Dienstag, 28. Mai 2013

Die Waffenkultur – Ausgabe 10 (Mai/Juni 2013)




Ausgabe 10 (Mai/Juni 2013)


Sieg des Guten

Herr Obama ist mit seiner Antiwaffenkampagne schön gegen die Wand gekarrelt. Obwohl im US Senat die Demokraten die Mehrheit innehaben, ist der Gesetzesentwurf gescheitert. Freiheitswille und gesunder Menschenverstand waren stärker als gefälschte Umfragewerte, Lügen und Verbotspolitik. Im Resultat dürften jetzt mehr US-amerikanische Bürger Waffen besitzen als jemals zuvor. Offiziell soll die Zahl der Waffenbesitzer in den USA bei 100 Millionen liegen. Inoffiziell wesentlich höher. Wie viele es genau sind, wird man wohl nie erfahren, denn auch die bolschewistische Idee einer Waffenregistrierung ist gescheitert.

Ob es für uns Bürger (oder besser: das Personal) der Bundesrepublik Deutschland auch einen Sieg des Guten geben wird, hängt entschieden von unserem Wahlverhalten im September ab. Im Grunde haben wir keine Wahl. Die Grünen in Regierungsverantwortung werden eine Gefahr für die Demokratie und Freiheit im Lande sein. Wer nicht wählt, wählt Grün.



Die Mai / Juni Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Ausbildung & Taktik: „The Way of the Pistol“
Ausbildung & Taktik: Das Wyatt-Protokoll
Ausbildung & Taktik: Sniping 4. Generation
Schusswaffen: Oberland Black Label M5
Ausbildung & Taktik: Subkompakte Büchsen in .223 Rem.
Zubehör: Zielfernrohr Vixen 1-6x24
Schusswaffen: Gewehre für weite Schüsse
Ausbildung & Taktik: Der ½ & ½ Drill
Schusswaffen: Mauser M03 Extreme
Fighting Fit: 20 min Minimalprogramme (1)
Geschichte & Geschichten: Europas größtes Römerfest
Das Kalenderblatt: 31. Mai 1902 – Ende des Zweiten Burenkriegs
Buchrezension: Der Deutsch-Dänische Krieg 1864 von Jan Ganschow, Olaf Haselhorst, Maik Ohnezeit und Medieval Handgonnes – The first black powder infantry weapons von Sean McLachlan





Donnerstag, 23. Mai 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 70 und 71


6.000 Schuss ohne Störung; ist die Hauptbotschaft der Testwochen 70 und 71 (KW 20). Die letzte Fehlfunktion hatte die SIG 516 in KW 16 im Jahr 2012 bei etwa 1.100 Schuss Gesamt.


Gesamtschusszahl: 6.930 + 90 = 7.020

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Nach mehreren Wochen mit einem ZF, wurde die 516 wieder auf Eisenvisierung und Aimpoint PRO umgerüstet. Außerdem erfuhr die Waffe nach den Tagen auf der 800-m-Bahn eine Detailreinigung. Auch weil sie einiges an Regen abbekommen hatte.




6.000 Schuss ohne Störung ist ein kleines Jubiläum und für Selbstladewaffen durchaus ein beachtliches Resultat. Dieses Jubiläum beging die SIG 516 mit zwei Half & Half Drills. Einmal fehlerfrei geschossen aus dem Rechtsanschlag heraus und einmal nicht ganz fehlerfrei aus der linken Schulter heraus.
Bei der ersten Teilübung aus 20 Yards Entfernung gab es zwei Fehlschüsse. Die Zeit wurde ebenfalls leicht überschritten. So wie bei allen anderen Teilübungen im Linksanschlag auch. Geschossen wurden beide Durchgänge mit offener Visierung.






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Montag, 13. Mai 2013

ZF-Gewehr (4)


Alle Hauptkomponenten sind eingetroffen.
Bei der Waffe handelt es sich um eine Tikka T3 TAC in .308 (kurzer Lauf).



