Freitag, 22. März 2019

RUAG .223 Rem FMJ SX 3.6 g / 55 gr



RUAG bringt eine komplett schadstofffreie Patrone im Kaliber .223 Rem heraus. Die Patrone ist schon bei verschiedenen behördlichen Nutzern eingeführt und qualifiziert. Akademie 0/500 testet die neue 5,56 seit Kurzem. Der offizielle Verkaufsstart erfolgt im April 2019

Von Arne Mühlenkamp

Mit der Forderung nach schadstofffreier Munition für alle Schießkurse in Raumschießanlagen ist Akademie 0/500® der Vorreiter im deutschsprachigen Raum. Dieser gravierende Schritt hat sich in den letzten zwölf Monaten als absolut richtig erwiesen. Die Bleiexposition beim Schützen auf Schießkursen konnte im Sinne aller Teilnehmer gegen Null reduziert werden. Für Kurzwaffenkaliber bietet der Markt mittlerweile eine große Bandbreite an SINTOX® oder Non-Tox Laborierungen.
Einzig auf Gewehrkursen musste bisher beim beliebten und weitverbreiteten Kaliber. 223 Remington mit Kompromissen gelebt werden. Die GECO Patronen Target FMJ mit 3,6 Gramm (55 gr) und 4,1 Gramm (63 gr) Geschossgewicht gelten als schadstoffreduziert, aber eben nicht als schadstofffrei. Beide haben Sinoxid Zündelemente, welche bis auf geringe Anteile (etwa 5%) als bleifrei bezeichnet werden können. Die GECO Target 63 gr hat ein verkapseltes Geschoss (was die 55 gr nicht hat).




RUAG
Für RUAG, einem der Pioniere für schadstofffreie Munition, war die Entwicklung einer zeitgemäßen 5,56x45 mm Patrone daher nur folgerichtig. Die Entwicklungsarbeit konnte in 2018 zum Abschluss gebracht und die ersten Lose an behördliche Abnehmer ausgeliefert werden. Die Patrone wird auch im Zivilmarkt verfügbar sein und kann ab sofort von RUAG gelisteten Händlern bestellt werden. RUAG ist damit der erste und zur Zeit einzige Hersteller, der eine kosteneffiziente, vollwertige Infanteriepatrone mit 3,6 Gramm Geschossgewicht, schadstofffreier Anzündung und vollgekapseltem Geschoss anbietet, welche die STANAG für M193 erfüllt.

.223 Rem FMJ SX
Die neue Patrone heißt .223 Rem FMJ SX, besitzt das schadstofffreie SINTOX® Zündelement und ist (derzeit) ausschließlich mit einem 55 gr (3,6 Gramm) Geschoss lieferbar. Das Projektil ist vollgekapselt mit Heckabdeckung und hat nach Herstellerangaben einen ballistischen G1 Koeffizienten von 0,280. Aus einem 51-cm-Lauf erreicht die Laborierung 990 m/s (Mündungsenergie 1.764 Joule). Der Hersteller verspricht eine Präzision von kleiner/gleich 85 Millimeter bei einer 20-Schuss-Gruppe auf 300 Meter aus allen Dralllängen zwischen sieben und zwölf Zoll. Die Patrone hat ein verstemmtes Zündelement ist wasserdicht und automatentauglich.

Technische Daten .223 Remington FMJ SX (3,6 g / 55 gr)

Projektil: Vollmantel, 55 gr (3,6 Gramm)
Material: Bleikern, Tombakmantel, vollverkapselt
Ballistischer Koeffizient C1: 0,280
Zündhütchen: SINTOX®
Gesamtgewicht: 11,6 g
term of reference: C.I.P.
Einsatztemperatur: -30°C bis +50°C
Druck: max. 4.300 bar (bei 21°C)
Mündungsgeschwindigkeit: 990 m/s (510 mm Lauf)
Mündungsenergie: 1.764 J
Präzision auf 300 Meter: Sa   85 mm (20-Schuss-Gruppe)


Mittwoch, 6. März 2019

Akademie 0/500: Kurs Pistole 3


Das Programm des Kurses Pistole 3 wird immer wieder leicht modifiziert. Anspruchsvolle Standardübungen aus der internationalen Ausbildungsszene bilden den Schwerpunkt im Kursprogramm. Das Kursmodul findet nur ein- oder zweimal pro Jahr statt

Jede Schießtechnik funktioniert einwandfrei, solange man genug Zeit hat, sie auszuführen. Erst unter (Zeit-)Druck offenbaren sich eventuell vorhandene Fehler in der Schießtechnik oder eine mangelhafte Umsetzung von Grundfertigkeiten des Schießens.



