Montag, 29. Dezember 2025

Tikka T3x CTR in 6.5 Creedmoor (#08)

 

4 Tage Scharfschützenkurs Dezember 2025

Gesamtschusszahl: 660 + 60 = 720
Davon mit SD: 0



Die Schussbelastung der Tikka T3 CTR erhöhte sich im Dezember um 60 auf insgesamt 720 Schuss. Bisher wurde nur die Hornady-Laborierung ELD-Match (140gr.) verschossen.

Erweiterte Lehrinhalte
Der Dezemberkurs hatte erweiterte Lehrinhalte:

- Schussbeobachtung und Schusskorrektur bei Schnee
- unkonventionelle Schießpositionen
- Feldschießpositionen bei Tiefschnee
- Bewegen im Gelände mit „Kampfvisier Höhe plus25“ und schnelle Feuereröffnung



Coldbore Erstschusstreffer
Die T3 CTR  GGS lieferte an zwei Tagen problemlose Coldbore-Erstschusstreffer über 600 Meter und 700 Meter. Die Windverhältnisse waren mit einem Meter bzw. max. zwei Meter pro Sekunde eher moderat.

Feldschießpositionen
Gegenüber schweren Scharfschützengewehren, wie bspw. der Ruger in 300PRC, spielt die leichte Tikka im German Gun Stock Schafft ihre Vorteile aus, wenn es um unkonventionelle Feldschießpositionen bei Tiefschnee geht. Treffer bis 550 Meter auf Ziele der Größe 35 mal 35 Zentimeter waren aus unkonventionellen Positionen heraus problemlos machbar.

Termine 2026
Derzeit sind für 2026 insgesamt noch drei „Long-Range“ Veranstaltungen terminiert: Um das Pfingstwochenende 2026 und Ende November / Anfang Dezember 2026. Sowie ein noch nicht bestätigter Termin Anfang August.
Plätze werden nur an Stammteilnehmer von Akademie 0/500 vergeben.
https://0-500.org/page/Termine 



Donnerstag, 25. Dezember 2025

Beschussversuch Melone: 10mm Auto vs. .223 Rem

 

Wassermelonen gelten gemeinhin als sehr dankbare Objekte für Beschussversuche. Wir versuchen einen Vergleichstest zweier sehr unterschiedlicher Kaliber: Der weitverbreiteten .223 Remington und der bärenstarken 10mm Auto

Das expansionsfreudige XTP-Projektil der Hornady
verlässt den Lauf mit gemessenen 371 Meter pro Sekunde.
Was zu einer Mündungsenergie von 800 Joule führt


Je nach Interpretation geht die Geschichte des Kalibers 10mm Auto auf zwei Begebenheiten zurück: Zum einen auf die Idee der US-amerikanischen Schusswaffen-Ikone Jeff Cooper und zum anderen auf den so genannten Miami FBI Shootout vom April 1986.

1983
Der fortwährend umtriebige Jeff Cooper suchte Anfang der 1980er Jahre nach einem neuen Kaliber, dessen Ballistik jenseits der .45 ACP angesiedelt sein sollte, das sich aber dennoch aus handelsüblichen Selbstladepistolen verschießen ließe. In Zahlen ausgedrückt, sollte es ein zweihundert Grain Geschoss auf eine Mündungsgeschwindigkeit von mindestens 365 Meter pro Sekunde beschleunigen können, um auch für Pistolenschüsse bis fünfzig Meter ausreichend Energie ins Ziel zu bringen. Dass allein dieser Präzisionsanspruch für annähernd 95 Prozent aller Schützen unerreichbar war, dürfte auch einem Jeff Cooper klar gewesen sein.
Die Mutterhülse für die 10mm Auto soll demnach die Hülse des Gewehrkalibers .30 Remington gewesen sein. Wofür die 52 Millimeter lange Gewehrhülse auf 25 Millimeter gekürzt wurde.
Als Fußnote der Geschichte: Die .30 Remington war Remingtons Antwort auf die weitaus populärere .30-30 von Winchester, welche wiederum die Mutterhülse der 6.8mm Remington SPC ist.