Beim Zielfernrohr viel die Wahl auf ein Kahles K312 II mit 3-12x50 und einem Absehen MIL2. Das ZF arbeitet im mil-System, die Verstellrichtungen sind cw (Uhrzeigersinn).
Der subjektive Eindruck vom Markt ist, dass Kahles einiges an Marktanteilen gewinnen konnte. Das Kahles K312 besitzt einige technische Details, die im Segment der „taktischen ZF“ hilfreich sind. Neben der 1-cm-Klickverstellung und der cw-Drehrichtung ist das u.a. der Parallaxenausgleich bis 30 Meter. Ein Merkmal, dass in der Premiumklasse, zu der das Kahles zählt, kaum jemand hat.



Als Erstausstattung für die Montage dienen Ringe von Era Tac. Der Feldgebrauch wird zeigen, wie weit die Waffe damit kommt. Perspektivisch werden diese Ringe durch eine Blockmontage mit 20 MOA Vorneigung (entweder von Spuhr oder Era Tac) ersetzt werden müssen. Für Schüsse jenseits der 800 m, welche für die Tikka T3 auch in Kurzlaufausführung kein Problem sind, wird eine Vorneigung zwingend erforderlich sein.



ZF-Gewehr (1)
ZF-Gewehr (2) 
ZF-Gewehr (3)
ZF-Gewehr (4)
ZF-Gewehr (5)
ZF-Gewehr (6)
ZF-Gewehr (7)
ZF-Gewehr (8)
Tikka T3 TAC (9)
Tikka T3 TAC (10)
Tikka T3 TAC (11)
Tikka T3 TAC (12)
Tikka T3 TAC (13)
Tikka T3 TAC (14)
Tikka T3 TAC (15)
Tikka T3 TAC (16)
Tikka T3 TAC (17)
Tikka T3 TAC (18)
Tikka T3 TAC (19)
Tikka T3 TAC (20)
Tikka T3 TAC (21)
Tikka T3 TAC (22)
Tikka T3 TAC (23)
Tikka T3 TAC (24)
Tikka T3 TAC (25)
Tikka T3 TAC (26)

Mittwoch, 8. Mai 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 69


Dass die SIG 516 den infanteristischen Halbkilometer problemlos und mit hohem Präzisionspotential überbrücken kann, hat die Waffe bereits mehrfach bewiesen. Aber was leistet die Waffe im Kaliber .223 Rem. bestückt mit einer relativ preisgünstigen 1- bis 4-fach Optik jenseits der 500 m?

Gesamtschusszahl: 6.710 + 220 = 6.930

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Wer glaubt, dass das Kaliber 5,56x45 mm für Schüsse jenseits der 300 Meter nicht mehr taugt, liegt falsch. Eine Einsatzdistanz bis 500 Meter ist machbar, wie das S4G-Konzept beweist.
Aber was kann die SIG 516 noch auf 800 Meter leisten? Die außerordentlich gute Präzision der SIG 516 auf 500 Meter machte Mut, den etwas ungewöhnlichen Test zu wagen.
Zur besseren Zielidentifikation ist die Waffe mit einer 1- bis 4-fach vergrößernden Optik ausgestattet. Die Wahl viel hier nicht auf einen der Premiumhersteller, sondern auf das relativ preisgünstige Millett DMS 1-4x24. Der Verkaufspreis liegt bei weniger als 300 USD. Für diesen Preis kann der Käufer keine Stickstofffüllung erwarten und muss auch mit Einschränkungen in der Brillanz des Absehens leben, welches aber dennoch beleuchtet ist.

Gebrauchsanweisung Millett DMS-1

 
Die 500 Meter
Wird die Waffe bei Verwendung der Blockmontage, wie abgebildet auf 25 m mit einem Hochschuss von 35 mm eingeschossen, erreicht das Projektil unter den im Test gegebenen meteorlogischen und geographischen Bedingungen einen zweiten Fleckschuss auf 500 m. Selbst andere, mit der Waffe nicht vertraute Schützen können so Treffer auf ein 45 x 45 cm großes Ziel reproduzieren.




