Mittwoch, 31. Juli 2013

Leseempfehlungen (3)



Sentinel von Pat McNamara
Taschenbuch: 128 Seiten, 15 Abbildungen (schwarz/weiß)
Format: 13 x 20 cm
Verlag: iUniverse,  Ausgabe 2012
ISBN: 978-1475960495
Preis: 11,30 Euro




„If I am out in public and you see me with shower shoes on, please walk up to me and jam a pencil in my eye. I deserve it.”

Mit dem Buch “Sentinel” möchte der Autor Pat McNamara Tipps geben, wie das eigene Leben sicherer und unabhängiger gestaltet werden kann. McNamara bildet dabei seine Erfahrungen, die er in mehr als 20 Jahren in militärischen Spezialverwendungen sammeln konnte, auf den Schutz der eigenen Familie ab. Wer allerdings erwartet, nach der Lektüre der 120 Seiten ein Geheimagent zu sein, wird enttäuscht werden. Neben Flipp-Flopp-Trägern sollten auch die Cool-Aid-Trinker, die immer schon alles wussten und aus dem Buch „nichts Neues erfahren konnten“, von der Lektüre absehen.
Pat McNamara verrät nicht das eine große Geheimnis, sondern gibt viele kleine nützliche Hinweise, wie man vorausschauend kritischen Situationen aus dem Weg gehen kann und nicht permanent auf sein Glück vertrauen muss oder darauf, dass einem andere helfen. So gesehen ist das Buch ein weiterer und wichtiger Schritt hin zur individuellen Resilienz.

Interessant ist auch seine Gegenüberstellung von Outcome-based Training und Performance-based Training und weshalb alle Outcome-based Sportarten Trainingnarben hinterlassen. Dieser Aspekt ist insbesondere bei taktischen Weiterbildungen relevant.

Im Abschnitt zu Schießausbildung teilt Pat McNamara den modernen Ansatz: Das Training von Grundfertigkeiten sollte deutlich überwiegen. Er verweist „Deutschießen“ in die engen Grenzen, die dieser Technik zustehen und erklärt „70/30“ oder „60/40“ Abzugs- und Grifftechniken als praxisfremde Gimmicks.

Auf der Top-25-Liste an Fachbüchern, die man gelesen haben sollte, ist „Sentinel“ von Pat McNamara in jedem Fall dabei.








T.A.P.S. - Tactical Application of Practical Shooting von Pat McNamara
Taschenbuch: 152 Seiten, 64 Abbildungen (schwarz/weiß)
Format: 13 x 20 cm
Verlag: iUniverse,  Ausgabe 2008
ISBN: 978-1440109591
Preis: 11,90 Euro




„Du hast nur zehn Patronen für Deine Trainingssitzung. Welche Übung würdest Du schießen?“ Diese Frage stellt der Autor gleich am Anfang. Er wendet sich damit konträr zur Meinung, Schießen sei nur durch Munitionsverbrauch erlernbar; allerdings ohne diese Meinung im weiteren Verlauf vollends zu verwerfen. Das Buch richtet sich an erfahrene Waffenanwender. Effizienzsteigerung im eigenen Training ist ein Schwerpunkt.

„Die taktische Anwendung von praktischem Schießen.“, meint keineswegs das, nach was es im ersten Moment klingt. Wir reden nicht über IPSC und der Autor Pat McNamara ist ausdrücklich nicht der Meinung, dass IPSC aus jedem Schützen einen besseren Schützen macht. Es gibt kein Zauberelixier und weder durch taktischen Klett noch durch Molletaschen wird man besser. Sondern nur durch Training und fortgesetztes (richtiges) Üben der richtigen Fundamente.

