Der Minnesota-Drill ist eine Kurzwaffen-Übung und fokussiert auf einhändiges Schießen unmittelbar nach dem Ziehvorgang. Gleichzeitig beinhaltet der Drill eine leichte Seitwärtsbewegung des Schützen sowie eine Zeitbegrenzung. Der Ursprung der Übung ist unklar
Ursprung
Der Ursprung der Übung ist unklar. Da aber einhändiges Ziehen und Schießen mit Pistole bzw. Revolver eine weit verbreitete Grundübung ist und in zahlreichen Ausbildungskonzepten als Standard behandelt wird, ist nicht ausgeschlossen, dass der Minnesota-Drill anderenorts in ähnlicher Ausführung unter anderem Name angewandt wird.
Ablauf
Die Entfernung zum Ziel beträgt drei Meter. Das Zielmedium ist eine 10er-Ring Scheibe oder optional der obere Bereich einer CSAT-Scheibe.
Der Schütze startet stehend zum Ziel ausgerichtet; Waffe geholstert. Nach Startsignal und dem Ziehvorgang gibt er einhändig zwei Schuss ab. Er vollzieht eine leichte Seitwärtsbewegung von einem Schritt und gibt den dritten Schuss ab. Das Zeitlimit beträgt vier Sekunden. Die Vorgabe ist, alle Schüsse innerhalb der Trefferzone (schwarzen Spiegel) zu halten. Zu erweiterten Übungszwecken kann die Übungen dreimal hintereinander durchgeführt werden.
Elemente
Der Minnesota-Drill erfordert den schnellen ersten Schuss einhändig ausgeführt. Gefolgt von Folgeschuss Nummer zwei und drei. Ein wichtiges schießtechnisches Element wird somit das schnelle „In-Anschlag-Gehen“ einhändig. Um ausreichend Stabilität zu erlangen, ist es wichtig, dass der Schütze den Schussarm in die volle Streckung bringt. Ein zusätzliches Verriegeln des Schultergelenks kann dabei die Stabilität erhöhen. Die Bewegung „Strecken und Verriegeln“ sollte regelmäßig in die Ausbildung integriert werden.
Die Seitwärtsbewegung zwischen Schuss zwei und drei ist weniger ein schießtechnisches Element, als vielmehr ein Taktisches. Sich selbst aus der Feuerlinie herauszubewegen oder der Eigenbewegung des Gegners auszuweichen, ist grundsätzlich sinnvoll.
Nicht zuletzt ist das Umsetzen der Grundfertigkeiten Kornfokus und Abzugskontrolle wesentlich.
Zielmedium
Das Zielmedium ist eine 10er-Ring Scheibe. Vorzugsweise die offizielle NRA B8 Zielscheibe, die auch für viele andere Standardübungen verwendet werden kann. Der schwarze Spiegel hat einen Durchmesser von 5,54 Zoll, was etwa 14 Zentimetern entspricht.
Jedes andere, vergleichbare Zielmedium, mit einem etwa fünfzehn Zentimeter großen Durchmesser erfüllt ebenso den Zweck
Fehler
Wie bei allen anderen Standardübungen auch, können Fehler typischerweise in zwei Bereichen auftreten: ein Nichttreffen oder Zeitüberschreitung. Auch beim einhändigen Schießen muss der Abzug betätigt werden, ohne dabei die Waffe zu bewegen. Ein Abzugsfehler zeigt sich gravierender, wenn die Unterstützung durch die zweite Hand und eine stabile beidhändige Grifftechnik fehlt. Der gestreckte Arm und die verriegelte Schulter können hier das stabile, schießtechnische Vehikel sein und dem Transport der Grundfertigkeiten förderlich sein.
Schusszahl & Zeitansatz
Der Munitionsverbrauch pro Durchgang liegt bei lediglich drei Schuss; bzw. drei mal drei Schuss, wenn der Minnesota-Drill als Dreierpack durchgeführt wird. Der Zeitansatz für einen Durchlauf inklusive Auswertung ist minimal. Werden drei Durchgänge in Folge absolviert, sollte mit einer Minute Gesamtzeit kalkuliert werden.
Service
Übung gehört zum Portfolio des Robust Pistol Management (RPM)
Termine
https://0-500.de/page/Termine
Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 86

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