Freitag, 30. Mai 2014

Die Waffenkultur – Ausgabe 16 (Mai/Juni 2014)





Ausgabe 16 (Mai/Juni 2014)



Die Mai/Juni Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Premiumklasse: VORTEX Razor HD Gen. II 1-6 x 24
How to roll and gun: Schießen im Rollstuhl
Glock à la RSS: Glock 19 mit Docter Sight III
Montagearbeit: ERA TAC Schnellspannringe
Universallösung: Schubschaft und Riemenöse von Oberland Arms
Standardübungen (10): Light the Fuse
Selbstreinigend: Das Schmiermittel FIREClean
RAPTOR: Rettungstool von Leatherman
IFAK & RAFAK: Erste-Hilfe Taschen für Waffenanwender
Das Kalenderblatt: Paul von Lettow-Vorbeck (Teil 2)
Nichtletale Waffen (4): Rechtliche und ethische Probleme



Donnerstag, 22. Mai 2014

VORTEX Razor HD Gen. II 1-6 x 24



Seit Ende 2013 nutzen wir eine Vortex Optik auf einem DAR-15 der Waffenkultur-Sonderserie. Das 1- bis 6-fach ZF besitzt das JM-1-Absehen von Jerry Miculek mit ballistischen Haltemarken für die .223 bis 600 Yards. Sind diese auf die metrische Welt übertragbar?


Die Waffenkultur-Sonderserie des 0/500 DAR-15 wurde konzipiert für Schüsse bis 500 Meter. Außerdem wurde bei der Bauweise auf bestmögliche Gewichtsreduzierung geachtet.
Auch wenn Schüsse über 500 m mit einer offenen Visierung (Kimme und Korn) machbar sind, wurde die Waffe, um das Potential besser ausschöpfen zu können, mit einer leicht vergrößernden Optik bestückt.



Vortex Razor HD Gen. II (1-6x24)
Es handelt sich um ein Razor HD der II. Generation (1-6x24) des US-amerikanischen Herstellers Vortex. Das ZF ist ausgestattet mit dem JM-1 BDC Absehen, entwickelt von Jerry Miculek. Das ballistische Absehen in der 2. Bildebene besitzt Haltemarken, die sowohl für das Kaliber .223 Rem. als auch .308 Win. anwendbar sein sollen.
Das ZF mit einem 30-mm-Mittelrrohr ist 26 cm lang und wiegt 720 g (inkl. Montage 1.010 g). Das Testmodell hat eine ccw-Verstellung mit ½ MOA Klicks. Außerdem ist eine Variante mit 0,2 MRAD Klickverstellung auf dem Markt.



Counter-Clockwise (ccw) Verstelltürme widersprechen unserer Alltagswahrnehmung, wonach eine Rechtsdrehung an einem Regler grundsätzlich mit einem positiven Ergebnis verknüpft ist: Das Radio wird lauter, die Temperaturregelung im Auto bringt mehr Wärme und Licht wird durch das Rechtsdrehen am Dämmerungsschalter heller. (Waffenkultur Nr. 09, Seite 36) Für eine S4G-Optik, wie das Razor 1-6x24 ist dieser Umstand jedoch belanglos. Beim Konzept des „Sniping 4. Generation“ (S4G) wird im Gegensatz zum Scharfschützenwesen vorm Schuss keine Korrektur über die Verstelltürme vorgenommen. Das ZF wird auf eine Distanz eingeschossen, danach arbeitet der Schütze mit entfernungsabhängigen Haltepunktverlagerungen. Außerdem arbeitet er prinzipiell allein, ohne Spotter.