In der ersten Hälfte beschreibt Pat McNamara in kurzen Kapiteln seine Trainingsphilosophie. Im zweiten Teil liefert er Ratschläge für diverse Parcoursaufbauten und Übungsabläufe.
Der ganzheitliche Ansatz im Buch wird unterstrichen durch das Einbinden eines Kapitels zur körperlichen Fitness. Mit seinem „Combat Strength Training“ Programm (CST) folgt McNamara der gleichen Idee, wie auch Waffenkultur mit der Rubrik „Fighting Fit“: Wenn Ihr Sport treiben wollt, tut es nicht in einem Fitness-Studio, sondern findet Eure eigenen Wege. „If you are going to a Fitness Center and working a routine, you are going to specific place for a non specific amount of time to perform a non specific series of motions while looking in a mirror.“





Dienstag, 30. Juli 2013

Die Waffenkultur – Ausgabe 11 (Juli/August 2013)




Ausgabe 11 (Juli/August 2013)


Wer Waffenkultur herunterlädt, nimmt eine kostenfreie Dienstleistung in Anspruch. Punkt. Waffenkultur ist in diesem Sinne nicht nur kostenlos, sondern sogar absolut barrierefrei. Nicht einmal eine Anmeldung oder Registrierung ist erforderlich. Das gesamte Projekt wird von einigen Idealisten getragen, die viel Freizeit in die Entstehung und die pünktliche Veröffentlichung investieren.
Wem nicht gefällt was hier publiziert wird oder wer das Konzept von Waffenkultur nicht mag, verzichtet einfach auf den Download. Unseren restlichen 50.000 Lesern wünsche ich viel Spaß und eine Lektüre mit waffenkulturellem Erkenntnisgewinn.



Die Juli / August Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Aloha 1911: Mit Machete und Hawaii-Hemd
Linkshandtraining: Mehr als ein notwendiges Übel
Einjustieren eines Zielfernrohrs: In 10 min zum Erfolg
Scharfschützengewehr des kleinen Mannes: Tikka T3 TAC
Für ein paar Dollar mehr: SIG SSG 3000
SIG 516 Langzeittest: 800 Meter sind machbar
Aimpoint Optiken: PRO, CompM4 und Hunter H34S
Standardübungen (5): 3/3/3/3
Ausrüstung: Tragesysteme von Hazard 4
20 min Minimalprogramm (2): Körpergewichtsübungen
Recht: Nichtletale Waffen
Buchrezension: T.A.P.S. - Tactical Application of Practical Shooting von Pat McNamara, Sentinel von Pat McNamara, 160 tödliche Treffer – Der beste Scharfschütze des US-Militärs packt aus von Chris Kyle, Four Ball One Tracer. Commanding Executive Outcomes in Angola and Sierra Leone von Roelf van Heerden und Andrew Hudson





Montag, 15. Juli 2013

ZF-Gewehr (5): Tikka T3 TAC


Die T3 absolvierte bisher zwei Trainingssitzungen, wobei die Waffe „eingebrochen“ und eingeschossen wurde und Entfernungen bis zu 500 m überbrückt hat.

Gesamtschusszahl: ca. 300

„Einbrechen“ des Laufs
Im Umgang mit Feuerwaffen gibt es viele Legenden. Das Einbrechen eines Laufs ist vergleichbar mit dem Einfahren eines Verbrennungsmotors bei einem Neuwagen. Einige schwören darauf. Für andere ist es anachronistischer Humbug aus einer Zeit, in der Fertigungstechnologien bei weitem nicht den hohen Qualitätsstandard hatten, wie heut zu Tage. Der Verfasser konnte sich von dem Voodoo auch nicht ganz lösen und hat den Lauf seiner T3 „eingebrochen“, obwohl Reinigungsarbeiten an Waffen nicht zu seinen dominant ausgeprägten Eigenschaften gehören. Das Prozedere begann mit einer Detailreinigung: Brunox-Öl in den Lauf, zehn Hübe mit einer Bronzebürste, VFG-Laufreinigungsfilzpfropfen bis kein Schmutz mehr am Filz zu sehen ist. Im Anschluss wurden drei Schuss abgegeben und das Reinigungsprozedere erneut in gleicher Weise durchgeführt. Dieser Ablauf wiederholte sich insgesamt dreimal, sodass insgesamt drei Mal drei Schuss abgegeben wurden und jeweils eine Detailreinigung erfolgte.