Die 800 Meter
Die weiteste Distanz, auf der die SIG 516 eingesetzt wurde, waren 810 m. Mit Unterstützung eines Beobachters (Spotter) wurde die Waffe einjustiert. Die Klickverstellung der DMS-1 Optik beträgt ½ MOA und arbeitet erstaunlich präzise. Das Absehen mit dem 1 MOA großen Punkt ist auch noch für weite Schüsse geeignet.
Das Zielmedium mit den Abmaßen von 45 x 100 cm wurde mehrfach getroffen. Unter anderem auch dreimal direkt hintereinander.
Auf der Einschießdistanz von 25 m bedeutet das unter den gegebenen Umständen einen Hochschuss von etwa 15 cm.




Problem Seitenwind
Verwendet wurde Munition des Typs GP90 Leuchtspur. Auf Entfernungen jenseits der 500 m wird das Geschoss seitenwindanfällig. Je nach Windstärke sind Ablagen von ein bis zwei Metern möglich und auch kaum mehr kalkulierbar.

Fazit
Treffer auf 810 m sind mit der SIG 516 machbar. Dabei handelt es sich nicht nur um Zufallstreffer. Stärkerer Seitenwind wird allerdings für die Patrone 5,56x45 mm jenseits der 500-m-Marke zu einem Problem. Für Schüsse auf 800 m wurde die 5,56x45 mm aber auch nicht konzipiert.
Für den Infanteristen bedeutet diese enorme Schlagdistanz zusätzliche Sicherheit im Einsatz. Vorausgesetzt seine Schießausbildung trägt dieser Tatsache Rechnung.
Die Präzision einer Waffe erhöht sich nicht proportional zum Kaufpreis des ZF. Um auf 800 m einen Treffer anzubringen, bedarf es keiner Premiumoptik. Das Millett DMS-1 hat diese Arbeitsaufgabe problemlos erfüllt.



Starkregen ist für alle Optiken problemtisch. Wasser sammelt sich und erschwert die Zielerfassung.


 

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Montag, 6. Mai 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 68


In KW 17 diente die SIG 516 ein weiteres Mal zum Vorschießen aller Übungen auf einem unserer Gewehrkurse. Bestückt mit dem Millett 1-4x24.


Gesamtschusszahl: 6.570 + 140 = 6.710

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Zum ersten Mal wurde die SIG auf einem 0/500-Gewehrkurs mit einer 1- bis 4-fach vergrößernden Optik verwendet. Auf den relativ kurzen Distanzen einer Raumschießanlage von 25 bis 50 Meter, gewinnt ein geübter Schütze keinen Vorteil durch die Verwendung einer 1- bis 4-fach Optik. Ganz im Gegenteil; das Sichtfeld wird im Vergleich zu einem Aimpoint oder einer offenen Visierung eher eingeschränkt. Die Waffe muss schon beim In-Anschlag gehen sehr wiederholgenau in die Schulter gebracht werden, damit die Optik zentriert vor dem Auge sitzt um eine schnelle Schussabgabe zu gewährleisten.

Für Testwoche 69 (KW 18) wird die SIG 516 mit dieser Optik auf eine Distanz von 800 Metern eingesetzt werden. Das Ergebnis wird vielleicht überraschen....

 
 

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Sonntag, 5. Mai 2013

Interview auf Spartan.at

Die Kollegen von spartan.at hatten zum Interview gebeten.
Das Resultat könnt ihr hier nachlesen:
http://spartanat.com/2013/05/interview-henning-hoffmann/

Freitag, 26. April 2013

Nachladen (1): Der „Speed Reload“


Das schnelle Nachladen kennt ja nach Lehrmeinung oder Verwendungszweck der Waffe viele Interpretationen. Die meisten beschäftigen sich ausschließlich damit, ein neues Magazin (so schnell wie möglich) in die Waffe zu bringen. Vernachlässigt werden dabei grundsätzlich die Gesamtumstände. Welche Praxisrelevanz hat der Speed Reload?

Bist Du John Wayne? Oder bin ich das?