Ballistische Haltemarken
Der zuschaltbare Rotpunkt mit einer Größe von 0,5 MOA ist in elf Helligkeitsstufen regulierbar. Zwischen den Stufen befindet sich jeweils ein „Aus“-Klick. Die ballistischen Haltemarken sind nur bei voller Vergrößerung (6-fach) anwendbar. Der Rotpunkt, welcher laut Herstellerangabe auf 200 Yards eingeschossen werden sollte, ist bei jeder Vergrößerung nutzbar. Theoretisch führt beim AR-15 eine Einschießentfernung von 200 Yards (zweiter Schnittpunkt) zu einem ersten Schnittpunkt bei 50 Yards.



Haltemarken für 5,56 / .223
Der Hersteller gibt an, dass die Haltemarken im Kaliber .223 universell für Geschossgewichte von 55 bis 77 gr. angewandt werden können. Die Abweichung der Trefferlage über die gesamte Distanz bis zu 600 Yards (550 m) soll dabei nur 0 bis 3 Zoll (max. 8 cm) betragen.



Haltemarken für 7,62 / .308
Das JM-1 BDC Absehen soll auch für Waffen im Kaliber .308 geeignet sein, sofern 168 gr. und 175 gr. Geschosse verwendet werden. Die Distanz für die Haltemarken verkürzt sich hier jeweils um 15 Yards.




Technische Daten:
Hersteller: Vortex Optics
Modell: 1-6x24 Razor HD Gen. II
Absehen: JM-1 BDC
Absehenlage: 2. BE
Länge: 26 cm
Mittelrohr: 30 mm
Gewicht: 720 g (inkl. Blockmontage 1.010 g)
Augenabstand: 10 cm
Klickverstellung: ½ MOA
Drehrichtung: ccw
Preis (UVP): ca. 1.400 €


Mehr dazu und wie sich die Waffe auf 500 m schlägt in Waffenkultur Ausgabe 16 ab 30. Mai 2014


Montag, 5. Mai 2014

SIG 516 Langzeittest – Woche 117 bis 122



Bei zwei Kurswochenenden erhöhte sich die Schussbelastung der SIG 516 um insgesamt 800 Schuss. Die SIG diente zwei Teilnehmern als Leihwaffe und erfuhr eine wesentliche Modifikation.


Gesamtschusszahl: 8.440 + 800 = 9.240

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Bei insgesamt vier Kurstagen absolvierte die SIG 516 800 Schuss. Sie diente zwei Teilnehmern als Leihwaffe und zum Vorschießen der Übungen. Eine Zwischenreinigung erfolgte dabei nicht. Die Waffe funktionierte störungsfrei und mit hoher Präzision.

Dennoch erfuhr die Waffe eine Modifikation: Der Vollbartträger empfand das Einklemmen seiner Barthaare als sehr unangenehm. Der Schubschaft und die Castle Nut, welche die Buffer Tube fixiert wurden mit Tape abgeklebt.





Am Ende des Einsatzes erfolgte eine Detailreinigung der SIG 516. Durch die Verwendung des Schmiermittels FireClean ließ sich die Gasdüse wesentlich leichter entnehmen. Der Pulverschmauch konnte ohne Probleme abgewischt werden. Das entspricht weitestgehend den Herstellerangaben von FireClean. Nachteile aufgrund der Verwendung von FireClean konnten bisher nicht festgestellt werden.



Beide Teilnehmer hatte vorher keine Erfahrung mit Gewehren des Typs AR-15, beurteilten die SIG 516 aber als sehr anwenderfreundlich mit einem hohen Maß an Schießspaß.
Der Zwei-Punkt-Trageriemen VCAS von BlueForceGear ist funktional. Empfehlenswert wäre aber die Ausführung mit Polsterung.



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Freitag, 11. April 2014

K-ISOM Spezial I / 2014: Moderne Handwaffen der Bundeswehr



Seit 25. März ist die Spezialausgabe I / 2014 der K-ISOM erhältlich. Sören Sünkler und sein Autorenteam widmen sich auf 98 Seiten den Handwaffen der Bundeswehr.
Die Zeiten Mitte der 1990er-Jahre, in denen der durchschnittliche (luftbewegliche) Infanterist drei Waffen (P1, G3 und MG3) kennen und beherrschen musste, sind vorbei. Das K-ISOM Spezial verdeutlicht sehr schön, den Waffen- und Munitions-Mix der Bundeswehr von heute.

