Donnerstag, 4. Dezember 2014

Weihnachten (4): 550er Paracord



Das Band für alle Fälle…

Der Ausrüster SIERRA-313 aus Hamburg bietet seit kurzem 550er Paracord in diversen Farben an. Paracord ist Fallschirmleine und äußerst reißfest. Es eignet sich für Messergriffe, als Survivalschnur oder als Fangleine für diverse Gegenstände. Eben ein Band für alle Fälle. Paracord ist ca. 4mm stark und besteht aus einer Nylonhülle in der sich sieben innere Stränge befinden. In Kürze werden auch Schnürsenkel aus Paracord verfügbar sein.







Mittwoch, 3. Dezember 2014

Weihnachten (3): Fenix PD35 2014 Edition



„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.“, und mit der Fenix PD35 sogar richtig hell. Die schiere Leuchtkraft, die Kompakttaschenlampen in diesen Tagen erzeugen, war vor ein paar Jahren noch unvorstellbar. Dabei sind die Lampen kleiner geworden und im Fall der Fenix sind sie auch noch preisgünstig


Text: Arne Mühlenkamp

Die Frage nach einem nützlichen Weihnachtsgeschenk ist in diesem Fall schnell beantwortet. Die 2014 Edition der Fenix PD35 könnte schon für eine Investition von weniger als 100 Euro unterm Weihnachtsbaum landen. Sie ist ein willkommener Ausrüstungsgegenstand für jeden, der schon einmal bei Dunkelheit draußen unterwegs war. Sie ist robust und bietet Lichtleistung im Überfluss. Außerdem wird sie beim Versandhändler Rivers and Rocks grundsätzlich inklusive Energiequelle, lies: zwei Stück CR123 Lithiumbatterien ausgeliefert. Optional kann die PD35 auch mit einem 18650 Li-Ion Akku betrieben werden.

LED-Modul
Für die enorme Lichtausbeute sorgt ein LED-Modul mit der genauen Bezeichnung Cree XM-L2 U2. Es erzeugt nach Herstellerangaben eine Maximalleistung von 960 Lumen. Einen Wert, der vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wäre, erst recht aus einer Kompakttaschenlampe. Der Lampenkopf ist im Vergleich zum Vorgänger massiver gearbeitet, was für eine bessere Kühlung sorgt und damit Helligkeit und Lebensdauer erhöht.



Lichtmodi
Die vier Helligkeitsstufen werden durch den seitlich am Kopf angebrachten Druckschalter gewählt. Wird dieser Schalter länger als zwei Sekunden gedrückt, aktiviert sich der Stroboskop Modus. An- bzw. ausgeschaltet wird die PD35 über einen „taktischen“ Endkappenschalter. Dieser besitzt auch eine Momentlichtfunktion.
Die Taschenlampe schaltet nach fünf Minuten im Turbo-Modus mit 960 Lumen automatisch auf 460 Lumen zurück. Die angegebene Laufzeit für den hellsten Modus von 70 min ist daher ein kumulierter theoretischer Wert. Nach 30 min im 460-Lumen-Modus regelt die Lampe wiederum automatisch eine Stufe tiefer in den 180-Lumen-Modus.

Fazit
Die PD35 (Edition 2014) stellt mit ihrer Lichtausbeute sprichwörtlich viele anderen Kompakttaschenlampen in den Schatten. Auch die, der Premiumanbieter. Ein Kaufpreis von 70 Euro dürfte manch einen dazu verleiten, gleich zwei Stück zu kaufen: Eine für den Rucksack, eine fürs Auto.



Im Lieferumfang enthalten:
1 x Fenix PD35 (2014 Edition)
1 x Gürtelholster
1 x abnehmbarer Clip
1 x Handschlaufe
1 x Ersatz O-Ring
2 x CR123a Batterien

Technische Daten
Länge: 13,9 cm
Durchmesser: 2.54 cm
Gewicht: 120 g (inkl. Batterie)
Leuchtweite: max. 208 Meter
Hard-anodisierte Oberfläche und Anti-Roll Design
Wasserdicht gem. IPX-8 (Dichtigkeit für 30 Minuten in 2 m Wassertiefe)
Lichtmodi: (ermittelt nach ANSI-Standard)
14 Lumen 150 Std.
50 Lumen 38 Std.
180 Lumen 10 Std.
460 Lumen 3 Std. 15 Min.
max. 960 Lumen 1 Std. 10 Min.
max. 960 Lumen Strobe

Service
Weihnachtsmanngebühr: 70 Euro
Weihnachtsmannkontakt über: Rivers and Rocks
(Bei Angabe des Waffenkultur-Codes „WK19“ werden bei „River & Rocks“ 10% Nachlass verrechnet.)