Eintausend Joule
Unstrittig ist, das die 10mm Auto zu den stärksten Kurzwaffenkalibern weltweit gehört. Aus einem fünf Zoll Pistolenlauf sind durchaus eintausend Joule Mündungsenergie machbar. Allerdings erreichen die wenigsten 10mm-Auto-Laborierungen tatsächlich die magischen eintausend Joule. Viele Ladungen, insbesondere zum Training oder Scheibenschießen, bringen es auf moderate 600 Joule. (Zum Vergleich: Das Kaliber 9x19 mit acht Gramm Vollmantelgeschoss und 370 Meter pro Sekunde erreicht etwa 550 Joule)
Für eintausend Joule sind bei der 10mm Auto Mündungsgeschwindigkeiten von mindestens vierhundert Meter pro Sekunde erforderlich.
Was bei der Recherche zur Patrone 10mm Auto auffällt, sind die zahlreichen XTP (Extreme Terminal Performance) Geschosskonstruktionen, die ihren Anwendungsbereich eindeutig in der Jagd oder zur Selbstverteidigung sehen. Und in Verbindung mit Masse und Geschwindigkeit enorme zielballistische Wirkung entfalten können.

1963
Der Gegenspieler in unserem ungleichen Vergleich ist die Gewehrpatrone .223 Remington; auch als 5,56x45mm bekannt. Entwickelt und eingeführt Anfang der 1960er Jahre erlangte die "two-two-three" als NATO-Standardpatrone eine globale Verbreitung. Sie dürfte zu den Top 5 der am meisten produzierten Gewehrpatronen weltweit gehören.

Idee
Die Idee des Beschussversuchs war es, die Geschosswirkung zweier grundlegend unterschiedlicher Kaliber gegen identische Zielmedien darzustellen und zu dokumentieren. Als Beschussmedium dienten zwei Wassermelonen, die im Auge des saisonal geübten Wassermelonenkäufers als (nahezu) identisch kategorisiert werden können.

Aufbau
Der Aufbau eines Beschussversuchs sollte vor allem nachvollziehbar, dokumentierbar und damit auch reproduzierbar sein. Die Entfernung zum Ziel beträgt in diesem Fall fünf Meter. Die Zielmedien werden jedes Mal frontal beschossen.

Verwendete Munition
Im Kaliber 10mm Auto wurde die Hornady-Laborierung 180 gr XTP® benutzt. Gemessen verlässt das 180 Grain Projektil die Mündung der Glock 20 mit 371 Meter pro Sekunde. Was zu einer errechneten Mündungsenergie von genau 800 Joule führt und damit der Herstellerangabe entspricht.
Im Kaliber .223 Rem wurde die Standardpatrone GECO Target mit 4,1 Gramm Geschoss verwendet. Den Lauf des Black Label M4 verlässt das Projektil mit durchschnittlich 830 Meter pro Sekunde. Die errechnete Mündungsenergie liegt demnach bei 1.400 Joule. Also fast doppelt so hoch, wie die 10mm Auto aus der Glock 20.






Ergebnisbetrachtung: .223 Remington
Die zielballistische Wirkung der .223 tritt beim Verlassen des Zielmediums Melone ein. Während beim Eindringen des Vollmantel-Projektils die Schale der Melone weitgehend intakt bleibt, wird die hintere Hälfte komplett in Stücke gerissen.





Ergebnisbetrachtung: 10mm Auto
Eine völlig andere Wirkung zeigt die 10mm Auto. Schon beim Eindringen verrichtet das expansionsfreudige XTP-Projektil brachiale Arbeit. Der Melonenkörper wird anfangs sogar relativ gleichmäßig in neun, fast identische Stücke geteilt. Beim weiteren Durchdringen sowie beim Ausschuss erzielt das 180-gr-Geschoss so viel Wirkung, dass von der Melone nur kleine Stücke übrig bleiben. Keines davon größer als eine Handfläche.
Bei einem gleichartigen Beschussversuch in einer Raumschießanlage verteilte sich das Fruchtfleisch der Melone gleichmäßig im Raum und musste von den Wänden abgeputzt werden.