Die Optik
Die Wahl fiel hier ein Produkt der Firma Kahles aus Guntramsdorf in Österreich. Das K312 II besitzt eine variable Vergrößerung von 3-fach bis 12-fach und einen Objektivdurchmesser von 50 mm. Ausgestattet ist das ZF mit einem nicht beleuchteten MilDot-Absehen in erster Bildebene. In das Absehen wurde eine Skala zum Entfernungsschätzen integriert. Die Verkaufsbezeichnung des Absehens lautet Mil 2. Auch die Klickverstellung des K312 II arbeitet im Mil-System mit 1 cm pro Klick. Die Turmdrehrichtung ist jeweils im Uhrzeigersinn („clockwise“ / cw). Dieser Umstand begünstigt eine stresssichere Handhabung (siehe Waffenkultur 09, Seite 36). Eine Besonderheit ist der Parallaxenausgleich von 30 Meter bis unendlich. Der Mittelrohrdurchmesser beträgt 34 mm und das Gewicht 790 g.
Das Kahles K312 II erfüllt alle Anforderungen an ein modernes taktisches Zielfernrohr und ist eine Kaufempfehlung.





Fazit
Die T3 TAC erfüllt alle Anforderungen an ein Scharfschützengewehr des kleinen Mannes. Selbst in Kurzlaufausführung im Kaliber .308 Win. liefert die Waffe auf 800 m reproduzierbare Treffer auf eine F-Scheibe. Versteht der Steuermann hinter der Waffe sein Handwerk in Bezug auf Schießtechnik, Ermitteln der Basiselemente und Ballistik, sind auch Treffer bis 1.000 m kein Hexenwerk.
Das Selbstauferlegte Budget von 2.000 € für die Waffe wurde nur knapp überschritten. Ein Zielfernrohr mit den gestellten Anforderungen im Budgetrahmen zu finden, war nicht möglich. Für nicht ganz 600 € mehr wurde ein Kahles K312 II beschafft, was gemessen an unseren Anforderungen die beste Wahl darstellt.



Technische Daten
Modell: Tikka T3 TAC
Waffenart: Repetierer mit Drehzylinderverschluss
Kaliber: .308 Win.
Lauflänge: 51 cm
Drall: 1:11“, rechts
Magazinkapazität: Einsteckmagazin für 5 Patronen
Visierung: keine offene Visierung
Optik: Kahles K312 (3-12x50)
Abzugsgewicht: 1.900 g
Gesamtlänge: 102 cm
Gewicht: 3,5 kg (o. Optik)
Gewicht: 4,4 kg (mit Optik)
Preis Waffe: 2.157 Euro
Preis Optik: 2.190 Euro

Sonntag, 16. Juni 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 72 bis 75


In Testwoche 75 absolvierte die SIG 516 zwei Tage auf einem Schießkurs von 0/500. Benutzt wurden Aimpoint PRO und offene Visierung.


Gesamtschusszahl: 7.020 + 280 = 7.300

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Ein weiteres Mal wurde die SIG 516 zum Vorschießen aller Übungen benutzt. Die Waffe funktionierte störungsfrei und gewohnt präzise.



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Mittwoch, 5. Juni 2013

Linkshandtraining (1)


Manch Schießausbilder in den USA sagt, dass fast ebenso viel Trainingszeit für die vermeintlich schwache Seite aufgewendet werden sollte, wie für die normale Seite. Das beinhaltet nicht nur das Schießen an sich, sondern auch Ladetätigkeiten, den Ziehvorgang oder bspw. Störungsbeseitigung und auch alle anderen Schießpositionen als Stehend.