Die Erläuterungen beginnen chronologisch im Jahr 1955 und erfassen dabei die P1, kommen im weiteren Verlauf zum futuristischen G11 aus den 1970er-Jahren und lassen auch die neuste Entwicklung, das MG5, nicht aus.
Die Autoren schreiben auch zum Handwaffenkonzept der Bundeswehr und über die Einsatzerfahrung, welche auf dem Balkan, in Afrika und am Hindukusch gesammelt worden ist.

Reichlich bebildert und mit einigen Tabellen bietet das Spezial I / 2014 eine sehr gute und informative Zusammenfassung.



Inhalt
02 Intro: Si vis pacem, para bellum!
04 Bundeswehr ab 1955: Mut zur Lücke.
08 Liste der Handfeuerwaffen: Von der P1 über das G11 zum MG5.
11 HK G11: Seiner Zeit voraus.
12 Das Handfeuerwaffenkonzept: Vom Kalten Krieg bis nach Afghanistan.
18 Einsatzerfahrungen der Bundeswehr: Vom Balkan über Afrika bis an den Hindukusch.
22 Pistolen: Die „Signalistin“ P2A1, die „Spanner“ HK P7, die „Universale“ HK P8 USP, die „Elektrische“ HK P11, die „Leise“ HK P12 SD, die „Neue“ HK P30.
30 Maschinenpistolen: HK MP5 und Varianten sowie HK MP7A1 PDW.
36 Langwaffen: HK G3, HK G27, HK G36.
46 Scharfschützen: HK G36 ZF, HK G3 ZF, HK G3 DMR, AI G22/23, AI G24 .50 cal, AI G25 SD, BFM G82 .50 cal, HK G28 DMR.
60 Flinten: HK 512, Remington 870, Mossberg.
62 Leichte, mittlere und schwere Maschinengewehre: (LM)G36, (LM)G8, MG4, MG3, KWS, MG5, FN M2HB-CQB, FN M3M.
77 Granatwerfer: HK AG40A2, HK69, HK GraMaWa, Milkor.
80 Panzerabwehr: MILAN, TOW, Panzerfaust 3, Wirkmittel (RGW) 90.
84 Fliegerabwehr: Fliegerfaust STINGER & STRELA.
85 Systeme: Infanterist der Zukunft IdZ ES „Gladius“.
88 Wer schneller schießt und besser trifft, gewinnt den Feuerkampf: Das neue Schießkonzept.
92 Wirkung geht vor Deckung: Die Munition von 4,6 mm bis 40 mm.
93 Messer und Kampfmittel: Eickhorn KM2000, Tools, Handgranaten, Reizspray, Panzerfaust/Leuchtbüchse 84 „Carl Gustav“
94 Fremdwaffen: Ost/NATO, Projekte, HK G26, Schmeisser, FAMAS, NVA.
95 Vergleichssysteme: SIG 55X (Schweiz) und Steyr AUG (Österreich).
96 Danksagung, Impressum, Quellen





Donnerstag, 10. April 2014

Red Dot vs. Iron Sights



Es ist eine Diskussion, die immer mal wieder aufkommt: Die Vorteilhaftigkeit von Rotpunktvisieren gegenüber der herkömmlichen mechanischen Visierung; auch Offene Visierung oder Iron Sights genannt. Welche Rolle spielen die beiden Visiervarianten für die Entwicklung des Schützen und seiner Fertigkeiten?


Zu diesem Thema gibt es zahlreiche Studien. Eine stammt aus dem Jahre 2011 und heißt „Comparative Pistol Project“.