Ist das Magazin einer Waffe leergeschossen, muss ein neues (volles) Magazin eingeführt werden. So weit so gut. Damit wäre der Prozess des schnellen Nachladens eigentlich umfassend erklärt.

Problem: Feindeinwirkung
Die Ausbildungsindustrie verkompliziert an dieser Stelle jedoch gern. Bestimmte Handhabungen und Bewegungsabläufe werden rein unter dem Optimierungsgedanke vermittelt. Das gleiche gilt für spezifizierte Ausrüstungsgegenstände, die das schnelle Nachladen noch schneller gestalten sollen. Die Tipps zum schnellen Nachladen sind so vielfältig, wie die Trainingslandschaft in den USA. In allen Darstellungen zum Speed Reload ist ein Ausbilder zu sehen, der aufrecht und allein auf weiter Flur steht und seine Technik des schnellen Nachladens praktiziert. Meist mit optimal positionierter Ausrüstung, bei Sonnenschein, ohne Winterjacke und kalte Hände und ganz wesentlich: Ohne Feindeinwirkung.

Lage
Ein leeres Magazin macht ein schnelles Nachladen erforderlich. Im Kontext der praxisorientierten Schusswaffenanwendung bedeutet das: Ich befinde mich im Feuerkampf und habe zehn oder 15 Schuss abgeben müssen. Oder mit einem Gewehrmagazin in Standardkapazität sogar 28 Schuss. Das bedeutet, die Gegenseite wird höchstwahrscheinlich ebenso viele Schuss abgefeuert haben. In meine Richtung. Ich befinde mich entweder in Deckung oder bin im schnellsten Sprint meines Lebens auf dem Weg in eine Deckung oder laufe nicht mehr ganz so schnell, weil die Gegenseite nämlich auch treffen kann.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird in diesem Kontext niemand mehr aufrecht im offenen Gelände stehen und einen Speed Reload praktizieren. Die Technik wird obsolet. Folgerichtig muss auch keine kostbare Trainingszeit in dieses Element investiert werden.

Realitätsnah üben
Soll der Speed Reload dennoch mit ins Trainingsprogramm integriert werden, sollte realitätsnah geübt werden. Das heißt, der Speed Reload sollte im Sprint oder zumindest im schnellen Laufen ausgeführt werden. Die Magazintaschen sollten dabei verdeckt sein oder aber in der Konfiguration, wie in der Praxis jenseits des Schießstandes auch. Der Speed Reload sollte in Körperhaltungen praktiziert werden, die man typischerweise hinter einer Minimaldeckung einnimmt, aber nicht aufrecht stehend. Alles andere ist Selbstbetrug.

Dienstag, 23. April 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 67


In KW 16 wurde die SIG 516 mit einer 1- bis 4-fach Optik bestückt und eingeschossen. Das bedeutet, dass die Waffe wieder einmal auf längeren Distanzen eingesetzt werden wird. Das ZF ist ein Millett DMS 1-4x24.

Gesamtschusszahl: 6.530 + 40 = 6.570

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Wir haben die SIG 516 während des Langzeittests mit verschiedenen Aimpoint Optiken geschossen, mit offener Visierung (bis zu 500 Metern) und mit verschiedenen 1- bis 6-fach vergrößernden ZF’s.



Millett DMS 1-4x24
Das Millett DMS 1-4x24 ist eine Optik aus dem unteren Preissegment. Die Produktbezeichnung DMS steht dabei für Designated Marksman Scope. Das ZF besitzt ein 30 mm Mittelrohr und ein beleuchtetes Absehen. Die Klickverstellung beträgt ½ MOA und ist US-amerikanisch als ccw (gegen den Uhrzeigersinn) ausgelegt. Das Gewicht von ZF inklusive Blockmontage beträgt 760 g, was das Gesamtgewicht der SIG 516 auf etwa 4,2 kg erhöht.




