Samstag, 4. August 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 26 bis 30

In unserem Langzeittest wird die SIG in der Konfiguration geschossen, mit der sie standardmäßig ausgeliefert wurde. Es findet höchstens ein Austausch der Visiereinrichtung statt, um dem Leser hier verschiedene Produkte vorzustellen.
In diesem Beitrag geht es aber vor allem um eins: Kein Anbauteil dieser Welt beseitigt Ausbildungsdefizite!

Gesamtschusszahl: 2.660 + 180 = 2.840

Störungen Typ I: 5
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2

Verschleiß- und Austauschteile:

Dämpfer (Buffer)
Schließfeder (Buffer Spring)
Steuerstift (Bolt Cam Pin)
3 Gasringe (Bolt Gas Ring)
Schlagfeder
Schließfeder


In letzter Zeit gab es nicht viel zu berichten. Die SIG 516 wurde wenig geschossen. Es ist Urlaubszeit und Leute haben hin und wieder auch noch andere Sachen zu tun. Die Waffe wurde lediglich auf zwei 0/500-Gewehrkursen zum Vorschießen der Übungen eingesetzt und funktionierte störungsfrei. Verschossen wurden wie gehabt GECO 62 gr.

Der Wahn, sich möglichst viele und gleichermaßen nutzlose Anbauteile an die Waffe zu friemeln ist ein bedauerlicher Trend. Es scheint so, als ob AR-15-Anwender erst richtig glücklich sind, wenn sie ihre Waffe so verbastelt haben, dass sie entweder nicht mehr funktioniert, sie endlos schwer ist oder man sich in der Anwendbarkeit einer effizienten Schießtechnik möglichst weitreichend selbst limitiert.

Anbauteile sollen dem Schützen die Arbeit erleichtern bzw. sollen sie ihm einen Vorteil verschaffen. Aber kein Anbauteil dieser Welt beseitigt Ausbildungsdefizite. Dennoch unterliegen diesem Irrglauben immer noch zu viele Schützen und manchmal steigert er sich bis zum Selbstbetrug.

Häufigste Modifikationen
Die häufigsten Modifikationen an einer Langwaffe (lies: moderner Selbstlader in .223 oder .308) sind das Verwenden einer (meist sündhaft teuren) Optik, ein leichterer Abzug, natürlich der obligatorische Vordergriff und leider immer öfter Kompensatoren.

Optik
Eine Optik in Form eines ZF hilft dabei, das Ziel leichter zu identifizieren. Eine Leuchtpunktoptik kann dabei helfen, die Zielerfassung zu beschleunigen. Jedoch machen weder ein ZF noch ein Red Dot die Waffe präzisier.
Im eigenen Interesse sollte sich ein Schütze zuerst darauf trainieren, seine offene Visierung zu beherrschen. Wenn dann noch gewollt oder für einen speziellen Einsatzbereich der Waffe von Vorteil, kann eine entsprechende optische Zielhilfe montiert werden. Wird das Schießen mit offener Visierung aber vernachlässigt, entsteht eine Fähigkeitslücke.

Abzug
Auch ein leichterer Abzug macht die Waffe nicht präziser. Er kaschiert nur bis zu einem gewissen Grad einen vorhandenen Abzugsfehler. Eine weitere Fähigkeitslücke entsteht. Abzugsfehler bleibt Abzugsfehler.

Vordergriff
Während Visiereinrichtung und Abzug an jeder Waffe notwendig sind, ist der „vertikale Vordergriff“ ein nutzloses Bauteil. Man braucht ihn nicht. Er erleichtert weder die Zielerfassung, noch das Treffen (selbst nicht bei sog. „schnellen Schussfolgen im Nahbereich“), noch bringt er auch nur den geringsten Vorteil in Sachen Schießtechnik.

Kompensator
Kompensatoren sollen den Hochschlag oder den Rückstoß einer Waffe minder. So genau wissen das Anwender dieses Bauteils meist selbst nicht. Auf Schießkursen führen die seitlich weggeleiteten Gase nur zu einer Belästigung des linken und rechten Nebenmanns. Redet man über das Kaliber .223 Rem. ist die Effektivität eines Kompensators ohnehin in Frage gestellt. Mit einer sinnvollen Schießtechnik und dem konsequenten Nutzen von Referenzpunkten lassen sich Waffen mit standardmäßigen Mündungsfeuerdämpfern (bspw. der A2-Dämpfer des AR-15) genau so gut beherrschen.




Die SIG 516
Die SIG 516 wird im Langzeittest grundsätzlich „nackt“ geschossen. Ohne Anbauteile. Von Zeit zu Zeit findet ein Tausch der Visiereinrichtung statt, um dem Leser hier verschiedene Produkte vorzustellen. Ansonsten ist es die Waffe, wie aus der Verpackung genommen. Auf Schießkursen der Akademie 0/500 wird die Waffe ebenfalls in dieser Standardkonfiguration geschossen. Das soll den Teilnehmern zeigen, dass zum Treffen und auch zum Erfüllen von anspruchsvollen Zeitübungen keine der oben aufgeführten Anbauteile notwendig sind.




In dieser Konfiguration erfüllt die SIG 516 die zehn Gewehr-Standardübungen von Paul Howe CSAT und auch den Half & Half Drill nach Kyle Lamb. Modifizierte Waffen mit Anbauteilen hingegen erfüllen diese Zeitübungen (wenn überhaupt) weder besser noch präziser noch mit einem praxisrelevanten Zeitvorteil. Anbauteile werden überwertet.


Archiv 
Woche 01
Woche 02
Woche 03-05
Woche 06-07
Woche 08
Woche 09
Woche 10-11
Woche 12-14
Woche 15-16
Woche 17-21
Woche 22
Woche 23
Woche 24
Woche 25
Woche 26-30
Woche 31-37
Woche 38
Woche 39-40
Woche 41-42
Woche 43-44
Woche 45
Woche 46
Woche 47
Woche 48-49
Woche 50-52 
Woche 53-57 
Woche 58-59
Woche 60-63
Woche 64-66
Woche 67 
Woche 68 
Woche 69
Woche 70-71
Woche72-75
Woche 76-85




Dienstag, 31. Juli 2012

Akademie 0/500: Neue Preise & neue AGB

Wir konnten die Preise für unsere Schießkurse mit Akademie 0/500 durch permanente Kostensenkungen und schlanke Organisation über die letzten fünf Jahre stabil halten. Leider ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Jede weitere Kostenoptimierung würde zu einem Qualitätsverlust im Kursablauf führen.
Wir erhöhen die Kursgebühr für unsere Gewehrkurse (SL-Büchse) von 200 auf 220 Euro pro Tag.
Die Preiserhöhung greift ab sofort für jeden neu angesetzten Gewehrkurs.