Dienstag, 2. Dezember 2014

Weihnachten (2): Entfernungsmesser RX-1000i TBR von Leupold



Ausrüstungsgegenstände, die groß und schwer sind, bleiben beim Outdoor-Einsatz aus Bequemlichkeit meist schnell zu Haus liegen. Das gilt für Ferngläser, Spektive oder Taschenlampen genau so wie für Erste-Hilfe-Taschen. In diesem Fall aber nicht für den Entfernungsmesser

Text: Arne Mühlenkamp

Entfernungen zu schätzen ist eine Fähigkeit, die man trainieren kann und auch sollte. Das wichtigste Hilfsmittel dafür wurde uns inkludiert: Das menschliche Auge. Dennoch unterliegen wir auch bei Talent und regelmäßigem Training einer Toleranz, die mitunter erhebliche Abweichungen vom wirklichen Entfernungswert haben kann. Auch das Entfernungsschätzen mit Hilfsmitteln, wie z.B. einem Zielfernrohr mit MilDot Absehen ist übungsintensiv, zeitaufwändig und fehlerbehaftet. Eine Alternative kann hier ein Entfernungsmessgerät sein. Diese Laser-basierten Messgeräte liefern die Distanz zum gewünschten Objekt auf Knopfdruck. Je nach Geräteausstattung erhält der Anwender bisweilen wesentlich mehr Ausgabewerte, als nur die Entfernung in Metern. Der Nachteil aller technischen Gerätschaften ist, dass sie aufgrund von Defekten oder leeren Batterien ihren Dienst unerwartet einstellen können. Der ambitionierte Anwender sollte daher trotz alledem über ein Mindestmaß an manuellen Fähigkeiten zur Entfernungsschätzung verfügen.



Die RX-1000 Serie
Leupold brachte mit dem RX-1000i eine Weiterentwicklung auf den Markt, die schnellere und präzisere Messungen gewährleistet. Verantwortlich dafür ist das DNA-System (Digital eNhanced Accuracy). Laut Herstellerangaben verarbeitet DNA das Digitalsignal des Lasers mit weniger Rauschen. Dadurch wird die Messung nicht nur präziser, sondern für den Anwender auch spürbar schneller. Die Entfernungsangabe wird unmittelbar mit dem Knopfdruck im Display eingeblendet. Das Display ist ebenfalls eine Neuerung. Die „Organic Light Emitting Diode“, kurz OLED, sorgt für mehr Brillanz und hohen Kontrast bei weniger Energieverbrauch. Der Hersteller spricht von einem 3-fach helleren Bild im Vergleich zu den Vorgängermodellen. Die Optik ist dabei permanent 6-fach vergrößernd. Zur Wahl stehen drei Absehen: Der so genannte „Plus-Punkt“, ein Duplex Absehen sowie eine Kombination aus beiden. Bei kleineren Zielobjekten und längeren Distanzen hat sich der „Plus-Punkt“ bewährt. 



Entfernungsbereich
Der RX-1000 ist, wie seine Modellbezeichnung vermuten lässt, für Messungen bis zu 1.000 Yard ausgelegt (910 Meter). Hier handelt es sich dabei jedoch um eine Messung unter Idealbedingungen. Das Reflexionsvermögen des Ziels kann den Maximalbereich der Messung ebenso beeinflussen, wie die Licht- und Wetterverhältnisse. Dunst, Nebel oder Regen sowie jeder andere Faktor, der die Luftklarheit herabsetzt, verringert die maximal messbare Entfernung. Helle, glänzende Oberflächen reflektieren besser als eine matte Oberfläche.

TBR®-Software
Den RX-1000i gibt es in zwei unterschiedlichen Farbvarianten (Schwarz und Mossy Oak) sowie in der Ausstattungsstufe „TBR“. Das steht für „True Ballistic Range“ und ist ein Softwarepaket, auf das beim Kauf nicht verzichtet werden sollt. Zum einen bietet TBR® die Angabe der linearen Entfernung gegenüber der ballistischen Entfernung. Mit dem integrierten Neigungsmesser bestimmt der RX-1000i TBR die reale (ballistische) Entfernung zum Ziel. Diese wird bei Messungen mit einem Neigungswinkel immer kürzer sein, als die gemessene (lineare) Entfernung.
Zum anderen sind in der TBR®-Software sieben Leistungsklassen handelsüblicher Gewehrpatronen hinterlegt. Der Anwender kann über eine leicht verständliche Menüführung seine Ballistikgruppe wählen und erhält als zusätzlichen Ausgabewert eine entsprechende Flugbahnerhöhung in MIL angezeigt.
Darüber hinaus verfügt TBR über einen „Bogenmodus“ für die Bogenjagd. Und über die Funktion „Last Target“, wobei bei Messungen von mehreren Zielen die Distanz zum am weitesten entfernten Ziel gespeichert wird. Auch die Entfernungsmessung von sich bewegenden Zielen ist möglich. Dazu wird der Knopf einfach gedrückt und gehalten. Natürlich lassen sich die Maßeinheiten zwischen metrischer Welt und „inch“- und „MOA“-Welt anpassen.