Einschießen
Das Einschießen des DMS 1-4x24 gestaltet sich unproblematisch. Unter Anwendung der Methode, welche auch beim Kurs S4G gelehrt wird, ist die Waffe nach zehn Minuten mit etwa zehn Schuss einjustiert. Favorisiert wurde ein Fleckschuss auf 25 Meter.



 

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Montag, 15. April 2013

Woran erkennt man gute Schießausbildung?

Während eines Vortrags an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg wurde mir diese Frage von einem Zuhörer gestellt. Dieser Beitrag ist der Versuch einer Antwort.


Sicherheitserziehung
Gute Schießausbildung erkennt man vor allem daran, dass sie sich den 4 Sicherheitsregeln nach Jeff Cooper unterwirft. Es reicht dabei nicht, um diese Regeln zu wissen und sie herbeten zu können. Die 4 Sicherheitsregeln müssen auch gelebt werden. Mit diesen Sicherheitsregeln verhält es sich wie mit Grundrechten: Sie gelten immer, überall und für jeden. Das Sicherheitsprotokoll sollte der Tatsache Rechnung tragen, dass nach Sicherheitsregel #1 alle Waffen immer geladen sind.
Insbesondere Ausbilder, mit einem (schieß-)sportlichen Hintergrund, folgen häufig einem Sicherheitsprotokoll, wonach jede Waffe entladen ist. Ein fataler Irrtum. Schießunfälle sind vorprogrammiert.

Konzeptioneller Anspruch
Gute Schießausbildung sollte außerdem generisch sein und eine systematische Weiterentwicklung der Fertigkeiten des Schützen ermöglichen. Ohne sich dabei selbst zu widersprechen. Man sagt auch das Ausbildungskonzept sollte einfach, unabhängig, kohärent, doktrinfrei und robust sein.
Gute Schießausbildung ist somit weder komplex noch kompliziert. Sie ist jedem Teilnehmer mit Stift, Papier und wenigen Linien erklärbar.
Die Triangel der Schießausbildung beispielsweise, wie sie in der Schweiz entwickelt wurde, ist eine Möglichkeit, ein vollständiges Konzept abzubilden.
 




Grundfertigkeiten und Schießtechnik
Die vier Grundfertigkeiten des Schießens sind neben der Sicherheitserziehung und dem konzeptionellen Anspruch ein weiterer elementarer Baustein einer guten Schießausbildung. Visierbild, Haltepunkt, Abzugskontrolle und Nachzielen sind bei jeder Schussabgabe anzuwenden. Egal in welchem Umfeld, egal mit welchem Waffensystem. Grundfertigkeiten ermöglichen das Treffen.
Ein Gewehrkurs sollte darüber hinaus technische Elemente enthalten, wie bspw. das Nutzen von Referenzpunkten zwischen Mensch und Waffe. Außerdem sollten Standardschießpositionen wie der Kniendanschlag und Liegendanschlag so ausführlich besprochen und geübt werden, dass jeder Teilnehmer am Ende in der Lage ist, eine stabile Schießplattform ohne Hilfsmittel, wie Zweibein oder Sandsack aufzubauen.
Kurzum: Der Teilnehmer wird befähigt, sein Ziel zu treffen.
Das Waffensystem zum Funktionieren zu bringen und am Funktionieren zu halten, wäre ein weiterer wichtiger Punkt. Laden, Entladen und Störungsbeseitigung fallen in den Bereich der Handhabung. Gute Schießausbildung greift hier auf ein Baukastensystem zurück, indem möglichst viele Manipulationen an der Waffe mit demselben oder einem sehr ähnlichen Bewegungsablauf ausgeführt werden können. Ebenso gehört das Vermitteln einer Methode, zum effizienten Einschießen einer Langwaffe zum Bereich „Handhabung“ und sollte Bestandteil guter Schießausbildung sein.




