Dienstag, 10. Februar 2026

Standardübung (34): Minnesota-Drill

 

Der Minnesota-Drill ist eine Kurzwaffen-Übung und fokussiert auf einhändiges Schießen unmittelbar nach dem Ziehvorgang. Gleichzeitig beinhaltet der Drill eine leichte Seitwärtsbewegung des Schützen sowie eine Zeitbegrenzung. Der Ursprung der Übung ist unklar


Ursprung
Der Ursprung der Übung ist unklar. Da aber einhändiges Ziehen und Schießen mit Pistole bzw. Revolver eine weit verbreitete Grundübung ist und in zahlreichen Ausbildungskonzepten als Standard behandelt wird, ist nicht ausgeschlossen, dass der Minnesota-Drill anderenorts in ähnlicher Ausführung unter anderem Name angewandt wird.

Ablauf
Die Entfernung zum Ziel beträgt drei Meter. Das Zielmedium ist eine 10er-Ring Scheibe oder optional der obere Bereich einer CSAT-Scheibe.
Der Schütze startet stehend zum Ziel ausgerichtet; Waffe geholstert. Nach Startsignal und dem Ziehvorgang gibt er einhändig zwei Schuss ab. Er vollzieht eine leichte Seitwärtsbewegung von einem Schritt und gibt den dritten Schuss ab. Das Zeitlimit beträgt vier Sekunden. Die Vorgabe ist, alle Schüsse innerhalb der Trefferzone (schwarzen Spiegel) zu halten. Zu erweiterten Übungszwecken kann die Übungen dreimal hintereinander durchgeführt werden.

Elemente
Der Minnesota-Drill erfordert den schnellen ersten Schuss einhändig ausgeführt. Gefolgt von Folgeschuss Nummer zwei und drei. Ein wichtiges schießtechnisches Element wird somit das schnelle „In-Anschlag-Gehen“ einhändig. Um ausreichend Stabilität zu erlangen, ist es wichtig, dass der Schütze den Schussarm in die volle Streckung bringt. Ein zusätzliches Verriegeln des Schultergelenks kann dabei die Stabilität erhöhen. Die Bewegung „Strecken und Verriegeln“ sollte regelmäßig in die Ausbildung integriert werden.
Die Seitwärtsbewegung zwischen Schuss zwei und drei ist weniger ein schießtechnisches Element, als vielmehr ein Taktisches. Sich selbst aus der Feuerlinie herauszubewegen oder der Eigenbewegung des Gegners auszuweichen, ist grundsätzlich sinnvoll.
Nicht zuletzt ist das Umsetzen der Grundfertigkeiten Kornfokus und Abzugskontrolle wesentlich.

Zielmedium
Das Zielmedium ist eine 10er-Ring Scheibe. Vorzugsweise die offizielle NRA B8 Zielscheibe, die auch für viele andere Standardübungen verwendet werden kann. Der schwarze Spiegel hat einen Durchmesser von 5,54 Zoll, was etwa 14 Zentimetern entspricht.
Jedes andere, vergleichbare Zielmedium, mit einem etwa fünfzehn Zentimeter großen Durchmesser erfüllt ebenso den Zweck

Fehler
Wie bei allen anderen Standardübungen auch, können Fehler typischerweise in zwei Bereichen auftreten: ein Nichttreffen oder Zeitüberschreitung. Auch beim einhändigen Schießen muss der Abzug betätigt werden, ohne dabei die Waffe zu bewegen. Ein Abzugsfehler zeigt sich gravierender, wenn die Unterstützung durch die zweite Hand und eine stabile beidhändige Grifftechnik fehlt. Der gestreckte Arm und die verriegelte Schulter können hier das stabile, schießtechnische Vehikel sein und dem Transport der Grundfertigkeiten förderlich sein.

Schusszahl & Zeitansatz
Der Munitionsverbrauch pro Durchgang liegt bei lediglich drei Schuss; bzw. drei mal drei Schuss, wenn der Minnesota-Drill als Dreierpack durchgeführt wird. Der Zeitansatz für einen Durchlauf inklusive Auswertung ist minimal. Werden drei Durchgänge in Folge absolviert, sollte mit einer Minute Gesamtzeit kalkuliert werden.