(Foto: Hersteller)

Fazit
Robuste Bedienbarkeit, ausgereifte Technik, leicht und kaum größer als eine Zigarettenschachtel. Die Kaufentscheidung sollte zu Gunsten der Premiumausführung RX-1000i TBR fallen. Da es keinen Grund gibt, weder auf die TBR®-Software zu verzichten, noch auf die Möglichkeit bis zu 1.000 Yard messen zu können.

Technische Daten
Maße: 9 cm x 7 cm x 3 cm
Gewicht: 222 g
Messentfernung: 910 m (Idealbedingungen)
Energiequelle: CR-2 Batterie (reicht für min. 2.000 Messungen)
Automatische Abschaltung nach 7 Sekunden
Ausgabewerte in Yard, Meter, MOA, MIL

Service
Weihnachtsmanngebühr: 495 € (schwarz) bzw. 535 € (Mossy Oak)
Weihnachtsmannkontakt über: Waffennetz 24



Montag, 1. Dezember 2014

Weihnachten (1): Oberland Magazine



Adventsaktion bei Oberland Arms: In dieser Woche (1. Dezember bis 6. Dezember 2014) gibt es beim Kauf von OA-Magazinen 10% Rabatt.
Bei der Bestellung über order@oberlandarms.com den Gutscheincode „Advent 10“ mit angeben. (Mindestbestellsumme 50 Euro)

Es gibt keinen Grund, sich zum Jahresende nicht noch einmal zehn Stück 30er-Magazine zu kaufen. Oder zwanzig Stück…


(Foto: Hersteller)



Sonntag, 30. November 2014

Die Waffenkultur – Ausgabe 19 (November/Dezember 2014)




Ausgabe 19 (November/Dezember 2014)


Die November/Dezember Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Jagdliche Praxis: Die Ruger Scout in .308 Win
Neuer Feldspieler: DAR-10 in .308 Win
Das Überprüfen der Waffe: Pre-Combat Check
Neue Kurskonzepte bei Tactical Responder®: Der Live-Fire IFAK
Die moderne Mittelschicht: Isolationsjacken mit Kunstfaserfüllung
Ist es noch weit?: Entfernungsmesser RX-1000i TBR von Leupold
Stanleyness: Einhand-Thermobecher von Stanley
Lightningness: Kompakttaschenlampe Fenix PD35
Dauerbrenner: Gewehrtasche Drag Bag von Tasmanian Tiger
Im Wald: Der Imwoid Sepp von Oberland Arms
Gurtband: Gürtel mit AustriAlpin Cobra Schnalle
„Süßer die Glocks nie klingen…“: Holster Radar 6355 THUNDER-C
Drachenei für alle Fälle: Rucksack Dragon Egg von D.A.
Standardübungen (13): Delta Drill
Fighting Fit: Zirkeltraining
Das Kalenderblatt: 100 Jahre Langemarck





 

Freitag, 28. November 2014

Harte Jungs für strahlende Kinderaugen, Vol. II



Ein Kampfsportseminar der ganz besonderen Art veranstaltet die Abteilung Krav Maga /  Combatives des SV Bushido Erlensee e.V. am 24. Januar 2015 in der Fallbachhalle in Erlensee


Unter dem Motto „Harte Jungs für strahlende Kinderaugen“ werden bis zu zehn Referenten aus dem Bereich des realitätsbezogenen Selbstschutzes und der Selbstverteidigung einen Tag lang unterrichten. Die Referentenliste sowie Seminarinhalte können unter der Seite http://kravmaga-hanau.jimdo.com/benefizseminar/ eingesehen werden.