Alle anderen Kursangebote für Pistole und Flinte bleiben von der Preiserhöhung unberührt.

Neue AGB

ANMELDEBEDINGUNGEN Akademie 0/500
Die Vergabe der Kursplätze erfolgt gemäß Zahlungseingang. Eine Kursplatzreservierung bis Zahlungseingang ist nicht möglich. Eine gesonderte Bestätigung über den Zahlungseingang erfolgt nicht. Ist der Kurs bei Anmeldung oder Zahlungseingang bereits ausgebucht, erhalten Sie eine Benachrichtigung. Auf Wunsch werden Sie auf die Warteliste gesetzt, da kurzfristige Stornierungen vorkommen können.
Teilnehmerinformationen, Anfahrtsbeschreibung und Hotelinformationen werden nach Eingang der Kursgebühr und in zeitlicher Nähe zum Kurs versandt.
Müssen Kurse aufgrund zu weniger Teilnehmer abgesagt werden, erhalten Sie den Kursbeitrag zurück.

STORNOBEDINGUNGEN
Falls Sie an einem Kurs, für den Sie sich angemeldet haben, nicht teilnehmen können, ist uns das schriftlich mitzuteilen. Bei einer Stornierung innerhalb der letzten 14 Tage vor Kursbeginn beläuft sich die Stornogebühr auf 100% des Kursbeitrages.
Erfolgt keine schriftliche Abmeldung ebenfalls 100% des Kursbeitrages.
Die neuen Stornobedingungen gelten für jede Neuanmeldung ab 1. August 2012.

http://www.0-500.org/anmeldung.html


Kompensatoren
Selbstladebüchsen mit Kompensatoren sind ab sofort nicht mehr zugelassen. Der Begriff steht dabei in Abgrenzung zum Mündungsfeuerdämpfer.
Mündungsfeuerdämpfer dürfen weiterhin uneingeschränkt verwendet werden.

http://www.0-500.org/sl_buechse.html

Montag, 30. Juli 2012

Die Waffenkultur – Ausgabe 05 (Juli/August 2012)


Ausgabe 05 (Juli/August 2012)



Die Juli/August Ausgabe hat folgenden Inhalt:

- Tactical Responder: Taktische Notfallmedizin
- Maßanzug: AR-15 im Eigenbau
- KPOS-Umrüstkit von FAB Defence
- MBC und CBC: Konzepte mit und gegen Messer
- Ballistik: Der Durchgehende Visierbereich
- Das richtige Holster
- Marktübersicht Tagesrucksäcke
- Fighting Fit: Der 1. Swiss Irontrail
- Das Kalenderblatt: 98 Jahre Tannenbergschlacht
- Recht: Gedanken zum europäisierten Waffenrecht
- Buchvorstellungen: Glock von Paul M. Barrett und Taktische Notfallmedizin von Arne Jansch



Zum .pdf-Download: http://waffenkultur.com/


Dienstag, 24. Juli 2012

Der richtige Gewehrkurs

Des Öfteren erreichen mich Anfragen, was der richtige Schießkurs sei, für eine umfassende Ausbildung an der Langwaffe. Die Antwort ist: Den „einen Gewehrkurs“, der alles abdeckt, gibt es nicht.


Die Frage nach dem richtigen Gewehrkurs lässt sich nicht eindeutig beantworten, hängt die Antwort doch von mehreren individuellen Faktoren ab, wie z.B. den Vorkenntnissen, der Zielsetzung, zeitlichen und finanziellen Ressourcen. Sie hängt allerdings weniger von der vorhandenen Ausrüstung ab. Ein effizientes Gewehrtraining lässt sich mit einem Luftgewehr genau so gut gestalten.


Allgemeingültige Tipps
Dennoch lassen sich einige allgemeingültige Anhaltspunkte zusammentragen, auf was bei der Auswahl des Kurses geachtet werden sollte.


Die Lehrinhalte – Sicherheitserziehung, Grundfertigkeiten, Schießtechnik, Waffenkunde
Jeder Schießkurs – nicht nur jeder Gewehrkurs – sollte gleichzeitig der Sicherheitserziehung dienen. Den Standard bilden hier die vier Sicherheitsregeln, wie sie von Jeff Cooper auf Gunsite manifestiert wurden:
1.) Jede Waffe ist geladen.
2.) Meine Mündung überstreicht nur das, was ich auch beschießen will.
3.) Der Finger berührt erst dann den Abzug, wenn ich bewusst die Entscheidung zum Schuss getroffen habe.
4.) Ich kenne mein Ziel und achte auf das, was dahinter ist.

Die vier Grundfertigkeiten des Schießens verlieren auch beim Umgang mit einer Langwaffe nicht an Bedeutung: Visierbild, Haltepunkt, Abzugskontrolle und Nachzielen sind bei jeder Schussabgabe anzuwenden. Egal in welchem Umfeld, egal mit welchem Waffensystem.

Ein Gewehrkurs sollte darüber hinaus technische Elemente enthalten, wie bspw. das Nutzen von Referenzpunkten zwischen Mensch und Waffe. Außerdem sollten Standardschießpositionen wie der Kniendanschlag und Liegendanschlag so ausführlich besprochen und geübt werden, dass jeder Teilnehmer am Ende in der Lage ist, eine stabile Schießplattform ohne Hilfsmittel, wie Zweibein oder Sandsack aufzubauen.
Kurzum: Der Teilnehmer wird befähigt, sein Ziel treffen.

Das Waffensystem zum Funktionieren zu bringen und am Funktionieren zu halten, wäre ein weiterer wichtiger Punkt.


Neuer Trend
Seit einigen Jahren geht der Trend hin zu Leuchtpunktoptiken. Die Zielerfassung wird etwas erleichtert. Leider vernachlässigt der Anwender dabei das Training im Umgang mit der mechanischen Eisenvisierung; mit Kimme und Korn. In diesem Bereich entsteht eine Fähigkeitslücke, welche durch die Verwendung von Leuchtpunktoptiken nur kaschiert wird. Technologie kann niemals Ausbildungsdefizite beseitigen! Wenn immer möglich sollte ein Gewehrkurs ohne optische / optoelektronische Zielhilfen absolviert werden. Die Lernkurve ist signifikant höher.