In diesem Projekt wurde vergleichsweise die Effektivität von traditionellen offenen Visiereinrichtungen (Kimme und Korn) zu Rotpunktvisieren (in diesem Fall das RMR von Trijicon) untersucht. Insgesamt 27 Probanten nahmen an der Studie teil. 13 von ihnen nutzten Iron Sights und 14 nutzten die Trijicon Optik. Geschossen wurden vier unterschiedliche Parcoursähnliche Übungen. Im Resultat waren die Teilnehmer mit einer Leuchtpunktoptik signifikant besser.

Übung 1
Die erste Schießübung bestand darin, auf eine Entfernung von 15 Yards einen Einzelschuss ohne Zeitbegrenzung anzubringen. Insgesamt mussten von jedem Teilnehmer 10 Schuss abgegeben werden.

Übung 2
Aus einer Entfernung von 5 Yards waren aus einer Bereitschaftshaltung (center chest retention hold) 2 Schüsse abzugeben. Das Ganze insgesamt 10-mal.

Übung 3
Identisch zu Übung 2; allerdings aus einer Entfernung von 10 Yards.

Übung 4
Aus einer Entfernung von 10 Yards waren 2 Ziele zu beschießen; jeweils mit einem Schuss. Die Ziele standen dabei 6 Fuß (1,83 m) auseinander. Insgesamt mussten 6 Durchgänge absolviert werden.

Auswertung in der Studie
Die Auswertung, welche in der Studie vorgenommen wurde, zeigt folgendes Bild:
Bei Übung 1, dem präzisen Einzelschuss erreichte die Iron-Sight-Gruppe 75% der möglichen Treffer. Die Red-Dot-Gruppe erreichte 98% an Treffern. Was in der Studie als „statistisch signifikant“ bewertet wird.
Bei allen anderen Übung, welche alle gegen die Zeit aus einer Bereitschaftsposition heraus geschossen werden mussten, betrug der prozentuale Unterschied zwischen den beiden Gruppen 95 zu 99% bzw. 81 zu 96% und 83 zu 96%. Nach dem Urteil der Durchführenden waren diese Unterschiede „statistisch nicht signifikant“.

Ergebnis
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Trijicon RMR Rotpunktoptik effektiver ist, als Kimme und Korn der offenen Visierung.


Interpretation
Die Studie lässt Spielraum für Interpretationen: Der einzige als signifikant zu bewertende Unterschied in der Trefferleistung ist beim präzisen Einzelschuss ohne Zeitbegrenzung zu sehen. Die Ursache könnte hier sein, dass keinem der Teilnehmer der Umgang mit Kimme und Korn schon jemals richtig erklärt worden ist. Somit kann nicht zwingend behauptet werden, die Gruppe mit Red Dot Visier wäre besser. Sie ist nur weniger schlecht als die Kimme-und-Korn-Gruppe. Bei dieser Gruppe wiederum offenbaren sich die Ausbildungsmängel schonungslos. Während die Red-Dot-Gruppe Ausbildungsmängel durch die Verwendung besserer Ausrüstung kaschieren kann.

Leider endet die Studie an dem Punkt, wo es interessant wird.
In einem zweiten Teil hätte untersucht werden können, wie sich die Trefferergebnisse ändern, wenn beide Probantengruppen mit dem gleichen Material ausgestattet wären.

Fall a): Beide Gruppen schießen ohne Red Dot
In die Praxis übertragen hieße das, es steht kein optoelektronisches Zielhilfsmittel zur Verfügung.
Vermutlich wäre hier zu beobachten gewesen, dass die Gruppe, welche im Teil 1 mit Iron Sights schoss im Teil 2 signifikant bessere Ergebnisse erzielt hätte, als die Gruppe, die aus Teil 1 heraus an das Schießen mit einem Rotpunkt Zielhilfsmittel gewöhnt war.