Waffe: SIG Sauer P 250
Gesamtschusszahl: 220

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0



Ein erklärtes Trainingsziel für 2013 ist, mit der linken Hand bzw. der linken Seite genau so gut zu werden, wie mit rechts. Sowohl im Umgang mit der Pistole als auch dem Gewehr. Die Messlatte bilden dabei die zehn Standardübungen nach Paul Howe, welche im Dezember oder Januar 2014 fehlerfrei absolviert werden sollten.





Grundsätzliches
Die Gründe für Linkshandtraining können ganz verschieden sein. Natürlich kommt der Selbstverteidigungsgedanke als erstes in den Sinn. In einer Konfrontation mit links genau so effektiv weiter agieren zu können, auch wenn die rechte Seite bspw. durch Verletzung ausgefallen ist.
Zum anderen wird behauptet, dass regelmäßiges Training mit links, gleichzeitig auch eine Verbesserung der Motorik der rechten Seite mit sich bringt. Eine Ergebnisbetrachtung Ende des Jahres wird diese Behauptung stützen oder nicht, wenn auch relativ unwissenschaftlich und mehr subjektiv.
Ganz einfach neue Aspekte ins Training zu integrieren, kann auch ein Grund sein. Selbst für geübte Schützen bringt die linke Seite neue Bewegungsabläufe mit sich, die eben neu erlernt werden müssen.

Das Auge
Eine Frage, die sich beim Üben sofort stellt, ist mit welchem Auge gezielt werden soll. Hier gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Weiterhin mit dem dominanten (rechten) Auge oder neu mit dem linken Auge. Weiterhin mit rechts zu zielen, wäre im Kurzwaffenanschlag problemlos machbar. Der Kopf wird soweit gedreht, bis das rechte Auge über der Visierlinie liegt. Schützen mit Kreuzaugendominanz praktizieren diese Methode mitunter erfolgreich.
Im Langwaffenanschlag ist das aber nicht mehr durchführbar. Hier muss im Linksanschlag zwangsläufig das linke Auge benutzt werden.
Da mein Übungsziel ist, vollständig auf links umzuschulen, wird zum Zielen auch komplett das linke Auge benutzt.

Erste Übungen
Die ersten Übungen waren der Dot Drill und der Balkendrill.
Der Dot Drill forciert die korrekte Umsetzung von Grundfertigkeiten (sieheWaffenkultur 07, Seite 18).
Der Balkendrill hilft bei einer methodisch korrekten Steigerung des Schießrhythmus (siehe Waffenkultur 08, Seite 24).
Die Trefferergebnisse waren für die erste Trainingssitzung „Linkshand“ nicht schlecht, haben aber Steigerungspotential. Ziel sollte für beide Übungen immer das Absolvieren ohne Fehlschuss sein.






Die Waffe
Beim Trainingsgerät viel die Wahl auf eine SIG Sauer P250 in full-size Rahmengröße. Die Waffe besitzt einen DAO-Abzug. Damit soll gezeigt werden, dass 1) dieses Abzugssystem durchaus eine Daseinsberechtigung hat und 2) auch mit der schwachen Hand bedienbar ist.
Die P250 ermöglicht den Umbau auf Linksbetrieb.
Die Waffe fasst 17 Schuss 9x19, wiegt ungeladen 830 g und hat ein Abzugsgewicht von 2.800 g. Der Double Action Only Abzug überzeugt mit einer hervorragenden Charakteristik. Der Abzugswiderstand baut sich gleichmäßig und absolut kratzfrei auf.





Dienstag, 28. Mai 2013

Die Waffenkultur – Ausgabe 10 (Mai/Juni 2013)




Ausgabe 10 (Mai/Juni 2013)


Sieg des Guten

Herr Obama ist mit seiner Antiwaffenkampagne schön gegen die Wand gekarrelt. Obwohl im US Senat die Demokraten die Mehrheit innehaben, ist der Gesetzesentwurf gescheitert. Freiheitswille und gesunder Menschenverstand waren stärker als gefälschte Umfragewerte, Lügen und Verbotspolitik. Im Resultat dürften jetzt mehr US-amerikanische Bürger Waffen besitzen als jemals zuvor. Offiziell soll die Zahl der Waffenbesitzer in den USA bei 100 Millionen liegen. Inoffiziell wesentlich höher. Wie viele es genau sind, wird man wohl nie erfahren, denn auch die bolschewistische Idee einer Waffenregistrierung ist gescheitert.