Der Ausbilder
Neben den Lehrinhalten des Kurses sollte auch der Ausbilder hinterfragt werden. Mit wem hat der Ausbilder trainiert? Welche Referenzen hat er? Was vermittelt er? Wo wurde er zum Ausbilder ausgebildet? Auf die Frage nach einer Lehrmeinung sollte der Ausbilder Rede und Antwort stehen können.
Erntet man stattdessen nur erstaunte Blicke oder den Lapidarsatz: „Ist doch egal. Hier geht es ums Treffen.“, sollte vom Kursbesuch Abstand genommen werden.
Hat der Ausbilder keine anderen Referenzen als ein paar gewonnene Schießsportwettkämpfe, ist es mit einem allgemeingültigen System der Waffenhandhabung auch nicht weit her. Hier sind allerhöchstens spezifische Wettkampftipps zu erwarten, die für die Masse der Endanwender von keiner Relevanz sein dürften.


In der Realität angekommen
Ausbildungszeit ist immer eine knappe Ressource. Sie muss daher möglichst effizient genutzt werden. Ein Privatier hat im Monat mitunter nur eine, maximal zwei Stunden Zeit für den Schießstandbesuch. Angehörige von Spezialeinheiten haben noch andere nicht unwichtige Sachen zu trainieren: z.B. Sprachen, Kommunikation, Medic, Taktik und Nachtoperationen und immer öfter auch die Rolle als Risk Manager / Advisier. Für sie ist Schießen das kleine Einmaleins und bisweilen nicht einmal eine direkt missionsrelevante Fähigkeit.
Ein guter Gewehrkurs sollte sich daher nicht in der Vermittlung von zu vielen verschiedenen Elementen und Techniken verlieren.


Kursempfehlungen
Der ambitionierte Gewehrschütze wird nicht umhinkommen, mehrere Gewehrkurse bei verschiedenen Anbietern zu besuchen. Ganz oben auf der Liste stehen dabei natürlich Adressen, die aufgrund der aktuellen Rechtslage für die meisten Nicht-US-amerikanischen Endanwender schwer zu erreichen sein werden:
Paul Howe von Combat Shooting and Tactics http://www.combatshootingandtactics.com
und Gunsite Academy in Arizona http://www.gunsite.com/main/course-offerings/rifle/270-rifle/ bietet immer noch eine grundsolide Ausbildung an der Langwaffe an.

In der Schweiz, einer der letzten Bastionen der Freiheit in Europa, sind nach wie vor alle freien Bürger auf Schießkursen willkommen – auch wenn sie keinen US-amerikanischen Pass haben. Zu allererst fällt dabei NDS ein. NDS bietet hochkarätige Ausbildung am Gewehr.
Die Kurse K31 und der S4G sollten im Trainingsbuch eines jeden „Rifleman“ stehen. Beim K31 lernt der Teilnehmer die Handhabung des alten Schweizer Militärgewehrs im Kaliber GP 11 (7,5 Swiss). Die Erfahrung lehrt, dass Absolventen des K31 auf dem Kurs Sniping 4. Generation (S4G) signifikant bessere Ergebnisse erzielen.

Nicht zuletzt empfehlen sich die Gewehrkurse von Akademie 0/500 http://0-500.org




Zur Verdeutlichung, welchen Stellenwert eine Langwaffe hat, hier die Zitate einiger Schießausbilder:

Jeff Cooper:
„A Rifle turns a Taxpayer into a citizen.”

Jeff Cooper: „Personal weapons are what raised mankind out of the mud, and the rifle is the queen of personal weapons. … In fact, it is the only means of resisting tyranny, because a citizenry armed with rifles simply cannot be tyrannized.”

Paul Gomez: „Anything you can do with a pistol, you can do easier, with less effort and more impact on thread with a longgun.”

Clint Smith:
"The only purpose for a pistol is to fight your way back to the rifle you should have never laid down."

Freitag, 13. Juli 2012

Magazine von Oberland Arms

Gewehre des Typs AR-15 sind zuverlässige Waffen. Vorausgesetzt man verbastelt sie nicht und nutzt das dafür vorgesehene, hochwertige Zubehör.


Die meisten serienmäßig gefertigten AR-15 laufen problemlos und störungsfrei. Hakt es dennoch einmal, ist die Ursache beispielsweise im Bereich der Gasabnahme zu suchen. Probleme durch eine zu schwache Feder unter der Ausziehkralle oder mit der Zuführrampe sollten dagegen der Vergangenheit angehören.

Fehlerquelle Magazin
Eine weitere große Fehlerquelle – vermutlich die größte Fehlerquelle beim AR-15 überhaupt – waren die Magazine. Die USGI-Blechmagazine älterer Bauart provozierten gern Waffenstörungen. Die Magazinlippen nutzten sich relativ schnell ab oder die Zuführer verkeilten sich. Eine Zeit lang gab es neben den standardmäßigen schwarzen Zuführern (Follower) auch grüne und orange.





Am Ende blieb es doch meist ein Lotteriespiel, welcher Follower in welchem Magazin störungsfrei funktionierte und welches Blechmagazin in welcher Waffe eben gerade mal keine Zuführstörung verursachte.

Kunststoffmagazine
Vor einigen Jahren wurde dieses Magazinproblem nahezu vollends aus der Welt geschafft, als in den USA Kunststoffmagazine entwickelt wurden. Der hochfeste Polymerkunststoff macht die Magazine nahezu unverwüstlich und neutralisierte eine große Fehlerquelle der AR-15. Aufgrund aktueller Exportbestimmungen ist ein Direktimport aus USA jedoch mit höherem Aufwand verbunden.

Oberland Arms
Aber auch über den deutschen Anbieter Oberland Arms sind baugleiche Magazine zu beziehen.

http://www.oberlandarms.com/produkte-infos-mags--de--Magazine.html#produkte




Diese Magazine mit einer Kapazität von 30 Schuss im Kaliber .223 Remington sind in den Farbvarianten dark earth brown, schwarz, od-green und foliage green erhältlich.





Für sportlich ambitionierte Anwender gibt es 20er-Magazinkörper mit einem so genannten „Limiter“, der die Magazinkapazität auf 10 Schuss herabsetzt (rot). Oder für jagdliche Zwecke mit einem Begrenzer auf 2 Schuss (grau).
Die 20er-Magazine sind nur in der Farbe schwarz erhältlich.

Die hochfesten Polymermagazine wiegen mit 150 Gramm nur unwesentlich mehr als die wenig robusten USGI-Magazine. Ein Mehrgewicht, dass man gern in Kauf nimmt.