Service
Übung gehört zum Portfolio des Robust Pistol Management (RPM)

Termine
https://0-500.de/page/Termine 



Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 86


Samstag, 7. Februar 2026

Glock 43X FBT (9x19)

 

Die Geschichte der Glock 43 reicht bis ins Jahr 2014 zurück, als der österreichische Pistolenhersteller seine erste echte Taschenpistole auf den Markt brachte. Damals als .380-Auto-Variante unter der Nummer Glock 42. Wie die Entwicklung verlief und was nach zwölf Jahren aus einer Glock 43 werden kann, zeigt dieser Artikel



Im Glock-Universum entspricht das Modell Glock 43X einer Subcompact-Ausführung mit einreihigem 10-Schuss-Magazin im Kaliber 9mm Luger.
Als vor zwölf Jahren (in 2014) die erste wirkliche subkompakte Glock auf den Markt kam, trug die Waffe die Modellbezeichnung Glock 42 und war eingerichtet für das Kaliber .380 Auto. Glock hatte damit eine echte Taschenpistole auf den Markt gebracht. Die eigentliche Besonderheit der Glock 42 war aber die Tatsache, dass sie die erste Vertreterin, der erst im Jahr 2017 herausgebrachten Generation 5 des österreichischen Pistolenherstellers war. Die Glock 42 hatte schon im Jahr 2014 den Gen.5-typischen Abzug und ihr fehlten die Merkmale des sog. „1st Pin“ sowie die Fingerrillen am Griffstück.

Glock 42 im Kaliber .380 Auto

Die Glock 42 hatte schon im Jahr 2014 keinen
„1st Pin“ mehr sowie keine Fingerrillen

Der Abzug war 2014 auch schon Gen.5-typisch



Glock 43
Etwa zwei Jahre später wurde mit der Glock 43 eine 9x19 Variante der Glock 42 herausgebracht. Nachteilig bei beiden Pistolenmodellen war die verhältnismäßig geringe Magazinkapazität von lediglich sechs Patronen. Erst als Glock die „Crossover-Initiative“ startete, erhielt die Glock 43 im Juli 2019 den Zusatz “X“ und damit einhergehend ein 10-Schuss-Magazin. Die Griffstücklänge entspricht seither der, einer Glock 19, allerdings eben nur „Slim“ - also einreihig.

Glock 43X der Firma
Fine Ballistic Tools (FBT)

Die Waffe besitzt umfangreiche Modifikationen
an Griffstück und Verschluss


Glock 43X COA
Einen weiteren Entwicklungsschritt erreicht das Modell Glock 43X COA, welches seit Januar 2025 angeboten wird. Die Abkürzung COA steht dabei für Configuration Added und folgt dem Trend der Leuchtpunktvisier-vorbereiteten Pistolen. Bei dieser Kooperationsentwicklung zwischen Glock und Aimpoint handelt es sich um eine so genannte A-CUT Schnittstelle, die einzig zur Aufnahme des Aimpoint COA® Rotpunktvisier bestimmt ist.


Im Lauf sind zwei Kompensator-Bohrungen


A-CUT Besonderheit
Die Besonderheit: Das LPV wird hier nicht wie bei normalen MOS-vorbereiteten Pistolen geschraubt, sondern geklemmt.
Das Aimpoint COA® erreicht Formschluss durch die korrespondierende Fräsung im Verschluss der Glock und Kraftschluss durch das Verschrauben der Kimme.

Der Glock 43 Verschluss ist skelettiert


Unterm Strich bietet diese Konstruktion zwei gravierende Vorteile. Ein unbeabsichtigtes Lösen der Schraubverbindungen, wie es bei MOS-Schnittstellen regelmäßig vorkommt, ist ausgeschlossen. Und zweitens: Der Schütze hat einen Co-Witness, bzw. korrekt formuliert einen 1/3 Co-Witness. Er sieht im unteren Drittel seines LPV Kimme und Korn und könnte damit bei einem (unwahrscheinlichen) Ausfall des Aimpoint weiterhin präzise Treffer mittels der offenen Visierung ins Ziel bringen. Das Aimpoint COA® ist dabei nur unwesentlich breiter als die Slim-Glock.

Das Aimpoint COA® wird über eine
A-CUT Schnittstelle geklemmt…

…und über die Verschraubung der Kimme
kraftschlüssig fixiert (Foto: Aimpoint)


Aimpoint COA®
Auf den ersten Blick erinnert das COA® an das Aimpoint ACRO®; hat jedoch einige entscheidende Millimeter geringere Außenmaße und wiegt lediglich 48 Gramm. Die Rotpunktgröße beträgt 3,5 MOA. Das COA ist nicht-vergrößernd aber in drei Stufen nachtsichtkompatibel. Die Stromquelle ist eine CR2032 Zelle, welche nach Herstellerangabe 50.000 Stunden Betriebsdauer leistet.
Im Rahmen der SHOT Show 2026 verlautbarte der schwedische RedDot Pionier, dass ab sofort auch andere Pistolenhersteller ihre Waffen mit der A-CUT Technologie ausstatten können. Aimpoint habe dazu mit etwa dreißig Unternehmen Verträge unterzeichnet. Gleichzeitig betont Aimpoint, dass das COA-LPV ausschließlich für die Nutzung auf Pistolen vorgesehen ist und nicht für Gewehre oder andere Waffenarten.