Ob es für uns Bürger (oder besser: das Personal) der Bundesrepublik Deutschland auch einen Sieg des Guten geben wird, hängt entschieden von unserem Wahlverhalten im September ab. Im Grunde haben wir keine Wahl. Die Grünen in Regierungsverantwortung werden eine Gefahr für die Demokratie und Freiheit im Lande sein. Wer nicht wählt, wählt Grün.



Die Mai / Juni Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Ausbildung & Taktik: „The Way of the Pistol“
Ausbildung & Taktik: Das Wyatt-Protokoll
Ausbildung & Taktik: Sniping 4. Generation
Schusswaffen: Oberland Black Label M5
Ausbildung & Taktik: Subkompakte Büchsen in .223 Rem.
Zubehör: Zielfernrohr Vixen 1-6x24
Schusswaffen: Gewehre für weite Schüsse
Ausbildung & Taktik: Der ½ & ½ Drill
Schusswaffen: Mauser M03 Extreme
Fighting Fit: 20 min Minimalprogramme (1)
Geschichte & Geschichten: Europas größtes Römerfest
Das Kalenderblatt: 31. Mai 1902 – Ende des Zweiten Burenkriegs
Buchrezension: Der Deutsch-Dänische Krieg 1864 von Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit und Medieval Handgonnes – The first black powder infantry weapons von Sean McLachlan





Donnerstag, 23. Mai 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 70 und 71


6.000 Schuss ohne Störung; ist die Hauptbotschaft der Testwochen 70 und 71 (KW 20). Die letzte Fehlfunktion hatte die SIG 516 in KW 16 im Jahr 2012 bei etwa 1.100 Schuss Gesamt.


Gesamtschusszahl: 6.930 + 90 = 7.020

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Nach mehreren Wochen mit einem ZF, wurde die 516 wieder auf Eisenvisierung und Aimpoint PRO umgerüstet. Außerdem erfuhr die Waffe nach den Tagen auf der 800-m-Bahn eine Detailreinigung. Auch weil sie einiges an Regen abbekommen hatte.




6.000 Schuss ohne Störung ist ein kleines Jubiläum und für Selbstladewaffen durchaus ein beachtliches Resultat. Dieses Jubiläum beging die SIG 516 mit zwei Half & Half Drills. Einmal fehlerfrei geschossen aus dem Rechtsanschlag heraus und einmal nicht ganz fehlerfrei aus der linken Schulter heraus.
Bei der ersten Teilübung aus 20 Yards Entfernung gab es zwei Fehlschüsse. Die Zeit wurde ebenfalls leicht überschritten. So wie bei allen anderen Teilübungen im Linksanschlag auch. Geschossen wurden beide Durchgänge mit offener Visierung.






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Montag, 13. Mai 2013

ZF-Gewehr (4)


Alle Hauptkomponenten sind eingetroffen.
Bei der Waffe handelt es sich um eine Tikka T3 TAC in .308 (kurzer Lauf).



Beim Zielfernrohr viel die Wahl auf ein Kahles K312 II mit 3-12x50 und einem Absehen MIL2. Das ZF arbeitet im mil-System, die Verstellrichtungen sind cw (Uhrzeigersinn).
Der subjektive Eindruck vom Markt ist, dass Kahles einiges an Marktanteilen gewinnen konnte. Das Kahles K312 besitzt einige technische Details, die im Segment der „taktischen ZF“ hilfreich sind. Neben der 1-cm-Klickverstellung und der cw-Drehrichtung ist das u.a. der Parallaxenausgleich bis 30 Meter. Ein Merkmal, dass in der Premiumklasse, zu der das Kahles zählt, kaum jemand hat.