Sonntag, 8. Juli 2012

Grund- und Freiheitsrechte

Am 2. Juli 2012 veröffentlichte Dr. Georg Zakrajsek von der IWÖ in seinen „Querschüssen“ ein Essay zu Bürgerrechten. Dr. Zakrajsek bringt es dabei auf den Punkt. Wir veröffentlichen den Beitrag daher hier unkommentiert. (Bitte auswendig lernen)


Quelle


Bürgerrechte – eine Klarstellung
von Dr. Georg Zakrajsek


Die IWÖ ist in erster Linie eine Bürgerrechtsorganisation. Wir kämpfen für das Recht des unbescholtenen, erwachsenen, geistig gesunden Staatsbürgers, Waffen besitzen und tragen zu dürfen. Dieses Recht darf nur insoweit eingeschränkt werden, als eine Rechtfertigung des Staates dafür vorliegt.
Der Staat muß also einen triftigen Grund dafür haben, wenn er das Recht des freien Waffenbesitzes in irgendeiner Form beschränken möchte. Also nicht der Bürger muß sich rechtfertigen, wenn er eine Waffe haben möchte, der Staat muß sich rechtfertigen, wenn er dieses Grundrecht beschneiden will.
Das ist natürlich nur eine Facette im Katalog der Grundrechte. In manchen Staaten ist oder war das Recht auf privaten Waffenbesitz separat in der Verfassung direkt verankert. In Österreich ist dieses Recht von anderen Grundrechten ableitbar, zählt aber jedenfalls zu den verfassungsmäßig geschützten Grundrechten auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen.

Grund- und Freiheitsrechte, Bürgerrechte, Menschenrechte – ein Begriffsverwirrung
Vielen Diskutanten kommt das immer wieder durcheinander. Das ist auch der Grund, warum ich diesen Beitrag bringe. Vor allem dann, wenn es um das Recht auf Waffenbesitz geht, wird oft absichtlich ungenau und wissentlich falsch argumentiert. Ein gutes Beispiel dafür war die Abgeordnete Stoisits von den Grünen, die es als Juristin zwar besser wissen müßte, es aber nicht besser weiß oder nicht besser wissen will. Naziideologie pur hat sie in diesem Zusammenhang verzapft, vielleicht war es auch bolschewistisch, macht aber wirklich keinen Unterschied. Grün eben.
Also eine kurze, nicht ganz wissenschaftliche Erklärung zu den verschiedenen Rechten:

Menschenrechte
Stehen jedem Menschen zu, der geboren worden ist, manche sagen auch, daß diese Menschenrechte schon dem gezeugten, also dem ungeborenen Menschen zustehen müßten. Die Menschenrechte sind naturgegeben, wenn man will: gottgegeben, eine gesetzliche Regelung dieser Rechte wäre aber nicht rechtserzeugend sondern bloß rechtsbestätigend. Es gibt internationale Übereinkommen, Konventionen, die solche Menschenrechte festschreiben und in vielen Staaten sind diese Konventionen auch gesetzlich (meist verfassungsrechtlich) verankert. Inhaltlich meist Grundrechte, wie Freiheit, Eigentum, Hausrecht, Meinungsfreiheit.

Grund- und Freiheitsrechte
Historisch im Zeitalter der Aufklärung entstanden, Produkt der amerikanischen und der französischen Revolution, in Europa um die Mitte des 19. Jahrhunderts als Bestandteil verschiedener Verfassungen oder auch separater Grundrechtskataloge kodifiziert. Kern dieser Rechte ist die Freiheit von staatlichen Eingriffen. Inhaltlich ähnlich den Menschenrechten, aber als Recht des Menschen gegenüber seinem Staat definiert. Auch diese Rechte werden als angeboren und nicht als staatlich gewährte Rechte angesehen, können und dürfen nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen eingeschränkt werden. Diese Rechte werden in der Regel durch unabhängige Gerichte durchsetzbar gemacht.

Bürgerrechte
In einer Demokratie sind das politische Rechte der Staatsbürger. Fremde sind normalerweise davon ausgeschlossen. Erfließt aus dem Mitwirkungsrecht der Bürger an der Gestaltung des Staates durch demokratische Einrichtungen. Menschenrechte, Grund- und Freiheitsrechte werden in diesem Zusammenhang als Vorbedingung der demokratischen Willensbildung angesehen und sind für die Ausübung der Bürgerrechte unabdingbar. So ist z.B. die Ausübung des aktiven Wahlrechtes ohne Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit und Medienfreiheit undenkbar.

Alle diese Rechte sind Rechte, die der Staat gewähren muß, auch ohne daß eine gesetzliche Regelung erfolgt ist. In letzter Zeit kommt es zunehmend zu einer Verwässerung dieser Rechte, weil man untypische und unpassende Rechte einführt, die ein aktives Handeln des Staates erforderlich machen, wie etwa die Gewährung einer Grundsicherung, ein Recht auf Arbeit, Gesundheit und ähnliches, was aber mit den oben erwähnten Grund- und Freiheitsrechten überhaupt nichts zu tun hat.
Aus dieser Sicht ist eine Erweiterung der Grundrechte nicht mehr denkbar, ohne daß man die eigentlichen Grundrechte entwertet. Andrerseits wären die Grundrechte vor allem in Bezug auf das bei uns nicht ausdrücklich geschützte Recht auf Waffenbesitz zu verdeutlichen.

Links
Querschüsse http://www.querschuesse.at/cms/
IWÖ http://www.iwoe.at/inc/nav.php

Dienstag, 3. Juli 2012

Feuerkampf & Taktik, 3. Auflage

Nach der umfassend überarbeiteten 2. Auflage vom März 2011, beschränken sich die in der 3. Auflage vorgenommenen Änderungen auf kleine Korrekturen.

Nach wie vor richtet sich das Buch an den vier wesentlichen Teilbereichen des taktischen Schusswaffengebrauchs aus: Psyche, Taktik, Schießtechnik und Ausrüstung. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz hat das Buch nicht nur im deutschsprachigen Raum Alleinstellungscharakter.

Spätestens mit einer 3. Auflage wird ein Fachbuch zu einem Standardwerk. Diesen Erfolg hat „Feuerkampf & Taktik“ vor allem den Lesern zu verdanken und denen, die das Buch in Rezensionen positiv reflektiert und weiterempfohlen haben. Dafür möchten sich Verlag und Autor ausdrücklich bedanken.