Verschraubte Kimme. Das COA® ist nur
unwesentlich breiter, als die Slim-Glock

Großer Vorteil: Die A-CUT Technologie
erlaubt weiterhin das Nutzen der
Offenen Visierung (1/3 Co-Witness)


FBT & Verex Tactical
Die Firma Fine Ballistic Tools (FBT) aus Österreich hat sich spezialisiert auf Carbon-Schäfte und Titan-Schalldämpfer. Und ist mit diesem Portfolio in den letzten Jahren zu einem einflussreichen und umsatzstarken Marktteilnehmer avanciert.
Die Überarbeitung der hier vorgestellten Glock 43X erfolgte durch die Tuningsparte von FBT unter dem Markenname Verex Tactical. Verex Tactical war bis vor einigen Jahren ein eigenständiges Unternehmen, bis es durch FBT aufgekauft wurde. Die Kernkompetenzen von Verex Tactical sind:
Slide Cuts (Skelettierung), Cerakote / PVD / DLC Beschichtungen bis hin zu 24-Karat-Vergoldungen, LPV Ausfräsungen, Laser Gravuren mittels hochenergetischen Laser, der auch kreative und kunstvolle Reliefs ermöglicht sowie Griffstückbearbeitungen.
FBT hat bei Glock einen eigenen Seriennummernkreis, was durchaus ein Zeichen für die Marktpositionierung von FBT darstellt.

Glock 43X FBT
Die Überarbeitung und Skelettierung des 43X-Verschlusses ist auf den Bildern ansehnlich zu erkennen. Der Lauf verfügt über zwei Kompensator-Bohrungen, die im Verschluss korrespondieren.
Im Verex-online-Konfigurator sind über zwanzig Varianten der Griffstückbearbeitung aufrufbar. Der Kunde kann hier individuell Laser-Stippling, Undercut-Modifikationen und Daumenauflagen wählen.

Fazit
Die Slim Glock 43X kann eine echte Alternative sein, wenn es um das verdeckte Führen geht. Aber auch für den Jäger, der als Fangschusswaffe keine ausgewachsene Gebrauchs- oder Dienstpistole mit zweireihigem Magazin mit sich rumschleppen will. Für beide Anwendungen sollte die Magazinkapazität von zehn Patronen ausreichend sein. Will man etwas individuell Exklusives oder eine Standard-Glock aufgrund persönlicher Erfahrung (und Kompetenz) in Details optimieren, empfiehlt sich ein Blick auf die FBT-Verex Seite.

Service
Bezug in Deutschland über die Firma schreiterer.com 
https://www.verex-tactical.com

Erstvorstellung Glock 42 in 2014



Freitag, 30. Januar 2026

Die Waffenkultur – Ausgabe 86 (Januar/Februar 2026)

 

Ausgabe 86 (Januar/Februar 2026)


Die Januar/Februar Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Slim & exklusiv: Glock 43X FBT
SHOT 2026: Barrett MRAD® Covert 
SHOT 2026: Ruger 
SHOT 2026: Mossberg 
SHOT 2026: Takedown Lever Action
Standardübung (34): Der Minnesota-Drill
Ausbildung & Taktik: Pistole 1 (halbtags)
Helikon-Tex: Patriot PRO und Winter Warden Shirt
Kalenderblatt: 35 Jahre Bravo Two Zero
Buchvorstellungen: Bravo Two Zero

http://waffenkultur.com 

Donnerstag, 29. Januar 2026

SHOT Show 2026: Takedown Lever Action

 

Ein nicht zu übersehender SHOT-Show-Trend waren (neben Schalldämpfern) auch sog. Take-Down Gewehre. Langwaffen, die sich durch Zerlegen in ihrer Gesamtlänge halbieren lassen. Dieser Beitrag stellt zwei Lever Action Gewehre vor: Die Savage Revel DLX und die Big Horn Armory Model 89

(Foto: Big Horn Armory)