Der Ausbilder
Neben den Lehrinhalten des Kurses sollte auch der Ausbilder hinterfragt werden. Mit wem hat der Ausbilder trainiert? Welche Referenzen hat er? Was vermittelt er? Wo wurde er zum Ausbilder ausgebildet? Auf diese Fragen muss ein Ausbilder Rede und Antwort stehen können. Die Frage danach, welche Lehrmeinung er vermittelt, sollte der Ausbilder ebenfalls beantworten können.
Erntet man stattdessen nur erstaunte Blicke oder den Lapidarsatz: „Ist doch egal. Hier geht es ums Treffen.“, sollte vom Kursbesuch Abstand genommen werden.
Hat der Ausbilder keine anderen Referenzen als ein paar gewonnene Schießsportwettkämpfe, ist es mit einem allgemeingültigen System der Waffenhandhabung auch nicht weit her. Hier sind allerhöchstens spezifische Wettkampftipps zu erwarten, die für die Masse der Endanwender von keiner Relevanz sein dürften.
Auch die ehemalige Zugehörigkeit des Ausbilders zur Spezialeinheit XYZ ist kein Garant für gute Schießausbildung. Mangelt es doch bei diesem Personal meist an Referenzen oder individuellen Weiterbildungsmaßnahmen.





Referenzen und Weiterbildung
Referenzen von Kursteilnehmern sind ein guter Anhalt aber nicht das Maß der Dinge. Welche Referenzen erhält der Ausbilder von anderen Ausbildern? Hat er die überhaupt?
Die persönliche Weiterbildung muss für jeden Ausbilder im Vordergrund stehen. Kursbesuche bei anderen Lehreinrichtungen sollten regelmäßig erfolgen. Schießausbilder sein ist kein Ziel, sondern ein Weg.




In der Realität angekommen
Ausbildungszeit ist immer eine knappe Ressource. Sie muss daher möglichst effizient genutzt werden. Ein Privatier hat im Monat mitunter nur eine, maximal ein paar Stunden Zeit für den Schießstandbesuch. Angehörige von Spezialeinheiten haben noch andere nicht unwichtige Sachen zu trainieren: z.B. Sprachen, Kommunikation, Medic, Taktik und Nachtoperationen und immer öfter auch die Rolle als Risk Manager oder Advisier. Für sie ist Schießen das kleine Einmaleins und bisweilen nicht einmal eine direkt missionsrelevante Fähigkeit.
Gute Schießausbildung sollte diesen Aspekten Rechnung tragen.

Mittwoch, 10. April 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 64 bis 66


In KW 14 wurde die SIG 516 auf 0/500-Gewehrkursen als Leihwaffe an Teilnehmer ausgegeben. Die dabei hohe Schussbelastung von fast 1.000 Schuss machte eine Detailreinigung im Anschluss erforderlich. Und: Die 516 wird parallel zur neuen Waffe für ein weiteres Jahr den Langzeittest fortsetzen.

Gesamtschusszahl: 5.550 + 980 = 6.530

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Zwei Tage Gewehrkurs erhöhten die Schussbelastung der SIG 516 um fast 1.000 Schuss. Eine Zwischenreinigung erfolgte nicht. Am Ende war der Verschmutzungsgrad der 516 deutlich zu erkennen. Die Schmauchablagerungen in der Gasdüse waren erheblich, führten jedoch nicht zu Fehlfunktionen. Bauartbedingt waren Verschlussträger und Obergehäuse wenig verschmutzt. Der Verschlussträger war nach einmaligem Abwischen von Schmauchspuren befreit, was auch an der DLC-Beschichtung liegt. DLC steht für diamond-like Carbon und hat reibungs- und verschleißmindernde Eigenschaften.

Messingabrieb im Verschlusskopf
Beim Zerlegen der Verschlussbaugruppe fiel der deutliche Messingabrieb am Verschlusskopf auf. Gemessen an der hohen Schussbelastung ist das nicht ungewöhnlich. Der Verschlusskopf wurde seit mehreren Trainingssitzungen nicht mehr im Detail gereinigt. Schmauchablagerungen unter der Ausziehkralle waren daher die natürliche Folge.

