Dienstag, 7. November 2017

Tikka T3x CTR in .308 Win



Seit etwa zwei Jahren ist die bewährte Tikka T3 auch als Modell CTR erhältlich. Die „Compact Tactical Rifle“ erfährt mit ihrem zehn Schuss fassenden Magazin eine zusätzliche Gebrauchswertsteigerung. Sinnvoll komplettiert wird die Waffe mit einem Kahles K312 und einer SPUHR-Montage.



Die Repetiergewehre der T3 Linie des finnischen Herstellers Tikka haben ein Alleinstellungsmerkmal in Sachen Qualität, Präzision und Gebrauchswert bei einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit den Modellvarianten T3 TAC und T3 CTR erhält der Anwender Scharfschützengewehre „out of the Box“, die höchsten Ansprüchen genügen. Eine seit fast fünf  Jahren im Dauertest befindliche T3 TAC kurz im Kaliber .308 absolvierte alle gestellten Aufgaben ohne Probleme (Waffenkultur Nr. 29, S. 18).

Das 10-Schuss-Magazin der CTR ist zweireihig und erfordert einen breiteren Magazinschacht. Der Magazinauslöser sitzt am Abzugsbügel. Die gesamte Abzugsbügeleinheit ist aus Aluminium gefertigt und nicht mehr aus Kunststoff, wie bei der T3 TAC (oben)


Klagen auf hohem Niveau
Wenn es an der dauergetesteten T3 TAC überhaupt etwas zu bemängeln gäbe, dann wäre das die Magazinkapazität von lediglich fünf Patronen. Den Wunsch nach mehr Kapazität kommt Tikka mit dem Modell CTR (Compact Tactical Rifle) und einem 10-Schuss-Magazin nach. 

Die höhenverstellbare Schaftbacke ist optional, nicht jede T3x CTR besitzt eine. Das ist aber weder Mangel noch Nachteil. Solange das Zielfernrohr tiefst möglich montiert wird, ist eine entspannte und reproduzierbare Kopfposition machbar


T3x Schaft
Griffstücke an Waffen modular zu gestalten, ist seit Jahren ein Trend im Waffenbau. Auch Tikka setzt diese Idee mit austauschbaren Griffstücken um. Tikka Gewehre mit der neuen Schaftform werden als T3x bezeichnet und wurden erstmals auf der IWA 2016 präsentiert. Dem Anwender wird ermöglicht, den normalen Pistolengriff gegen einen „Vertical Grip“ auszutauschen. So wie ihn die vorgestellte T3x CTR besitzt.
Das 10-Schuss-Magazin der CTR ist zweireihig und erfordert einen breiteren Magazinschacht. Der Magazinauslöser sitzt am Abzugsbügel. Die gesamte Abzugsbügeleinheit ist aus Aluminium gefertigt und nicht mehr aus Kunststoff, wie bei der T3 TAC.
Eine weitere Besonderheit bei der T3x CTR ist die Schaftbacke. Nicht bei allen Ausführungen ist diese höhenverstellbar. Die Höhenanpassung der Schaftbacke trägt zu einer entspannten und reproduzierbaren Kopfposition bei und ist somit ein wesentliches Merkmal bei allen ZF-Gewehren. Ist die Schaftbacke in der Höhe jedoch nicht verstellbar, muss das Zielfernrohr so tief wie möglich montiert werden. Ein übergroßer und auch nicht immer notwendiger Objektivdurchmesser des ZF oder die falsche ZF-Montage können hier per se kontraproduktive Auswirkungen auf eine präzise Schussabgabe haben.

Am Schaft der T3x ist der Pistolengriff austauschbar. Der „Vertical Grip“ macht die Handposition etwas steiler


ZF und Montage
Die T3x CTR wurde mit einem Zielfernrohr von Kahles (K312i) und Montageringen von SPUHR (SR-4000) bestückt. Die Montageringe erlauben im Vergleich zu einer Blockmontage eine um nochmals fünf Millimeter niedrigere Bauhöhe. Das Kahles K312i mit seinem 50-mm-Objektiv passt problemlos auf die Waffe. Ein 56-mm-Objektiv hätte vermutlich Kontakt zum Lauf bekommen.

Die niedrigste Montagemöglichkeit bieten die ZF-Ringe SR-4000 von SPUHR. Der Höhenunterschied zur Blockmontage fällt hier noch einmal deutlich ins Gewicht


Lauf
Der Lauf ist kaltgehämmert und besitzt ein Mündungsgewinde der Größe 5/8x24. Neu ist, dass die Waffe auch mit einem 62 cm langen Lauf angeboten wird. Die Testwaffe hat den 51 cm Lauf.