Von Arne Mühlenkamp, Fotos: Hertseller


Es gibt Waffenarten, die werden immer ihre Käuferschicht behalten. Im US-amerikanischen Kulturkreis dürften das neben der Pistole Modell 1911 vor allem die Unterhebelrepetierer, also Lever Action Gewehre sein. Bahnbrechende Innovationen erwartet der typische Kundenkreis dabei eher nicht. Dennoch versucht die Branche durch Extras zusätzliche Kaufanreize zu schaffen. Sei es eine „Tactical Lever Gun“ à la Chris Costa oder eine allgemein höherer Verarbeitungsqualität.
Mindestens zwei Hersteller, nämlich Big Horn Armory aus Wyoming und Savage bieten zerlegbare Modelle an.

Im Kaliber .500 S&W Magnum könnte der 3-Kammer-Kompensator
ein sinnvolles Extra sein (Foto: Big Horn Armory)


Idee & Nutzen
Die Idee ist bei allen Take-Down Gewehren identisch: Man versucht die Gesamtlänge der Waffe signifikant zu reduzieren, indem der Lauf vom Rest (meist Schaft und Systemkasten) getrennt wird. Das Packmaß reduziert sich unter Umständen auf die Hälfte.
Der daraus entstehende Nutzen ist in Bezug auf eine Lever Gun zumindest fraglich. Darf man in den USA eine Lever Gun besitzen, darf man sie in den allermeisten Fällen vermutlich auch mit sich herumtragen. Und vermutlich passiert das wiederrum (in den allermeisten Fällen) in den dünn besiedelten Regionen des Westens oder Mittleren Westens, wo kaum jemand ohne seine Lever Gun außer Haus geht. Weshalb also daheim eine Lever Gun zerlegen und verpacken, sie in die Wildnis tragen, um sie dort wieder auszupacken und zusammenzusetzen? 

Das Zerlege-Prinzip geht auf ein Patent von
John Moses Browning zurück
(Foto: Big Horn Armory)


Big Horn Armory
Big Horn Armory, ansässig in Wyoming, versteht sich nicht nur als Hersteller von qualitativ hochwertig verarbeiteten Gewehren, sondern hat auch den Anspruch, das jeweils leistungsstärkste Kaliber in der Waffe zu verwenden. „GO BIG OR GO HOME!“, ist der Firmenslogan.

(Foto: Big Horn Armory)


Model 89
Im Big Horn Armory Model 89 wird das leistungsstarke Kaliber .500 S&W Magnum (12,7 x 41mmSR) verbaut. Ursprünglich als Revolverpatronen konstruiert, erreicht das 300-gr-Geschoss aus einem 16“-Gewehrlauf deutlich über viertausend Joule Mündungsenergie. Es ist sogar eine Hornady-Laborierung mit einem 500-gr-XTP-Projektil erhältlich.
Zwei weitere Kaliberoptionen wären die 500 Linebaugh (13 x 35mmR) und die 475 Linebaugh.
In der Grundausführung kostet die Waffe 2.999 US-Dollar. Mit frei wählbaren Material-, Verarbeitungs- und Lauflängen-Optionen ist es problemlos möglich, den Kaufpreis um weitere eintausend Dollar zu erhöhen.

(Foto: Big Horn Armory)


Model 89 Take Down
Das Model 89 Take Down beginnt preislich bei 3.799 US-Dollar. Nach Herstellerangaben geht das Zerlege-Prinzip auf das John Moses Browining Patent Nr. 781765 aus dem Jahre 1905 zurück.
Die Waffe ist in den Lauflängen 16“ und 18“ lieferbar. In Anbetracht der über viertausend Joule Mündungsenergie könnte der 3-Kammer-Kompensator ein sinnvolles Extra sein.

Die Savage Revel DLX lässt sich Schalldämpfer
und Optiken nachrüsten (Foto: Hersteller)


Savage Revel DLX
Am anderen Ende des Spektrums rangiert die Savage Revel DLX. Und zwar sowohl preislich aber vor allem kalibermäßig. Die Revel DLX ist eingerichtet für die beliebten Kleinkalibergruppen .22lfB (Magazinkapazität zwölf Patronen) sowie .22 WMR und .17 HMR (Magazinkapazität jeweils neun Patronen). Die Lauflänge beträgt in allen Kalibervarianten 18“. Der empfohlene Verkaufspreis liegt zwischen 630 und 660 US-Dollar.