Fall b): Beide Gruppen schießen mit Red Dot
Vermutlich wäre hier das Ergebnis gewesen, dass ebenfalls die Iron-Sight-Gruppe aus Teil 1 die besseren Ergebnisse gehabt hätte, weil sie aus Teil 1 heraus einen höheren Trainingseffekt durch das Nutzen der Offenen Visiereinrichtung mit in den Teil 2 hätte nehmen können.

Fazit
Leuchtpunktoptiken schließen keine Fähigkeitslücken. Sie kaschieren nur Ausbildungsmängel bis zu einem gewissen Grad. Eine Grundausbildung im Nutzen von Iron Sights / Kimme & Korn hingegen ist für die Entwicklung von Schießfertigkeiten von hoher Bedeutung. Nicht nur im Hinblick darauf, dass Leuchtpunktzielgeräte nicht immer zur Verfügung stehen bzw. deren Technik auch ausfallen kann.


Mittwoch, 2. April 2014

Leseempfehlungen (5)



Feindkontakt - Gefechtsberichte aus Afghanistan
von Sascha Brinkmann, Joachim Hoppe, Wolfgang Schröder

Broschiert: 226 Seiten, 14 Abbildungen
Format: 21,5 x 14 cm
Verlag: E.S. Mittler & Sohn; 2. Auflage, 2014
ISBN-13: 978-3813209549
Preis: 19,95 Euro





In diesen Tagen jährt sich das Karfreitagsgefecht zum vierten Mal. Am 2. April 2010 erreichen die Kampfhandlungen zwischen den Fallschirmjägern der Bundeswehr und den Aufständischen im Raum Kunduz einen neuen Höhepunkt. Im 15 km westlich von Kunduz gelegenen Isa Khel fallen drei Kameraden, vier weitere werden schwer verwundet und müssen fortan zum Teil mit schweren körperlichen Einschränkungen leben. Die Kämpfe am Karfreitag 2010 gelten als die schwersten und verlustreichsten, welche die deutsche Armee seit Ende des 2. Weltkriegs zu führen hatte.

In „Feindkontakt“ schildern insgesamt zwölf Autoren ihre Erlebnisse im fernen Afghanistan des Jahres 2010. Ausgangspunkt der Erzählungen ist dabei der Karfreitag, der vielen von uns schmerzlich in Erinnerung bleibt.

Im ersten Teil des Buches kommen Angehörige der Kampftruppe zu Wort. Der Leser erhält einen sehr detaillierten Eindruck, von dem was im Gefecht wirklich geschah. Die Schreibweise ist bemerkenswert offen und eindringlich; aber ohne Effekthascherei.
Der zweite Teil des Buchs stellt die Lage aus einer anderen Perspektive dar. Militärische Analysten und Planer erweitern den Kontext auf das nachrichtendienstliche Element der Kampfführung. Die Taktiken des Gegners werden erläutert, aber auch die eigene Vorgehensweise. Interessant ist hierbei im Besonderen die Tatsache, dass ab November 2010 jede Kampfkompanie der Bundeswehr mit einem Nachrichtenoffizier verstärkt wurde. So konnten Informationen unmittelbar erhoben werden. Was zu einer deutlichen Verbesserung des Lagebildes beitrug. Ein Taktik übrigens, die schon vor mehr als 25 Jahren von den Südafrikanern im Buschkrieg in Angola angewandt worden war und die unter dem Name „Koevoet“ in die Geschichte eingegangen ist.

„Feindkontakt“ ist eine informative und spannende aber auch teilweise eine bedrückende Lektüre. Unsere Afghanistan-Veteranen können stolz sein, auf das was sie geleistet haben. Und wir sollten uns fragen, ob wir unseren Soldaten immer den Respekt entgegenbringen, den sie verdient haben.