Feuerkampf & Taktik
von Henning Hoffmann


Broschiert: 288 Seiten
Verlag: dwj Verlags-GmbH, 3. Auflage (Juli 2012)
ISBN: 978-3936632712
Preis: 24,95 €


Änderungen der 2. Auflage


Zu beziehen über:

Sierra-313

Das Geschichtsbuch (Dresden)

Hansa-Buchkontor (Bremen)

Mittwoch, 27. Juni 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 25

Ein paar Worte zur Reinigung der Waffe.


Gesamtschusszahl: 2.660

Störungen Typ I: 5
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2

Verschleiß- und Austauschteile:

Dämpfer (Buffer)
Schließfeder (Buffer Spring)
Steuerstift (Bolt Cam Pin)
3 Gasringe (Bolt Gas Ring)
Schlagfeder
Schließfeder


Im Laufe des Langzeittest war es nie Absicht, Funktionsstörungen durch übermäßig große Reinigungsintervalle zu provozieren. Die SIG 516 wurde regelmäßig gereinigt. Das längste Intervall ohne Reinigung betrug fünf Wochen mit 710 Schuss.








Was in den ersten sechs Monaten beim Reinigen der Waffe auffiel, war das der Verschlussträger mit dem Verschlusskopf selbst nach munitionsintensiven Trainingssitzungen fast keine Schmachspuren aufwies. Hier kommt der Vorteil des Pistonsystems zum Tragen. Die Pulvergase verrichten ihre Arbeit im vorderen Bereich der Waffe am Gaskolben und nicht unmittelbar am Verschlussträger.





Das Gasventil mit dem Gaskolben und Gestänge lässt sich mit wenigen Handgriffen ohne Werkzeug ausbauen. Bei stärkerer Verschmutzung kann zum Drehen und Lösen des Ventils eine leere Hülse oder eine Patrone in .223 Remington verwendet werden.
Das Ventil lässt sich vom Gestänge leicht abnehmen. Beide Bauteile sind mit einem Lappen schnell gereinigt. Im Test wurde das Ventil vor dem Wiedereinbau immer mit etwas Mehrzweckfett versehen.




Auch im Gasblock, welcher das Ventil aufnimmt, lagert sich Pulverschmauch ab. Diese Stelle hat zwar keinen funktionsrelevanten Einfluss, sollte aber dennoch von Zeit zu Zeit mit gereinigt werden. Das Gasventil lässt sich dann einfacher entnehmen. Zum Reinigen eignet sich die Standardbürste aus dem Putzset von Glock-Pistolen hervorragend.





Derweil gerät das Reinigen von Rollenverschlusswaffen schon einmal zum dermatologischen Alptraum.


Archiv 
Woche 01
Woche 02
Woche 03-05
Woche 06-07
Woche 08
Woche 09
Woche 10-11
Woche 12-14
Woche 15-16
Woche 17-21
Woche 22
Woche 23
Woche 24
Woche 25
Woche 26-30
Woche 31-37
Woche 38
Woche 39-40
Woche 41-42
Woche 43-44
Woche 45
Woche 46
Woche 47
Woche 48-49
Woche 50-52 
Woche 53-57 
Woche 58-59
Woche 60-63
Woche 64-66
Woche 67 
Woche 68 
Woche 69
Woche 70-71
Woche72-75
Woche 76-85



Mittwoch, 20. Juni 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 24

Ein weiteres Mal begleitete uns die SIG 516 zu einem Kurswochenende mit Akademie 0/500. Einen Tag lang stand sie als Leihwaffe einem Teilnehmer zur Verfügung. Am zweiten Tag wurden alle Übungen mit ihr vorgeschossen.


Gesamtschusszahl: 2.210 + 450 = 2.660

Störungen Typ I: 5
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2

Verschleiß- und Austauschteile:

Dämpfer (Buffer)
Schließfeder (Buffer Spring)
Steuerstift (Bolt Cam Pin)
3 Gasringe (Bolt Gas Ring)
Schlagfeder
Schließfeder



Die beiden Gewehrkurse am Wochenende liefen auf einem besonders hohen Niveau ab. Dafür sorgten hochmotivierte, lernwillige Teilnehmer. Zum Teilnehmerfeld gehörten unter anderem eine Kleingruppe aus unserem Nachbarland Polen, ein Schießlehrer der Bundeswehr und zwei Autoren der Waffenkultur.

Eine wichtige Erkenntnis dieser Kurstage war wieder einmal die Tatsache, dass Trainingszeit eine knappe Ressource ist und daher effektiv genutzt werden muss. Das bedeutet vor allem, dass man sich als Waffenanwender dazu befähigt, sein Ziel zu treffen. Unter welchen Umständen auch immer. Ein methodisches Gerüst aus Grundfertigkeiten des Schießens und einer Schießtechnik, die auf Ganzheitlichkeit abzielt, ist hierfür eine gute Basis. Akademie 0/500 nutzt eine Methode, die es dem Anwender ermöglicht, Ziele im Entfernungsbereich von sieben bis zu 500 Metern zu treffen, ohne dabei seine Schießtechnik ändern zu müssen. Den Grundstein dazu legen wir im Kurs Pistole 1. Alle anderen Kurse sind Aufbaumodule.

Dieser generische Ansatz wird selbst bei US-amerikanischen Schulen nicht immer konsequent verfolgt. Meist werden verschiedene Techniken in einem System vermengt, aus denen der Anwender dann entfernungsabhängig die richtige auswählen soll. Was sich in stressbelasteten Situationen nicht nur als zu kompliziert erweißt, sondern auch allgemein mehr Trainingszeit kostet.


Nach anfänglichen Problemen arbeitet die SIG 516 jetzt störungsfrei. Im Kurs wurde sie mit dem Aimpoint PRO und der offenen Visierung aus Klappkorn und MaTech-Klappkimme geschossen.


Archiv 
Woche 01
Woche 02
Woche 03-05
Woche 06-07
Woche 08
Woche 09
Woche 10-11
Woche 12-14
Woche 15-16
Woche 17-21
Woche 22
Woche 23
Woche 24
Woche 25
Woche 26-30
Woche 31-37
Woche 38
Woche 39-40
Woche 41-42
Woche 43-44
Woche 45
Woche 46
Woche 47
Woche 48-49
Woche 50-52 
Woche 53-57 
Woche 58-59
Woche 60-63
Woche 64-66
Woche 67 
Woche 68 
Woche 69
Woche 70-71
Woche72-75
Woche 76-85





Mittwoch, 13. Juni 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 23

Zwei anspruchsvolle und schussintensive Kurstage im Ausland. Schnelle Schussfolgen waren für die SIG 516 genauso wenig ein Problem, wie präzise Schüsse über 500 Meter.