Das Zerlege-Prinzip erinnert in gewisser Weise
erinnert das an einen AR-15 typischen Zerlegevorgang
(Foto: Hersteller)


Zerlegen der Revel
Das Zerlege-Prinzip unterscheidet sich vom John Moses Browning Patent und dem, was Big Horn Armory umsetzt. Das Kleinkalibergewehr wird zerlegt, indem Obergehäuse vom Untergehäuse getrennt wird, nachdem zwei Haltebolzen entfernt wurden. In gewisser Weise erinnert das an einen AR-15 typischen Zerlegevorgang. 

Nach dem Zerlegen verbleibt eine Einzelbauteillänge
von 47 bzw. 55 Zentimetern (Foto: Hersteller)


Ausstattung
Die Revel DLX kommt mit einem Wallnuss-Schaft und besitzt eine offene Kimme-Korn-Visierung. Das Mündungsgewinde 1/2"x28 könnte einen Schalldämpfer aufnehmen.
Der Systemkasten ist für die Aufnahme einer Picatinnyschiene vorbereitet, auf die Zielfernrohr oder LPV montiert werden können.

Länge und Gewicht
Die Gesamtlänge der Revel liegt bei etwa 93 Zentimeter. Nach dem Zerlegen verbleibt eine Einzelbauteillänge von 47 bzw. 55 Zentimetern. Das Gewicht beträgt ohne Anbauteile, wie Schalldämpfer oder Optik etwa 2,8 Kilogramm.

Verfügbarkeit
Da die Savage Revel DLX keine Neuheit der SHOT 2026 ist, ist sie mittlerweile auch im deutschen Handel verfügbar. Der Verkaufspreis liegt bei etwa 800 Euro.


Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 86 ab 30. Januar

Mittwoch, 28. Januar 2026

SHOT Show 2026: Mossberg 590RM Chisel

 

Nach dem Vorjahreserfolg der Mossberg 590RM Mag-Fed bringt der US-amerikanische Flintenhersteller eine Sondervariante auf den Markt: Die 590RM Chisel. Die Waffe dürfte aufgrund ihrer Außenwirkung ein absolutes Highlight der SHOT 2026 darstellen. Zumindest für Freunde der Kategorie „Kaliber 12“

Mossberg 590RM Chisel mit 11.5”-Lauf
und 10-Schuss-Kastenmagazin

Alle Fotos: Mossberg

Im letzten Jahr präsentierte der legendäre US-amerikanische Flintengigant Mossberg eine gründlich überarbeitete Modellreihe von Magazin-unterstützten Repetierflinten mit der Bezeichnung „RM“. Wobei das „R“ für „Rotary Safety Selector“ steht und das „M“ für „magazine-fed“.
Die 590RM-Serie besitzt eine mit dem Daumen zu bedienende Flügelsicherung, wie sie von AR-15 Gewehren her bekannt ist. Die AR-15 ähnliche Sicherung führt in logischer Konsequenz zu einem AR-15 Griffstück an der Waffe sowie zu einem M4-Schiebeschaft und einer Picatinny-Schiene auf dem Systemgehäuse, welcher zur Aufnahme von AR-typischen Visiereinrichtungen geeignet ist. 

Das Magazin rastet im „Kalaschnikow-Style“ ein


„Der Meisel“
Zur diesjährigen SHOT präsentiert Mossberg eine modifizierte und gekürzte Variante der 590RM mit der Bezeichnung „Chisel“. Augenscheinlich ist vor allem der kurze Lauf mit lediglich 11,5“, welcher übrigens für das Mossberg Accu-Choke System vorbereitet ist. Ab Werk kommt die Chisel mit einem Zylinder-Choke. Der Lauf verfügt des Weiteren über ein Perlkorn.
Wegen der geringen Lauflänge besitzt der Repetierschaft einen kleinen Handstopp.
Der Systemkasten ist neben der standardmäßigen Picatinnyschiene zusätzlich noch mit einer direkten Schnittstelle für ein Leuchtpunktvisier (LPV) ausgestattet.

Der Schaft ist nach links abklappbar und
reduziert die Waffenlänge auf etwa 50 Zentimeter


Klappschaft
Neu ist auch das Schaftsystem. Der Schaft ist weiterhin längenverstellbar, lässt sich aber zur linken Waffenseite anklappen. Wodurch sich die Gesamtlänge der 590RM Chisel von 77 Zentimeter auf etwa 50 Zentimeter reduziert. Die Mossberg kann auch mit angeklappten Schaft abgefeuert werden.
Das Gewicht ungeladen liegt bei etwa 3,4 Kilogramm.