Die besten Beschussversuche sind die, bei denen
am Ende kein Beschussmedium mehr vorhanden ist


Taktische Würdigung
Was theoretisch bekannt und offensichtlich ist, konnte mit diesem einfachen Versuchsaufbau praktisch verifiziert werden: Kinetische Energie; das Produkt aus Geschossmasse und Geschossgeschwindigkeit zum Quadrat; hat nur bedingte Aussagekraft, wenn es um zielballistische Wirkung geht. Expansionsfreudige Geschosskonstruktionen, auch wenn sie wesentlich weniger Energie ab der Mündung transportieren, können den Wirkungs-vollen Unterschied machen.

Mehr dazu in "Die Waffenkultur" Nr. 85

 

Montag, 15. Dezember 2025

Wasserdichter Preisbrecher: Regenjacke e.s.concrete von Strauss

 

Eine Regenjacke für weniger als einhundert Euro gibt es nicht? Wir haben uns im Sektor der Arbeitsbekleidung umgesehen und etwas entdeckt, das zumindest den Versuch Wert ist, getestet zu werden: Die e.s.concrete vom Hersteller Strauss Deutschland GmbH aus Biebergemünd

Im Ärmelfutter eingearbeitete Bündchen erhöhen den
Tragekomfort insbesondere bei kälterer Witterung


Von Arne Mühlenkamp

Bei Premiumanbietern kratzen Regenjacken (sog. Hardshell) im Verkaufspreis mittlerweile an der 1.000-Euro-Schallmauer. Eintausend Euro für eine Jacke? Da drängen sich verschiedene Fragen auf: Rechtfertigen verwendete Grundmaterialien und Verarbeitungsqualität diesen Preis überhaupt (noch)? Ist die Premiumregenjacke im Vergleich zum Low-Budget Modell für einhundert Euro zehnmal besser? Sind die Nähte zehnmal stabiler? Oder ist der Verschleiß der Außenschicht zehnmal geringer?

Grenzen des Nutzens
Zumindest wird die 1.000-Euro-Regenjacke nicht zehnmal mehr wasserdicht sein. Denn Wasser- und Winddichtheit von Oberbekleidung erfahren irgendwann ihren Grenznutzen. Und zwar genau dann, wenn das verbaute Grundmaterial einen Wasserdurchgangswiderstand von zweitausend Millimeter Wassersäule aufweist und die Atmungsaktivität mit dem sog. Wasserdampfdurchgangswiderstand einen absoluten Wert von kleiner als zehn besitzt. Beide Werte entsprechen der Stufe 4 und stellen die höchste Schutzklasse in diesem Bekleidungssegment dar.
Die Atmungsaktivität wird beim Tragen von Regenjacken aber immer sehr individuell erscheinen. Wasserfeste Oberbekleidung wird im Vergleich zu anderen Kleidungsstücken immer eine eingeschränkte Atmungsaktivität haben und das ihrem Träger auch spüren lassen.

Wetterschutz-Piktogramm gem. EN343: Oberes Y = Wasserdichtigkeit,
Zweites Y = Atmungsaktivität, R = Im Regenturm geprüft.
Wenn das Stück nicht geprüft wurde, wird „R“ durch „X“ ersetzt


Exkurs: Wassersäule
Nicht selten werden bei der Angabe einer „Wassersäule“ zwei Maßeinheiten verwechselt. Die Wassersäule gibt grds. an, wie gut die Kleidung vor Wasser schützt und wird in der Europäischen Norm 343 geregelt. Der Wert wird in Millimeter (mm WS) oder in Pascal (Pa) angegeben. Ein Pa entspricht 0,1 Millimeter Wassersäule. In Klasse 4, der höchsten Stufe an Wasserdichtheit beträgt der Wert 20.000 Pa; also 2.000 Millimeter Wassersäule. Eine Angabe mit 20.000 Millimeter Wassersäule ist demnach nicht korrekt, sondern bezieht sich auf die Maßeinheit (Pa). 

Das Wetterschutz-Piktogramm in der e.s.concrete sagt
für Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität jeweils
Klasse 4. Aber nicht im Regenturm getestet


Strauss Deutschland GmbH
Die Firma Strauss (bis 2025 Engelbert Strauss) ist seit vielen Jahren als Hersteller robuster Arbeitsbekleidung bekannt. Auch im Freizeitbereich Arbeitsbekleidung zu tragen, ist gewiss nicht jedermanns Geschmack. Strauss bietet für den Freizeitbereich aber auch Oberbekleidung im dezenteren Erscheinungsbild an. So wie beispielsweise die Regenjacke e.s.concrete. Zum Verkaufspreis von derzeit 75 Euro. Rein rechnerisch bedeutet das: Zwölf e.s.concrete Jacken zum Preis von einer Arcteryx Alpha SV Hardshell.

