 und 400 Markierung stehen, wenn das AR-15 auf 25 Meter Fleck angeschossen wird.

Nach Montage der Visiereinrichtung waren nur minimale Verstellarbeiten notwendig. Was auf sehr präzise gefräste Picatinnyrails schließen lässt.





„400“
Eine Schießübung aus dem Programm von Kyle Lamb ist der „Test 400“. Begonnen wird auf 100 Meter aus liegender Position mit zehn Schuss, dann von 75 Meter aus sitzender Position mit zehn Schuss, gefolgt aus 50 Meter zehn Schuss kniend und schließlich aus 25 Meter zehn Schuss stehend. Am Ende sollten 40 Treffer auf der Scheibe sein. Diese Übung bietet dem Schützen die Möglichkeit, vier wichtige Schießpositionen sinnvoll zu üben. Gesucht ist dabei nicht ein Loch-in-Loch Streukreis, sondern eine Gesamtgruppe, die sich im vorgegebenen Zielmedium befindet. Der Schütze sollte die Übung so schnell wie möglich absolvieren. Außerdem zeigt sich hier mitunter, dass es einen Unterschied zwischen einem „statischen Zero“ (also dem Einschießen der Waffe vom Sandsack aus) gibt und einem realen „Zero“, welcher sich beim Nutzen diverser anderer Schießpositionen zeigt.





½ & ½ Drill
Beim ½ & ½ Drill wird aus drei Entfernungen geschossen: 20 Meter / 10 Meter / 5 Meter. Jeweils zehn Schuss. Die Vorgabezeit halbiert sich genau so, wie die Entfernung. Soll heißen: Bei 20 Meter stehen 10 Sekunden zur Verfügung, bei 10 Meter noch 5 Sekunden und bei 5 Meter lediglich 2,5 Sekunden, um die jeweils zehn Schuss ins Ziel zu bringen.
Das Zielmedium kann die A- oder C-Zone einer IPSC-Scheibe oder eine vergleichbar große Fläche sein. Kyle Lamb macht hier keine genauen Vorgaben. Die Box unserer Scheibe entspricht etwa der A-Zone von Lamb.




Die Störung
Beim ½ & ½ Drill erlebte die SIG 516 auch ihre erste Störung. Klassifizieren könnte man die als Zuführstörung: Der Verschluss / die Verschlussfeder waren nicht stark genug, die Patrone aus dem Magazin ins Patronenlager zu drücken. Es war kein Double-Feed (Typ III) und auch keine Auswurfstörung (Typ II). Am ehesten ließe sich die aufgetretene Störung als Typ IV klassifizieren.
Die Ursache konnte nicht vollends geklärt werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war sie jedoch magazinbedingt. Das Magazin wurde gekennzeichnet und steht unter Beobachtung.
Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass die Schließfeder in der Tat zu schwach ist.





Fazit
Die SIG 516 ist eine sauber verarbeitete Waffe mit einem präzise funktionierenden (wenn auch relativ harten) Abzug. Das Abzugsgewicht von 3,9 kg steht schnellen Schussfolgen jedoch nicht im Weg.


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Kommentare:

  1. Editieren
    Ich bin sehr gespannt wie sich die SIG 516 in den nächsten Wochen schlagen wird. Ich werde Ihren Langzeittest aufmerksam verfolgen!

    Ich spiele schon seit Gerauer Zeit mir eine AR15 Plattform zu kaufen. Aber wer die (Q)Wahl hat...
    Mich würde interessieren wie sich die SIG516 im Gegensatz zur MR223 (HK416) schlägt.

    Welche Munition wurde/wird in Ihrem Test benutzt?

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  2. Wir schießen ausschließlich GECO 63 gr.
    Bei einigen Übungen auch ein anderes Fabrikat. Das wird dann aber expliziet erwähnt

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  3. Ich werde den Test auch weiterverfolgen. Gute Idee.
    SIG 516 vs. MR223:
    Die Frage stellt sich doch gar nicht. Weshalb soll man als Privater bei einer Firma kaufen, denen das Privatkundengeschäft völlig egal ist? Eine Firma, die ihr Produkt zu überzogenen Preisen anbietet und nichts kann, was SIG, Oberland und Co. nicht auch können? Nur weil HK draufsteht? "Get over it..."

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  4. Sauber, ich habe ende Januar eine 516 bestellt und dieser Artikel bestätigt meine Entscheidung. Danke, absolut professionell.

    Für mich stimmt das Konzept der AR15 von SIGSAUER absolut. Das Gasventil macht das Gewehr zusätzlich sehr interessant und besonders. Das Paket mit Visierung, Magazin und Griff ist topp! Eine 18mm Gruppe mit Werksmunition ist sehr gut, aber wo liegt die Grenze?

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