Das Magazin nimmt nur Ladungen
des Kalibers 12/70 auf


Nur 12/70
Aus den Magazin-unterstützten Repetierflinten können nur Ladungen des Kalibers 12/70 verschossen werden. Der Verschuss von längeren Kartuschen (12/76 etc.) ist nicht möglich. Ob die Nutzung kürzerer Schrotkartuschen (12/60 oder 12/65 etc.) störungsfrei möglich ist, ist nicht bekannt.
Die Magazinkapazität der zweireihigen Magazine beträgt standardmäßig zehn Patronen. Dem Vernehmen nach bereitet Mossberg derzeit aber auch 20-Patronen-Magazine vor.



Class 3
Die 590RM Chisel ist in den USA als „Class 3 Firearm“ eingestuft. Das heißt, sie ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung zu bekommen. der Verkaufspreis liegt bei stolzen 1.435 US-Dollar

990 SPX MagPul mit 5+1 Röhrenmagazin


990 SPX MagPul
Auch die im letzten Jahr präsentierte Selbstladeflinten-Serie 940 Pro Tactical erhielt ein Update. Die Weiterentwicklung 990 SPX MagPul wird ausgeliefert mit MagPul Anbauteilen. In der Class-3-Version verkürzt sich die Lauflänge auf 37 Zentimeter und damit die Gesamtlänge auf 84 Zentimeter. Das Röhrenmagazin fasst noch 5+1 Kartuschen im Kaliber 12/76. (2 Patronen weniger, als in der Normalausführung)
Die 990 SPX ist LPV-vorbereitet. Die Standardschnittstelle ist ein Shield RMSc Footprint. Im Lieferumfang enthalten sind Adapterplatten für RMR®, Docter™, and Leupold® Footprints. Ab Werk besitzt die 990 eine Metall-Ghost-Ring Visierung. Schaft und Handschutz haben mehrere M-Lok und QD-Schnittstellen zur Anbringung von Trageriemen oder Anbauteilen. Der Vorderschaft kommt mit einem integrierten Hitzeschild. Der Verkaufspreis liegt bei 1.300 US-Dollar.


Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 86 ab 30. Januar



Dienstag, 27. Januar 2026

SHOT Show 2026: Sturm, Ruger & Co. (Ruger)

 

Ruger gehört zu den großen Waffenherstellern im US-amerikanischen Markt und wartet jedes Jahr zur SHOT mit interessanten Neuheiten auf. Aufgrund der Firmenübernahme von Anderson Manufacturing besitzt Ruger jetzt auch erweiterte Produktionskapazitäten für AR-15 Modelle. Ebenfalls neu in diesem Jahr ist die Patrol Variante der American® Rifle Generation II


Wenn es um Neuheiten zur alljährlichen SHOT Show geht, ist die Firma Ruger eine sichere Bank. Seit vielen Jahren bringt Ruger zur SHOT mindestens ein neues Waffenmodell auf den Markt, dass allgemeine Beachtung verdient hat. Ruger versteht es dabei maximale Qualität zu einem unschlagbar günstigen Preis anzubieten. Ruger beschränkt sich keineswegs nur auf „Produktkosmetik“, sondern bietet jedes Jahr wahre Innovation. Der Eigenanspruch ist, dem Endkunde eine Waffe zu übergeben, die sofort „Out-of-the-Box“ nutzbar ist. Was hier unweigerlich in den Sinn kommt, sind Pistolen, wie die neun Millimeter RXM (vorgestellt 2025) oder die Ruger LCP in .380 Auto. Oder Gewehre, wie die Ruger Precision Rifle RPR oder die Ruger American® Serie, welche in diesem Jahr Zuwachs durch eine Patrol Variante erhält. Natürlich darf ein AR-15 im Ruger-Portfolio nicht fehlen. Eine Lücke, die in 2026 durch die Harrier geschlossen wird.

Ruger® Harrier™ Rifle: Ein AR-15 aus dem
Hause Ruger. Im Laden für sagenhafte 699 US-Dollar


Ruger® Harrier™ Rifle
Die Möglichkeit einer effizienten AR-15-Fertigung erkaufte sich Ruger mit der Firmenübernahme des in Hebron, Kentucky ansässigen Familienbetriebs Anderson Manufacturing. Anderson verfügt als alteingesessener AR-Hersteller über die Produktionsstrecken und das qualifizierte Personal.
Das Harrier AR-15 wird es in zwei Ausstattungsvarianten geben: Als Modell 28600 mit einem mid-length Gassystem, einer durchgehenden Picatinnyschiene und MagPul-Anbauteilen. Sowie dem Modell 28601mit einem carbine-length Gassystem, Standard A2-Anbauteilen und einer nicht durchgehenden Picatinnyschiene. Beide Modelle sind eingerichtet im Kaliber 5,56NATO (5,56x45) und besitzen einen 16“-Lauf mit einem 1:8 Drall.
Der empfohlene Verkaufspreis der abgespeckten 28601-Variante liegt bei sagenhaften 699 US-Dollar.