Ritter im Heiligen Land: Kreuzfahrerstätten in Israel
von Hans Wolfram Kessler und Konrad Kessler


Gebundene Ausgabe: 168 Seiten, 160 farbige Abbildungen
Format: 21 x 23 cm
Verlag: Philipp von Zabern; 1. Auflage, April 2013
ISBN: 978-3805345521
Preis: 24,99 Euro



 

Die Kreuzzüge prägen bis heute das Verhältnis von Orient und Okzident. Das Erbe der christlichen Heerscharen, die in das Heilige Land strömten, um es den Händen der muslimischen Eroberer zu entreißen, wurde in Israel aber für lange Zeit wenig beachtet. Dabei finden sich zwischen Jordan und Mittelmeer bis heute faszinierende und beeindruckende bauliche Zeugnisse der zweihundertjährigen Präsenz der Kreuzfahrer. Viele Kirchen werden noch immer genutzt, Burgen und ganze Stadtanlagen sind inzwischen als Nationalparks erschlossen.
Obwohl sich zahlreiche Publikationen mit der Kreuzzugsgeschichte befassen, fand sich bisher kaum eine Veröffentlichung, die die verbliebenen Reste dieser Zeit im Heiligen Land für den geschichtlich interessierten Laien beschreibt. In ihrem Buch widmen sich Hans Wolfram und Konrad Kessler unter dem Titel „Kreuzfahrerstätten“ eben diesem Thema.
Das Buch beginnt mit einem historischer Abriss, der kompakt die komplizierte Situation erläutert, die den europäischen Rittern Anlass gibt zur Pilgerschaft in Waffen aufzubrechen. Ebenso prägnant schildern die Autoren die komplexen Entwicklungen in den 200 Jahren der Kreuzfahrerherrschaft im Königreich Jerusalem.

Im Hauptteil werden - reich mit Fotografien illustriert - die wichtigsten Stadtfestungen, Feudal- und Ordensburgen beschrieben, die heute noch in Israel zu finden sind. Darüber hinaus führen die Autoren den Leser an Plätze, wie Mühlen und Wehrhöfe, die für die Wirtschaft des Kreuzfahrerstaates ebenso Bedeutung hatten wie Hospitäler und Begräbnisstätten. Anschaulich wird dargestellt, wie Wirtschaft, Handel und Landwirtschaft im Kreuzfahrerreich funktionierten und welche Konflikte auch unter den verschiedenen Gruppierungen und Nationen auftraten. Praktisch hilfreich wird dem Israelreisenden erläutert, woran Kreuzritterbauten zu erkennen sind.
Diese Publikation sei jedem ans Herz gelegt, der sich für die Kreuzzugsgeschichte und Burgen begeistert. Kombiniert mit gelungenen Fotos gelingt es den Autoren informativ und interessant ein spannendes Thema darzustellen und zu einer Reise zu den bekannten und unbekannteren Kreuzfahrerstätten Israel einzuladen.


Sonntag, 30. März 2014

Die Waffenkultur – Ausgabe 15 (März/April 2014)




Ausgabe 15 (März/April 2014)



Die März/April Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Accuracy is King: Schießkurs Carbine 1 mit Larry Vickers
When life goes wrong: Street Combatives Techniken
RPM: Robust Pistol Manipulation mit Paul Gomez
Messereport IWA 2014: Was uns auffiel
Fürs kleine Schwarze: Die Glock 42 in .380 Auto
Licht ins Dunkel: Tritium Visiere in Deutschland
Hieb & Stich: Der Titan Sepp von Oberland Arms
Paladin: Ein Plattenträger von SERT
Standardübungen (9): Grid of Fire
The Return of Rigby: Jagdwaffen aus London
20 min Minimalprogramm (5): Die Bocholt Routine
Das Kalenderblatt: Der mythische Kolonialheld Paul von Lettow-Vorbeck
Buchvorstellung: Feindkontakt - Gefechtsberichte aus Afghanistan von Sascha Brinkmann und Bitzkrieg-Legende – Der Westfeldzug 1940 von Karl-Heinz Frieser





Mittwoch, 26. März 2014

Glock 42 in .380 Auto



Seit Anfang 2014 hat der österreichische Gebrauchswaffenhersteller die erste echte Taschenpistole im Programm: Die Glock 42 im Kaliber 9 mm Kurz.