Als Erstausstattung für die Montage dienen Ringe von Era Tac. Der Feldgebrauch wird zeigen, wie weit die Waffe damit kommt. Perspektivisch werden diese Ringe durch eine Blockmontage mit 20 MOA Vorneigung (entweder von Spuhr oder Era Tac) ersetzt werden müssen. Für Schüsse jenseits der 800 m, welche für die Tikka T3 auch in Kurzlaufausführung kein Problem sind, wird eine Vorneigung zwingend erforderlich sein.



ZF-Gewehr (1)
ZF-Gewehr (2) 
ZF-Gewehr (3)
ZF-Gewehr (4)
ZF-Gewehr (5)
ZF-Gewehr (6)
ZF-Gewehr (7)
ZF-Gewehr (8)
Tikka T3 TAC (9)
Tikka T3 TAC (10)
Tikka T3 TAC (11)
Tikka T3 TAC (12)
Tikka T3 TAC (13)
Tikka T3 TAC (14)
Tikka T3 TAC (15)
Tikka T3 TAC (16)
Tikka T3 TAC (17)
Tikka T3 TAC (18)
Tikka T3 TAC (19)
Tikka T3 TAC (20)
Tikka T3 TAC (21)
Tikka T3 TAC (22)
Tikka T3 TAC (23)
Tikka T3 TAC (24)
Tikka T3 TAC (25)
Tikka T3 TAC (26)

Mittwoch, 8. Mai 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 69


Dass die SIG 516 den infanteristischen Halbkilometer problemlos und mit hohem Präzisionspotential überbrücken kann, hat die Waffe bereits mehrfach bewiesen. Aber was leistet die Waffe im Kaliber .223 Rem. bestückt mit einer relativ preisgünstigen 1- bis 4-fach Optik jenseits der 500 m?

Gesamtschusszahl: 6.710 + 220 = 6.930

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Wer glaubt, dass das Kaliber 5,56x45 mm für Schüsse jenseits der 300 Meter nicht mehr taugt, liegt falsch. Eine Einsatzdistanz bis 500 Meter ist machbar, wie das S4G-Konzept beweist.
Aber was kann die SIG 516 noch auf 800 Meter leisten? Die außerordentlich gute Präzision der SIG 516 auf 500 Meter machte Mut, den etwas ungewöhnlichen Test zu wagen.
Zur besseren Zielidentifikation ist die Waffe mit einer 1- bis 4-fach vergrößernden Optik ausgestattet. Die Wahl viel hier nicht auf einen der Premiumhersteller, sondern auf das relativ preisgünstige Millett DMS 1-4x24. Der Verkaufspreis liegt bei weniger als 300 USD. Für diesen Preis kann der Käufer keine Stickstofffüllung erwarten und muss auch mit Einschränkungen in der Brillanz des Absehens leben, welches aber dennoch beleuchtet ist.

Gebrauchsanweisung Millett DMS-1

 
Die 500 Meter
Wird die Waffe bei Verwendung der Blockmontage, wie abgebildet auf 25 m mit einem Hochschuss von 35 mm eingeschossen, erreicht das Projektil unter den im Test gegebenen meteorlogischen und geographischen Bedingungen einen zweiten Fleckschuss auf 500 m. Selbst andere, mit der Waffe nicht vertraute Schützen können so Treffer auf ein 45 x 45 cm großes Ziel reproduzieren.




Die 800 Meter
Die weiteste Distanz, auf der die SIG 516 eingesetzt wurde, waren 810 m. Mit Unterstützung eines Beobachters (Spotter) wurde die Waffe einjustiert. Die Klickverstellung der DMS-1 Optik beträgt ½ MOA und arbeitet erstaunlich präzise. Das Absehen mit dem 1 MOA großen Punkt ist auch noch für weite Schüsse geeignet.
Das Zielmedium mit den Abmaßen von 45 x 100 cm wurde mehrfach getroffen. Unter anderem auch dreimal direkt hintereinander.
Auf der Einschießdistanz von 25 m bedeutet das unter den gegebenen Umständen einen Hochschuss von etwa 15 cm.