Eine Teilnahme ist für jedermann möglich. Die Teilnahmegebühr wird in Form einer Spende auf das Spendenkonto des SV Bushido Erlensee e.V. überwiesen. Der Mindestteilnahmebetrag liegt bei 39 Euro. Nach eigenem Ermessen kann vom Teilnehmer aber auch ein höherer Betrag überwiesen werden. Die Einnahmen kommen vollständig, direkt und unmittelbar dem LaLeLu Bruchköbel e.V. zu Gute. Dieser Verein ist eine unterstützende, unbürokratische, aber vor allem verständnisvolle Anlaufstelle für Familien mit unheilbar kranken oder verstorbenen Kindern.



Bei der ersten Austragung von „Harte Jungs für strahlende Kinderaugen“ im Januar 2014 konnten mehr als 3.700 Euro gesammelt werden. Dieser Betrag wurde dem Sterntaler Hanau e.V. überwiesen. Womit die Kinderklinik in Hanau direkt unterstützt werden konnte.


Details
Kursdauer: 1 Tag
Datum: 24. Januar 2015
Kursort: Eugen-Kaiser-Str. 22, 63526 Erlensee, Fallbachhalle
Ausbilder: gem. Referentenliste
Teilnahme: ab einer Spende von 39 Euro



Montag, 17. November 2014

Langzeittest: Black Label M4 - Woche 09 bis 11



170 Meter, Cold Bore Shot und SD

Gesamtschusszahl: 1.290 + 120 = 1.410

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0


In den Testwochen 9 bis 11 gab es nur eine Trainingssitzung mit 120 Schuss. Die hatte es aber in sich und der Cold Bore Shot zauberte ein dickes Grinsen in das Gesicht des Schützen.

Das Black Label M4 wurde für den Schießtag wieder einmal mit dem Razor HD 1-6 x 24 von Vortex bestückt. In dieser Konfiguration hat die Waffe ein Offset von 72 mm und wiegt 4,2 kg. Ziel war es, ohne nochmalige vorherige Haltepunktüberprüfung einen Cold Bore Shot über 170 m anzubringen. Direkt im Anschluss wurden die Schüsse 2 bis 6 auf eine andere Scheibe geschossen, um auf eine etwaige Treffpunktabweichung schließen zu können.

Das Vortex ZF war noch aus der vorangegangenen Trainingssitzung zum EBZ auf 50 m eingeschossen. Das Black Label lässt in dieser Konfiguration eine zweiten Fleckschuss bei 160 m bis 170 m erwarten.

Cold Bore Shot 170 m:




5er Gruppe 170 m:




10er Gruppe 170 m:




Rotex-V Compact
Zur Verfügung stand ein Schalldämpfer von B&T: Der Rotex-V Compact. Nach Herstellerangaben soll er den Schussknall um 30 dB dämpfen.
Getestet werden sollte, ob eine Treffpunktverlagerung entsteht, wie hoch der Verschmutzungsgrad der Waffe wird und natürlich, ob das Black Label M4 auch mit Schalldämpfer noch zuverlässig funktioniert.

10er Gruppe 170 m mit SD:


Die Gruppe wird nicht größer, wandert aber um 11 cm tiefer. Dieser Tiefschuss kann auf das Gewicht des SD von 630 g zurückgeführt werden, welches zusätzlich an der Laufmündung wirkt. Wie jede andere Schalldämpferwaffe auch, verschmutzt das Black Label M4 relativ stärker. Der Schütze nimmt auch einen stärkeren Geruch von Treibladungspulver wahr, als sonst üblich. Funktionsstörungen traten nicht auf.




Schussgruppen
Es gibt vereinzelt Ausreißer, die ich aber dem Schützen anlasten möchte. Teilweise wurden diese Fehlschüsse auch schon während des Schießens wahrgenommen. Wertet man die Schussgruppen aus, zeigt sich eine sehr zufrieden stellende Präzision unseres Low-Budget Gewehrs. Der Gesamtdurchschnitt aller Gruppen, die am Trainingstag geschossen wurden liegt bei 0,35 ‰. Das ist ein hervorragender Wert. Geschossen wurde mit qualitativ hochwertiger Standardmunition (GECO 63 gr.) aufgelegt vom Rucksack.



Neues Anbauteil
Das Black Label bekam außerdem ein neues Griffstück aus dem Hause Oberland Arms im Farbton oliv. Der Griffrücken ist dabei etwas höher, was für große Hände angenehmer sein kann.



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Donnerstag, 13. November 2014

Pre-Combat Check



Das Überprüfen der persönlichen Waffe(n) auf Feuerbereitschaft sollte zu einer festen Angewohnheit werden. Dieser Bericht beschreibt Zweck und Durchführung einer solchen Kontrolle und orientiert sich dabei am militärischen Standardablauf.