Reinigungsintervalle
Nach Herstellerangaben sollten die Reinigungsintervalle nicht über 500 Schuss hinaus ausgedehnt werden. Da es im Langzeittest nie Absicht war, verschmutzungsbedingte Störungen zu verursachen, werden diese Intervalle in der Regel auch eingehalten. Manchmal ist das aufgrund des Ablaufs beim Schießen aber nicht möglich. Wie schon einmal in KW 46 verifiziert wurde, funktioniert die 516 auch bei weit überdehnten Intervallen störungsfrei und ohne Präzisionsverluste.

Nach längerem Gebrauch sollte der Reinigungsschwerpunkt bei folgenden Bauteilen liegen:
Gaskolben, Gasdüse sowie deren Aufnahme im Gasblock. Hier bilden sich hartnäckige Ablagerungen, die das Entnehmen der Düse unnötig erschweren.
Verschlusskopf und hier insbesondere die Ausziehkralle. Pulverschmauch und Messingabrieb der Hülsen könnten hier unnötige Fehlfunktionen verursachen.




Fortsetzung des Langzeittests
Die Entscheidung ist, dass die SIG 516 parallel zur neuen Waffe für ein weiteres Jahr den Langzeittest absolviert. Höchstwahrscheinlich wird die 516 dabei die 10.000 Schuss Grenze durchbrechen. Das wird Aufschluss darüber geben, welche Verschleißteile ihren Dienst versagen werden.
Nach 6.500 Schuss ist bei der Verschlussbaugruppe augenscheinlich kein Verschleiß erkennbar. Sichtgeprüft werden ab sofort regelmäßig der Verschlusskopf. Hier insbesondere der Bereich um die Bohrung für den Bolt Cam Pin auf Haarrisse, sowie der Bolt Cam Pin selbst, die Verrieglungswarzen und die Ausziehkralle.

Im Übrigen eignet sich eine Fenix LD10 sehr gut dazu, beim Reinigen etwas mehr Licht in den Upper zu bringen.



 

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Samstag, 30. März 2013

Die Waffenkultur – Ausgabe 09 (März/April 2013)





Ausgabe 09 (März/April 2013)



Die März / April Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Ausbildung & Taktik: Konservierung von Waffen
Messe: IWA 2013
Schusswaffen: Walther PPQ Navy
Ausrüstung: Minimalholster
Ausbildung & Taktik: AR-15 Armorerkurs mit 0/500 und DAR
Ausbildung & Taktik: Standardübungen (3) – Dot Torture Drill
Ausbildung & Taktik: Verstelltürme an einem ZF
Schusswaffen: DAR-300 in .300 Whisper
Hieb & Stich: Schwedische Feuerklinge
Ausrüstung: Urban Tactical Pants von Helikon-Tex
Ausbildung & Taktik: Combat Survival S.E.R.E.
Das Kalenderblatt: Rhodesien 1980
Messe: Jagd & Hund 2013
Buchrezension: Geschosse - Gesamtausgabe von Beat Kneubuehl



Samstag, 23. März 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 60 bis 63


Eine kurze Trainingssitzung in KW 8 und ein 0/500-Gewehrkurs in KW 11 brachten insgesamt 240 Schuss mehr auf die SIG 516.


Gesamtschusszahl: 5.260 + 240 = 5.500

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Die SIG 516 läuft auch nach einem Jahr mit der relativ hohen Schussbelastung von 5.500 Schuss weiterhin störungsfrei und präzise. Während einer Trainingssitzung im Freien war es möglich eine Schussgruppe von etwa 16 mm zu schießen. Aufgelegt vom Sandsack. Verwendet wurde das Aimpoint PRO ohne Vergrößerungszusatz und Munition der Marke GECO 55 gr.



Während des Gewehrkurses in KW 11 wurde die Waffe zum Vorschießen aller Übungen genutzt. Sie absolvierte den ½ & ½ Drill fehlerfrei; nur der Bediener hat sich bei der letzten Teilübungen um einen Schuss verzählt.

Die neue Langzeittestwaffe steht im Übrigen fest. Wir warten auf die Lieferung. Bis dahin wird nicht verraten, um welches Modell es sich handelt.

 


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