Gesamtschusszahl: 1.610 + 600 = 2.210

Störungen Typ I: 5
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2

Verschleiß- und Austauschteile:

Dämpfer (Buffer)
Schließfeder (Buffer Spring)
Steuerstift (Bolt Cam Pin)
3 Gasringe (Bolt Gas Ring)
Schlagfeder
Schließfeder


Tag 1
Am ersten Tag absolvierte die SIG 516 einen Gruppenschießkurs im 2-Mann und 4-Mann-Trupp. Am Ende des Tages im 8-Mann-Trupp. Sowie einige Schießübungen bei Dämmerung und Dunkelheit. Genutzt wurde dafür ausschließlich die offene Visierung. Das relativ kleine Diopterloch der MaTech-Lochkimme erwies sich als kompliziert in der Zielerfassung bei eingeschränkter Sicht. Der erste Nachteil, den das sonst sehr funktionelle MaTech im Dauertest erkennen lässt.

Das Samson-Klappkorn in seiner mattschwarzen Farbgebung ließ den Schützen bei Dunkelheit ebenfalls an Grenzen stoßen. Der Kontrast zum Ziel – selbst bei absolut positiver Zielidentifikation – ist zu gering. Die Zielerfassung dauert zu lang und ist manchmal überhaupt nicht möglich. Erschwert wird der Vorgang zusätzlich noch durch die Formgebung: Das Korn wird bei Dunkelheit gern mit einem der beiden Zinken des Kornschutz verwechselt.
Abhilfe könnte hier ein Tritiumkorn schaffen. Was aber wieder eigene Nachteile mit sich bringt. Dieses Thema wird in einem separaten Artikel behandelt werden.

Geschossen wurden schnelle Schussfolgen zwischen zehn und 100 Meter bei teils starkem Regen. Befeuert wurde die SIG mit Munition des Typs GP 90.







Tag 2
Am zweiten Tag wurde die Waffe beim Kurs „Sniping 4. Generation +“ (S4G+) zum Schießen auf 500 bzw. 600 Meter eingesetzt.
Dazu wurde die SIG 516 mit einem Schmidt & Bender 1,5-6x20 PM Short Dot ausgestattet, welches in der Woche vorher mit GECO 62 gr. eingeschossen worden war. Bei Verwendung der GP 90 ergab sich kaum eine Treffpunktverlagerung. Die geringe Abweichung könnte ebenso gut auf meteorologische Einflüsse zurück zu führen sein.

Das Konzept des S4G ist standardmäßig ausgelegt für das StG 90 und beruht u.a. auf einer Visiereinstellung kombiniert mit zwei Haltepunkten. Um den gesamten Distanzbereich des Halbkilometers überbrücken zu können, ist ein Offset (Visierlinienhöhe) von etwa 84 mm erforderlich sowie eine Fleckschussdistanz von 25 Metern.




Nach dem Einschießen werden die Verstelltürme mittels Klebeband fixiert.



Das Short Dot lieferte lediglich ein Offset von ca. 64 mm. Improvisiert wurde die SIG 516 daher mit einem 2-cm-Hochschuss auf 25 Meter eingeschossen. Der Abgangswinkel kommt so dem Abgangswinkel eines StG 90 sehr nahe. Die Flugbahn dürfte ähnlich verlaufen.
Im Praxistest zeigte sich, dass die SIG auf 500 Meter einen Fleckschuss erzeugt. Dieser Wert entspricht nicht ganz der theoretischen Herleitung mittels Ballistikprogramm; aber der Praxis.




500 Meter, liegend freihändig




Erstschusstreffer auf 500 Meter
Präzision war von Beginn an nie ein Problem für die SIG 516. Im Kurs lieferte die Waffe mit Regelmäßigkeit Erstschusstreffer auf 500 Meter. Beschossen wurden Ziele mit der Größe 45x75 cm. Selbst bei Zielen mit 45x45 cm konnten Erstschusstreffer erzeugt werden.

Diese Resultate sind auch eine Richtigstellung für die falsche Behauptung, ein 10“ Drall sei für 62 gr. Geschosse nicht geeignet. Reproduzierbare Treffer auf eine Scheibe „Liegender Schütze“ über 500 Meter sprechen eine deutliche Sprache.

Geschossen wurde die SIG im nichtunterstützten Liegendanschlag (also Liegend freihändig) und Sitzend.




500 Meter, sitzend




Abzug
Getrübt wurde die Trainingssitzung durch einen kleinen Defekt am Abzug. Die Abzugsrückstellung versagte dreimal ihren Dienst. Lies: Der Abzug blieb in hinterer Position. Die Ursache hierfür konnte nicht ergründet werden. Vermutlich hatte sich etwas Messingabrieb im Abzugsmechanismus abgesetzt.







Während der Gaskolben nach etwa 600 Schuss relativ starke Schmauchspuren zeigt, bleiben Verschlussträger und Verschlusskopf verhältnismäßig sauber.


Archiv 
Woche 01
Woche 02
Woche 03-05
Woche 06-07
Woche 08
Woche 09
Woche 10-11
Woche 12-14
Woche 15-16
Woche 17-21
Woche 22
Woche 23
Woche 24
Woche 25
Woche 26-30
Woche 31-37
Woche 38
Woche 39-40
Woche 41-42
Woche 43-44
Woche 45
Woche 46
Woche 47
Woche 48-49
Woche 50-52 
Woche 53-57 
Woche 58-59
Woche 60-63
Woche 64-66
Woche 67 
Woche 68 
Woche 69
Woche 70-71
Woche72-75
Woche 76-85




Donnerstag, 7. Juni 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 22

Die erste störungsfreie Trainingssitzung für die SIG 516. Auf dem Programm stand das Einschießen der Waffe mit verschiedenen Optiken sowie Schießübungen mit offener Visierung zwischen 7 und 100 Metern.


Gesamtschusszahl: 1.410 + 200 = 1.610

Störungen Typ I: 5
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2

Verschleiß- und Austauschteile:

Dämpfer (Buffer)
Schließfeder (Buffer Spring)
Steuerstift (Bolt Cam Pin)
3 Gasringe (Bolt Gas Ring)
Schlagfeder
Schließfeder


Der im Werk vorgenommene Austausch von Schlag- und Schließfeder dürfte das Problem endlich gelöst haben. Die SIG 516 absolvierte die erste störungsfreie Trainingssitzung mit insgesamt 200 Schuss. Verschossen wurden 55 gr. als auch 62 gr. GECO-Laborierungen aus P-Mag, G-Mag, OA-Mag und USGI-Magazinen.