Die eigene Waffe in Feuerbereitschaft zu versetzen und in Feuerbereitschaft halten, ist ein wichtiger Baustein in der Schießausbildung. Dazu gehören u.a. Lade- und Entladetätigkeiten, das Beseitigen von Störungen aller Art, bei Gewehren das Einschießen der jeweiligen Visiereinrichtung sowie das Durchführen von kleineren Reparaturen und nicht zuletzt die Überprüfung, ob sich die Waffe im Status der Feuerbereitschaft befindet. Diese Handgriffe sollten zum einen standardisiert und robust sein. Zum anderen den vier Sicherheitsregeln genügen. Das heißt sie sollten auch noch bei Dunkelheit oder bei Kälte angewandt werden können und sie sollten auch noch im 8-Mann-Trupp eine 360°-Sicherheit gewährleisten. Heutzutage ist das Überprüfen der persönlichen Waffe Bestandteil der Grundlagenausbildung in fast allen Ausbildungskonzepten. Im militärischen Sprachgebrauch nennt man es Persönliche Sicherheitskontrolle (PSK). Der US-Amerikaner nennt es Pre-Combat Check (PCC).

PCC, PCI und PSK
Ein Pre-Combat Check (PCC) oder eine Pre-Combat Inspection (PCI) kann in der militärischen Welt sehr umfangreich sein und beinhaltet auch sonstiges Material – nicht nur Handfeuerwaffen. Die Abläufe beim Überprüfen der persönlichen Waffen haben bei Bundeswehr, Schweizer Armee oder US-Streitkräften inklusive deren Spezialeinheiten nur marginale Unterschiede. Einen fast schon rituellen Status hat der Pre-Combat Check bei US-amerikanischen Schießausbildern, welche Dienstzeiten in Spezialeinheiten absolviert haben.

Zweck
Der Pre-Combat Check stellt den gewünschten Ladezustand der Waffe her und damit die Einsatzbereitschaft sicher. In der Regel ist dieser Ladezustand: Patrone im Patronenlager, Magazin voll, Reservemagazin am Körper. Die Überprüfung, ob 1.) ein Reservemagazin vorhanden ist und ob dieses 2.) gefüllt ist, wird beim Pre-Combat Check gern vernachlässigt; gehört aber zum Standardablauf.
Durchgeführt wird ein Pre-Combat Check bspw. vor dem Beziehen einer Stellung, nach einem Magazinwechsel, während Gefechtspausen oder im Training vor dem Beginn der Schießübung.

Durchführung Pistole
Je nach Vorschriftenlage und Waffe ergeben sich Unterschiede im Detail. Bei einer Pistole beginnt der Pre-Combat Check damit, dass die Waffe in Nachladeposition gebracht wird. Das Magazin wird entnommen, um den Füllstand zu kontrollieren. Das Magazin wird wieder in die Waffe eingeführt und der feste Sitz geprüft. Danach wird der Verschluss weit genug zurückgezogen, um die Patrone sehen zu können, die sich im Patronenlager befinden sollte. Der Verschluss wird wieder geschlossen, wobei auf eine korrekte Verriegelung geachtet wird. Die Waffe wird geholstert.
(Besonderheiten: Bei Single-Action Pistolen wird vor dem Holstern kontrolliert, ob die Waffe gesichert ist. Bei Double-Action Pistolen wird die Waffe ggf. über den Entspannhebel entspannt.)
Der Schütze greift nach seinem Reservemagazin und kontrolliert dessen Füllstand sowie korrekten Sitz an der Ausrüstung.

Durchführung Gewehr
Exemplarisch wird der Ablauf für ein AR-15 beschrieben. Bei Magazinkörpern mit einer Füllstandsanzeige besteht kein Grund das Magazin zu entnehmen. Der Schütze überprüft lediglich den festen Sitz des Magazins. Die linke Hand geht zum Vorderschaft, die rechte Hand zieht den Spannschieber weit genug zurück, bis die Patrone im Patronenlager wahrgenommen werden kann. Spannschieber und Verschluss werden mittels Federkraft wieder nach vorn gebracht. Zusätzlich betätigt der Schütze die Schließhilfe (forward assist) mit dem Hand- bzw. Daumenballen der rechten Hand, um die korrekte Verriegelung des Verschlusses sicherzustellen. Mit den Fingern der linken Hand wird die Staubschutzklappe geschlossen. Der Daumen der Schusshand prüft simultan, ob die Waffe gesichert ist.  Der Schütze überprüft die Visiereinrichtung (Sind Klappvisiere aufgeklappt? Ist bei einer A2-Standardvisierung die richtige Größe der Lochkimme aufgeklappt? Ist der Rotpunkt in Betrieb? Ist bei Optiken mit variablen Vergrößerungen die gewünschte Vergrößerung gewählt?) Bei Waffen mit Schubschaft überprüft er zusätzlich die richtige Länge sowie deren festen Sitz.
Der Schütze greift nach seinem Reservemagazin und kontrolliert dessen Füllstand sowie korrekten Sitz an der Ausrüstung.
Besonderheit Dunkelheit: Bei Dunkelheit ist der Ablauf analog. Allerdings wird ein Finger der linken Hand dazu benutzt, um die Patrone im Patronenlager zu ertasten.