Problem Seitenwind
Verwendet wurde Munition des Typs GP90 Leuchtspur. Auf Entfernungen jenseits der 500 m wird das Geschoss seitenwindanfällig. Je nach Windstärke sind Ablagen von ein bis zwei Metern möglich und auch kaum mehr kalkulierbar.

Fazit
Treffer auf 810 m sind mit der SIG 516 machbar. Dabei handelt es sich nicht nur um Zufallstreffer. Stärkerer Seitenwind wird allerdings für die Patrone 5,56x45 mm jenseits der 500-m-Marke zu einem Problem. Für Schüsse auf 800 m wurde die 5,56x45 mm aber auch nicht konzipiert.
Für den Infanteristen bedeutet diese enorme Schlagdistanz zusätzliche Sicherheit im Einsatz. Vorausgesetzt seine Schießausbildung trägt dieser Tatsache Rechnung.
Die Präzision einer Waffe erhöht sich nicht proportional zum Kaufpreis des ZF. Um auf 800 m einen Treffer anzubringen, bedarf es keiner Premiumoptik. Das Millett DMS-1 hat diese Arbeitsaufgabe problemlos erfüllt.



Starkregen ist für alle Optiken problemtisch. Wasser sammelt sich und erschwert die Zielerfassung.


 

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Montag, 6. Mai 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 68


In KW 17 diente die SIG 516 ein weiteres Mal zum Vorschießen aller Übungen auf einem unserer Gewehrkurse. Bestückt mit dem Millett 1-4x24.


Gesamtschusszahl: 6.570 + 140 = 6.710

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Zum ersten Mal wurde die SIG auf einem 0/500-Gewehrkurs mit einer 1- bis 4-fach vergrößernden Optik verwendet. Auf den relativ kurzen Distanzen einer Raumschießanlage von 25 bis 50 Meter, gewinnt ein geübter Schütze keinen Vorteil durch die Verwendung einer 1- bis 4-fach Optik. Ganz im Gegenteil; das Sichtfeld wird im Vergleich zu einem Aimpoint oder einer offenen Visierung eher eingeschränkt. Die Waffe muss schon beim In-Anschlag gehen sehr wiederholgenau in die Schulter gebracht werden, damit die Optik zentriert vor dem Auge sitzt um eine schnelle Schussabgabe zu gewährleisten.

Für Testwoche 69 (KW 18) wird die SIG 516 mit dieser Optik auf eine Distanz von 800 Metern eingesetzt werden. Das Ergebnis wird vielleicht überraschen....

 
 

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Sonntag, 5. Mai 2013

Interview auf Spartan.at

Die Kollegen von spartan.at hatten zum Interview gebeten.
Das Resultat könnt ihr hier nachlesen:
http://spartanat.com/2013/05/interview-henning-hoffmann/

Freitag, 26. April 2013

Nachladen (1): Der „Speed Reload“


Das schnelle Nachladen kennt ja nach Lehrmeinung oder Verwendungszweck der Waffe viele Interpretationen. Die meisten beschäftigen sich ausschließlich damit, ein neues Magazin (so schnell wie möglich) in die Waffe zu bringen. Vernachlässigt werden dabei grundsätzlich die Gesamtumstände. Welche Praxisrelevanz hat der Speed Reload?

Bist Du John Wayne? Oder bin ich das?


Ist das Magazin einer Waffe leergeschossen, muss ein neues (volles) Magazin eingeführt werden. So weit so gut. Damit wäre der Prozess des schnellen Nachladens eigentlich umfassend erklärt.