Im Gegensatz zu einer Blockmontage müssen Ringe zuerst auf der Waffe montiert werden bevor das ZF eingesetzt werden kann


Drehmomente
Die Systemschrauben an der Tikka sollen laut Herstellerangabe mit 7 Nm angezogen werden. Die SPUHR Montageringe erfordern 5 Nm, die Ringkappe gemäß Kahles 2,4 Nm. Ein Drehmomentschrauber sollte zur Grundausrüstung jedes ZF-Gewehr Anwenders gehören.

Schrauben an einer ZF-Montage sollten grds. mit einem Drehmomentschrauber angezogen werden

SHOT M.O.A. Guaranteed
Auf dem Schießstand überzeugte die Testwaffe „out of the Box“ mit Streukreisen um die 2 Zentimeter auf 100 Meter. Die Präzisionsgarantie des Herstellers von ein MOA-Streukreisen (~2,9 cm) konnte problemlos nachgestellt werden.


Technische Daten
Modell: Tikka T3x CTR
Waffenart: Repetierer mit Drehzylinderverschluss
Kaliber: .308 Win.
Lauflänge: 51 cm
Drall: 1:11“, rechts
Magazinkapazität: Einsteckmagazin für 10 Patronen
Visierung: keine offene Visierung
Optik: Kahles K312i (3-12x50)
Abzugsgewicht: 1.900 g
Gesamtlänge: 102 cm
Gewicht: 3,5 kg (o. Optik)
Gewicht: 4,4 kg (mit Optik und Montageringen)
Drehmoment Systemschrauben: 7 Nm

Technische Daten Optik
Hersteller: Kahles, Guntramsdorf, Österreich & Bender
Modell: K312i (3-12x50) (Seitenturm links)
Absehen: Mil7 (MilDot) in 1. BE
Länge: 38 cm
Mittelrohr: 34 mm
Max. Höhenverstellung: 250 cm
Parallaxenausgleich: ab 25 m
Gewicht ohne Montage: 800 g
Augenabstand: 90 mm
Klickverstellung: 1 cm (0,1 MRAD)
Drehrichtung: ccw
Drehmoment Ringkappen: 2,4 Nm
ZF-Montage: SPUHR SR-4000

Service
Drehmomentschrauber-Set: hier
Montage SR-4000: https://spuhrwebshop.com/en/sr/sr-4000.html

Montag, 6. November 2017

Langzeittest: Black Label M4 – Nr. 133



Ein Kurstag Gewehr

Gesamtschusszahl: 10.500 + 140 = 10.640
Davon mit SD: 860

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0


Das Black Label wurde zur Demonstration aller Schießübungen auf einem Gewehrkurs genutzt. Unter anderem absolvierte es den ½- & ½ Drill. Bei Teilübung zwei und drei wurde die Vorgabezeit jeweils um wenige zehntel Sekunden überschritten, allerdings ohne Fehlschüsse.

 



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Donnerstag, 2. November 2017

SIG 516 Langzeittest – Nr. 124



Seitdem die SIG516 im Sommer 2014 die 10.000 Schussmarke absolviert hatte, wurden keine weiteren Blogeinträge zu diesem Langzeittest verfasst. Dennoch stand die Waffe fortwährend Kursteilnehmern als Leihwaffe zur Verfügung.


Gesamtschusszahl: 10.040 + ~ 3.000 = 13.000

Störungen Typ I: 6 + 4 = 10
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Die SIG 516 wurde in den vergangen drei Jahren regelmäßig als Leihwaffe für Kursteilnehmer von Akademie 0/500 bereitgestellt. Die Schussbelastung erhöhte sich dabei um etwa 3.000 Schuss. Die SIG 516 läuft auch nach Ende des Langzeittestes präzise, zuverlässig und störungsfrei.
Auf einem der letzten Kurswochenenden jedoch traten vier Störungen auf, die dem Störungstyp I zugeordnet werden können: Failure to Fire / Patrone zündet nicht.



Bei einer Detailreinigung zeigte sich, dass die Ursache in einem stark verschmutzten Verschlusskopf gelegen hat. Im vorderen Teil des Schlagbolzenkanals hatte sich entsprechend viel Pulverschmauch und Messingabrieb gesammelt. Der Verschmutzungsgrad war so hoch, dass der Schlagbolzen sich nicht mehr frei im Kanal bewegen und das Zündhütchen nicht mehr zünden konnte.
Hierbei handelt es sich einfach um eine Nachlässigkeit des Anwenders. Die SIG 516 wurde zwar regelmäßig gereinigt, allerdings lag der Fokus dabei insbesondere auf der Gasdüse und dem Pistongestänge sowie bei einer Grobreinigung des Verschlussträgers.


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