Waffe in Nachladeposition
Das Magazin wird entnommen, um den Füllstand zu kontrollieren


Das Magazin wird wieder in die Waffe eingeführt und der feste Sitz geprüft


Der Verschluss wird weit genug zurückgezogen, um die Patrone sehen zu können, die sich im Patronenlager befinden sollte


Der Schütze greift nach seinem Reservemagazin…


… und kontrolliert dessen Füllstand sowie korrekten Sitz an der Ausrüstung


Bei Magazinkörpern mit einer Füllstandsanzeige besteht kein Grund das Magazin zu entnehmen. Der Schütze überprüft lediglich den festen Sitz des Magazins


Die linke Hand geht zum Vorderschaft, die rechte Hand zieht den Spannschieber weit genug zurück, bis die Patrone im Patronenlager wahrgenommen werden kann


Spannschieber und Verschluss werden mittels Federkraft wieder nach vorn gebracht. Zusätzlich betätigt der Schütze die Schließhilfe (forward assist) mit dem Hand- bzw. Daumenballen der rechten Hand, um die korrekte Verriegelung des Verschlusses sicherzustellen


Mit den Fingern der linken Hand wird die Staubschutzklappe geschlossen


Der Daumen der Schusshand prüft simultan, ob die Waffe gesichert ist.  Der Schütze überprüft die Visiereinrichtung und die Position des Schubschaftes


Der Schütze greift nach seinem Reservemagazin und kontrolliert dessen Füllstand sowie korrekten Sitz an der Ausrüstung


Besonderheit Dunkelheit: Bei Dunkelheit ist der Ablauf analog. Allerdings wird ein Finger der linken Hand dazu benutzt, um die Patrone im Patronenlager zu ertasten


Mehr dazu in Waffenkultur Nr. 19 ab dem 30. November 2014: http://waffenkultur.com/

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Langzeittest: Black Label M4 - Woche 06 bis 08



Der einsatznahe Beschusszyklus (EBZ)

Gesamtschusszahl: 1.140 + 150 = 1.290

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0

Im Jahr 2012 definierte die Bundeswehr ein Standardverfahren, mit dem eine Infanteriewaffe heißgeschossen werden kann. Der so genannte „Einsatznahe Beschusszyklus“ soll die Trefferleistung von heißgeschossenen Waffen vergleichbar machen. Wir unterzogen das Black Label M4 diesem Test.


Ablauf des EBZ
Für den Ablauf sind insgesamt 150 Schuss erforderlich. Der EBZ beginnt damit, dass aus dem Kaltzustand heraus ein Trefferbild auf 100 Meter mit zehn Schuss erzeugt wird (TB1).
Danach werden 50 Schuss in schneller Schussfolge abgegeben. Bei Militärwaffen sollte das der Definition nach mit 5-Schuss-Feuerstößen passieren, wobei zwischen den Feuerstößen drei Sekunden Pause eingehalten werden sollte.

Mit den Schüssen 61 bis 70 wird ein weiteres Trefferbild erzeugt (TB2). Eine Zeitbegrenzung für das Schießen der insgesamt vier Trefferbilder gibt es nicht. Jedoch sollten die Schüsse dabei so schnell wie möglich abgegeben werden.

Im Anschluss an Trefferbild 2 müssen 20 Schuss im schnellen Einzelfeuer (innerhalb einer Minute) abgegeben werden.

Mit den Schüssen 91 bis 100 wird Trefferbild 3 (TB3) erzeugt.

Darauf folgend findet eine weitere Belastungsphase statt, wobei insgesamt 40 Schuss Einzelfeuer innerhalb von zehn Minuten geschossen werden müssen.

Mit den Schüssen 141 bis 150 wird schließlich das vierte und letzte Trefferbild (TB4) erzeugt.