Problem: Feindeinwirkung
Die Ausbildungsindustrie verkompliziert an dieser Stelle jedoch gern. Bestimmte Handhabungen und Bewegungsabläufe werden rein unter dem Optimierungsgedanke vermittelt. Das gleiche gilt für spezifizierte Ausrüstungsgegenstände, die das schnelle Nachladen noch schneller gestalten sollen. Die Tipps zum schnellen Nachladen sind so vielfältig, wie die Trainingslandschaft in den USA. In allen Darstellungen zum Speed Reload ist ein Ausbilder zu sehen, der aufrecht und allein auf weiter Flur steht und seine Technik des schnellen Nachladens praktiziert. Meist mit optimal positionierter Ausrüstung, bei Sonnenschein, ohne Winterjacke und kalte Hände und ganz wesentlich: Ohne Feindeinwirkung.

Lage
Ein leeres Magazin macht ein schnelles Nachladen erforderlich. Im Kontext der praxisorientierten Schusswaffenanwendung bedeutet das: Ich befinde mich im Feuerkampf und habe zehn oder 15 Schuss abgeben müssen. Oder mit einem Gewehrmagazin in Standardkapazität sogar 28 Schuss. Das bedeutet, die Gegenseite wird höchstwahrscheinlich ebenso viele Schuss abgefeuert haben. In meine Richtung. Ich befinde mich entweder in Deckung oder bin im schnellsten Sprint meines Lebens auf dem Weg in eine Deckung oder laufe nicht mehr ganz so schnell, weil die Gegenseite nämlich auch treffen kann.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird in diesem Kontext niemand mehr aufrecht im offenen Gelände stehen und einen Speed Reload praktizieren. Die Technik wird obsolet. Folgerichtig muss auch keine kostbare Trainingszeit in dieses Element investiert werden.

Realitätsnah üben
Soll der Speed Reload dennoch mit ins Trainingsprogramm integriert werden, sollte realitätsnah geübt werden. Das heißt, der Speed Reload sollte im Sprint oder zumindest im schnellen Laufen ausgeführt werden. Die Magazintaschen sollten dabei verdeckt sein oder aber in der Konfiguration, wie in der Praxis jenseits des Schießstandes auch. Der Speed Reload sollte in Körperhaltungen praktiziert werden, die man typischerweise hinter einer Minimaldeckung einnimmt, aber nicht aufrecht stehend. Alles andere ist Selbstbetrug.

Dienstag, 23. April 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 67


In KW 16 wurde die SIG 516 mit einer 1- bis 4-fach Optik bestückt und eingeschossen. Das bedeutet, dass die Waffe wieder einmal auf längeren Distanzen eingesetzt werden wird. Das ZF ist ein Millett DMS 1-4x24.

Gesamtschusszahl: 6.530 + 40 = 6.570

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Wir haben die SIG 516 während des Langzeittests mit verschiedenen Aimpoint Optiken geschossen, mit offener Visierung (bis zu 500 Metern) und mit verschiedenen 1- bis 6-fach vergrößernden ZF’s.



Millett DMS 1-4x24
Das Millett DMS 1-4x24 ist eine Optik aus dem unteren Preissegment. Die Produktbezeichnung DMS steht dabei für Designated Marksman Scope. Das ZF besitzt ein 30 mm Mittelrohr und ein beleuchtetes Absehen. Die Klickverstellung beträgt ½ MOA und ist US-amerikanisch als ccw (gegen den Uhrzeigersinn) ausgelegt. Das Gewicht von ZF inklusive Blockmontage beträgt 760 g, was das Gesamtgewicht der SIG 516 auf etwa 4,2 kg erhöht.




Einschießen
Das Einschießen des DMS 1-4x24 gestaltet sich unproblematisch. Unter Anwendung der Methode, welche auch beim Kurs S4G gelehrt wird, ist die Waffe nach zehn Minuten mit etwa zehn Schuss einjustiert. Favorisiert wurde ein Fleckschuss auf 25 Meter.



 

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