Ruger American® Rifle Generation II Patrol:
Im Kaliber .338 ARC und einem 12,5“ Lauf


Ruger American® Rifle Generation II Patrol
Die Repetiergewehre der Ruger American® Serie bekommen in 2026 Zuwachs durch die Patrol Variante. Das System und der Lauf werden serienmäßig Cerakote beschichtet sein. Bemerkenswert ist die Kaliberpalette: Neben den weitverbreiteten Patronen .308 Win. und .223 Rem wird die Patrol auch in Kalibern wie der 6mm ARC, der .338 ARC und der neuen 7mm PRC erhältlich sein. Das Kaliber .338 ARC wird es auch in einer Short-Barreled Ausführung mit lediglich 12,5“ langen Lauf geben. Wodurch die Patrol eine Gesamtlänge von gerade einmal 86 Zentimeter erreicht. Sie besitzt ein 5/82-24 Mündungsgewinde und wird zu einem Preis von 869 US-Dollar über den Verkaufstisch wandern. Alle anderen Modelle mit 16“-Lauf werden für lediglich 769 US-Dollar angeboten.

Ruger American® Rifle Generation II Scout:
Ein Leckerbissen für alle Liebhaber des Scout-Konzepts


Ruger American® Rifle Generation II Scout

Die Ruger American® Scout dürfte bei Liebhabern des Scout-Konzepts Interesse wecken. Ausgestattet mit einer AR-Style Visiereinrichtung, einer verlängerten Picatinnyschiene und einem A2-Feuerdämpfer entspricht das Gewehr zumindest schon mal rein äußerlich dem urigen Scout-Gedanken nach Jeff Cooper. Dementsprechend Oldschool ist auch die Kaliberpalette mit den Patronen .308 Win, .223 Rem, der 7,62x39 sowie der in Europa wenig genutzten 350 Legend. Die Standard-Lauflänge beträgt 16,1“. Der Verkaufspreis liegt bei 929 US-Dollar.





Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 86 ab 30. Januar



Montag, 26. Januar 2026

SHOT Show 2026: Barrett MRAD® Covert

 

Das Barrett MRAD® Covert ist eine Sonderausführung des Scharfschützengewehrs MRAD®, welches als Mk22 derzeit breitflächig bei den US-Streitkräften eingeführt wird. Im zerlegten Zustand hat das MRAD Covert einen „19,5-Zoll-Footprint“


Von Arne Mühlenkamp

Barrett MRAD® Covert: Verkürzter Handschutz,
17-Zoll-Lauf und Schalldämpfer kompatibel
(Foto: Hersteller)


Mit dem Modell MRAD landete der US-Hersteller Barrett im Segment der Scharfschützengewehre einen der größten Treffer der letzten fünfzehn Jahre. Erstvorstellung auf der SHOT im Jahr 2011 und Einführung als Scharfschützengewehr Mk22 bei den US-Streitkräften seit dem Jahr 2020.
Das MRAD (Multi-Role Adaptive Design) ist als Repetiergewehr ausgeführt und besitzt eine Multi-Kaliber Option mit zahlreichen Wechselsystemen u.a. für: 
.338 Lapua Magnum
.338 Norma Magnum
.300 Winchester Magnum
.308 Winchester
6.5 Creedmoor
.300 Norma und
.300 PRC
Die Konzeptidee von Einfachheit und Minimalismus, die Umsetzung und die Rückbesinnung auf das Wesentliche sowie Robustheit machen das Barrett MRAD zu einem der tauglichsten Scharfschützengewehre weltweit.

MRAD® Covert
Zur SHOT 2026 überraschte Barrett mit einer Neuvariante: Dem MRAD Covert. Durch einige konstruktive Modifikationen wird die Ausführung Covert zerlegbar. Die maximale Einzelteillänge beträgt dabei 19,25 Zoll. Womit die Waffe in einen handelsüblichen Rucksack verstaut werden kann.