 

Umsetzung des EBZ
Zur besseren Zielidentifikation und zur Minimierung von Schützenfehlern wurde das Black Label mit einer 4-fach vergrößernden Optik ausgestattet. Die Wahl viel auf das Vortex Razor HD 1-6x24. Leider stand zur Absolvierung des EBZ nur eine 50-m-Bahn zur Verfügung. Die angegebenen ‰-Werte sind daher hochgerechnet. Geschossen wurde liegend, aufgelegt vom Rucksack. Verwendet wurde Munition des Fabrikats GECO 55 gr. Ausreißer aufgrund offensichtlicher Schützenfehler (2 Stück, TB1 und TB3) flossen nicht mit in die Bewertung ein.

Trefferbild 1 ist mit einer Größe von 1,5 cm mal 2,5 cm (ohne Ausreißer) sehr ordentlich. Und entspricht einer Durchschnittsstreuung von etwa 0,4‰. Tendenziell ist ein leichter Tiefschuss erkennbar.




Ab dem dritten Magazin wird die Waffe spürbar heiß. In dieser Phase des Zyklus wird mit Schuss 61 bis 70 Trefferbild 2 erzeugt. Der Streukreis öffnet sich hier auf etwa 1,2‰




Trefferbild 3 entsteht aus den Schüssen 91 bis 100. Bemerkenswert ist, dass die Gruppe mit 3,5 cm mal 3,5 cm kleiner ist, als bei TB2 (ohne Ausreißer). Die Durchschnittsstreuung entspricht etwa 0,7‰. Die Tendenz im Tiefschuss verstärkt sich.




Trefferbild 4 entsteht aus den Schüssen 141 bis 150. Der Streukreis beträgt etwa 5,5 cm mit einer Tendenz nach rechts tief (5 Uhr). Hier kann die Durchschnittsstreuung mit etwa 1,1‰ kalkuliert werden. Am Ende des EBZ gibt die Waffe sehr viel Hitze ab. Wodurch eine präzise Schussabgabe außerordentlich erschwert wird.




Ergebnisbetrachtung
Mit dem EBZ wird eine Gefechtssituation simuliert, wobei ein Soldat den größten Teil seines Munitionsvorrats (150 Schuss) innerhalb von 20 Minuten verschießen muss. Ziel ist es, eine Aussage zu Trefferleistungen von heißgeschossenen Waffen treffen zu können.

Hitze
Das Ziel, die Waffe Heiß zu schießen, wurde erreicht. Das Black Label gab deutlich Hitze an die Umwelt ab, blieb aber dennoch während des gesamten Zyklus ohne Handschuhe schiessbar. Oberland Arms verbaut serienmäßig an allen Black Label Gewehren einen Handschutz aus Eigenproduktion, mit einem doppelten Wärmeleitblech.



Der Handschutz des M4 sollte nur mit dafür vorgesehenen Werkzeug demontiert werden.




Präzision
Das Black Label überrascht mit einer sehr ordentlichen Präzision. Als Standardwert für die Durchschnittsstreuung aus Waffe, Munition und Mensch werden 1‰ angesehen. Das bedeutet etwa 10 cm auf 100 m bzw. 50x50 cm auf 500 m. Die Qualifikation zum „Rifleman“ der US-Army lehnt sich an einen ähnlichen Richtwert von 4MOA an.
Das Black Label M4 erreichte mit 0,4‰ im Kaltzustand einen exzellenten Wert. Die 1,1‰  bis 1,2‰ im heißgeschossenen Zustand sind ebenfalls bemerkenswert.

Problem: Mirage
Die Herausforderung während des Zyklus liegt weniger beim Material. Zugegebenermaßen; die Waffe wird (sehr) heiß und direkter Körperkontakt mit Lauf, Gasblock oder dem A2-Kornträger sollte vermieden werden.
Das Problem, was sich spätestens beim Verschuss des dritten Magazins abzeichnet, ist die aufsteigende Hitze in Form von Mirage. Hierdurch wird die Zielerfassung ganz erheblich erschwert. Insbesondere das Umsetzen von Grundfertigkeit #2 „Haltepunkt“ gestaltet sich bei Trefferbild 2 und 4 fast unmöglich.

Fazit
Im Ergebnis ist der einsatznahe Beschusszyklus (EBZ) zwar ein Standardverfahren. Die schwindende Präzision, also die Vergrößerung der Streukreise bei Trefferbild 2 bis 4 muss aber nicht zwingend einzig auf das Material (die erhitzte Waffe) zurückgeführt werden. Die Ursache kann hier auch in systembedingten unausweichlichen Zielfehlern des Schützen liegen. Das Anwenden von Grundfertigkeiten des Schießens ist wesentlich, um einen präzisen Treffer anbringen zu können. Verhindert bspw. aufsteigende Hitze das Umsetzen von Grundfertigkeit #1 „Visierbild“ oder Grundfertigkeit #2 „Haltepunkt“, werden die Streukreise größer. Zwangsläufig.