Farbvariante: Alkaliblau. Durchaus mit modischen
Anspruch und alles andere als un-schick
(Foto: Hersteller)


e.s.concrete
Trotz dieses sehr günstigen Preises ist die e.s.concrete in Sachen Material, Verarbeitung und Tragekomfort alles andere als ein „Billigteil“.
Sie erfüllt im Bezug auf Regenschutz (Wasserdurchgangswiderstand) die Klasse 4 der Norm EN343:2019. Das bedeute sie hält einer Wassersäule von zweitausend Millimetern stand. Mehr geht nicht.
Das gewünschte, gegensätzliche Attribut ist die Atmungsaktivität (Wasserdampf-Durchgangswiderstand), der als absolute Größe möglichst klein sein sollte. Auch hier erfüllt die Strauss-e.s.concrete den Bestwert von Klasse 4.
Erreicht werden diese Werte aufgrund der sog. dryplexx® extreme-Membrane, einem hauseigenen Produkt der Firma Strauss.

Der Frontreißverschluss ist durch eine Klappe verdeckt.
Die Nutzererfahrung sagt, das verdeckte Reißverschlüsse
an Regenjacken sinnvoller und praktikabler sind,
als „wasserdichte“ Reißverschlüsse, die frei liegen


Weitere Merkmale
Natürlich sind in dieser Wasserdichtheitsklasse die Nähte wasserdicht verarbeitet. Der Frontreißverschluss ist durch eine Klappe verdeckt. Die Nutzererfahrung sagt, das verdeckte Reißverschlüsse an Regenjacken sinnvoller und praktikabler sind, als „wasserdichte“ Reißverschlüsse, die frei liegen. „Wasserdicht“ ausgeführte Reißverschlüsse werden immer schwergängiger sein, wodurch eine höhere Zugbelastung auf dem Zipper liegt, und dieser abbrechen kann. Ohne Zipper lässt sich der Zipperschuh nicht mehr bewegen – die Regenjacke wird unbrauchbar.
Die Kapuze der e.s.concrete ist volumenregulierbar oder auch abnehmbar.
Außenseitig besitzt die Jacke zwei Brusttaschen und zwei Schubtaschen sowie eine Napoleontasche innen.

„Wasserdicht“ ausgeführte Reißverschlüsse werden immer
schwergängiger sein, wodurch eine höhere Zugbelastung
auf dem Zipper liegt, und dieser abbrechen kann (und wird)


Besonderheit
Besonders angenehme und in dieser Preisklasse eher unerwartet sind die ins Ärmelinnenfutter eingearbeiteten, elastischen Ärmelbündchen. Eine Kleinigkeit, die den Tragekomfort insbesondere bei kälterer Witterung steigert.

Farbvarianten
Aktuell wird die Jacke in vier Farbvarianten angeboten: Alkaliblau, schwarz, olivgrün und anthrazit.

Fazit
Echte Alternative im Marktsegment der Regenjacken. Preisgünstig, hoher Tragekomfort. Nicht nur reine Arbeitsbekleidung.


Donnerstag, 11. Dezember 2025

Ruger Precision Rifle in 300PRC (#07)

 

4 Tage Scharfschützenkurs Dezember 2025

Gesamtschusszahl: 320 + 50 = 370




Die Schussbelastung der Ruger Precision Rifle im Kaliber 300PRC erhöhte sich im Dezember um 50 auf insgesamt 370 Schuss. Bisher wurde nur die Hornady-Laborierung ELD-Match (225gr.) verschossen.

Erweiterte Lehrinhalte
Der Dezemberkurs hatte erweiterte Lehrinhalte:
- Schussbeobachtung und Schusskorrektur bei Schnee
- unkonventionelle Schießpositionen
- Feldschießpositionen im Tiefschnee
- Bewegen im Gelände mit „Kampfvisier Höhe plus25“ und schnelle Feuereröffnung


Coldbore Erstschusstreffer
Die Ruger 300PRC lieferte an zwei Tagen problemlose Coldbore-Erstschusstreffer über 600 Meter und 800 Meter. Die Windverhältnisse waren mit einem Meter bzw. max. zwei Meter pro Sekunde gut beherrschbar. Dennoch verzeiht das Kaliber 300PRC wesentlich mehr Fähigkeitslücken oder Nachlässigkeiten beim Windlesen.