Diese Fehler offen zu legen, ist ein Anliegen des Schießkurses Pistole 3. Erst wenn derartige Fehler erkannt wurden und der Schütze bereit ist, sich diese Fehler auch einzugestehen, kann an der Fehlerbeseitigung und Leistungssteigerung gearbeitet werden.
Ein weiteres Ziel ist der Spaßfaktor. Eine Schusswaffe im Grenzbereich von schneller Zielerfassung und schnellen Schussfolgen beherrschen zu lernen, ist genau so reizvoll, wie nach einem Fahrertraining sein Kfz zu beherrschen. (Und übrigens auch genauso sinnvoll.)

Häufige Fehler
Wird eine Standardübung mit Zeitbegrenzung nicht erfüllt, liegt die Ursache entweder in einem Fehlschuss (vorbei geschossen) oder im Überschreiten des Zeitlimit (zu langsam geschossen). Ein Fehlschuss ist zurückzuführen auf das mangelhafte Umsetzen von Grundfertigkeiten des Schießens. Eine Zeitüberschreitung liegt meistens in einer ineffizienten Schießtechnik.
Grundfertigkeiten des Schießens (Korn fokussieren, Abkrümmen ohne am Abzug zu reißen und Nachzielen) sollten zuerst ohne Zeitdruck erlernt und gefestigt werden.
Eine effiziente Schießtechnik unterstützt sowohl den schnellen ersten Schuss als auch schnelle Schussfolgen. Hierfür müssen schießtechnische Elemente, wie eine stabile Grifftechnik und das Konzept des Natürlichen Zielpunktes (Natural Point of Aim) verinnerlicht werden.



Nutzen eines Timers
Für fast alle Schießübungen auf dem Kurs P3 wird ein Timer benutzt, der automatisch die Zeit des letzten Schusses anzeigt. Das Nutzen eines Timers ist in der praxisorientierten Schießausbildung nicht unumstritten. Einige Ausbildungseinrichtungen verteufeln solche Zeitmessgeräte mit der Begründung, man würde nicht nur realitätsfern trainieren, sondern auch falsche Elemente und negative Verhaltensweisen in die Schießtechnik einschleifen. Das ist in der Tat nicht ganz von der Hand zu weisen.
Grundsätzlich sollte ein Timer erst ab dem fortgeschrittenen Niveau eingesetzt werden. Bei Beginnern ist zu allererst eine saubere Umsetzung der Technik vordergründig.

Es gibt zwei Arten einen Timer zu nutzen:
1) Um zu ermitteln, wer ist der Schnellste
2) Um zu prüfen, ob der Schütze bei einer Standardübung eine vorgegebene Referenzzeit einhalten kann

Punkt 1) ist in der Praxis belanglos
Punkt 2) hingegen ermöglicht eine Fehleranalyse und die gezielte Verbesserung in schießtechnischen Details.

Übungen
Standardübungen auf dem Kurs Pistole 3 sind u.a.: Der „Ball & Dummy Drill“ als Partnerübung nach Larry Vickers, der „½ & ½ Drill“ nach Kyle Lamb, „The Test“ nach Ken Hackathorn, der „5+1 Drill“ nach Paul Howe sowie die Übungen „Typewriter“ und „3/3/3/3“. Nebenbei lernen die Teilnehmer, ihren Ziehvorgang auf innerhalb zwei Sekunden zu beschleunigen (und dabei zu treffen).



Für die Termine in Melle und in Königs Wusterhausen im April gibt es noch freie Plätze
Weitere Pistole 3 Kurse sind 2019 nicht geplant.
Das Kursprogramm des P3 ist integraler Bestandteil des dreitägigen RPM.