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Montag, 13. Oktober 2014

Langzeittest: Black Label M4 - Woche 05



Redcoats / Delta Drill / 5/1 Drill

Die Verwendung des Black Label als Marksmanship Trainingsgerät stand im Mittelpunkt der Testwoche 05. Die Waffe wurde dazu mit einem USGI-Schießriemen ausgestattet. Außerdem absolvierte sie einige Standardübungen.


Gesamtschusszahl: 1.000 + 140 = 1.140

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0


Zu Beginn der Trainingssitzung erfolgte eine Haltepunktverifizierung. Danach schoss die Black Label zwei einfache Standardübungen: Den Delta Drill und den 5/1-Drill.

Delta Drill
Beim Delta Drill werden insgesamt 6 Schuss abgegeben. 2 Schuss stehend, 2 Schuss kniend und 2 Schuss liegend. Übungsziel ist, diese Schießpositionen flüssig hintereinander einzunehmen und jedes Mal bewusst eine stabile Schießplattform aufzubauen. Der Schütze achtet außerdem darauf, bei jedem Positionswechsel den Finger vom Abzug zu nehmen und beim Wechsel von kniend nach Liegend die Waffe zu sichern. Da hierbei in den allermeisten Fällen der Schaft die Schulter verlässt, erscheint das Sichern einer Langwaffe sinnvoll.
Für den Delta Drill hat der Schütze 30 Sekunden Zeit.
Im Original wird die Übung auf eine Entfernung von 100 m geschossen (Zielgröße etwa 45x75 cm). Beim Schießen aus der 25-m-Distanz lässt sich das Zielmedium entsprechend verkleinern.
Optional kann in jeder Schießposition ein Zielwechsel integriert werden (Ziel A, Ziel B).

5/1-Drill
Der 5/1 Failure Drill ist keine unbekannte Übung mehr. Im Original stammt sie von Paul Howe, CSAT .
Aus 7 m Entfernung hat der Schütze 3 Sekunden Zeit, die 5 + 1 Schuss abzugeben. Er achtet dabei auf einen stabilen Anschlag, den Natürlichen Zielpunkt und auf die Grundfertigkeiten des Schießens. Das heißt in erster Linie, er sieht pro Schussabgabe sein Korn zweimal scharf. Einmal vorm Schuss und einmal nach dem Schuss. Die Übung sollte viermal hintereinander fehlerfrei absolviert werden können.



Redcoats
Die Redcoats sind eine Standardübung aus dem Programm von Project Appleseed  Aus 25 Meter [sic!] Entfernung werden insgesamt 13 Schuss abgegeben. Jeweils drei in die Silhouetten, welche unterschiedliche Distanzen abbilden (100 Yard, 200 Yard, 300 Yard und 400 Yard). Der letzte Schuss erfolgt in Morgan’s Shingle, welcher einen Kürbis auf 250 Yard darstellt. Die Verwendung von optischen oder optoelektronischen Zielhilfen ist verpönt. Die Übung sollte mit offener Visierung (Kimmen & Korn) innerhalb von 60 Sekunden geschossen werden.



USGI Schießriemen
Das Black Label M4 wurde für diese Übung mit einem USGI Schießriemen ausgestattet. Die Standardösen des Black Label erlauben eine problemlos Montage des Riemens. Zur Benutzung des USGI siehe auch: http://feuerkampf-und-taktik.blogspot.de/2014/07/schieriemen-1-der-usgi-websling.html



Auswertung der Übung
Das kleinste Ziel, das dreimal getroffen wird, ist die effektive Einsatzdistanz des Gewehrschützen bei seinem derzeitigen schießtechnischen Niveau. Als Treffer zählt, wenn das Einschussloch das Ziel berührt. Es gilt die „.30er-Kaliber-Regel“: Hätte ein Geschoss im Kaliber 7,62 die Silhouette gestreift, gilt der Schuss als Treffer.



Das Black Label M4 absolvierte diese Übung mit A2-Standarvisierung fehlerfrei. Die Übung Redcoats ist tatsächlich ein Test für die Marksmanship- bzw. Schießfertigkeiten eines Gewehrschützen. Die Verwendung eines Schießriemens kann dabei effektiv trainiert werden und verbessert das Ergebnis entscheidend. Ab einem Alter von 40 Lebensjahren nimmt die Sehstärke spürbar ab. Auch dafür liefern die Redcoats den letztendlichen Beweis.


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