Coldbore Vo-Messung
Eine Vo-Messung aus dem kalten Lauf für die ersten fünf Schüsse ergab folgende Werte:

Schussliste 300PRC: 
Hornady 225gr, ELD-Match (Hornady Nr. #82162), Coldbore
851 m/s
849 m/s
850 m/s
845 m/s
845 m/s
Durchschnitt: 848 m/s
Standardabweichung: 2,4 m/s

Termine 2026
Derzeit sind für 2026 insgesamt noch drei „Long-Range“ Veranstaltungen terminiert: Um das Pfingstwochenende 2026 und Ende November / Anfang Dezember 2026. Sowie ein noch nicht bestätigter Termin Anfang August.
Plätze werden nur an Stammteilnehmer von Akademie 0/500 vergeben.
https://0-500.org/page/Termine 

Erstvorstellung

Beschussversuch 300PRC vs. VPAM9

Ruger Precision Rifle in 300PRC (#04)

Ruger Precision Rifle in 300PRC (#05)

Ruger Precision Rifle in 300PRC (#06)

 

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Helikon-Tex®: Winter Yukon Jacket

 

Mit dem Wetter zu diskutieren ist sinnlos. Regen ist nass, Wind ist kalt. Wer draußen unterwegs ist, muss Wetterzustände ertragen können. Dabei immer hilfreich ist natürlich geeignete Oberbekleidung. Helikon-Tex bietet in dieser Herbstsaison wieder einmal einige Schmankerl, die ungestümes Kaufinteresse wecken. In Teil 1 stellen wir die neue Winterjacke Yukon vor

(Foto: Hersteller)


Gefühlt zwei Wochen nach Markteinführung war die erste Farbvariante schon ausverkauft. Und zwar in allen Größen. Man könnte meinen, dass es einen Helikon-Fan-Club gibt, der vorm Bildschirm sitzend nur auf das neue Produkt wartet, um sich dann darauf zu stürzen, wie auf Eintrittskarten für das wirklich allerletzte Onkelz-Konzerts.

Winter Yukon Jacket
Freilich dürfte die Winter Yukon Jacke Kaufinteresse geweckt haben. Nicht nur, weil Helikon-Tex draufsteht und damit eine innovative, gehobene Produktqualität zu erwarten ist, sondern auch, weil es konzeptionell kaum etwas vergleichbares im fast unüberschaubaren Jackenmarkt gibt. (Vom Preis-Leistungsverhältnis schon gar nicht)
Der polnische Outdoor-Ausrüster kombiniert in der Yukon zwei andere Helikon-Klassiker: Die Level-7-Winterjacke und den SAS-Smock.

(Foto: Hersteller)


DuraCanvas®

DuraCanvas® ist ein Mischgewebe aus 65 Prozent Polyester und 33 Prozent Baumwolle mit zwei Prozent Elastan. Es zeichnet sich durch hohe Abriebfestigkeit und Atmungsaktivität aus. Die Oberfläche ließe sich optional mit Wachs imprägnieren, was die Jacke für den Outdoor-Einsatz besonders geeignet werden lässt.

Das DuraCanvas® Außenmaterial und die 67er Climashield®
Fütterung machen die Yukon zu einer vollwertigen Winterjacke
(Foto: Hersteller)


Climashield® APEX
Helikon-Tex verwendet für die Fütterung der Yukon das gleiche Material, das auch in den Wolfhound Jacken und der Multifunktionsdecke Swagman Roll verbaut ist: Climashield APEX in einer 67er Grammatur. Damit erhält die Yukon Jacke weitere positive Gebrauchseigenschaften: Hoher Wärmerückhalt bei geringem Gewicht und pflegeleicht bei der Reinigung. Die Endlos-Kunstfaser Climashield APEX lässt sich auch problemlos im komprimierten Zustand aufbewahren und wird nach dem Entpacken sofort ohne Funktionseinschränkung vollen Wärmerückhalt bieten.
Im Gegensatz zur oben erwähnten Level-7 besitzt die Yukon allerdings nicht die 100 g/m² Fütterung, sondern eine 67 g/m² Grammatur. In Kombination mit der etwas festeren DuraCanvas Außenhaut entsteht ein Wärmerückhalt-Empfinden, das nahe an die Level-7-Winterjacke heranreicht.