Das Kaliber .380 Auto ist im Produktionsprogramm von Glock nicht neu. Es existieren bereits zwei Modelle. Die Glock 25 ist seit fast zehn Jahren auf dem Markt und entspricht mit ihrem Compact-Rahmen einer Glock 19. Die Glock 28 ist die Subcompact-Ausführung. Beide haben zweireihige Magazine. Konzipiert wurden diese .380-Modelle für Länder, in denen es Privatpersonen versagt bleibt, Handfeuerwaffen in militärischen Kalibern zu besitzen.
Die Patrone an sich ist über 100 Jahre alt und unter vielen Bezeichnungen bekannt. Neben 9 mm Kurz und .380 Auto wird sie auch noch gelistet als .380 ACP, 9 mm Browning short oder 9x17. Bis in die 1970er-Jahre hinein stand die Patrone im Dienst von Militär und insbesondere bei der Polizei. Legendär sind die frühen Spannabzugpistolen Walther PP und PPK eingerichtet für 9 mm Kurz. Seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die 9x17 zunehmend aus dem Bereich der behördlichen Dienstwaffen verdrängt und durch die stärkere 9x19 abgelöst. Im Segment der Kleinpistolen und Back-Up Waffen hielt sie aber ihren Status und gilt als leistungsstärkste Variante. Für gewöhnlich liegen die Geschossgewichte einer .380 Auto bei 90 gr. oder 95 gr., was zu einer Anfangsgeschwindigkeit von bis zu 300 m/s und einer Mündungsenergie von 280 J führen kann.



Gleichheiten und Unterschiede
Die Bedienelemente der Glock 42 unterscheiden sich äußerlich nicht von denen anderer Glock Pistolen. Sie hat den Magazinauslöser der Gen. 4, ebenfalls wechselbar zum Linkshandbetrieb. Der Schlittenfanghebel hat die gewohnte Position, Größe und Funktion. Der Abzug ist ein Glock Safe-Action mit seiner typischen Charakteristik, der bei gemessenen 4 kg bricht. Das Zerlegeprozedere ist identisch, ebenso die Tandemschließfeder der Gen. 4.
Die Waffe besitzt nur den Trigger Pin (Bauteil #28). Auf den Locking Block Pin (#34) wurde verzichtet. Beim Zerlegen zeigen sich erste Unterschiede. Um den Schlittenfanghebel entnehmen zu können, muss zuerst der Verschlussblock (#22) entfernt werden. Der Schlittenfanghebel ist nicht kompatibel zu anderen Glockmodellen.



Abzug
Die Glock 42 hat keine Abzugsfeder, sondern eine New-York-Trigger ähnliche Lösung. Was die Erklärung für den straffen Abzug liefert. Hat man in seiner Schießausbildung gelernt, beim Abkrümmen einen korrekten Bewegungsablauf auszuführen, stellen jedoch weder Abzugsgewicht noch Abzugscharakteristik eine Herausforderung dar. Trigger mechanism housing  (#23) und Connector (#24) sind ebenfalls nicht kompatibel zu anderen Modellen.