Die beiden Torx-Schrauben am Handschutz
sichern den Lauf (Foto: Hersteller)


Schaftsystem
Während auch beim MRAD der Schaft schon seitlich abgeklappt werden konnte, wurde beim Covert der Handschutz verkürzt, was letztlich zu der Gesamtlänge von nicht ganz fünfzig Zentimetern führt.

Lauf
Der Lauf hat eine Länge von 17 Zoll. Er wird in das System eingeschraubt und über zwei Schrauben gesichert. Die Mündungskomponente ist ein Barrett® Muzzle Break Adaptor und kann einen Signaturverzerrer aufzunehmen. Der Schalldämpfer, bspw. ein AM338 (ebenfalls von Barrett), wäre dann das dritte Bauteil mit einer Länge von etwa 26 Zentimeter.

Kalibervarianten
Derzeit wird die MRAD Covert in den beiden Kalibern .308 Win und 6.5 Creedmoor angeboten. Allerdings können auch alle anderen Wechselläufe und damit andere Kaliber in der Covert-Plattform genutzt werden. Wichtig: Die Wechselläufe werden aber länger als 17 Zoll sein und damit den sog. „19,5-Zoll-Footprint“ des zerlegten Covert-Systems sprengen.



Zerlegen und Packsack
Mit etwas Übung ist das MRAD Covert innerhalb einer Minute aus dem Rucksack entnommen und zusammengesetzt, inklusive Aufschrauben des Signaturverzerrers. Natürlich biete Barrett einen adäquaten Packsack gleich mit an. Dabei handelt es sich um den FadeAdapt Rucksack von Eberlestock. 

Präzisionsanspruch
Die Schwachstelle in der Reproduzierbarkeit des präzisen Einzelschusses ist die Wiederholgenauigkeit beim Einsetzen des Laufes und dessen Passgenauigkeit. Barrett garantiert für das Covert die allgemeingültige „Sub-MOA-Gruppe“ für fünf Schuss. Ob eine reale Treffpunktverlagerung nach Zerlegen und Wiedermontage stattfindet, hängt zum großen Teil natürlich auch von der Sorgfalt und der Methodik des Anwenders beim Zusammensetzen ab.


Mehr dazu in "Waffenkultur" Nr. 86 ab 30. Januar 




Donnerstag, 22. Januar 2026

35 Jahre Call Sign Bravo Two Zero

 

Am 22. Januar 1991 infiltriert ein achtköpfiges Kommando des britischen SAS tief in das Gebiet des Irak. Der Auftrag: Stellungen der irakischen R-17-Raketen (sog. Scud-B) zu finden und per Funk zu melden. Unzureichende Aufklärung und fehlende Ausrüstung führen zu einem Desaster, das drei Soldaten mit ihrem Leben bezahlen werden



Die Patrouille Bravo Two Zero steht heute synonym für den gesamten Einsatz des britischen SAS im Zweiten Golfkrieg 1991. Dabei war Bravo Two Zero nur eine von insgesamt acht Long-Range-Patrouillen, die der SAS in den Irak infiltrieren ließ.
Was Bravo Two Zero in den Fokus der Öffentlichkeit brachte, war zum einen der fatale Verlauf des Unternehmens. Zum anderen die publizistische Aufarbeitung durch den Patrouillen-Kommandeur selbst, der schon ein knappes Jahr danach unter dem Pseudonym Andy McNab den gleichnamigen Weltbestseller veröffentlichte.

Militärischer Fehlschlag
Der fatale Verlauf, der Bravo Two Zero zu einem militärischen Fehlschlag werden lässt, hat seine Ursachen im Versagen auf mehreren Ebenen. Es beginnt beim – gar nicht so seltenen – Planungsversagen der militärischen Führung, die weder Kenntnisse zu geografischen und meteorologischen Gegebenheiten im Irak hatte, noch in der Lage war, die B Squadron des SAS mit adäquaten Material auszurüsten. Selbstüberschätzung der Truppen vor Ort paart sich mit Truppenversagen im Detail, weil grundlegende Ausbildungsstandards unter Stress nicht mehr umgesetzt werden konnten. Das reicht von der Verantwortung des Patrouillen-Führers, die Vollzähligkeit seiner Männer zu kontrollieren, bis zur Grundbefähigung des Einzelnen, seine Waffe nach einem Schusswechsel wieder in volle Feuerbereitschaft zu versetzen, indem sie nachgeladen wird.

Mehr zum Thema im Kalenderblatt der "Waffenkultur" Nr. 86 ab 30. Januar