Der Kragen schließt hoch die Kapuze
ist ebenfalls gefüttert (Foto: Hersteller)


Pluspunkt: Innenfutter
Während andere namhafte Hersteller ihre Jacken mit einem Innenfutter ausstatten, dass knotenfreies Anziehen besonders im Bereich der Ärmel zuverlässig verhindert, geht Helikon auch hier den anwenderfreundlichen Weg. Das Polyester-Innenfutter ist glatt und erlaubt es, die Jacke mit einer normalen Bewegung überzuwerfen, ohne Gefahr zu laufen eine Schulterluxation oder Labrumläsion zu erleiden.

Das Innenfutter ist angenehm weich. Zwei Loops
unter den Brusttaschen erlauben die Anbringung
bspw. von Handschuhen oder einer Fangschnur


Taschenaufteilung
Die Taschenaufteilung ist sinnvoll-konservativ. Es gibt derer insgesamt acht: Zwei Brust- und zwei Schubtaschen außen, eine Ärmeltasche links, eine Napoleon-Innentasche und zwei Mesh-Fächer innen. Alles zweckorientiert; ohne Möchtegern-Tactical Schnickschnack.
Die beiden Brusttaschen haben jeweils ein kleines separates Innenfach.

(Foto: Hersteller)


Extras
Unter den Brusttaschen sind zwei Loops angebracht und an der Hüfte links und rechts gibt es dezente MOLLE-Schlaufen, die zur Befestigung oder vorübergehenden Aufnahme von allerlei Utensilien dienen können. Wie beispielsweise Handschuhe, die Fangschnur für einen Kompass oder die MOLLE-kompatible Kydexscheide eines Messers.
Natürlich befinden sich unter den Ärmeln Reißverschlüsse, die bei Bedarf für zusätzliche Lüftung geöffnet werden können.
Die Kapuze ist dreidimensional verstellbar und ebenfalls gefüttert.



Sonstiges
Die Yukon Jacke bringt total 1,2 Kilogramm auf die Waage und kann laut Hersteller bis zu Temperaturen von minus 25 Gradcelsius getragen werden. Wobei solche Temperaturangaben immer sehr individuell betrachtet werden müssen.

Fazit
Helikon-Tex hat mit der Yukon wieder einmal einen Hammer abgeliefert. Der Verkaufspreis liegt bei 190 Euro. Die „Out-of-Stock“ Meldung einer Farbvariante kurz nach Markteinführung zeigt, dass der Endnutzer diesen Preis für gerechtfertigt hält. Die Frage ist auch nicht, ob der Preis zu hoch sein könnte, sondern ob man in seiner Wunschfarbe noch die passende Größe bekommt.





Freitag, 5. Dezember 2025

Buchempfehlung: Das Mauser Sturmgewehr 45 (Gerät 06H)

 

Waffen-Anatomie: Das Mauser Sturmgewehr 45 (Gerät 06H)
von Alexander Geckeler

Gebundene Ausgabe: ‎ 476 Seiten 
Abbildungen: 300 s/w
Verlag: BoD - Books on Demand (November 2025)
Format: 20 x 28 Zentimeter
ISBN: 978-3-6951-1670-6
Preis: 79 Euro
Direktbestellung 



Alexander Geckeler legt mit „Waffen-Anatomie: Das Mauser Sturmgewehr 45 (Gerät 06H)“ ein umfassendes technikhistorisches Werk über die Entwicklung, Konstruktion und Nachwirkung des Gerät 06H vor. Der dritte Band der Serie „Waffen-Anatomie“ ist 476 Seiten stark und dokumentiert mit über 300 Abbildungen und Faksimiles zahlreicher Forschungsberichte aus jener Zeit die Entstehungsgeschichte, die konstruktiven Besonderheiten und die Bedeutung dieser Mauser-Konstruktion. Vor allem das walzenübersetzte Masseverschlusssystem hebt das Gerät 06H konstruktiv deutlich von zeitgenössischen Entwürfen ab.

