Samstag, 7. Februar 2026

Glock 43X FBT (9x19)

 

Die Geschichte der Glock 43 reicht bis ins Jahr 2014 zurück, als der österreichische Pistolenhersteller seine erste echte Taschenpistole auf den Markt brachte. Damals als .380-Auto-Variante unter der Nummer Glock 42. Wie die Entwicklung verlief und was nach zwölf Jahren aus einer Glock 43 werden kann, zeigt dieser Artikel



Im Glock-Universum entspricht das Modell Glock 43X einer Subcompact-Ausführung mit einreihigem 10-Schuss-Magazin im Kaliber 9mm Luger.
Als vor zwölf Jahren (in 2014) die erste wirkliche subkompakte Glock auf den Markt kam, trug die Waffe die Modellbezeichnung Glock 42 und war eingerichtet für das Kaliber .380 Auto. Glock hatte damit eine echte Taschenpistole auf den Markt gebracht. Die eigentliche Besonderheit der Glock 42 war aber die Tatsache, dass sie die erste Vertreterin, der erst im Jahr 2017 herausgebrachten Generation 5 des österreichischen Pistolenherstellers war. Die Glock 42 hatte schon im Jahr 2014 den Gen.5-typischen Abzug und ihr fehlten die Merkmale des sog. „1st Pin“ sowie die Fingerrillen am Griffstück.

Glock 42 im Kaliber .380 Auto

Die Glock 42 hatte schon im Jahr 2014 keinen
„1st Pin“ mehr sowie keine Fingerrillen

Der Abzug war 2014 auch schon Gen.5-typisch



Glock 43
Etwa zwei Jahre später wurde mit der Glock 43 eine 9x19 Variante der Glock 42 herausgebracht. Nachteilig bei beiden Pistolenmodellen war die verhältnismäßig geringe Magazinkapazität von lediglich sechs Patronen. Erst als Glock die „Crossover-Initiative“ startete, erhielt die Glock 43 im Juli 2019 den Zusatz “X“ und damit einhergehend ein 10-Schuss-Magazin. Die Griffstücklänge entspricht seither der, einer Glock 19, allerdings eben nur „Slim“ - also einreihig.

Glock 43X der Firma
Fine Ballistic Tools (FBT)

Die Waffe besitzt umfangreiche Modifikationen
an Griffstück und Verschluss


Glock 43X COA
Einen weiteren Entwicklungsschritt erreicht das Modell Glock 43X COA, welches seit Januar 2025 angeboten wird. Die Abkürzung COA steht dabei für Configuration Added und folgt dem Trend der Leuchtpunktvisier-vorbereiteten Pistolen. Bei dieser Kooperationsentwicklung zwischen Glock und Aimpoint handelt es sich um eine so genannte A-CUT Schnittstelle, die einzig zur Aufnahme des Aimpoint COA® Rotpunktvisier bestimmt ist.


Im Lauf sind zwei Kompensator-Bohrungen


A-CUT Besonderheit
Die Besonderheit: Das LPV wird hier nicht wie bei normalen MOS-vorbereiteten Pistolen geschraubt, sondern geklemmt.
Das Aimpoint COA® erreicht Formschluss durch die korrespondierende Fräsung im Verschluss der Glock und Kraftschluss durch das Verschrauben der Kimme.

Der Glock 43 Verschluss ist skelettiert


Unterm Strich bietet diese Konstruktion zwei gravierende Vorteile. Ein unbeabsichtigtes Lösen der Schraubverbindungen, wie es bei MOS-Schnittstellen regelmäßig vorkommt, ist ausgeschlossen. Und zweitens: Der Schütze hat einen Co-Witness, bzw. korrekt formuliert einen 1/3 Co-Witness. Er sieht im unteren Drittel seines LPV Kimme und Korn und könnte damit bei einem (unwahrscheinlichen) Ausfall des Aimpoint weiterhin präzise Treffer mittels der offenen Visierung ins Ziel bringen. Das Aimpoint COA® ist dabei nur unwesentlich breiter als die Slim-Glock.