Einsatzzweck
Das Griffstück besitzt die gleiche RTF-Haptik, wie andere Gen. 4 Glockpistolen auch. Die Waffe lässt sich im einhändigen Anschlag mit normal großen Händen noch gut bedienen. Auch eine stabile beidhändige Grifftechnik ist machbar. Obgleich beidhändiges Schießen dem Einsatzzweck einer Taschenpistole nicht ganz entspricht. Taschenpistolen sind nicht dafür gedacht, Feuergefechte zu führen. Sie stellen eine Option dar, in einer Konfrontation die Feuerüberlegenheit zu gewinnen. Was in diesem Fall wohl heißt, dass der Gegner unbewaffnet und/oder überrascht ist. In allen anderen Einsatzgebieten wird die Glock 42, wie jede andere Taschenpistole auch, den Kürzen ziehen. Zur sportlichen Verwendung taugt sie nicht aufgrund der kurzen Visierlinie. Auf der Jagd bringt sie zu wenig Energie ins Ziel und als Alternative für das Training mit einer Gebrauchswaffe sind die Munitionskosten im Kaliber .380 Auto zu hoch. Bleibt also nur das (sehr) verdeckte Führen. Wofür sich ein Minimalholster empfiehlt. Der Slime-Line Abzugsbügel hat statt den 16 mm Breite einer Glock 17 nur 12 mm. Das sollte beim Kauf bzw. der Anfertigung eines Minimalholsters aus Kydex beachtet werden.



Fazit
Im Gegensatz zu lediglich „klein geschrumpften“ Taschenpistolen besitzt die Glock 42 eine gute Ergonomie. Die Waffe schießt sich sehr angenehm. Wozu auch die niedrige Laufachse ihren Beitrag leistet.

Technische Daten
Modell: Glock 42
Hersteller: Glock Österreich
Kaliber: .380 Auto
L x B x H: 14 cm x 2,2 cm x 10 cm
Lauflänge: 68 mm
Visierlinie: 125 mm
Abzugsgewicht: ca. 4 kg
Gewicht: 390 g
Magazinkapazität: 6+1

Mehr dazu in Waffenkultur Ausgabe 15 ab 30. März 2014



Montag, 24. März 2014

SIG 516 Langzeittest – Woche 105 bis 116



Die 516 diente ein weiteres Mal als Leihwaffe auf unseren Gewehrkursen. Sie war ausgestattet mit dem Aimpoint PRO. Verschossen wurde Munition des Fabrikats GECO Target 63 gr. Die Behandlung mit FireClean zeigte Vorteile. Ebenso wie der VCAS-Trageriemen.


Gesamtschusszahl: 7.900 + 540 = 8.440

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Die SIG 516 lief etwa 700 Schuss ohne Zwischenreinigung nachdem die Waffe mit FireClean behandelt wurde. FireClean wurde anstatt eines herkömmlichen Waffenöls aufgetragen. Laut Herstellerangabe bleibt die Schmierung auch dann noch bestehen, wenn kein Schmierfilm mehr zu sehen ist. Außerdem soll sich Pulverschmauch leichter von den Metallteilen entfernen lassen. Das Resultat, welches sich nach 700 Schuss zeigte war überraschend. Das Gasventil ließ sich problem- und reibungslos aus der Waffe entnehmen. Normalerweise sorgen Pulverschmauchablagerungen bei Reinigungsintervallen größer als 500 Schuss dafür, dass beim Entnehmen etwas mehr Kraft und manchmal sogar Werkzeug benutzt werden muss. Der Pulverschmauch konnte mit einem Tuch darüber hinaus schnell abgewischt werden. Da die Waffe unter sonst gleichen Bedingungen eingesetzt wurde, kann dieses Ergebnis durchaus dem neuen Schmiermittel FireClean zugeschrieben werden. Wie überwiegend im Langzeittest wurde Munition des Fabrikates GECO Target 63 gr. benutzt.




Die Längenverstellung am Zwei-Punkt-Trageriemen VCAS von Larry Vickers zeigte einen Vorteil gegenüber vergleichbaren Produkten: Zum Verlängern als auch zum Verkürzen des Riemens muss nur eine Schnalle betätigt werden. Nicht zwei, von denen eine zum Öffnen und eine zum Verkürzen des Riemens dient. Eine Vereinfachung, die der Philosophie von Einfachheit und Minimalismus gerecht wird.




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