Einschießen
Beherrscht man die Methode, ist es möglich jede Visiereinrichtung innerhalb von zehn Minuten mit max. zehn Schuss einzuschießen. Ausreichend dafür ist eine 25-Meter-Bahn. Korrekt ausgeführt, ist eine Waffe im Kaliber .223 Remington danach gut für Schüsse bis zu 300 Meter.

Empfehlenswert ist, aus dem Liegendanschlag heraus auf eine Entfernung von 25 Meter einen Fleckschuss zu erzeugen. Die Mündung der Waffe sollte sich dabei exakt auf der 25-m-Linie befinden. Als Unterstützung kann bspw. ein gefüllter Tagesrucksack dienen. Nach drei Schuss erfolgt die erste Trefferaufnahme und Korrektur an der Visiereinrichtung. Danach folgen drei Schüsse zur Überprüfung und evtl. eine weitere Korrektur. Nach insgesamt neun Schuss sollte die Optik justiert sein. Vereinfacht wird die Prozedur, wenn die jeweilige Verstellrichtung und die Verstellgröße der Optik bekannt sind.

Ich persönlich favorisiere das Einschießen mit einem „geringen“ Tiefschuss auf 25 Meter, was bei AR-15 Systemen zu einem Hochschuss von etwa 10 cm auf 100 Meter führt, einer beherrschbaren Scheitelhöhe von etwa 12 cm bei 160 Metern und einem durchgehenden Visierbereich bei 280 Metern mit etwa 10 bis 12 cm Tiefschuss. (Diese Werte sind natürlich lauflängen- / laborierungs- und wetterabhängig.)

Sowohl die montierte Eisenvisierung in Form von einem Samson-Klappkorn und der MaTech-Lochkimme als auch das Aimpoint PRO zeigen eine ordentliche Wiederholgenauigkeit. Korrekturen sind nur im Minimalbereich notwendig.


Offene Visierung
Ich habe es zu einer festen Gewohnheit werden lassen, bei jedem Training einige Übungen mit offener Eisenvisierung zu schießen. Der Standard sollte sein, auf 100 Meter liegend ein Ziel von 15x15 cm zu treffen. Oder auf 75 Meter kniend innerhalb von 20 Sekunden fünf Schuss in eine Trefferzone von 15x30 cm platzieren zu können. Oder den VTAC ½ & ½ Drill fehlerfrei zu schießen.





Das Nutzen der Eisenvisierung stellt höhere Anforderungen an den Schützen. Die Zielerfassung wird im direkten Vergleich zu einer Red-Dot-Optik etwas erschwert und verlangsamt sich. Der Trainingseffekt ist jedoch umso größer. Umso sicherer wird der Schütze dadurch mit einer optischen / optoelektronischen Zielhilfe.

Ebenso sollte das schnelle Einnehmen von Standardschießpositionen, wie z.B. Kniend und Liegend regelmäßig geübt werden.


1,5-6x20 PM Short Dot
Ein Zielfernrohr macht ein Gewehr nicht präziser. Es unterstützt lediglich bei der Zielidentifikation über längere Distanzen. Aus diesem Grund wurde für die SIG 516 ein Schmidt & Bender Short Dot vorbereitet. Das 1,5-6x20 PM ist eine Kombination aus Rotpunktvisier und Zielfernrohr.





Die verwendete Montage macht es leider unmöglich, gleichzeitig eine Back-Up-Kimme zu montieren. Was gemäß der Philosophie, immer eine Notvisierung auf der Waffe zu haben, ein Nachteil ist. Die ZF-Montage weiter nach vorn zu montieren, um die entsprechenden Picatinnyprofile für eine Klappkimme frei zu bekommen, scheidet ebenfalls aus. Die Picatinnyschiene ist nicht durchgehend. Zwischen dem Gehäuse und dem Handschutz steht kein vollwertiges Profil zur Verfügung. Eine zug- bzw. spannungsfreie Montage des Zielfernrohrs ist hier nicht möglich. Bisher gibt es auf dem deutschen Markt nur einen Hersteller, der dieses Problem zufrieden stellend gelöst hat, nämlich Dynamic Arms Research DAR.


Archiv 
Woche 01
Woche 02
Woche 03-05
Woche 06-07
Woche 08
Woche 09
Woche 10-11
Woche 12-14
Woche 15-16
Woche 17-21
Woche 22
Woche 23
Woche 24
Woche 25
Woche 26-30
Woche 31-37
Woche 38
Woche 39-40
Woche 41-42
Woche 43-44
Woche 45
Woche 46
Woche 47
Woche 48-49
Woche 50-52 
Woche 53-57 
Woche 58-59
Woche 60-63
Woche 64-66
Woche 67 
Woche 68 
Woche 69
Woche 70-71
Woche72-75
Woche 76-85





Mittwoch, 6. Juni 2012

Paul Gomez (2)

Ein Nachruf von Andy Stanford

In Memoriam — Paul Gomez
By Andy Stanford











Paul Gomez was one of the ten greatest firearms instructors who ever lived. That’s my story, and I’m sticking to it. I can back up this assertion with hard facts.

But first, I’d like to discuss Paul the man. I know beyond a shadow of a doubt that he was a great father to his kids. Divorced and living away from his son and two daughters, he drove hours and hours every other week to spend quality time with them in his native Louisiana. I know they must’ve absorbed at least some of his unique personality. I guarantee it will serve them well. Our condolences to them all.

Yes, unique. Paul was nothing if not unique. Not too tall, bald on top, with a Cajun accent, he did not fit the Hollywood stereotype of a warrior. But he WAS one, having served in both the U.S. Army and as a full-time police officer. More importantly to me personally, he was a true gentle man. Gentle. By-God Gentle. Not surprisingly, Paul had a fetish for man skirts. He was often seen wearing a kilt—taught class in one on more than one occasion—or when “off-duty,” a sarong. He had eclectic tastes in literature and music, and an open minded, progressive political anarchy.

His food preferences were perhaps the only thing ordinary about him. Want to know the recipe for poison gas? One part bread, one part cheese, one part ground beef, one part Diet Coke. Mix thoroughly in Paul Gomez and stand your distance or suffer the consequences. Yeager tells me his diet had improved of late due to his affiliation with Patriot Nurse. Someone please let me know if this attenuated his flatulence to any significant degree.