Das Aimpoint COA® wird über eine
A-CUT Schnittstelle geklemmt…

…und über die Verschraubung der Kimme
kraftschlüssig fixiert (Foto: Aimpoint)


Aimpoint COA®
Auf den ersten Blick erinnert das COA® an das Aimpoint ACRO®; hat jedoch einige entscheidende Millimeter geringere Außenmaße und wiegt lediglich 48 Gramm. Die Rotpunktgröße beträgt 3,5 MOA. Das COA ist nicht-vergrößernd aber in drei Stufen nachtsichtkompatibel. Die Stromquelle ist eine CR2032 Zelle, welche nach Herstellerangabe 50.000 Stunden Betriebsdauer leistet.
Im Rahmen der SHOT Show 2026 verlautbarte der schwedische RedDot Pionier, dass ab sofort auch andere Pistolenhersteller ihre Waffen mit der A-CUT Technologie ausstatten können. Aimpoint habe dazu mit etwa dreißig Unternehmen Verträge unterzeichnet. Gleichzeitig betont Aimpoint, dass das COA-LPV ausschließlich für die Nutzung auf Pistolen vorgesehen ist und nicht für Gewehre oder andere Waffenarten.

Verschraubte Kimme. Das COA® ist nur
unwesentlich breiter, als die Slim-Glock

Großer Vorteil: Die A-CUT Technologie
erlaubt weiterhin das Nutzen der
Offenen Visierung (1/3 Co-Witness)


FBT & Verex Tactical
Die Firma Fine Ballistic Tools (FBT) aus Österreich hat sich spezialisiert auf Carbon-Schäfte und Titan-Schalldämpfer. Und ist mit diesem Portfolio in den letzten Jahren zu einem einflussreichen und umsatzstarken Marktteilnehmer avanciert.
Die Überarbeitung der hier vorgestellten Glock 43X erfolgte durch die Tuningsparte von FBT unter dem Markenname Verex Tactical. Verex Tactical war bis vor einigen Jahren ein eigenständiges Unternehmen, bis es durch FBT aufgekauft wurde. Die Kernkompetenzen von Verex Tactical sind:
Slide Cuts (Skelettierung), Cerakote / PVD / DLC Beschichtungen bis hin zu 24-Karat-Vergoldungen, LPV Ausfräsungen, Laser Gravuren mittels hochenergetischen Laser, der auch kreative und kunstvolle Reliefs ermöglicht sowie Griffstückbearbeitungen.
FBT hat bei Glock einen eigenen Seriennummernkreis, was durchaus ein Zeichen für die Marktpositionierung von FBT darstellt.

Glock 43X FBT
Die Überarbeitung und Skelettierung des 43X-Verschlusses ist auf den Bildern ansehnlich zu erkennen. Der Lauf verfügt über zwei Kompensator-Bohrungen, die im Verschluss korrespondieren.
Im Verex-online-Konfigurator sind über zwanzig Varianten der Griffstückbearbeitung aufrufbar. Der Kunde kann hier individuell Laser-Stippling, Undercut-Modifikationen und Daumenauflagen wählen.

Fazit
Die Slim Glock 43X kann eine echte Alternative sein, wenn es um das verdeckte Führen geht. Aber auch für den Jäger, der als Fangschusswaffe keine ausgewachsene Gebrauchs- oder Dienstpistole mit zweireihigem Magazin mit sich rumschleppen will. Für beide Anwendungen sollte die Magazinkapazität von zehn Patronen ausreichend sein. Will man etwas individuell Exklusives oder eine Standard-Glock aufgrund persönlicher Erfahrung (und Kompetenz) in Details optimieren, empfiehlt sich ein Blick auf die FBT-Verex Seite.

Service
Bezug in Deutschland über die Firma schreiterer.com 
https://www.verex-tactical.com

Erstvorstellung Glock 42 in 2014