Am 22. Januar 1991 infiltriert ein achtköpfiges Kommando des britischen SAS tief in das Gebiet des Irak. Der Auftrag: Stellungen der irakischen R-17-Raketen (sog. Scud-B) zu finden und per Funk zu melden. Unzureichende Aufklärung und fehlende Ausrüstung führen zu einem Desaster, das drei Soldaten mit ihrem Leben bezahlen werden
Die Patrouille Bravo Two Zero steht heute synonym für den gesamten Einsatz des britischen SAS im Zweiten Golfkrieg 1991. Dabei war Bravo Two Zero nur eine von insgesamt acht Long-Range-Patrouillen, die der SAS in den Irak infiltrieren ließ.
Was Bravo Two Zero in den Fokus der Öffentlichkeit brachte, war zum einen der fatale Verlauf des Unternehmens. Zum anderen die publizistische Aufarbeitung durch den Patrouillen-Kommandeur selbst, der schon ein knappes Jahr danach unter dem Pseudonym Andy McNab den gleichnamigen Weltbestseller veröffentlichte.
Militärischer Fehlschlag
Der fatale Verlauf, der Bravo Two Zero zu einem militärischen Fehlschlag werden lässt, hat seine Ursachen im Versagen auf mehreren Ebenen. Es beginnt beim – gar nicht so seltenen – Planungsversagen der militärischen Führung, die weder Kenntnisse zu geografischen und meteorologischen Gegebenheiten im Irak hatte, noch in der Lage war, die B Squadron des SAS mit adäquaten Material auszurüsten. Selbstüberschätzung der Truppen vor Ort paart sich mit Truppenversagen im Detail, weil grundlegende Ausbildungsstandards unter Stress nicht mehr umgesetzt werden konnten. Das reicht von der Verantwortung des Patrouillen-Führers, die Vollzähligkeit seiner Männer zu kontrollieren, bis zur Grundbefähigung des Einzelnen, seine Waffe nach einem Schusswechsel wieder in volle Feuerbereitschaft zu versetzen, indem sie nachgeladen wird.
Mehr zum Thema im Kalenderblatt der "Waffenkultur" Nr. 86 ab 30. Januar

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