Paul was often the quiet observer with a mind like a steel trap. Just as often he would debate the topic at hand with equal parts logic and passion. Paul was the encyclopedia and duty historian of practical firearms training. When Paul died, we lost a good part of our archives. This is NOT trivial.

Funny Paul stories. The time when, as a teenager, he joy rode his parent’s car across multiple state lines. To teach him a lesson, his social worker father had him committed to a mental institution. Paul being Paul fomented a One Flew Over the Cuckoo’s Nest style insurrection among the patients. That’ll teach ‘em! Or maybe the time he watched an artillery barrage tripping on LSD while on maneuvers in the Army. Apocalypse Paul. Yup.

I truly cannot overstate Paul’s intellect. Lots of memory and a powerful processor. Knew much about much, and the wider implications as well. A voracious reader, he quoted someone or other when he first saw the stacks next to the bookshelves in my house, “You’re out of book space. All my friends are out of book space.” He was relentlessly curious and analytical. Which is part of why he gets my Top Ten trainer vote. And he was a pioneer in the field, though perhaps not as well known as others.

Paul was one of the first guys to understand and advocate the use of the Kalashnikov as a rifle of choice. He developed a well-thought-out gunhandling system for this family of weapons, and documented it in a book that, according to Paul, was plus percent complete. Had he pressed on and completed it, he would’ve been widely known as THE AK GUY. Some subconscious Achilles’ heel kept him from finishing it. Maybe we can fish it out of his computer and get it published posthumously.

He also pioneered a state-of-the-art combat handgun handling system—taught in his Robust Pistol Manipulations (RPM) course. Paul finally convinced me of the merits of practicing equally with each hand. He experimented with and codified combat-worthy methods of one-handed malfunction clearances and reloads that represent true progress in the field. I invite graduates of the RPM class to get your heads together and formally document it to the best of your abilities. Viva Paul!

As noted previously, in addition to being a prolific innovator in the area of gun handling, Paul was the resident historian of the tactical training community. Knowing where you’ve been can keep you from duplicating efforts, and shed light on current endeavors. Every thing old is new again. It takes a significant investment of time and energy to develop a mature understanding of any subject. Paul paid his dues many times over in learning about his chosen profession. Few—very few indeed—have even come close to this level of study and research.

Paul spent many, many training days as Craig “Southnarc” Douglas’ assistant, uke, and—Craig’s word and high praise considering the source—muse. I wince to think of how many times Paul was hit in the head by Craig, or shot with Simunitions at point-blank range. (The former being by far the more severe blow.) This did give Paul a high-level understanding of close quarters combat, and undoubtedly a high-level of pain tolerance as well.

Last but not least, Paul was very interested in tactical emergency medicine. The past several years I haven’t seen Paul as much as when I lived in Florida, but I do know from phone conversations that he put a fair amount of focus on the topic. He undoubtedly sifted through a myriad of systems and derived his own from the best of the best. In fact, I’d make a sizeable wager on this and be confident of winning.

Paul had modest needs. For a time he was content with the bottom bunk in the corner of the Tactical Response team room. I think this is the result of living a very rich mental life, finding interest in whatever was in front of him. He was generally happy, and was pleasant to be around. He was a great friend. He led a full life, and did what he wanted to do a significant fraction of his time on earth. Good for him!

His legacy is his children, the other lives he has touched in person, and the wisdom he has contributed to defensive and tactical firearms doctrine. Thanks to the internet, a good bit of the latter continues to live on YouTube. And there is one final blessing he can bestow upon all of us. His death in his early-forties can serve as a reminder that no one has promised us tomorrow. Carpe Diem. Paul would approve.

Dienstag, 5. Juni 2012

Paul Gomez

Ich schreibe diese Zeilen in tiefer Betroffenheit. Paul Gomez ist tot. Er verstarb letzte Nacht. Ich verliere einen Freund und die Ausbildungsindustrie einen begnadeten Instrukteur. Paul Gomez war einer der innovativsten Ausbilder auf dem Gebiet praxisorientierter Waffenhandhabung.

Paul hatte zugesagt, im Juli nächsten Jahres einen 4-tägigen Kurs für Akademie 0/500 in der Bundesrepublik abzuhalten.

Sein umfangreiches Wissen steht jetzt nicht mehr zur Verfügung.
Unsere Welt ist ärmer geworden.

Ruhe in Frieden.




Freitag, 1. Juni 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 17 bis 21

Kein Schießen in KW 17 und 18. Ende KW 19 wurde die Waffe zu SIG Sauer eingeschickt. In KW 21 war sie wieder zurück.


Gesamtschusszahl: 1.110 + 300 = 1.410

Störungen Typ I: 5
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Verschleiß- und Austauschteile:
Dämpfer (Buffer)
Schließfeder (Buffer Spring)
Steuerstift (Bolt Cam Pin)
3 Gasringe (Bolt Gas Ring)
+ Schlagfeder
+ Schließfeder


In den Kalenderwochen 17 und 18 war terminlich leider kein Schießstandbesuch mit der SIG 516 machbar.

In Woche 19 wurde die Waffe zu SIG Sauer eingeschickt. Die Techniker in Eckernförde haben die Waffe überprüft und die Schlagfeder ersetzt. Auch die Schließfeder wurde nochmals getauscht. Im Werk wurden 300 Schuss mit GECO 55 gr. ohne Störung absolviert. In der KW 21 war die Waffe zurück.

Beim nächsten Schießstandbesuch werden die offene Visierung und das Aimpoint PRO wieder montiert. Außerdem wird auch ein Schmidt & Bender Short Dot vorbereitet und eingeschossen, womit die SIG 516 einen großen Auftritt auf einem 2-tägigen Schießkurs erleben wird.


Archiv 
Woche 01
Woche 02
Woche 03-05
Woche 06-07
Woche 08
Woche 09
Woche 10-11
Woche 12-14
Woche 15-16
Woche 17-21
Woche 22
Woche 23
Woche 24
Woche 25
Woche 26-30
Woche 31-37
Woche 38
Woche 39-40
Woche 41-42
Woche 43-44
Woche 45
Woche 46
Woche 47
Woche 48-49
Woche 50-52 
Woche 53-57 
Woche 58-59
Woche 60-63
Woche 64-66
Woche 67 
Woche 68 
Woche 69
Woche 70-71
Woche72-75
Woche 76-85