In einer Zeit extremer Material- und Fertigungszwänge suchte die Rüstungsindustrie nach Lösungen, die Serienfertigung, Materialersparnis und Zuverlässigkeit verbanden. Das Mauser Gerät 06H verzichtete auf das komplexe Gasdrucksystem des Sturmgewehr 44 und setzte stattdessen auf einen vereinfachten, robusten Verschluss, einfach gestaltete Blechbauteile und auf verfügbare Werkstoffe – ein Musterbeispiel ingenieurtechnischer Innovation unter Kriegsbedingungen.

Das Buch beleuchtet neben der technischen Konstruktion auch die Rolle von Mauser im deutschen Rüstungssystem sowie die organisatorischen und fertigungstechnischen Rahmenbedingungen.

Das Werk gliedert sich in acht Kapitel: Entstehung und Vorgeschichte, die Rolle Mausers in der Waffenproduktion, von frühen Vorläufern bis zur Serienreife, eine detaillierte Darstellung des walzenübersetzten Verschlusses, Fertigungsmethoden, technische Bewertung sowie die Wirkungsgeschichte nach 1945 – einschließlich der Nachkriegskarrieren beteiligter Konstrukteure und der Relevanz für spätere Entwicklungen wie CETME und das G3. Der umfangreiche Zeichnungsteil mit sämtlichen erhaltenen Konstruktionsplänen des Gerät 06 H bildet das Herzstück der Analyse.


Bereits erschienen:

Waffen-Anatomie: Das Maschinengewehr 34
Hardcover: 440 Seiten mit 450 Abbildungen



Waffen-Anatomie: Das Light Automatic Gun E.M. 1 (Korsak)
Hardcover: 440 Seiten






Montag, 1. Dezember 2025

Buchempfehlung: The Barefoot Navigator

 

The Barefoot Navigator: Wayfinding with the Skills of the Ancients
von Jack Lagan

Hardcover: 304 Seiten
Verlag: Adlard Coles (2. Auflage, 2017)
Format: 14 x 22 Zentimeter
ISBN: 978-1472944771
Preis: etwa 22 Euro
Direktbestellung 



Wie haben unsere Vorfahren zur See oder zu Lande navigiert? In einer Zeit ohne Satellitengestützte Navigation und als noch nicht einmal der Sextant erfunden war?
Das Buch versucht, über die Jahrhunderte verloren gegangenes Wissen zu entstauben. Navigation ist mehr, als das Drücken eines Knopfes am GPS-Gerät und durch die Lektüre dieses Buches auch gar nicht so schwer erlernbar.
Der Autor Jack Lagan hat seit den 1960er Jahren mehrfach die Welt umsegelt. Man darf ihm durchaus Erfahrung und praktische Kenntnisse unterstellen.

Im ersten Teil des Buches gibt Lagan einen historischen Abriss und beschreibt die jahrhundertealten Navigationsmethoden bspw. der Polynesier, Wikinger, Phönizier sowie der Araber und Chinesen.

Im zweiten Teil erläutert er praktikable Navigationsmethoden unter Nutzung von Sonne, Wind und Sternen, die (fast) jederzeit anwendbar sind, da sie ohne technische Hilfsmittel ausgeführt werden können. (sog. NO-Tech Navigation)

Teil 3 befasst sich mit einfachen Gerätschaften, die zur Navigation dienen könnten und unter Umständen auch selbst hergestellt werden können. (sog. LO-Tech Navigation)

Teil 4 ist der kürzeste Teil des Buches und gibt die Meinung des Autors zur Survival Navigation wieder.

Die blumige und ins Detail abdriftende Schreibweise des Autors machen die Navigation durch das Buch etwas anstrengend. Die kleine Schriftgröße ist bei schwerer See wohl kaum noch lesbar. Dennoch enthält nahezu jedes Kapitel das eine kleine Goldkorn, das man noch nicht kannte und das einen vermutlich den zusätzlichen navigatorischen Erkenntnisgewinn verschafft. Wissen will mit diesem Buch hart erarbeitet sein.